2013-11-13
2013-11-12
Ich begegne …
… meiner Kaffeesucht nun schon den zweiten Tag mit einer Kanne Tee am Tag.
Fühle mich wie eine Außerirdische.
at 08:25 2 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
2013-11-11
Die Krähen …
… sammeln sich mittlerweile auf dem Baum sobald sie mich durch das Fenster in der Küche sehen.
Schätzungsweise noch 2-3 Walnuss-Spenden und die werden mich auf der Straße mit 'nem lässigen Kreuzberger HighFive grüßen.
at 11:48 2 comments
Labels: dies und das
2013-11-06
Nichts Besonderes …
Das war ja lustig. Die naive Idee (alleine) zwei Katzen in die gleiche Tasche gesteckt zu bekommen, war … naiv eben. Also verschwand Tally elegant, nachdem sie sich restgültig davon überzeugte, es handle sich bei meinen Einpackversuchen auch wirklich nicht um ein Essenangebot, auf den Schrank und breitete das „bin invisible”-Schild über sich aus. Unsichtbare Katzen müssen nämlich nicht zum Tierarzt. Gesetz.
Selbstverständlich entschuldigte ich sie daraufhin höflich bei diesem.
Nishia musst wieder einmal herhalten. War nicht begeistert, ließ uns das wissen; mich natürlich insbesondere schon, nachdem wir das Haus verlassen hatten. Sie. Kann. Tonleitern. Hoch und runter.
Beim Tierarzt fielen dann Begriffe wie „Weiber” (er) oder „Zicken” (ich). Wir wussten ziemlich genau, wovon wir einvernehmlich sprachen.
Auf dem Rückweg wurde es mit Nishis lautem Unbehagen immer schlimmer. Als sie aus der Tasche stiegt schäumte sie regelrecht. Woraufhin ich mich natürlich erst mal elegant frauchenpienzig zu Tode erschrak. Der Tierarzt sich im Telefonat dann entschuldigte, dass er vergessen hatte, es mir zu sagen, dass manche Katzen auf eine Runde Ibuprofen damit reagieren würden – der Spuk in 15 Minuten vorbei wäre. Es tat ihm wirklich sehr leid, weil, wie er selbst erklärte, natürlich Katzen das NIE bekämen, wann immer er auf die Möglichkeit hinwiese und nur dann schäumten, wann immer er es vergessen hatte, es zu erwähnen. Dies hat eine typisch weibliche Logik. Oben drauf hat es noch eine typisch kätzische Logik. Hier traf alles aufeinander: eine hysterische süße sensible und eben weibliche Katze namens Nishia. Schäumend.
Shiina tut gerade ihre Unmut kund, dass sie wieder nicht an dem Vergnügen teilnehmen durfte und überhaupt, sei das doch alles blöd. Sie würde auch gerne einmal einen dieser aufregenden Ausflüge unternehmen.
Tally hat nun Antibiotika gegen Husten und Schnupfen. Nishi schmollt unter dem Bett. Wie ich finde zu Recht. Tally will Futter. Futter und dann Futter. Shiina möchte Futter, Schneeflocken und andere Katzen hängen.
Ich zeige Nerven. Sie glänzen blank.
at 17:19 4 comments
Labels: tieffliegende fellträger
Muscheln

Und eine weitere Idee aus dem Sommerheft von Sweet Paul umgesetzt. Ich mochte das Heft schon alleine aufgrund seiner farblichen Gestaltung her sehr. Und: ja! Auch ich gehöre zu den Mitmenschen, die am Meer den Strand leer räumen! Man kann mich schon prima einen Tag lang mit einem Sack am Meer aussetzen und Muscheln sammeln schicken. Ich kann an problemlos an jeder neuen Muschel etwas neues Tolles entdecken, das sie ausreichend wertvoll macht von mir mitgenommen zu werden. (Ich kann sie auch problemlos alle fotografieren und so auf Knien den Strand hoch robben …).
Das finale Problem stellt sich dann zu Hause. Wohin mit dem ganzen Kalkgedöns? Wird ja nicht weniger über die Jahre! Vor allem wird es nicht weniger, sammelt man dazu auch gerne noch Steine und …

In dem oben genannten Heft von Sweet Paul also die Idee einen Ast (wir nehmen natürlich ökologisch korrekt nur die bereits herunter gefallenen [Nee, das taten wir genau nicht.] Äste), zu sammeln, ein paar Tage trocknen lassen und ihn zu färben in einer Farbe der freien Wahl. Bei Sweet Paul war es weiß. Ich kaufte eine Dose Sprühfarbe, die laut Namen „Türkis” ergeben sollte, das Ergebnis würde ich nun eher als Hellblau identifizieren – obwohl wiederum so jetzt am Screen gesehen …
Egal, ich wollte etwas farblichen Kontrast vor der weißen Wand im Esszimmer mitten der Glaskaraffensammlung. Und ich wollte und brauchte etwas mehr Meer.
Umgesetzt ist die Idee wirklich sehr schnell, sind die Äste erst einmal bemalt/besprüht und getrocknet. Mit der Heißklebepistole einfach die Muscheln an den Ast kleben. Fertig. Dabei aufpassen, dass nicht versehentlich Katzennasen mit angeklebt werden. In die gewünschte Karaffe oder Vase stellen, den Ast – nicht die Katze. Fertig!

So ein Muschelast hat übrigens neinen herausragenden Vorteil: er schafft wieder mehr Platz im Muschelglas. Ihr versteht?
at 12:52 1 comments
Labels: nähen und gedöns
2013-11-03
Dosen
Ich weiß, ich weiß. Ich blogge nun etwas konträr zu allem, was gerade zur Laternenzeit von zu DIY (Do It Yourself) gezwungenen und sehr geplagten Müttern in ihren Blogs zu virtuellem Papier gebracht wird. Der Leidensdruck ist groß und wird nur noch von dem Leidensdruck der Mütter übertroffen, die für ihre 19-jährigen Söhne keine Laternen mehr basteln dürfen. Aus Gründen.
Ich jedoch habe gerade (m)eine bastelnde Phase, bin schlimm crafistiös infiziert. Und diese Phase hat mich erstaunlich spät in meinem Leben erwischt. Glaubt also bloß nicht, der Topf sei an Euch vorbei gegangen, Euer Talent sei nicht vorhanden und überhaupt – es kommt doch sowieso immer alles als man für sich plant.

In der Sommerausgabe von Sweet Paul (deutsche Ausgabe)war eine Kreativ-Strecke wie man mit leeren Konservendosen pragmatische und schöne kleine Dinge für die Wohnung gestalten kann. Vom Bilderrahmen zur Hängelampe, Vase bis hin zur Etagere – die Ideen haben mich alle angesprochen. Gebastelt habe ich mit leeren Dosen, die von einem Chili zurück blieben. Nicht unpraktisch für den Zweck dabei, dass die Tomaten-, Rote Bohnen- und Mais-Dosen (von Tengelmann/Kaiser's) innen weiß ausgekleidet waren. Was man noch braucht sind Maßband, Lineal, Schere, Klebe und ein Bogen schönes Geschenkpapiert. (Hier handgeschöpftes Papier mit Veilchen, hat eine sehr schöne Haptik.)

Die Dosen wurden im Geschirrspüler praktisch bei der Reinigung gleich mit von ihren Banderolen befreit. Was bleibt ist ein Streifen Klebmasse. Kann man mühsam abpulen aber auch – wenn die Wände umklebt werden – als erste Haltung benutzen. Dann wurden die Maße der Dosen genommen – also die Höhe und der äußere Radius. Die werden auf schönes stabiles Geschenkpapier übertragen, die Banderolen ausgeschnitten und auf die Dosen geklebt – und ordentlich fest gedrückt. Wer die Dosen nicht einzeln aufbewahren will, bindet sie mit einem netten Band zusammen.

So habe ich jetzt ein paar nette Utensilos für die kleinen Nähhelfer, die ich immer an der Nähmaschine brauche. (Nicht im Bild gerade die Dose für die kleinen Stoff- und Fadenreste.) Und wenn der Nähtisch wieder zum Esstisch wird, dann wandern die aparten Dosen in das Regal und sehen dort eher nett als schlimm aus.

Es ist wirklich einfach und unter uns: Fotos von den eigenen Kindern in Reihe auszudrucken, auf eine Dose zu kleben, klare Folie oder Lack darüber geben – die Dosen mit Salz oder Pfeffer füllen, kann jeder. Aber schon hat die Oma die geliebten Enkel in der Küche stehen und ihr habt eine Weihnachtssorge weniger.
at 15:15 5 comments
Labels: blogfreaks, dies und das, nähen und gedöns
2013-11-01
Machen Sie eine Collage!
So lautete die Aufgabe in der gestrigen Ergotherapiestunde. „Ich möchte, dass Sie eine Collage zu sich machen. Wer Sie sind, wie Sie sich sehen, was Sie an sich mögen, was Sie nicht an sich mögen, wie Ihre Träume aussehen.” Dann legte mir die Dame einen Stapel Zeitungen hin. Eine Geo Paris (passt), eine Freundin, noch eine Geo und jede Menge Druckerzeugnisse der Art „Rentner Bravo”-Formate aus den Drogerien beziehungsweise Bio-Läden. Auch die „Sein” war dabei.
Tatsächlich waren die Fotos in der Geo Paris erstaunlich mittelmäßig bis sehr schlecht. Anders ist wohl nicht zu erklären, dass ich in diesem Blatt kaum fündig geworden bin, sind Paris und ich doch „so” (denkt Euch hier das Zeichen für besonders dicke.) In der „Sein”, die ich höflich durchblätterte, konnte ich nicht so viel entdecken, was mich widergespiegelt hätte – allerdings bin ich auch nicht bis zu den sehr lustigen Kleinanzeigen vorgedrungen, die Freunde und ich uns sehr gerne beim Kaffee trinken vorlesen zu unserer allgemeinen Belustigung. (Absolute Freizeitempfehlung!) Aus der Freundin entnahm ich schöne Schriftzüge, fotografierte Glaswaren, jede Menge Material von einem Farbenmix namens Türkis bis Petrol getragen. Aus der anderen Geo wuchsen Tierfotografien nach. So musste ich den jungen gut aussehenden Grzimek leider von einem ebenfalls gut aussehenden Luchs mittels Schere trennen.
Ohne auf die intimen Interna einzugehen, hatte ich schlussendlich viel Petrol, etwas Paris, ein wenig Coco Chanel, roten Plüschsamt und viele Tiere und sehr viel Meer im Bild. Als ich von meiner Sehnsucht nach dem Meer und dem Wunsch wieder einmal dorthin gehen zu können, wo die Asche meiner Mum verstreut wurde, musste ich weinen. Die Sehnsucht ist sehr groß. Wobei überhaupt weinen zu können bei dem Krankheitsbild ja ein Zeichen für einen guten Weg ist. Zwischendurch schmückte die eine oder andere Überschrift mein inneres Ich.
Ich hatte nach dem üblichen Vorgespräch 15 Minuten Zeit für die Auswahl, fünf Minuten für das Kleben, blieben noch knappe fünf Minuten für die Erklärung – der Rest wurde vertagt auf die nächste Woche.
Einen Tag später kann ich nur empfehlen: macht Ihr das mal für Euch! Kommen ja nun bald düstere novembrige Sonntagsnachmittage auf uns alle zu. Ohne viel Vorgedanken das innere Selbst einmal auf Papier zu bringen. Es ist eine sehr spannende Sache.
at 10:02 6 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
2013-10-23
2013-10-21
2013-10-19
Heute reicht mir …
… mein Bruder den Hörer an meine Nichte weiter und sie spricht mich zum ersten Mal mit „Claudi” an. (Reicht mich aber kurz danach wieder an meinen Bruder weiter, denn sie hatte mit Papier und Malstiften Wichtigeres zu tun.)
Meine Nichte wird zwölf Jahre alt und ist schwer geistig behindert. Ich hätte nie in diesem Leben darauf gezählt, dass sie jemals meinen Namen aussprechen können würde.
Da können einem schon mal die Beine schwach, das Herz ganz weich werden und die Tränen in Bächen strömen.
at 19:42 7 comments
2013-10-16
Dieser Tage …
… läuft durch die Blogs ein 20-Punkte-Blogstöckchen. Da schreiben mir bekannte Blogger, und manches Mal in der Realität auch mir bekannte Menschen, sehr persönliche Dinge über sich auf. In den letzten Tage ist mir oft passiert, dass ich vor einem Punkt saß und nicht mehr mit dem Denken aufhören konnte. Dann lese ich woanders einen anderen Punkt und mir schießen die Tränen in die Augen. Woanders muss ich schallen lachen. Plötzlich denke ich, ich kenne die jetzt ein Stück besser. Und ich habe so viel Respekt vor deren Offenheiten. Manche Blogger machen sich richtiggehend nackig dabei. Es ist … ach, ich wünsche mir in einem Jahr ein Blogstöckchen, in dem alle Blogger erzählen, wie die Offenheit über die eigene Person im eigenen Blog das eigene Leben verändert hat.
Ich könnte 20 Punkte zur Zeit nicht über mich formulieren. Das ist harte Arbeit, erlebe ich. Kommt ein Punkt einem in den Sinn, folgen ihm die Gedanken um jede Ecke in jede Tiefe und Weite. Danach bin ich müde. Und intensiv im Gefühl angekratzt. Es ist nicht nicht anstrengend.
Ansonsten geht es mir seit einer Woche nicht gut. Schlaflos. Und zwar, ganz neu jetzt, auch mit Einschlafstörungen. Einschlafen konnte ich immer, ich war nur mitten drinnen fertig mit Schlafen, wenn auch nicht fertig ausgeruht. Jetzt fällt es schon schwer überhaupt den Aus-Knopf zu finden. Das ist neu. Der Rest schnürt mir derzeit schon wieder den Brustkorb bis zum Hals zu, eh schon schwere Dinge werden beschwerlicher denn je. Gerade laufe ich rückwärts, statt vorwärts. Schwierig.
Dinge, die ich mir ins Leben geholt habe, um Abwechslung zu finden und Aufgaben zu schaffen, grätschen gerade kontraindiziert in mein Erleben. Im Nähkurs nähen alle besser als ich, schneiden besser zu als ich, bla bla fasel fasel besser als ich. Den Kurs letzten Montag habe ich nicht antreten können. Im Fotokurs gibt es Aufgaben, die ich mit links erledigen kann, weiß ich. Sie stehen hier gerade riesengroß unerfüllbar vor mir im Raum … natürlich hasse ich mich dafür. Gleiche Schleife wie immer.
Ich habe nie zu den Menschen gehört, die das Heil aller meiner Probleme in meiner Kindheit gesehen habe. Ich meine, ich wusste natürlich, dass in meiner Familie – vor allem für uns Kinder – die Dinge verdammt schief gelaufen sind. Aber ich habe mir immer eingeredet, es ist mein Leben und es ist meine Kunst aus meinem Leben etwas zu machen. Ich habe jedes mögliche Verständnis für meine Eltern und Großeltern haben wollen und in allem Erlebten für mich immer befunden, dass trotz allem ich von ihnen allen geliebt worden bin. Mein Bruder händelt das sehr anders, er macht für sein Scheitern heute noch mit 50 unseren Vater dafür verantwortlich.
Dummerweise merke ich im Rahmen meiner Krankheit, zu der ich so viele Fragen habe, die ich alleine ohne Hilfestellung mir nicht beantworten kann – über allem schwebt zum Beispiel „wie konnte ich es soweit kommen lassen?”, dass ich mit meiner bisherigen Einstellung viel verdrängt habe. Und jetzt muss ich im therapeutischen Gespräch Fragen zu meiner Familie und Kindheit beantworten, die ich nicht beantworten kann, weil ich diese Dinge einfach weggepackt habe. Warum auch immer. Ich merke nur, dass ich mich andauernd seit Jahrzehnten in allem überfordert gefühlt habe, vor allem von mir selbst. Und jetzt kann ich einfach nicht mehr. Sense. Auf allen Ebenen.
Ich war zwischen meinem vierten und fünften Lebensjahr das Kind, dass sich mehrmals nachts schützend vor meine Mutter und meinen Bruder gestellt hatte und meinen Vater angefleht hatte, die beiden nicht weiter zu schlagen. Mir tat er nie etwas. Ich habe das immer gewusst und als gegeben hingenommen. Es war mein Job in dieser Familie unter den gegebenen Umständen. Momentan gucke ich darauf mit großem Erstaunen, weil mir auch klar wird: in dem Jahr hat meine Kindheit geendet. Die meine Mutter versucht hatte doch noch zu retten, in dem sie sich und uns von dem alkoholsüchtigen gewalttätigen Mann wegbrachte. Aber ich war danach einfach gefühlt kein Kind mehr. So erlebe ich das momentan rückblickend. Da sind keine familiären Highlights in der Erinnerung. Also keine ehrlich tiefempfundenen. Nur künstlich hochstilisierte, an denen ich mich rettend verankert habe. Dummerweise rosten die mir gerade unter dem Arsch weg. Macht mich gerade ganz irre.
Ich denke immer noch, meine Eltern haben ihr Ding so gut gemacht, wie sie es eben unter den ihnen gegebenen Umständen tun konnten. Aber ich muss meine harte Nuss nun mal jetzt auch knacken.
Potzblitz.
Bin schrecklich dünnhäutig gerade über das Leid anderer Menschen.
Ich wollte nie über die Krankheit lesen. Je weniger ich darüber weiß, um so weniger kann ich mich selber ausknocken. Das ändere ich gerade. Ich wollte auf Spezialisten vertrauen. Jetzt lese ich. „Sie haben es doch gut gemeint.” von Josef Giger-Bütler hatte ich am Buchregal in der Hand, habe hinein gelesen, knappe drei Seiten und es erschrocken wieder zu gemacht. Mir ging das zu nahe. Ich habe es dann doch gekauft und lese es gerade. Lesen geht so zäh zur Zeit. Aber nun … den folgenden Teil habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen.
Apropos Geburtstag, zwei Jahre vor der 50. Ein Jahr den Vater überlebt. Es bleibt immer weniger Zeit die Dinge gut zu richten. Das richtet in mir auch gerade viel zu viel an. Keine Ahnung, wie ich so weit kommen konnte, also so alt weit. Ging ich nicht gestern noch zur Schule?

Vielen lieben Dank für Eure Geburtstagswünsche, Grüße, Post und Mails! Für mich eine große Freude, wirklich! Ich kann nicht beschreiben, wie wirklich wichtig für mich in dieser Kampfzeit, die Kraft kostet und von der gerade so wenig am Start zu sein scheint. Herzlichen Dank!
Und jetzt weitermachen. Wird schon werden.
at 16:58 8 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
Pastej Lax
Testfütterung an drei Probekatzen ergibt: Ikeas „Pastej Lax” ist hochgradig als sehr bis ungemein lecker einzustufen. Enthält natürlich gut Salz.
Aber an manchen Tag ist nun mal einfach Jahrmarkt.
at 15:00 3 comments
Labels: tieffliegende fellträger
2013-10-12
Dann stehste in der Küche …
… und schälst die bunten Mohrrüben vom Samstagsmarkt am Südkreuz. Die aus dem Spreewald, die bunt sind, völlig unegal gewachsen mit Knubbeln. Nicht immer lang, auch mal rund geformt. Echte ehrliche Mohrrüben eben. Die so aromatisch gut schmecken. Knackig sind. Eine dünne Schale haben und an deren Ende noch etwas Erde an der Wurzel hängt, weil sie wirklich frisch vom Feld sind. Und Du schälst sie, was Dir besondere Freude macht, denn der Schalenhaufen ist schön bunt und außerdem wird er den Kaninchen im Hof morgen gut schmecken. Wobei das Schälen manchmal eine kleine Herausforderung in sich stellt, denn man muss halt die Knubbel umschälen.
Und dann denkst Du daran, wie das wäre, müsste man jetzt der afrikanischen Mutter erklären, die ein halb verhungertes Kind auf ihrem Schoß hält, dass wir hierzulande Gemüse wegschmeißen, nur weil es einer gewünschten „Norm” nicht entspricht, die wir Verbraucher nie gefordert haben. Dass wir z. B. jahrelang Gurken weg geschmissen haben, nur weil sie zu viel Krümmung hatten.
Das ist so unglaublich bescheuert – das kann sich doch keiner ausdenken. Oder?
at 20:23 2 comments
Labels: große weite welt
2013-10-09
Ich stelle …
… mir vor, ich treffe mich mit irgendeinem x-beliebigen Typen aus einer x-beliebigen Singlebörse zum Kaffee, der sich erstaunlicherweise gar nicht als „Hotlover69” sondern als „ich bin DER Mark” vorstellt.
Ich würde dann denken: „Du bist also der Arsch, der mir seit Wochen den Mailordner mit diesen stumpfsinnigen Casino-Einladungen zuspammt.”
at 12:30 1 comments
Labels: null-eins-null
2013-10-07
Talytha


Ich habe nie mein Leben mit einer Katze teilen dürfen, die so gerne trotz aller Ur-Ängstlichkeit neue Welten für sich, wenn auch langsam, entdeckt. Still und vorsichtig packt sie jedes Jahr einen neuen Meilenstein auf ihr „das mache ich jetzt auch!”-Konto. Und sie ist so unglaublich verschmust, zärtlich und liebevoll und drollig und koboldig.
Ihr neuestes Erleben ist auch mal unter die Decke zu kriechen. Sie versteckt sich als ängstliches Mädchen natürlich schon gerne – aber lieber auf Schränken oder unter dem Bett als in dunklen Höhlen. Nun gehört es neuerdings zum Bändchfangspiel (gerne auf dem Bett gespielt, weil man da ja in Bettentürme springen kann), dass man in die aufgeschlagene Decke in die Höhle dazwischen hüpft … und raus guckt. Neulich blieb sie richtig lange darunter liegen. Ich glaube, sie entdeckt ganz neu die Wärme dort.
Katzenmutterherz ist stolz wie Bolle!
Ach, und Milchschnute kann sie auch:

at 11:43 3 comments
Labels: tieffliegende fellträger
2013-10-06
Mein erster Rock
Also im Sinne von alleine genäht. Gerade Säume finde ich abartig schwierig. Gerade zuschneiden finde ich schon abartig schwierig.

Edit: Natürlich ist dieser Rock von meinem geringen Einsatz abgesehen in der Hauptsache „Made in Internet”. Der Schnitt für den perfekt sitzenden Rock entstammt dem Blog CocoSchock. Und die perfekte Anleitung, wie ich mein erstes Strickbündchen anzunähen habe, aus der wundervollen DaWanda-Nähschule auf YouTube. Mut geholt zu meinem ersten Nähen mit einer Zwillingsnadel, habe ich mir bei Nähen-Schneidern.de. Den Aktivistinnen, die ihr Wissen gerne geteilt haben: herzlichen Dank dafür!
at 16:22 12 comments
Labels: nähen und gedöns
2013-10-05
Nun denn …
Nishia zeigte sich heute früh wieder einmal entsetzt darüber, dass vor ihr für (einen sehr kurzen) Moment die Tür verschlossen war. Also zu einem Zeitpunkt in dem sie wach war und eher Lust auf Spaziergang hatte, als zurück in die kuschligen Federn zu kriechen was Shiina (alias das Shiinchen, alias Mrs. Mörpel, alias Pummel Hummel) den beiden großen Katzen sehr neidet.
Da nun aber der reguläre und nach einer Nacht hinter der Drahttür sehr faire Freigangsmoment von eben jener Pummel Hummel dran war, konnte ich ihr da auch nicht helfen. Hier herrscht weitestgehend Gerechtigkeit.
Nishia kann sehr intervenierend in hohen Tönen miauen. Korrekt ausgedrückt: sie hat das in sehr hohen Tönen intervenierende Miauen erfunden, weiterentwickelt und perfektioniert.
Da Shiina das sehr interessant findet, sie selbst kann ja nur „Mö(r)p”, sitzt sie dann gerne vor der Klagemauer (Tür) und hört der perfektionistisch singenden Katze hinter der Klagemauer (Tür) zu.
Also habe ich das Shiinchen heute auf den Arm genommen und habe die Tür geöffnet, so üben wir seit geraumer Zeit das „wir halten uns alle gemeinsam in einen Raum auf und gucken uns ab und an in die Augen ohne uns direkt zu prügeln.” Die Übung heißt: „Wir halten uns aus.”
Miniaturfortschritte zeigen, dass diese Übung nicht ganz für die Tonne ist, aber dem auszuhaltenden Frauchen noch viel Geduld abverlangen wird. Aber wozu hat man Katzen, wenn nicht dazu, um sich in Geduld haben zu üben und dies unglaublich intensiv zu perfektionieren?
Heute blieb Nishia zum ersten Mal beim Anblick von Shiina ca. 50 cm vor ihr sitzen – eine Nähe aus der sie sich sonst gerne auf den Fernseher rettet und so den Abstand auf 150 cm verlängert, üblicherweise mit quer gestellten Ohren und diesem „Komm mir jetzt bloß nicht zu nahe!”-gepressten Miauen, das gerne in der Folge bei Shiina eine ähnlich gepresste Antwort hervor ruft und eine Spannung im kleinen Körper.
Nishia blieb also sitzen, guckte entrüstet über die Katze auf meinem Arm hinweg und schnauzte mich weiter in ihrer ganz und gar nicht gespielten Entrüstung an. Sie zeigte heute also Souveränität, Ignoranz der kleinen grauen Katze gegenüber und absoluten Widerwillen, bei welchen Spielen immer, auch nur eine einzige Minute mitspielen zu wollen. Shiina goutierte das mit Rücknahme ihrer selbst, in dem sie sich auf meinen Arm vergleichsweise klein machte, sich dennoch entspannte und dabei versuchte prima den Blick von der schlecht gelaunten Nishia nicht zu kreuzen.
Und ich sage es ja immer wieder, wenn mich Leute für nicht mehr normal halten, weil ich die Situation hier aushalte: Shiinas Aggression den anderen Katzen gegenüber resultiert aus simpler Angst vor ihnen. Diese Angst eben gilt es zu knacken. Mit Geduld. Und Liebe. Hier machen sich also drei Katzen das Leben schwer, weil sie zu wenig Selbstbewusstsein haben. Meine Gene. Offensichtlich.
at 12:10 4 comments
Labels: tieffliegende fellträger
2013-10-01
10

Zehn Jahre alt ist diese kleine Schnute, Mrs. Wichtig, Nishia heute geworden. Ich bin ihr jeden Tag so dankbar dafür, dass sie damals, als ich eigentlich nur eine kleine schwierige bunte dreifarbige Katze besichtigen wollte, so umsichtig und klug dafür gesorgt hatte, dass ich auch ja nicht den Moment verpasse, in dem beiden Katzen mir ihre besondere Kameradschaft zeigen konnten.
Dann doch beide Katzen zu nehmen, war wohl die beste Entscheidung, die ich in den zurück liegenden Jahren für mich, für uns, treffen konnte. Sie ist eine so fröhliche, kluge, agile, sehr anhängliche, tolle kleine Person, die mir hoffentlich noch ganz lange auf der Schulter sitzen kann, unter die Bettdecke kriecht und mir täglich den kleinen Kobold in ihr zeigt.
Ich bin wirklich sehr verliebt in diese einzigartige wundervolle kleine Katzenwesen! Und ich bin dankbar für jeden Tag, den sie diesem Alltag ihren besonderen Zauber aufdrückt!
Krabben und Leberwurst satt – und hoch soll sie leben!
at 20:52 3 comments
Labels: tieffliegende fellträger
Rush
Gestern habe ich im Kino „Rush” gesehen, den Film mit Daniel Brühl, der die besondere Rennfahrersaison 1976 und den Zweikampf um die Weltmeisterschaft zwischen Nicki Lauda und James Hunt beschreibt. Die Rennfahrersaison in der Nicki Lauda so fürchterlich, beinahe tödlich verunglückte aber unfassbare sechs Wochen später wieder in den Rennwagen stieg und den Kampf um den Titel neu aufnahm.
1976 war ich zehn Jahre alt. Durch den Unfall Laudas habe ich damals als Kind Rennsport erstmals überhaupt wahrgenommen. Natürlich, da sind sich die Deutschen nie zu fein, wenn ein Österreicher international Großes leistet, dann adoptieren die Deutschen die Ösis gerne einmal. Insofern hatte durch Laudas Erfolg die Formel 1-Welt auch ihren Erfolg und wurde von den Menschen hierzulande wahrgenommen, die vielleicht vorher nicht viel mit dem Rennsport am Hut hatten. So war es auch in meiner Familie.
Das Intro im Film, von Nicki Lauda gesprochen, verkündet als lapidare Tatsache, dass es Usus sei, dass von den Fahrern in der Saison mindestens zwei auf der Strecke blieben. Genauso war Rennsport damals letztendlich auch.
Der Film ist schnell geschnitten, auch jenseits der Rennszenen. Da ist keine langweilige Leere, keine falsch gesetzte Romantik, kein übertriebener Pathos. Beinahe dokumentarisch wird zurück in das wilde Leben der 70iger geblendet, dieser Zeit in der alles möglich schien. Die Rennszenen gewinnen an Spannung durch die Straßenperspektive in die der Zuschauer geholt wird, aufbereitet im Stil der damaligen Filmtechnik, dass man technisch nicht merkt, wenn echte Rennszenen eingeblendet werden. Genau diese Entscheidung, den Film nicht superscharf und perfekt wiederzugeben, tut ihm richtig gut.
Daniel Brühl spielt den ernsthaften, introvertierten, immer kompromisslosen Perfektionisten Nicki Lauda. Und das tut er ziemlich, verdammte Hacke noch mal, richtig richtig gut. Er wird in dem Film immer mehr zu diesem österreichischen Rennfahrergenie „The Rat”, der Schauspieler verschwindet komplett. Auch Chris Hemsworth, der den blonden, sonnigen James Hunt, dieses totale Gegenteil von Lauda, interpretiert, agiert perfekt an der klassischen Oberfläche von Hunt, so wie man ihn damals wohl nur verstehen wollte.
Alexandra Maria Lara, die die Rolle der Ehefrau von Nicki Lauda, Marlene, innehält, hat in ihrer ersten Szene noch einen halbwegs lebendigen Auftritt. Danach schlüpft sie wieder in ihr typisches Rollenbild: herumstehen und großäugig staunend den Film an sich vorbei spielen lassen. Interessanterweise sieht sie in dem Film immer zehn Jahre älter aus als Lauda selbst.
Der Film spielt mit allen Klischees der damaligen Rennepoche, aber setzt immer dann, wenn Hunt und Lauda sich zwischen den Wegen in den Boxen einen kurzen Schlagabtausch liefern, viel Tiefgang – und zwar ohne lange dröge Dialoge. Ganz nebenbei wird der Mythos Ferrari „La Familia” pragmatisch demontiert.
Der Soundtrack ist großartig und selbst Hans Zimmers Kompositionen haben dem Film keinen Schaden anrichten können, im Gegenteil. „Rush” bleibt, obwohl man den Ausgang der Rennsaison 1976 kennt, bis zum Schluss unglaublich spannend. Es waren einfach noch andere Rennzeiten. Es waren vor allem Kai Ebel-freie Rennzeiten.
Ich habe lange nicht mehr einen Film so genossen!
at 10:16 6 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah




