2013-05-11

Die Vorstellung …

… Du bist ein Mann und stehst vor dem Altar und dann kommt dieses Kleid auf Dich zu:



Da siehste vermutlich Dein künftiges Leben im Zeitraffer und weißt Bescheid.

2013-05-10

Äh …?

OS X bricht neuerdings Ordnerkopiervorgänge komplett ab, wenn das vorletzte Foto nicht kopiert werden kann und negiert die zuvor kopierten 2,5 GB? Nix mehr mit „Kann nicht kopiert werden. Mit Kopiervorgang fortfahren?”

Echt?

Was ist das denn bitteschön? Ein rückwärts laufendes Feature?

2013-05-03

Bestandsdatenauskunft

Ich freue mich jetzt schon auf die lustigen Geschichten von meinem Ex, Vorstand eines ISP, der mir von den lustigen Telefonaten von superwichtigen Staatsanwälten erzählt.

„Sie geben mir jetzt sofort die Passwörter von dem und dem!”
„Ham wa nich'.”
„Wie haben Sie nicht? Hören Sie mal, Sie jetzt verpflichtet mir auf Verlangen die Passwörter von Ihrem Kunden rauszugeben.”
„Stimmt. Aber wir haben auf die gar keinen Zugriff.”
„Was soll das heißen? Das ist Ihnen gesetzlich vorgeschrieben Passwörter auf Anordnung rauszugeben!”
„Naja, es gibt da so eine Instanz in Deutschland, auch von der Bundesregierung ins Rennen geschickt, die heißt Datenschützer. Und dieser Datenschutz hat dafür gesorgt, dass wir die Passwörter unserer Kunden gar nicht einsehen dürfen. Also technisch nicht dürfen. Es ist uns nicht nur verboten, wir mussten auch diverse (teure) technische Vorraussetzungen in unsere Systeme installieren, dass wir das gar nicht tun können! Wir können Passwörter allenfalls technisch überschreiben lassen.”
Staatsanwalt so: „…?”
Ex so: „Und auch das nur auf Geheiß des Kunden.”
Staatsanwalt so: *klick. tut tut tut*

Unsere Bundesregierung. Ein Tal der Ahnungslosen. Wird jetzt ungefähr zehn Jahre dauern, bis sie kapiert haben, was sie verzapft haben. Vorher aber hat das Bundesverfassungsgericht das Gesetz längst gekillt, weil ja der Datenschutz …

Aber hört mal! Ihr dürft wirklich nicht vergessen, die Pappnasen dieses Jahr wieder zu wählen!

2013-04-28

Sonntag

Während sie so …



… und sie so (wieder die Malve bebrütet) …



… und dann beide so …



… oder so …



… Tally heute mal fast angstlos so …



… oder auch so …



… ich so …

Wisst Ihr Bescheid, nämlich!

2013-04-21

Morgens um fünf Uhr …

… beim Würgen der Katze nach Grasgenuss, dessen Ergebnis unter dem Bett auf der frisch gewaschenen Decke (weil gestern Morgen um fünf Uhr die Katze wür…) wohlbehalten abgelegt wird, glücklich unter der Bettdecke denken, „macht nichts, kann ich ja waschen! Und den gestern Abend vom anderen Katzenmodell frisch bekeutzten Vorhang gleich mit dazu.”

Das ist schön, das ist wirklich sehr sehr schön!

Sie heißt Erna, ist eine …



und macht mich gerade sehr froh. Sie schleudert so schnell, dass die Wäsche ihr manchmal grüngesichtig entsteigt, frisst viel viel Wäsche (von 4 kg auf eine 8 kg-Trommel umsteigen, ist schon ein Riesenschritt) und ist sehr leise, weil man ihr das unsägliche Piepen sofort abgewöhnen konnte.

Herzlichen Dank an alle, die mir aus diesem dreckigen Loch geholfen haben! Es tut sehr gut gerade!

2013-04-19

Was mich irritiert …

Prominente Frauen als auch normale Frauen, die übergewichtig sind, erklären gerne, dass sie sich asolut wohl in ihrer Haut fühlen. Sich trotz ihrer Pfunde zuviel sich aktiv erleben, sexy und sich attraktiv finden.

Die gleichen Frauen kommen dann wieder in die Schlagzeilen (oder werden als normale Frauen anderweitig zu Wort kommen), wenn sie eine ordentliche Summe an Kilos abgenommen haben. Denn das ist immer eine Schlagzeile wert. Und dann strahlen sie in die Kameras und erklären, welche Sternstunde sie final dazu gebracht hatte, die sich selbst verordnete Diät, das Sportprogramm zu beginnen. Und das sind dann nie Momente der Glückseligkeit, eher werden Momente der Scham beschrieben. Wie gestern im TV gehört, als die Mutter dem Sohn auf der Rutsche nicht mehr folgen konnte, weil sie fest steckte.

Im gleichen Moment werden dann besonders glückliche Momente erwähnt, wenn die Gewichtsabnahme erstmals spürbar wird, z. B. muss der Sicherheitsgurt nicht mehr verlängert werden, passt diese oder jene Hose wieder. In der Folge ihrer Abnahme erklären diese Frauen dann, dass sie sich heute mit weniger Kilos viel besser fühlen, gesünder, aktiver, attraktiver und natürlich viel sexier. Als vorher.

Kann es sein, dass sich diese Frauen zu irgendeinem Zeitpunkt selbst belügen?

Nur zu welchem? Oder immer?

2013-04-18

Die Katze rostet!



Und nu?

2013-04-06

most unwanted thing

Schleimbeutelentzündung in der Schulter.

Wusstet Ihr, dass das Schultergelenk eines der relevantesten Gelenke ist – wenn es um einen geruhsamen Schlaf geht?

Mittwoch Zweitmeinungs-OP-Gespträchstermin bei Berlins Schulterguru. Ich kann gerade nicht so viel essen, wie ich … könnte.

(Aus der Reihe: satt sein.)

2013-04-01

Fröhliche Ostern!

Eigentlich möchte ich schöne Dinge bloggen aber so eine sehr schmerzende Schulter lässt mich nur links tippen. Daher nur kurz aber schöne Ostergrüße an Euch alle draußen. Lasst uns einfach gnädig darüber hinwegsehen, dass die Osterglocken im Garten erst im Juni blühen werden.

2013-03-28

My most wanted Bettwäschebezugspartner in crime



Betten ab und neu beziehen ist eine Tätigkeit für mich … na ja … sagen wir es so: gut, dass ich das nicht täglich machen muss. Es hat schon seinen Grund, warum ich ganz gerne die Bettwäsche vom schwedischen Albtraumkaufhaus verwende. Kopfkissen ganz ohne Knöpfe, Bettbezug nur mit Druckknöpfen empfinde ich schon als höchst angenehm gegenüber der früheren arbeitsintensiveren Knopflösung.

Dann kam Nishia. Nishi liebt Aktivitäten im Bett, Bettdecken aufschütteln ist schon großartig. Aber Bettwäsche abziehen, den Stoff jagen, sich in abzurollende Spannbettlaken zu rollen und diese am Weglaufen zu hindern, ist offensichtlich irrsinnig großer Spaß. Den Spannbettlakenmaulwurf zu spielen beim Neuaufzug muss allerhöchstes Kino für sie sein. Und liegt schlussendlich dann die Wäsche frisch aufgezogen da, wo sie hingehört, liegt eine kleine silberne Katze wie eine Königen in den Daunen und residiert in meinem Arbeitsumfeld, das gleichzeitig ihr Abenteuerspielplatz ist. Und wenn sie sich dann lang auf den Rücken rollt und zufrieden auf dem erkämpften Biest in tiefer Entspannung fröhlich blinzelt …

Mir ist heute aufgefallen, wie wirklich viel Spaß sie mir damit macht. Gut, es dauert alles viel länger, aber ich bin am lachen und kämpfen und ziehen und schubsen und vergesse, dass ich gerade etwas tue, was mir eigentlich gar keine Freude bringt. Mit Katze sind selbst die weniger schönen Dinge oft erstaunlich heiter und hübsch zu erleben!

2013-03-27

Abschiede

Gestern Abend inniges und herzliches Abschiedsgespräch mit der Waschmaschine geführt. Habe mich bei ihr für über 20 Jahre Wegbegleitung und immer fleißigen Arbeitseinsatz bedankt. Sie war wirklich eine Gute ihrer Art. Ich fürchte, so etwas gibt es heute gar nicht mehr.

Ich weiß, ich bin komisch. Aber mal ehrlich: 20 Jahre! Je nachdem, wann am Ende meine Rechnung kommt, ist das immerhin ein Drittel oder Viertel Wegbegleitung meines Leben gewesen. Was diese Waschmaschine in den letzten Jahren alles mit mir erlebt hat, sie hat mit mir Männer, Katzen und Wäsche kommen und gehen sehen. Freude und Schmerzen. Ich habe nicht wenige Tassen Kaffee auf dem Küchenboden sitzend gemeinsam mit ihr getrunken, während sie mir, meine Seele beruhigend, ihr Schaumlied sang!

Ich bin auch kein Mensch, der sich lapidar von solchen Geräten trennt, weil es eben mal wieder ein neues Modell gibt. Ich hänge an diesen Dingen.

Nein, das ist keine 08/15-Trennung. Da ist heute ein kleines Stück Liebe mit ihr gegangen. Mit meiner Hanseatic TL1200!

2013-03-26

Ziegentarte

Was immer ein bisschen hilft, ist in Kochbüchern zu schmökern. Das tat ich neulich wieder in „Tarte & Quiches” von Delphine de Montalier. Ein Kochbuch, das ich sehr mag. Es ist ein unangestrengter Ideen-Geber - wenn auch man die im Buch verwendeten Käsesorten hierzulande wirklich suchen muss, und dennoch nicht immer fündig wird.

Neulich habe ich zwei Rezepte zusammengeworfen; eine knusprige Ziegenkäse-Tarte mit der Tarte mit den kandierten Tomaten ergänzt. Die Tomaten waren wirklich toll – und lassen sich für viele weitere Rezepte verwenden, daher lieber gleich ein größere Menge ansetzen. In Olivenöl aufgegossen halten die sich noch sehr lange im Glas im Kühlschrank.



Kandierte Tomaten

500 g große Kirschtomaten (ich habe größere Snacktomaten aus dem Angebot genommen).
1 TL Salz
1 TL Pfeffer
1 EL extrafeiner Zucker
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
4 EL Olivenöl

Die Tomaten halbieren, das Fruchfleisch entfernen. Mit der Schnittfläche auf ein Küchentuch legen und trocknen. Die anderen Zutaten vermengen und in eine feuerfeste Form gießen. Den Ofen auf 130 Grad vorheizen. Die Tomaten in die Form mit der Schnittfläche nach unten legen und ca. 1 h (Kirschtomaten, bei den größeren Snacktomaten waren es ca. 2 h) im Ofen auf der mittleren Schiene eintrocknen lassen …



Ziegenkäsetarte(lettes)

1 Packung Blätterteig
ca. 500 g Ziegenfrischkäse
etwas Honig
etwas frischen Thymian
Salz und Pfeffer

1 Packung Blätterteig (wenn man ihn nicht selber machen möchte) – entweder für eine große Tarteform zurecht schneiden oder für kleinere Tarteformen mit Gläsern ausstechen. Die Tarteform gut buttern. Den Teig einlegen und mit einer Gabel einstechen. Dann den Ziegenkäse darauf verteilen und mit etwas Honig beträufeln. Die getrockneten Tomaten auflegen, salzen und pfeffern und mit dem Thymian ausschmücken.

Ab in den Ofen bei 160 Grad für ca. 20 Minuten. Sehr fein, einen frischen Salat dazu und alles ist gut!

Tipp: Wirklich den Honig verwenden, auch wenn man ihn nicht mag. Ich habe das Originalrezept mit ihm ergänzt. Einige wenige Tropfen reichen, um dem Ziegenkäse etwas Pfiff zu geben. Dabei habe ich übrigens beide Varianten probiert, ohne und mit, natürlich in der Sorge es könnte mit den Tomaten zusammen auch zu süß werden. Aber mit dem Honig werden die Tartes wirklich geschmacklich sehr viel besser, einfach runder.

2013-03-25

Omas Pfaff



Gestern den Bezug für das letzte Katzenkissen genäht. Erstmals mit Omas Pfaff, die frisch geölt und entflust aus der Wartung zurück ist. Übrigens von mir eigenhändig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert und getragen. (Was war ich froh, als kurz hinter dem U-Bahn-Ausgang ein Discounter-Einkaufswagen unmotiviert in der Straße herumstand. Hölle wiegt das Teil!)

Aber so viel sie wiegt, so seht steht sie in sich ruhend auf dem Tisch und erlaubt sich hochköniglich eine echte (semi-)professionelle Nähmaschine zu sein. Es hatte Tage gedauert bis ich mich an sie heran gewagt hatte. Prompt hatte ich sie aufgebaut, standen nämlich meine kindlichen Ängste wieder parat. Und ich wollte es nicht wieder mit uns verderben.

Aber: wir können jetzt miteinander. Obwohl sie eine echte Diva ist und sehr darauf bedacht ist auch ja ordentlich unter- und oberspannt zu sein. Aber sie näht mit einer entspannten Ruhe und Präzision, die schon sehr beeindruckend ist. Ausprobiert habe ich für den Kissenbezug den Geradestich und elastischen Zickzackstich. Freue mich als nächstes auf wildestes Zierstiching. Die hat die Gute ja im Überangebot.

Shiina ist hellauf entzückt von dem Kissenbezug für das Schaumstoffstück im Wohnzimmer, dem letzten Fensterbrett bei uns, das noch unterversorgt war. Die drei Katzen von Welt liegen nämlich viel lieber auf bezogenem Schaumstoff, kleine Diven. Und ich freue mich, weil … naja, kleine Erfolge zählen gerade doppelt.

2013-03-24

Surrealismus

„Das ist eine Stelle, da kommen wir mit dem Kolposkop nicht weiter. So finden wir nichts. Da müssen wir ein MRT machen.

Naja, dafür einen Termin zu bekommen, das dauert drei Monate. Ich schicke Sie erst einmal zur Sonografie und gebe Ihnen eine sehr gute Adresse.”

Drei Monate. Da wäre man bei einem Lungenkarzinom vom ersten Moment der Beschwerde bis zur Diagnostik praktisch schon zum Tode verurteilt. (Okay, bei einem Lungen-CA ist bereits ab dem Moment der ersten Beschwerde die Sache schon beschlossen.)

Das sind britische Gesundheitssystemzustände. Glückwunsch – genau dorthin wollten unsere Politiker gehen, trotz aller Kritik. Aber der Patient spielt auch eine Rolle. Viele Menschen hierzulande begreifen teure Untersuchungen an sich als Art Trophäe und verknappen Termine so künstlich. Würde mir bei einem MRT übrigens nie passieren, gesunde Form der Klaustrophobie. (Schlauch schlucken atme ich weg. Aber Röhre? Gerne im unteren Körperbereich also bis zum Knie oder so. Darüber dann nur noch gerne, brät man mir vorher eins mit der Keule über.) Fahrstuhl fahren kann ich. Es fängt erst ab einer bestimmten Nähe an, wenn mir fremder Materialismus meinem Körper zu nahe kommt.

Muss an meine Mum denken, die Krankheit auf ihre eigene Art immer sehr genoss. Alles was Ärzte mit ihr anstellten, war für sie eine Form von Happening. Als sie starb, stand für vier Monate später der Austausch eines Kniegelenkes im Kalender. Big party, big celebration – kannste aber glauben! Da bin ich ganz anders. Ich bin zur Zeit der Hase im Fuchsbau. Nicht bewegen, dann werde ich auch nicht gesehen. So ist das nämlich. Praktisch.

„Guten Tag mein Name ist Hase und ich komme heute zur Sonografie. Und … äh … ich habe die Hosen voll.”

Lächerlich!

2013-03-21

Okay …

Vor drei Monaten etwa habe ich begriffen, ich komme aus diesem gesundheitlichen Tief nicht alleine raus. Also habe ich einen Facharzt gesucht und versucht, dort einen Termin zu bekommen. Nicht möglich. Also nicht vor in drei Monaten.

Bis Freunde mir eine Allgemeinmedizinerin empfohlen haben, die auch psychiatrisch betreut und so bin ich über eine Notfallsprechstunde unter ihre Fittiche geraten und werde medikamentös versorgt, krank geschrieben und begleitet, bis ich einen Therapieplatz finde. Das ist Glück, das begreife ich auch so.

So versuche ich nun seit sechs Wochen diesen Platz zu finden. Da gibt es dann einen Kontakt von sehr vielen Kontakten, der tatsächlich noch Plätze haben soll, die bereits alle weg sind. Dieser Kontakt vermittelt einen neuen Kontakt mit dem ich Gespräche führe, der mir Montag absagt, weil er meine Betreuung derzeit nicht uneingeschränkt sicherstellen kann – aus gesundheitlichen Gründen. Nebenbei laufe ich in Tageskliniken und sonstige Einrichtungen, die mir therapeutische Unterstützung bieten könnten, hätten sie Plätze frei oder keine Wartelisten (unter drei Monaten läuft da nichts derzeit). All diese Gespräche beinhalten Bewerbungsgespräche, in diesem System nämlich muss mich um einen der sehr raren Plätze bewerben.

Gestern war ich vormittags bei einem Arzt in der Diagnostik, um eine andere Krankheit hoffentlich ausschließen zu können, vor der ich wirklich Angst habe, die aber bei der familiären Disposition dummerweise immer im Raum liegt – weswegen ich bei Anzeichen nie entspannt sein kann. Das ist gerade das nicht benötigte i-Tüpfelchen.

Nachmittags war ich dann wieder in einem Klinikbetrieb zum Informationsgespräch (Info-Gespräch heiß hier: „Wir gucken, ob wir Sie überhaupt auf die Warteliste setzen wollen”.) Und dieser Besuch hat binnen dreißig Minuten so etwas von meine Batterien leergesogen, haste nich‘ gesehen. Und letztendlich wieder nichts erreicht, außer Energie gelassen. Das Letzte was ich im Moment noch habe, ist Energie.

Ich rödele jetzt seit drei Monaten rum und bin keinen Schritt weiter. Abgesehen vom freundlichen Unterstützer Pharmazie.

Und wenn ich dann nach Hause komme und die Waschmaschine (was sie in ihrem hohen Alter wirklich tun darf) fliegt mir um die Ohren, ist auch mal Schluss. Dann ist einfach Sense.

Es ist alles schon schrecklich mühsam gerade.

2013-03-20

Waschmaschine †

Echt, ich will irgendwie nicht mehr. Nicht jetzt! Verdammt!

2013-03-19

Kühlschrankgallionsfigur



Gallionsfiguren sind leider im Schiffsdesign schwer aus der Mode gekommen. Was ich nicht nachvollziehen kann. Ich wäre sehr gerne Gallionsfigurschnitzerin oder Gallionsfigurschmiedin geworden.

Daher bin ich ein bisschen stolz, dass wenigstens mein Kühlschrank (selten in See stechend) eine stolze Frontdame zu bieten hat. Böse Zungen behaupten, ich hätte mir meine Katze passend zur Kühlschrankfarbe ausgesucht. Das ist natürlich großer Quatsch, wenn auch sie sich wirklich sehr passend in das Corporate Design meiner Küche, zumindest die Edelstahlfronten anbelangend, einfügt.

Und die kleinen Fettspuren von Sammetpfötchen machen sich auch immer sehr hübsch auf dem Metall. Nach dem Putzen.

2013-03-17

Nishia Rosamunde T. von und zu Pilcher

Agenda 2010

Dieser Tage wird ein besonderer Geburtstag gefeiert, zehn Jahre Hartz-Konzeption im Vollzug. Während die Verantwortlichen tatsächlich glauben, sie hätten die deutsche Wirtschaft gerettet, durften diese Woche in den Medien besonnene kritische Stimmen zu Worte kommen.

Peter Boffinger lehrt Volkswirtschaftslehre an der Uni Würzburg und gehört dem Rat der „fünf Wirtschaftsweisen” an. Er schreibt in der taz in seinen Kommentar „Die Mythen um Hartz VI„In Westdeutschland gibt es heute nur 230.000 weniger Erwerbslose als im Januar 2001.”

Der Sozialrichter Jürgern Borchert ist Mitglied im 6. Senat des Hessischen Landessozialgerichts. Das Gericht, das 2010 vor dem Verfassungsgericht die Neuberechnung der Regelsätze erstritt, das diese dann bekanntermaßen als verfassungswidrig einstufte. Er wird in der Süddeutschen Zeitung „Warum die Agenda 2010 als Erfolg begriffen wird, ist mir ein Rätsel” interviewt. „Dass wir eine Entwicklung erleben, die mit Erosion und Abwärtsmobilität der Mittelschicht beschrieben werden kann. Dabei ist sie der Garant für demokratischen und sozialen Frieden in Deutschland.”

Plusminus hat in der ARD diese Woche in einem Bericht offen gezeigt, wie der Leistungsdruck dem die Mitarbeiter in den Jobcentern unterliegen, den Leiharbeitermarkt in Deutschland zu ungeahnter Blüte verhilft. Einem Beschäftigungsbereich in dem die Arbeitnehmer nicht selten unzumutbaren Arbeitsbedingungen ausgesetzt werden, den Gehältern hinterher klagen müssen und oft gar kein Geld erhalten.

Währenddessen kommt die Agentur für Arbeit ihrer Sorgfaltspflicht nicht annähernd nach: „Zuständig für die Kontrollen der Zeitarbeitsfirmen ist die Bundesagentur für Arbeit. Hier stehen für derzeit über 20 000 Zeitarbeitsfirmen mit über 900.000 Leiharbeitern gerade einmal 55 Prüfer zur Verfügung.” und "[…] Es ist absurd jemand zum Kontrolleur zu machen der eine Branche ganz bewusst nutzt als Instrument bessere Ergebnisse bei der Integration zu bekommen.