2008-07-11
Reiskörner im Café Latte
Ich weiß ja, wie sie dahin gelangen konnten. Aber Himmel, sie hätten nun wirklich auch woanders hinfallen können!
at 12:56 2 comments
Labels: dies und das
Gerade eben
in einem twoday.net-Blog die Wortbestätigung «Love» gehabt, getippt und anschließend behalten. Man weiß nie, wozu es gut ist!
at 12:14 0 comments
Labels: dies und das
2008-07-10
So … ihr lieben Mac-Freunde
wenn Ihr bitte beim wundervollen Stilhäschen hier in den Kommentaren ordern wolltet?!
at 18:26 8 comments
Labels: blogfreaks
Wie großartig!
Etosha erklärt uns heute ein in uns allen wohnendes Haustierchen, das in vielen Sonderrassen daher kommt: das Cave Caniporcum. (Umgs.: der innere Schweinehund)
(Alleine das Kommentieren will bei Dir gerade nicht funktionieren.)
at 13:30 1 comments
Labels: blogperlen
2008-07-09
Wenn der Vodka zwei Mal klingelt …
was er dann tat heute, tun sich Fragen auf hinsichtlich der flüssigen Weiterbildung von creezy. Der Herr MC Winkel hat mich mit (m)einem Gewinn bedacht. Ich hatte gelegentlich in der lustigen EM-Tipprunde von Herrn MC Winkelund Herrn Schoss, geb. Erdge hier und da mit unglaublicher Kompetenz die Führung verteidigt und die Herren haben sich nicht lumpen lassen.
Die Vodka-Flasche ist riesig mit einem Liter Füllmenge und haut mit 50 (zu lesen bitte mit Berliner Mundart: «fuffzich») Sachen um die Kurve. creezy indes ist ja nix Gutes gewöhnt, benutzt Bier als reines Schlafmittel, kann sich nur Wein verinnerlichen, vertretungsweise Wein mit Michael-Jacksons-Sauerstofftherapie angereichert, hier und da mal einen Cocktail ertragen, wobei «da» auch schon wieder drei Jahre her sein dürfte und hütet dieselbe Eierlikörflasche, neulich von Frau Nullzeitgenerator abgestaubt, um Soufflés zu kreieren auch schon wieder seit Monaten. Wir können also gemeinsam festhalten und hier ganz deutlich im Bild zu sehen: creezy steht ein Upgrade bevor!
Bleiben zwei Fragen: warum ist Vodka so schwarz? Und (ich kenne ein nettes Rezept à la Kalbsgeschnetzeltes mit Gurken mit Vodka flambiert …) und was kennt Ihr so mit Vodka inside?
Ein herzliches Merci an Herrn Winkel – warum kann ich das Autogramm nicht finden?
at 13:43 6 comments
Labels: dies und das, rund
Das Beste …
was wohl je zum Film Sex in the City geschrieben wurde, hat Malte da geschrieben. Noch habe ich mich nicht entschieden, was die gelungenste Aussage innerhalb dieser Kritik ist – der Zerriss an sich ([…] der das letzte Mal einen Menschen sah, […], bevor die kräftigen Hebammenarme ihn einem freilebenden Rudel Schuhe zur Aufzucht gaben.), die charmant hinterlistige Art, wie er uns Frauen (Filmzielgruppe und Schuhwahnsinnige) den Spiegel vorhält oder die Dreistigkeit so eine Rezension völlig enstpannt zu einem Zeitpunkt zu bringen, an dem sogar im «bei uns kommt alles viel später»-Land die DVDs leicht eingestaubt zur Auslieferung bereit stehen und den Film eh schon fast jede Taschenfregatte (Selbstbezeichnung, Kompension einer ausgeprägten unheilbaren Taschenmanie) gesehen hat.
Außer die selbstbezeichnete Taschenfregatte. Im übrigen.
Als die letzte Staffel hierzulande ausgestrahlt wurde, saß irgendwann mal Chris Noth als privater Mensch – also in seiner Funktion Mr. Big a. D. – auf dem Sofa von Thomas Gottschalk und entpuppte sich in meinen Augen als netter aber nichtdestoweniger als Proll. US-Prolet, um genau zu sein, was es noch etwas schlimmer und mitnichten attraktiver macht. Das brachte keine Punkte. Das angeblich freigiebigste Buch einer US-Schauspielerin namens Kim Cattrall über Sex – das hierzulande wie immer versucht wurde mit irgendwelchen deutschen Vorahnen der Autorin zu verkaufen, was mich wie immer etwas irritierte, denn es lässt wie immer auf ein gewisse Inhaltslosigkeit des Produktes schließen – entpuppte sich als Foto-Jahresbuch derselben, deren besondere Qualität ihres sexuellen Fachwissens darüber verkauft wurde, dass sie mal Sex mit ihrem deutschen Ehemann hatte – was mich wieder irritierte, denn mit Sex mit deutschen Männern, wenn nun nicht gerade Ehemännern, kenne ich mich auch recht gut aus – und mir ist das besondere Verkaufsmerkmal daran irgendwie entgangen. Das brachte also auch keine Punkte.
Sarah Jessica Parker indes mochte ich immer schon, selbst als sie noch ihre kleinen Rollen spielte, was mit daran liegen mag, weil sie wie ich auch über ein eher längliches Gesicht klagen könnte, wenn auch ihres viel feingliedriger wirkt als meines, aber das sind die Merkmale über die wir Frauen Sympathien aufbauen, die ein ganzes Schauspielerleben lang halten können. Und dass sie sich ihre komische Pickelwarze am Mund unten nicht weg operieren lässt, spricht auch für sie, das Ding ist 'ne Herausforderung für jede Visagistin und bringt ihr bei denen wohl nicht viel Punkte, wohl aber bei mir. Leider trug sie im Vorfeld zum Film auf den Premieren so schreckliche Presswurst-Kleider, dass ich ihr den Fashion-und-Stil-Ikonen-Button doch nicht mehr rechtmäßig auf ihre Stirn tätowieren konnte. Punktabzug. Alles das war zusammen so kontraproduktiv (von den Tussen auf die deutsche Fernsehsender auf den deutschen zur Premiere-Vorfeiern ihre Kameraugen hielten und sie überflüssigerweise auch noch zu Wort kommen ließen (!) ganz zu schweigen), dass mir jegliche Lust an ein Kino-Event mit den vier eben auch nur in die Jahre kommenden Frauen vergangen ist.
Mal ehrlich: niemand wollte je Carry Bradshaw wirklich heiraten sehen – alle wollten immer nur das Kleid gucken.
Der Film kommt irgendwann im Fernsehen. Wie die Staffeln eben zwei Jahre später. Da bin ich das Drama gewöhnt, das passt dann. Vermutlich ist die Kritik oben deutlich besser als der Film … und Neos Mantel ist auch zeitlos sexy.
at 07:26 4 comments
2008-07-08
«Man bin ich froh, dass ich Dich kenne!»
Sagte der Mann. Und sogleich wollte ich den Satz vorsichtig aufheben und der Fleischersfrau hinter der Theke sagen, sie möge ihn doch bitte kurz auf die Goldwaage legen, der guten Ordnung halber, sie bräuchte ihn jedoch nicht wiegen, denn ich wüsste genau was er mir wiegt. Und dann solle sie ihn doch bitte ganz vorsichtig einpacken in dieses gute wertvolle schützende Wachspapier und zum Schluss noch etwas rosa Papier drumherum, das passt ganz gut in diese Zeit, sie möge aber bitte darauf achten, dass das Papier keine unfeinen Falten schlägt, sondern schön glatt diesen Satz umhüllt, um keine Druckstellen in ihn zu bringen und seinen Buchstaben kein einziges Haar zu krümmen. Dann würde ich den Satz aufgeregt nach Hause tragen und vorsichtig in den Kühlschrank legen, damit er schön frisch bleibt über die nächste lange Zeit und kein Alter an ihm nagen kann. Und ich würde ihn immer oben lagern, wo manchmal für ihn die pralle elektronische Sonne scheint, wenn sich wieder alle Türen öffnen. Und zwischendurch würde ich ihn immer wieder einmal heraus nehmen und ihn fragen, ob es ihm gut geht, es ihm nicht zu kalt ist? Und ihm sagen, wie wichtig und wertvoll und was für eine Besonderheit es ist, in dieser Zeit kein Verfallsdatum zu tragen. Und irgendwann in einem sehr stillen Moment, würde ich ihm leise ins Ohr flüstern, dass Sätze mit viel mehr Bedeutung schon viel weniger Glück in mir ausgelöst haben.
at 10:09 2 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
2008-07-07
Bruder
Mail im Mai. Der Kontext spricht, es sei von meinem Bruder, den verloren geglaubten. Den von dem ich immerhin seit dem Winter 1999 nichts mehr gehört habe. Gar nichts mehr. Zuerst denke ich an einen hässlichen Scherz. Die Mail selber kam von einem Mail-Account, der die Eignerin als weiblich definiert. Dieses Post, knapp zehn Tage her, denke ich, kann ja auch das kranke Internet auf den Plan gerufen haben. Denn das gibt es, das weiß ich wohl.
Alleine der Wortlaut spricht mich mit dem Vornamen an, vor allem aber unterschreibt er mit dem Vornamen des Bruders. Den ich hier nie genannt habe, das weiß ich genau. Das Herz klopft, der Magen routiert, die Synapsen im Kopf sprühen Blitze. Alles ist plötzlich wieder anders als die zwangsweise zurecht gelegten Gedankenmodelle. Alles wird umgeworfen. Eine Anschrift, eine Telefonnummer. Ein Bruder zum Greifen nahe. Und Angst.
Den besten Freund der Welt schicke ich eine paar Tage später am Telefon vor. Der kannte ihn auch damals. Wenn einer wohl in all den Jahren die Umstände und mein Leiden deswegen mitbekam, dann er. Klarheit schaffen. Ich kann das selber noch nicht. Als der Freund mich anruft und sagt, «ja, er ist es!», sitze ich in der Küche auf dem Boden und heule. Acht Jahre. Acht! Vermissen, nichts wissen, sich abgestoßen fühlen, nicht wichtig. Dazwischen der Tod der Mutter und noch so vieles nebenbei, was nicht geteilt worden ist, was aber geteilt gehörte. Alles das stellt viel mit einem an, es ist nicht greifbar für jemanden, der das nicht kennt. Den Bruder unter der Erde zu wissen, wäre nicht gut aber viel leichter, habe ich nicht selten gedacht. Irgendwann ihn für mich auch für tot erklärt, weil alles andere nicht mehr ging und nur Geschwüre in den Magen gefressen hätte. Man muss sich entscheiden, ob man leben oder leiden will.
Den Kopf habe ich mir gemacht, warum jetzt? Wie er mich gefunden hat. Ob er nur wissen will, was mit unserer Mutter passiert und, weil vielleicht jetzt erst vom Amtsgericht angeschrieben worden, dann wieder verschwindet, zum dritten Mal. Vorsichtig bin ich geworden, die Ahnung, das alles bringt vielleicht das, was gerade sich erst wieder zaghaft im Aufbau zum Positiven befindet, erneut zum Einsturz. Zuerst an mich denken, Egoismus. Aber lebensnotwendig. Sehr simpel. Wenigstens etwas gelernt in dieser Zeit.
Ich schreibe dann eine Woche später, als er Geburtstag hat. Den ich nie vergessen habe in all diesen acht Jahren. Und voher schon mal fünfen. Ich freue mich, dass er lebt und es ihm gut geht. Das ich noch Zeit brauche, ich sehr wohl auch Ängste habe. Die Antwort ist gut und verständnisvoll. Er schreibt, er hat hier in diesem Blog Kinderfotos von sich gesehen, er selber hat gar keine mehr. Was stimmt, eine fototechnische Vergangenheit kann er kaum haben. Die meisten Fotos habe nun ich von der Mum übernommen. Die Antwort nimmt etwas von den Ängsten und ich schicke meine Telefonnummer. Und prompt ruft er an. Und alles ist sehr schön aber unglaublich. Nach dem ersten Telefonat wieder Tränen. So leicht und einfach gehen acht Jahre nicht weg.
Er hat ein Leben in der Nähe von München. Eine Beziehung, die keine mehr ist, die aber meine Nichte hervorgebracht hat. Kämpfen muss er um sein Kind. Er lebt wieder mit einer Frau zusammen, der diese Mail-Adresse gehört und die sehr nett am Telefon klingt. Zwei Söhne hat. Mein Bruder hat also Familie, was mich sehr freut, denn Kinder hat er immer gewollt, die Familie, die er so mit unserer auch nicht glücklich hatte. Ich bin froh für ihn. So soll es sein!
Das kleine Mädchen, meine Nichte, ist nun sieben. Sie hatte bei ihrer Geburt die Nabelschnur zwei Mal um den Hals gewickelt, was sie zu einem sehr besonderen kleinen Mädchen macht. Mein Bruder erzählt, sie lebt in ihrer eigenen kleinen Welt. Was nicht das Schlechteste sein muss – in dieser Welt – denke ich. Und mein Bruder erzählte auch, sie könne nicht viel sprechen: Mama, Daddy und nach mehreren Besuchen bei Mickey Mouse in Paris, auch Donald und Goofy (das mit Goofy sind die Gene ihrer Tante, das ist ganz klar, Goofy hatte immer mein Herz, Mickey Mouse nie!). Neulich habe ich mit ihr telefoniert und sie quasselte wie ein Wasserfall, ich habe kaum ein Wort verstanden. Das liegt aber nur an mir und meiner Unfähigkeit und weil ich ihre Sprache noch nicht kenne. Einmal hörte ich das Wort Schule, sie kommt in diese, dieses Jahr. Sie wollte mich auch gleich noch einmal sprechen. Ich glaube, sie mag mich am Telefon. Sie hat knallrote Haare (wie unsere Mama als Kind) – ich finde sie großartig und ich will überhaupt keine andere Nichte haben als diese. Es ist wie es ist. Und in den Sorgen muss man auch das Glück sehen, das wir mit ihr haben, denn andere Kinder mit Sauerstoffmangel unter der Geburt können nie laufen, nie sehen. Ich wünschte nur, meine Mum hätte von ihr gewusst, bevor sie gehen musste.
Etwas Zeit brauche ich noch, es ist noch nicht fassbar. Lange konnte ich auch hier nicht erzählen. Unwirklichkeit. Acht Jahre passen nicht in knappe acht Wochen. Dennoch kann ich es zunehmend kaum erwarten, meinen Bruder wiederzusehen, seine Familie zu treffen und seine kleine Maus kennenzulernen! Diese EM 2008 hatte ich mit meinem Bruder am Telefon. Wer hätte das gedacht?
at 18:34 17 comments
Labels: abschied, creezy und wie sie die welt sah
Schwäbische Uhr
Damit se emmer stemmt, muaß ma se aber om's nommgucka nei lada!
Der hat auch sonst lustige Sachen, ich habe mal eben (Piratin inside) 'ne Fregatte versenkt. Oder ich blogge mal per Morse-Alphabet:
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at 07:24 4 comments
Labels: humor for today
2008-07-06
2008-07-05
Da suche ich und suche ich …
und kann den Eklat an dieser in meinen Augen charmanten Tat nicht so recht finden. Nun mag dieses hier frisch in Berlin geöffnete Wachsfigurenkabinett Madame Tussaud – mit der in meinen Augen übrigens peinlichsten Webseite im Jahr 2008 – behaupten, sie würden Hitler nur wegen dem kolossalen Bildungsauftrag ausstellen, dessen sie sich so berufen fühlen.
Fakt ist aber, sie stellen diesen Mann, dessen Wahnsinn Millionen Menschen unter grausamen Umständen das Leben gekostet hat aus und kassieren von Kindern ab dem 3. bis 14. Lebensjahr (sowieso eine komische Grenze, in Deutschland gehen die allermeisten Kinder doch üblicherweise bis zum 15. eher sogar 16. Schuljahr zur Schule oder?) immerhin € 12,15 (wobei ich mich in die –,15 Cent echt verliebt habe …), um diese an der wächsernen politischen deutschen Geschichte teilnehmen zu lassen. Und dies inmitten sonstiger illustrer Gestalten, die gerne nur für flache Unterhaltung und Skandälchen stehen. (Immerhin stehen in London Katie Price oder unsere Lieblingsjunkies Pete Doherty und Amy Winehouse auch irgendwo neben dem Österreicher rum.)
Kein Ahnung, ob ich meinen Standpunkt klar machen konnte: ich finde Geld verdienen mit Hitler einfach so etwas von Scheiße! (Pardon my french!)
Überhaupt muss ich mal sagen, habe ich meinen kleinen persönlichen Hass auf solche Unternehmungen, die von Eltern Eintrittsgelder für ihre Kinder, die über € 8,- liegen, verlangen. Macht Euch doch in Eurer Geldgier mal so richtig lächerlich!
Edit: Das Online-Portal der Berliner Morgenpost titelte vorhin noch: «Endlich hat mal ein Hitler-Attentag geklappt!», aber die treffende Überschrift haben sie nun leider ersetzt.
Süddeutsche Zeitung
at 16:31 10 comments
Labels: dies und das
Jetzt schon verliebt in den Juli …
bei so grandiosen und romantischen Aussichten: «You can paint the living room, wash windows, clean out closets, refinish your dining room table, buy linens and accessories, or do any number of other things to make your home more cozy and inviting in advance of the year-end holidays. »
Wenn ich das Waage-Horoskop richtig deute, dann bekomme ich den Putz-Rappel und bin auch noch glücklich dabei. Ich gehe mich jetzt schämen!
at 11:59 0 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
2008-07-04
One Night Stand
Gestern Nacht fuhr ich also nach einem wunderschönen Abend mit Freundin aus H. jetzt zum Glück in B. lebend, mit Zucciniplätzchen-Korianderpaste-u.v.m.-Platte vom Türken, gekühlten Rosé vom Spanier (Profi-Weinhändler, bot an die Flasche zu öffnen UND fragte, ob wir Gläser dabei hätten, sonst hätte es noch Becher auf‘s Haus gegeben), langen Gesprächen über Glück, Freude und Angst vor dem Glück und den Dingen, die sich richtig anfühlen und denen, die nicht, Sonnenuntergang, Fotos mit fremder Pentax gemacht für die Anwesenden linksseitig, damit mal alle drauf sind (dieser Klick der K10D ist schon anders und sehr sexy), Korkenzieherausleihe und damit andere Menschen happy gemacht rechtsseitig, die uns gleich zum Probeschluck einladen wollten aber wir hatten ja selbst (merke Weinkompetenzgespräche führt man in dieser Stadt im Freien und auf dem Berg nicht unweit von Berlins Weinberg), knallrotem Himmel, Wetterleuchten und den Regen ankündigen, endlich etwas Frische in den heißen Stadttag bringenden aufbrausenden Wind auf dem Kreuzberg. Gelernt, wenn die Berlinerin denkt, langsam solle man gehen wegen dem Wetter, das aufzieht und so, die Hamburgerin immer noch stolz und glücklich die Nase in den Wind streckend befindet, noch viel länger auszuhalten, weil «das bisschen» Wind mache noch gar nix. Recht sollte sie behalten. Dennoch fuhr ich also spät nach Hause und während ich immer an zwei Querstraßen hochfahren kann zum Columbiadamm, wähle ich gestern die hintere, bei der ich immer weiter oben ein Stück zurück fahren muss, um zur Friesenstraße zurück zu kommen aber die Freundin sollte später verabschiedet werden und die Heimstraße ist eh schöner zum hochfahren und sie endet vor der Kfz-Zulassung in der Jüteborger Straße und da steht gestern in der Einfahrt doch allen Ernstes eine …
schwarze Citroën Déesse (!) ID 19 (!!) als Cabriolet (!!!)
… mit roten Kennzeichen und ich musste es ganz ehrlich anfassen, das Auto, alles, das Verdeck, die runden Scheinwerfer einer 19, die beiden niedlichen Auspuffröhrchen, den Blinker und ich habe den Geruch von altem Auto eingesogen und auf der linken Seite schloss das Fenster nicht ganz mit dem Verdeck und ich konnte die Nase rein stecken und wer mich dabei beobachtet hat, der muss gedacht haben, die spinnt doch die Olle, aber das war mir egal, weil es mein persönlicher kleiner absoluter Glücksmoment war, denn einem DS19-Cabrio werde ich wohl nie wieder gegenüber stehen (vermutlich war es wieder nur ein Umbau, denn so ein von Haus aus seltenes Cabrio würde wohl keiner Nachts auf der Straße so einfach stehen lassen) und es war einfach nur traumhaft schön, obwohl auf dem Chrom schon die unebenen Pickel vom Rost zu fühlen waren, aber diese kleinen Falten des Alters tun wahrer Schönheit keinen Abbruch. Und dann fuhr ich irgendwann weiter nach Hause, nachdem ich mir ihr Bild auf die Festplatte unlöschbar gebrannt habe und hörte von Johnny Cash «One» auf dem MP3-Player, später mir fiel auf, dass der Rosinenbomber nicht mehr steht wo er immer stand auf dem Flugplatzgelände und es begegnete mir ausnahmsweise der Flughafen-Fuchs nicht, den ich sonst doch immer spät nachts treffe. Aber trotzdem war alles wunderschön und im übrigen begann der gestrige Tag damit, dass mir der liebe Physiker schon DS-Bilder vom Oldtimertreffen schickte, die ich hier auch posten darf, was ich hiermit tue. Ich hätte dann gerne jetzt jeden Donnerstag so einen Déesse-Donnerstag …
Also so etwas in schwarz nur mit einem luftigen Verdeck wie …
dieses Modell darüber verfügt, was wiederum ein wunderschönes Cabriolet ist und
das sage ich, obwohl ich keine roten Autos an Frauen mag aber dieses hier,
würde mir bonfortinös stehen und …
beachtet bitte auf diesem Foto der rechts geparkte Citroën SM mit Maserati-Motor, den man als Citroën-Fan eigentlich auch mal gehört haben sollte.
Meinen Astralkörper …
(*hust*, har har har) habe ich übrigens vom …
Brot backen! An now Ladies and Gentlemen, move your ass into the kitchen please!
Linktipp via sabbeljan
at 12:43 3 comments
Labels: ran an den herd
2008-07-03
Die Kochbloggerin freut sich natürlich 'ne Kelle in den Bauch …
als vorhin in der U-Bahn ein junger Mann, schätzungsweise mit albanischem Einschlag, lautstark in derselben Kochrezepte rezitierte «und denne kommt Käse rinn», »und denne kommen Nudeln rinn», und später zum Abschluss noch ein herzliches «Guten Appetit!» wünschte. Ich verstand ihn gut und schaltete dementsprechend auch meinen MP3-Player aus, auf dem gerade A Perfect Circle «The Nurse who loved me» zwitscherten. Die rennen mir nicht weg, befand ich, aber dieser lustige Geselle, der steigt garantiert aus, wenn's an Eingemachte geht. Tat er natürlich auf dem Hermannplatz. Als vermutlich alle glaubten, er hätte einen an der Waffel. Nun, ich verstand sein Ansinnen, denn ich las auch neulich auf der Lesung Eisbeen-Rezepte in Berliner Mundart – so gut ich das überhaupt kann und das ist nicht so gut.
Das mit den Kochrezepten an Stellen vortragen, an denen sie keiner vermutet, ist wohl groß im Kommen, ich bin mir da ganz sicher. Überhaupt wird viel zu wenig gekocht in den unterirdischen Bahnen, meinethalben auch in den oberirdischen. Abgekoppelte DB-Speisewaggons davon ausgenommen. Und Kochrezepte könnten generell auch mehr rezitiert werden, ruhig öffentlich. Schließlich steckt da die ganze Seele drinnen.
at 17:39 3 comments
Labels: dies und das, ran an den herd
2008-07-02
Windeln
Und als ich vorhin großartigen Brief von Michael an Angie lese, fällt sie mir wieder ein, die Zeit damals, meine erste berufliche Station nach der Ausbildung in einem medizinischen Großhandel, wo ich mich hinbewarb, weil ich Medizin konnte, mich in den Praxen aber nie wohl gefühlt hatte und unbedingt irgend etwas mit einem Rechner machen wollte (damals noch selten!), was ich sehr aufregend fand aber trotzdem musste der Spätdienst, der auch mich turnusbedingt immer mal traf, die Route für die Studenten, die die Praxen mit deren Bestellungen oder ProStatione-Lieferungen als auch die Patienten mit ihren Inkontinez-Produkten belieferten, auf der Schreibmaschine schreiben. Die die Studenten, unsere Fahrer, eh für überflüssig hielten, weil sie sich ihre Touren immer selber zusammenstellten je nach Ort ihrer Mittagspause oder dem verabredeten Rendevous mit der Freundin, was den Lagerleiter immer Sorgenfalten auf's Gesicht schrieb, weil wir den Patienten morgens die Lieferung versprachen, denn sie standen gleich als dritte auf dem Tourenplan und dann aber Mittags um zwei Uhr immer noch kein Fahrer bei ihnen erschienen war.
Und dann fällt mir ein, wie das damals war, wenn mich die Patienten anriefen, weinend, weil die Kasse wieder einmal nur eine einzige Windel dem Patienten pro Tag genehmigen wollte oder nur eine einzige Inkontinenzunterlage pro Woche für's Bett, was den Menschen natürlich immer peinlich war und unangenehm, denn wer will schon den ganzen Tag in einer zugeschissenen Windel sein Tagwerk vollbringen müssen? Oder für das nächtliche Geschehen auf keine Reserve zurück greifen können? Zumal das Thema Inkontinenz damals noch überhaupt kein Thema in der Öffentlichkeit war und einfach schlicht nur mit Scham belegt. Der Arbeitgeber hatte mir verboten, mich jemals reinzuhängen und etwaige Gespräche zu führen, um die sich die Kunden/Patienten selber bei ihren Kassen oder Ärzten kümmern sollten, was sie oft gar nicht konnten, weil sie schon zu debil oder einfach nur zu krank waren und das Pflegepersonal keine Zeit für so etwas hatte oder die betreuenden Familienmitglieder einfach überfordert mit der Situation, manchmal auch schlicht zu dämlich, die Patienten aber in ihren seltenen hellen Momenten oder generell geistig okay, dafür im Rollstuhl leben müssend, spürten, da stimmt etwas nicht mit der Verordnung. Und nie war natürlich derjenige schuld, den ich gerade am Telefon hatte. Oft lag das Versäumnis in der vom Arzt ausgestellten Verordnung, das waren noch die einfacheren Gespräche, die ich natürlich trotz des Verbotes meines Arbeitgebers führte, weil ich dafür einfach noch zu sehr Arztfhelferin und viel zu nahe am Patienten war, denn damals gab es noch keine Budgetierung für die Praxis und die Fehler in der Verodnung lagen oft nur darin zugrunde, weil der Arzt/die Helferin wenig Ahnung über die benötigte Menge der Patienten, Verpackungseinheit oder den Bedarf der Patienten hatten, die ihrem Arzt oft gegenüber nicht ehrlich waren, weil es ihnen einfach sehr peinlich war über die Häufigkeit ihrer «Einmacherlebnisse» zu sprechen, was niemand gerne tut, nicht einmal Kinder tun das leichten Herzens, denen das versehentlich noch nachts mit zehn Jahren vielleicht in einem Albtraum passiert oder weil Schlimmeres auf ihrer Seele lastet. Ähnliches galt für die Gespräche mit den Krankenkassenangestellten, die auch oft zu wenig Windeln genehmigten, weil sie das «X» für «Groß» als eine Zehn lasen und deswegen dachten, 10 Windeln reichen für 30 Tage. Wir reden gar nicht davon, was mal war, wenn der Monat unverhofft 31 Tage hatte, die Verordnung aber nur von 30 Windeln sprach oder umgekehrt und es dem Sachbearbeiter auf der Seele lag, nun eine einzige Windel zuviel zu genehmigen für einen kürzeren Monat. Und manchmal gab es einfach kein Gespür dafür, warum ein Patient, der tagsüber in die Windel machte, das Nachts auch nochmal tun sollte oder wieso er zusätzlich zur Windel noch Betteinlagen bräuchte. Aber das waren Dinge, die waren oft zu klären, denn im Grunde wollten die allermeisten Kassen, nicht alle jedoch, ihren Versicherten den Bedarf gar nicht streitig machen, nur, zuviel genehmigen wollten sie natürlich auch nicht, irgendeiner schaute denen ja auch auf die Finger.
Und manchmal schickte ich dann doch vorab eine Lieferung an den Patienten, obwohl die Genehmigung noch schwebend auf dem Postweg in der Luft lag, denn wir faxten damals noch nicht, ein einziges Gerät stand im Büro des Geschäftsführers meistens still, wir kommunizierten Bestellungen noch per Telex. Ich es trotzdem nicht ertragen konnte zu wissen, der liegt da seit drei Tagen in seiner eigenen Scheiße, weil der Sachbearbeiter der Krankenkasse nun mal im Urlaub war und die Vertretung die Genehmigung erst auf dringende dreimalige Anrufe hin sich bereit erklärte, vertretungsweise den Antrag zu bearbeiten, das Wochenende aber bevor stand und die schiere Panik des Patienten durch die Telefonleitung kroch. Und das hätte mich den Job gekostet, wäre das jemals aufgeflogen, was es ratzfatz wäre, wenn so ein Patient dann so dreist gewesen wäre, in diesem Zeitraum justamente abzukratzen, aber zum Glück hielten sich meine Kunden in diesen besonderen Momenten stillen Einvernehmens an unseren kleinen Deal und blieben weiter scheißend aber wenigstens nicht wund mir bei der Stange.
Daran musste ich denken, weil wir damals im Grunde keine Probleme hatten oder nur welche, die etwas mit mangelnder Kommunikation zu tun hatten und da konnte man in 99,9 % der Fälle darüber reden. Aber heute, heute wird budgetiert und heute wird nicht verordnet, was im Leistungsplan nach den vielen Gesundheitsreformen nicht mehr verordnet werden soll und da hat der Patient dann eben nur noch einmal am Tag in die eine von den anderthalb bewilligten Windeln zu scheißen, weil die zweite halbe Windel nur für das urinale Geschäft ist, wenn sie ihm denn überhaupt heute noch zwei am Tag gönnen und ich will gar nicht an die Telefonate denken, die meine Nachfolger heute vielleicht führen müssen, wenn sie die überforderten heulenden Familienmitglieder am Telefon haben, so wie ich damals, denen eh alles über den Kopf wächst, die keine Zeit für so einen Kleinkrieg haben, weil im Hintergrund die Oma, der Vater während des gesamten Gespräches vor Krebsschmerzen laut schreit, da können mir heute stärker die Tränen die Wangen runter laufen, weil ich ahne, wie leicht wir es damals noch hatten obwohl wir dachten, wir hätten es schwer und die Welt wäre noch ungerechter zu denen, die eh schon krank sind und es nicht leicht haben. Aber das ist alles gar nichts im Vergleich zu dem, was sich heute abspielt, wo Morphin wirklich sanktioniert wird, nicht weil man es nicht hat in dieser verdammten überreichen Welt, sondern weil es keinen betriebswirtschaftlichen Sinn für die Sozialgemeinschaft ergibt es einem Menschen, der eh krepieren wird, über einen statistisch ermittelten Wert hinaus zu genehmigen.
Und dann düppeln deutsche Zeitungen auf einem Politiker rum, der sich zur Sterbehilfe bekennt einer alten Dame gegenüber, die genau überhaupt keinen Bock mehr auf diese Gesellschaft hatte, die ihr die Menge der Kotprozesse am Tag vorrechnen wollte. Was ich wirklich sehr gut nachvollziehen kann. Und natürlich ist dieser Fall nicht so einfach zu beurteilen und keinesfalls etwas, was man Nachahmern so einfach machen sollte. Aber ich will nicht krank oder alt werden müssen in dieser Gesellschaft, die null Respekt vor ihren unschuldigen Kindern hat, auf die diese Gesellschaft aber dennoch baut; warum sollte sie ihn dann nur ansatzweise vor ihren alten oder gebrechlichen Mitmenschen haben sollen, die ihren Soll bereits erfüllt haben und nur noch windelbrauchender verbrauchter menschlicher Abfall sind? Keine Zweifel habe ich, sondern nur pures angstmachendes Wissen.
Danke denen, die bis hierhin durch gehalten und gelesen haben. Danke Michael für die traurige Inspiration.
Lesempfehlung: Der Tod und das Mädchen / blog off
at 20:42 7 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah






