2010-05-10

Tempelhofer Feld

Gestern mit Frau Indica den sonntäglichen Auslauf auf dem für das Fußvolk jetzt freigegebene Tempelhofer Feld zelebriert. Ich war natürlich etwas aufgeregt, denn es ist für eine Berlinerin, die zudem so nahe bei wohnt, irgendwie eine Herzenssache. Nachdem wir im Herbst schon einmal offizielle Begehung hatten, war am vergangenen Wochenende offizielle Türenöffnung mit Fressbudenaufreihung (kapitalistisches Volksfest).

Das Problem „Wie schützt man die Natur?“ (das Tempelhofer Feld ist Europas größtes Bodenbrüterreservat) hat man gelöst, in dem man einen großen Teilbereich umzäunt hat und die Vögel dahinter möglichst in Ruhe brüten lässt. An anderen Grünflächen ist die Umzäunung sinnbildlich angedacht worden mit Holzphälen als Signal, „dahinter ist Natur zugange, die möglichst ungestört bleiben möchte“ und diverse Informationsschilder verbieten nicht aber informieren darüber. War leider einigen Besuchern egal, die sich dann eben doch genau dorthinein ins Grün legen mussten, obwohl es genügend andere freigegebene Flächen gibt, die nicht explizit als Brutfläche ausgewiesen sind.





Das Schild beantwortete die Frage nach dem Phänomen der unzähligen kleinen schwarzen Raupen, die wir auf dem stillgelegten Laufbahn im Herbst gesehen hatten.



Gevatter Fuchs, den treffe ich ja immer nachts in der Oderstraße. Manchmal sogar schon die ganze Kleinfamilie.



Apropos Oderstraße, es ist auf dem Tempelhofer Feld erlaubt auf den ausgewiesenen Stellen zu grillen. Es grenzt zur Zeit ja nur eine einzige Wohnstraße direkt an das große Feld, das ist die Oderstraße. Nun ratet mal, wo man genau auf dem riesigen Areal den Anwohnern den Grilldunst direkt vor das Fenster platziert hat?

Die Corporate-Farbe vom Tempelhofer Feld ist fröhliches Pink. Dicke pinkfarbene Punkte machen hier und da auf den Wegen gute Laune.









Die alten Taxiways (die alten Rollbahnen auf denen sich die alten Flugzeuge, die technisch noch nicht aus dem Schub heraus starteten sondern rollend warm laufen mussten vor dem Start in Richtung Startpunkt rollten), die haben unter der Fluglast der Luftbrücke schnell aufgegeben und wurden nach Ausbau der beiden großen Rollbahnen still gelegt.



Es läuft sich auf ihnen unvermutet weich, wie auf Gras.



Der olle Hydrant bei „The German Weather Station“.



Was mir aufgefallen ist, ist die riesige Gräser-Vielfalt, die sich in den Grünflächen findet. Wenn man Gras nicht unbedingt als Unkraut ansieht, weil es die eine Sorte im Rollrasen unterwandert, ist das mit Freude zu sehen. Zumal jetzt auch noch alles frischgrün ist.



Überhaupt ist die Vegetation sehr reichhaltig und bunt und es tut schon weh zu ahnen, dass einigen dieser Pflanzen – natürlich auch im Zusammenhang der Neugestaltung anlässlich der Internationalen Bundesgartenshow 2017 – durch die Berührung mit dem Mensch nun der Garaus gemacht wird. Aber zur Zeit strahlen die Grünstreifen zwischen den Rollbahnen in saftigem Grün und mit viel Gelb, dank dem Löwenzahn, der ohne Ende blüht.





Das ist einer der Ausgucktürme (darf man die überhaupt noch so altdeutsch betiteln? Oder sind das „Turnaround-Look-Centerpoints“?) – hier mit wundervollem Blick auf Stadtautobahn, S-Bahn (Ring) und Tempelhofer Industrie der Ringbahnstraße mit dem Pfennig-Gebäude.



Das ist die alte Müllverbrennungsanlage der US Armee. Hat den Charme der 50iger-Jahre-Tankstellen. Eines meiner Lieblingsgebäude auf dem Gelände. Würde ich wahnsinnig gerne einmal begehen dürfen – das Areal ist natürlich abgesperrt. Die Endabtragung des Restmülls ist noch nicht in Angriff genommen.





So oder so ist das Tempelhofer Feld eine großartige Sache für uns Berliner. Wir sind gestern ein auf dem Plan wirklich nur kleines Stück gelaufen. Ab Eingang Oderstraße über den äußeren Ring und den Taxiway dann in ungefähr in der Mitte der Rollbahn zurück über die alte Hauptrollbahn zurück und waren stundenlang unterwegs. Das restliche Areal werde ich mir in den nächsten Tagen mit dem Rad erarbeiten. Ich freue mich persönlich natürlich, dass mir da eine riesige Skater- und Laufstrecke direkt vor die Haustür gesetzt wurde. Andererseits sehe ich das Problem, dass hier der Mensch über Jahrzehnte angesiedelte Flora und Fauna natürlich schädigen wird. Es sind nirgendwo auf dem Feld Toiletten installiert (für das Volksfest gab es natürlich jede Menge Dixiklos auf der Höhe des Hangars) noch Mülleimer – was das heißt, ist klar. Nun, schauen wir mal, was die Zeit so mit sich bringen wird. Es ist und bleibt ein spannendes Projekt für die Stadt.





2010-05-09

Schön …

zu wissen, von soviel betriebwirtschaftlicher Unternehmenskompetenz nun auch politisch vertreten zu werden.

„Betriebsrat will «rechtliche Schritte» gegen niedersächsische Sozialministerin Ökzan einleiten. Hintergrund sind die unter dem Branchen-Mindestlohn liegenden Stundenlöhne, welche die CDU-Politikerin als Managerin beim Briefzusteller TNT durchsetzte.“
quelle: heise.de

Kino

Gestern „A Single Man“ gesehen. Seit dem letzten Blick auf den Abspann überlege ich, wann ich mich das letzte Mal bei einem Kinofilm so willkommen und umsorgt unterhalten gefühlt habe. Es stimmt einfach alles, die Requisite, die Stimmung, die Texte sind nachvollziehbar für jeden, der schon getrauert hat oder nicht richtig trauern durfte, die Musik, der Ton. Jeder Schauspieler liefert eine wundervolle Leistung, ein Kompliment, das sich bis in die kleinste Nebenrolle zieht. Den Schauspielern wurde Zeit und Raum gegeben, ihre Szenen ausspielen zu können und wurden dabei in wundervolle Szenerien und Bilder gesetzt, dass man manchmal hofft, diese Szene und ihre Schönheit möge bitte nicht enden. Und man empfindet die ganze Zeit mit dem George Falconer mit, man darf spüren ohne zu leiden. Dem ist die grandiose Darstellung von Colin Firth geschuldet, der in jeder Szene dieses Filmes zu sehen ist und eine Vielfältigkeit an Emotionen auf sein Gesicht zaubert und es schafft, sich gelegentlich selbst an die Wand zu spielen. Was mich wieder einmal nicht verstehen lässt, warum es für diesen Film und diese Leistung nicht den Golden Globe oder Oscar geben durfte. Aber da ist Firth nur Brite und mit Ehrungen von nicht gebürtigen US-Amerikanern tut sich die Academy bekanntlich schwer, gaben sie dieses Jahr die Ehrung der Nebenrolle ja schon einem Ausländer. Vielleicht ist aber auch die Preisvergabe an das Thema mit „Brokeback Mountain“ bereits für die nächsten Jahrzehnte erschöpft.

Tom Ford hat es geschafft, einen wundervoll unterhaltsamen Film über die Liebe zu zaubern, ohne Kitsch, ohne jegliche Tuntigkeit und obwohl es um gleichgeschlechtliche Liebe in diesem Film geht, sie einen großen Teil der Story ausmacht, ist es ihm gelungen, dass sich jeder Mensch in die Situation eines liebenden trauernden Menschen einfühlen kann, egal wie schwul, lesbisch, hetero, asexuell, hell-, dunkel oder auch nur dünnhäutig dieser Mensch sein mag, denn unterm Strich liebt man und dann trauert man. Dieser Film zeigt, wie wichtig es ist, sich immer mit Respekt zu begegnen. Tom Ford hat's mir ermöglicht einen Film zu sehen und lauter schöne Gedanken zu denken, Gefühle zu fühlen, schöne und traurige und zu verstehen. Das alles in seinem Erstlingswerk als Regisseur.

Danke.

Wann immer Du glaubst, jetzt geht nix mehr …



kommt von irgendwo ein quietschendes Entlein her.

2010-05-08

Slow Food


(Aus der Reihe: Café To Go war gestern.)

2010-05-07

Radreifen – Ralf Bohle GmbH lenkt ein

Im Zusammenhang mit der Abmahnung gegen Toms Bike Corner und andere Radreifen-Händler scheint die Ralf Bohle GmbH aufgrund der nicht unerheblichen direkten Resonanz von Kunden, Nichtkunden, Ex-Kunden und Bloggern einlenken zu wollen und hat nach Mail-Anschreiben vorgestern nun auch offiziell auf der Homepage Stellung bezogen zu den Gründen ihres Verhaltens.

Wenn ich deren Aussage richtig verstehe, wollte man mit den Abmahnungen verhindern, dass vom OEM-Discounter OEM-Ware des Herstellers nicht mit Fotos aus dem offiziellen Schwalbe-Programm beworben wird. Man beklagt sich darüber, dass OEM-Reifen zum Teil mit Fotos hochwertigerer Reifen schlicht falsch beworben wurden. Dieser Grund ist ein nachvollziehbarer. Nicht nachzuvollziehen ist für mich dennoch, warum man immer mit der Abmahnkeule zuschlagen muss anstatt in einem direkten Kontakt eine erste Warnung auszusprechen – zumal, wenn man so offensichtlich im Recht ist. Letztendlich sorgen auch die OEM-Discounter dafür, dass unter dem Schnitt die Bilanz der Ralf Bohle GmbH besser aussieht, auch wenn ein Zwischenhändler integriert ist. Das sollte der Hersteller nicht vergessen. Und wenn das Problem ein so großes ist, dass man diverse Händler im Kollektiv abmahnen muss, dann hätte man im Vorfeld sich schon Gedanken über eine Lösung des Problems machen können und etwaige Werbe-Materialien auch für die OEM-Reihe anbieten können. Das geht, man muss eben nicht immer ausschließlich nur auf maximalen Gewinn setzen. So teuer ist eine zweite Bildstrecke der Produktreihe nun wirklich nicht.

Toms Bike Corner sieht das Ganze weiterhin kritisch.

Im Blogpost zur Abmahnung wurden in den Kommentaren von Lesern diverse andere Fahrrad- und Rollstuhl-Reifenhersteller genannt. Die führe ich gerne auch hier offiziell mit Verlinkung nochmals auf.

Ich war selber Panaracer-Fan, die aber nach dem Verkauf an einen japanischer Hersteller leider in der Qualität enorm nachgelassen haben. Als letztes Jahr ein Mantel direkt vor einem Radhändler, der leider ausschließlich Schwalbe-Reifen führte, mit lautem Knall aufgab, habe ich trotz meiner vorherigen Ressentiments den Marathon Plus Tour aufziehen lassen. Für unverschämt teures Geld. Für mein Empfinden kann ich nur sagen, es hat sich genau bestätigt, was ich im Vorfeld von diversen Radfahrern und Forenkommentatoren mit auf den Weg bekommen habe in meiner Recherche nach neuen Mänteln: klar, der Schwalbe-Mantel ist bis jetzt nicht kaputt gegangen (sind meine Panaracer der ersten Stunde auch erst nach sechs Jahren bzw. auch nur einer der darunter liegende Schläuche), ich bin aber mit dem Fahr-/Rollverhalten der Schwalbe-Reifen überhaupt nicht zufrieden. Schwergängig. Schwammig. Schwalbe-Schläuche würde ich immer empfehlen, Mäntel nicht.

Continental (teilweise made in Germany, überraschend grosses Angebot an Liegeradbereifung)
Michelin
Vittoria (italienischer Produzent)
Rubena (Scheint ein tschechischer Produzent zu sein, hat gute Kritiken zur Laufqualität, eher weniger gute zur Lauflänge.)
Kenda (US-Fabrikat)
Nokian – Finischer Produzent, wurde von mir gefühlt neben Michelin in der aktuelle Debatte in mehreren Foren am häufigsten empfohlen.)
IRC Tire (US-Produzent)

2010-05-06

Super!

Mit Frédéric ist WM einfach schöner!

Wohnung frei …

Neulich hat der junge Mann die Wohnung unter mir geräumt. Er hat nie in der Wohnung gewohnt. Irgendwann hat er sie übernommen, sich bei mir die Farbrolle ungefragt ausgeliehen, die auf dem Treppenaufsatz wartend die Unterbringung in den Keller (geduldig) abwartete und als er sie zurückbrachte diese konsequent im gesamten Treppenflur auf dem Weg nach oben ausgeschüttelt. Man hatte irgendetwas gestrichen. Möbel hat die Wohnung nie gesehen. Danach kam er bzw. kamen seine, ich vermute es, Eltern einmal im Monat vorgefahren, räumten die Post aus und lüfteten ca. zwei Sekunden.

Der Lüftmodus war lustig. Die kamen in die Wohnung, rissen ein Fenster auf. Gingen hinüber in den anderen Raum, rissen dort das Fenster auf. Gingen zurück in den ersten Raum, schlossen das Fenster. Gingen zurück in den zweiten Raum, schlossen das Fenster, schlossen die Tür von außen. Eine Sache von schätzungsweise zwei Minuten Dauer.

Im Winter haben mein Nachbar unter ihm und ich als Nachbarin über ihm darum gebeten, er möge doch bitte die doppelten Fenster auch doppelt wieder schließen, es war uns ein bisschen kalt. Tat er bzw, taten seine Eltern dann. Dass er mal wieder den Status quo seiner Wohnung abgerufen hatte im Real Life, ließ sich immer daran erkennen, dass einmal kräftig in den Hausflur gerotzt wurde – auf seiner Etage. Auf der ihm gegenüber eine Nachbarin wohnte, die, so lange ich sie schon kenne, sich nie vor die eigene Tür rotzt. Das Rotzen ins Treppenhaus hatte Stil. Ich weiß nur nicht so recht welchen. Wenigstens war er aufgrund seiner Abwesenheit ein leiser Nachbar, was bei diesen Zellophanwänden und -decken hier von Vorteil ist.

Nun ist die Wohnung also wieder frei und heute war schon mehrfach Begehung mit möglichen Wohninteressenten. Ich muss ja gestehen, wann immer ich das mitbekomme, laufe ich gerne wie ein Trampeltier durch meine Wohnung. Damit die Lärmverhältnisse ein für allemal geklärt sind. Oft sind aber solche Szenarien der Teufelsaustreibung gar nicht notwendig. Das erkenne ich immer daran, wenn der Wohnungsinteressent beim ersten Schritt in die Wohnung ein lautes „Wow!“, gerne auch ein langgezogenes „Oh!“ durch das Treppenhaus schickt. Die Töne werden – vermute ich stark – vom bis unter die Decke mehr dunkel als hellblau gefliestem Bad mit Blumenornamenten oder aber vom Anblick der Küchengestaltung – Fliesen in einem Farbton, den man schlecht einordnend als irgendwas zwischen Dunkelrot und Kackbraun bezeichnen kann – hervor gerufen. Ich weiß noch genau, dass ich genau die Töne dachte, als ich dieser Fliesen- und Farbinstallation direkt gegenüber stand. Diese Wohnungsgestaltung stammt noch von dem hochbetagten Ehepaar, das dort wohnte als ich in meine Wohnung zog, das sich kurz danach auf nur noch sie reduzierte und sie ist mittlerweile auch seit zehn Jahren verblichen.

Die Wohnung wurde im Zusammenhang mit der uns alten Mietern seit bereits zehn Jahren und ca. vier Eingentümerverkäufen angekündigten Modernisierung aller Wohnungen tatsächlich einmal generalüberholt. Ein Glück, das hier alle Wohnungen heimsucht, die leer stehen. Während wir alten Mieter dummdreist für blöd verkauft und immer wieder vertröstet werden. Fast einen Monat lang war diese Wohnung Baustelle. Man verlegte den Strom neu, man dübelte wohl auch die eine und andere Rigipsplatte an die Nachbarwände zur Lärmdämmung (vermute ich, glaube ich aber nicht ernsthaft) oder doch nur an die Außenwandseiten zur Wärmedämmung. Ich guckte mir die Wohnung kurz nach Fertigstellung an. als die Tür wegen Schlossaustausch offen stand. Was man völlig vergessen hatte, war die Fliesenarbeit aus dem letzten Jahrtausend zu eliminieren und einer neumodischen Farbgestaltung zugängig zu machen. Alternativ mit Fliesenfarbe etwas die Depression aus Küche und Bad zu streichen. Diese Idiotie, hervor gerufen durch Geiz, machte mich ernsthaft sprachlos – vom bereits erwähnten „Wow!“ und „Oh!“ einmal abgesehen.

Das mag der Grund sein, warum bisher die Wohnungsinteressenten nach einem sehr kurzen Gang durch die Wohnung diese üblicherweise sehr schnell wieder verlassen wollen. Solche Wohnung nehmen wohl nur junge Menschen unterhalb 25 Jahren, die damit so tun können als wären sie bereits bei den Eltern ausgezogen, um so von irgendwelchen Ämtern Regelleistungen abfordern. Wohnen will man darin ernsthaft nicht. Kann ich verstehen.

Nett

Das Blog einer Stewardess Flugbegleiterin. Kann man gut lesen.

2010-05-05

Jetzt wird es bunt …

Die Ralf Bohle GmbH, Hersteller der Schwalbe Fahrrad- und Rollstuhlreifen, mahnt den Fahrradhändler Toms Bike ab, der Schwalbe-Fahrradreifen in dessen Laden und auf dessen Online-Shops verkauft und zu diesem Zweck die Ergebnisse der Produktfotografie von Reifenaufnahmen der Ralf Bohle GmbH verwendet hat, die natürlich urheberrechtlich geschützt ist und vom Hersteller nicht zum Zwecke des Marketings des Händlerkreises produziert wurde.

Die möchten offensichtlich ernsthaft, dass Radhändler, die deren Reifen vertreiben eigene Fotos von diesen Reifen produzieren, wenn sie Produkte von Schwalbe im Laden anbieten. Oder nicht mehr für Schwalbe-Produkte werben.

Das ist irgendwie … neu. Als Menschin, die eine Zeitlang ihres Joballtags mit der Distribution von Netzwerkprodukten verbracht hat, muss ich sagen, dass mir so etwas Idiotisches und Kontraproduktives im Vertriebsalltag noch nicht untergekommen ist. Wir hatten für unsere Kunden früher extra CDs mit hochaufgelöstem Bildmaterial, damit sie unsere Produkte dem Endkunden gegenüber anständig und im Sinne der Corporate Identity unserer Lieferanten bewerben konnten. Wir haben dieses Material unseren Vertriebspartnern nahezu aufgedrängt. Da muss sich irgend etwas geändert haben im Laufe der Jahre.

Gut. Ich empfehle eh Continental-Reifen. Bei Continental tragen die unkaputtbaren Reifen übrigens den Nachsatz „Plus“, hier die komplette Familie aufgelistet – für jede Radart und Strecke ist etwas dabei. Und Radhändler bestellen üblicherweise sehr gerne jeden Mantel von jedem anderen Hersteller. Dauert dann manchmal eben zwei Tage, bis montiert werden kann.

Austritt aus der katholischen Kirche

Don Dahlmann tritt aufgrund der Abmahnprozeduren der Diözese Regensburg aus der katholischen Kirche aus und erklärt seine Gründe.

Wer noch?

2010-05-04

Die Diözese Regensburg mahnt ab.

Nachdem Stefan Niggemeier in seinem Blogpost „Wie die Kirche Leute zum Schweigen bringt“ den Sachverhalt geschildert hatte, wie das Bistum Regensburg gegen den Spiegel eine einstweilige Verfügung erwirkte hinsichtlich der Berichterstattung des Magazins zu einem Missbrauchsfall in Viechtach 1999 und die Art und Weise, wie dieser Vorfall im Nachgang seitens des Bistums „geregelt“ wurde, ist nun auch er für seine kritische Berichterstattung abgemahnt worden.

Damit ereilt ihn das gleiche Schicksal wie zuvor bereits Stefan Aigner, Blogautor von regensburg-digital.de, der über diesen Fall gleichfalls berichtete und sich kritisch in „Aufklärung auf katholisch“ über die Handlungsweise des Bistums äußerte.

Warum das Bistum Regensburg ausgerechnet seine Rechtsmittel gegen einen Blogger (Aigner) aus Regensburg und einen in Berlin lebenden Blogger (Niggemeier) über ein (also DAS!) Hamburger Landgericht erwirkt, die Frage lasse ich im Raum stehen.

Es ist mir eine Freude alle Blogbeiträge in chronologischer Reihenfolge zu verlinken. Es ist mir ebenso eine Freude, Euch diese Links so aufbereitet zur einfachen weiteren Nutzung in Euren Blogs zu überlassen. Einfach in den Quelltext und Paste & Copy, denn wie heißt es so schön in einem englischen Kirchenlied: „Joy to the world!“

Wenn das Bistum Regensburg so dermaßen den Mantel des Schweigens über gewisse Vorfälle legen möchte, dann sollten wir Blogger für ausreichend Lüftung sorgen!

Stefan Aigner „Aufklärung auf kaholisch“, 7. März 2010

Stefan Aigner bittet in der Sache der einstweiligen Verfügung gegen Meinungsäußerung um Spenden., 20. April 2010

Stefan Niggemeier „Wie die Kirche Leute zu schweigen bringt.“, 22. April 2010

Stefan Niggemeier „Diözese Regensburg ./. Niggemeier“, 4. Mai 2010

(Es geht hier nicht darum, dass „nur“ ein paar Blogger abgemahnt werden, weil sie mal wieder frei nach Schnauze gebloggt haben. Es geht darum, dass das Bistum in deutsche Journalistenarbeit eingreift, der noch das Recht der Pressefreiheit unterliegt. Davon abgesehen, dass wir auch das Recht haben auf freie Meinungsäußerung.)

Dieses böse Internet

ermöglicht offensichtlich hervorragend funktionierende Volkspolitik von der Basis aus.


Quelle: Berliner Zeitung

Es wird immer klarer, warum Politiker soviel Angst vor diesem Medium haben müssen.

2010-05-03

Tulipan in Hellersdorf

2010-05-02

Premiumcontent, mal wieder …

Zuerst … eine Warnung vorab, legt Taschentücher bereit. Dieser Film (auf YouTube direkt angucken, wegen der Blogbreite hier nicht gänzlich darstellbar) geht nicht mal eben am Herzen vorbei, denn diese kleinen Straßenkatze möchte ihren (vermutlich) tot gefahrenen Freund nicht im Stich lassen. Macht vielleicht besser vorher den Ton an Eurem PC aus, irgendwelche Menschen meinten wieder eine an sich klare Bildsprache mit grauenvollen Kitschsongs zu hinterlegen.



Und da wir gerade bei Straßenkätzchen sind. Diese wundervolle japanische Fotograf, Masakazu Ikeguchi, macht Fotos von streunenden Katzen. Wundervolle Fotos. (Falls Ihr die Links zu älteren Postbeiträgen nicht ausmachen könnt, nehmt das Archiv zur Hilft, das leider etwas weit unten steht.)

(Aus der Reihe: seufz.)

Reistherapie II

Nachdem mich der erste Sushi-Kurs bei Shoko Kono sehr begeistert hatte, habe ich mich direkt für den VHS-Kurs „Sushi für Fortgeschrittene“ angemeldet. Und der war vergangenen Freitag. Küchenzauber am ersten wirklich warmen Tag im Jahr – da bot es sich natürlich an, die Sushi-Variationen auf Sushi warm auszudehnen. (Es wurde nachher wirklich warm in der Küche. Eine Küche im Keller ist bautechnisch nicht der Bringer, fürchte ich.)

Shoko empfing uns wieder sehr gastfreundlich mit Tee. Dieses Mal war es Reistee, den ich sehr lecker fand. Vollkornreis wird in der Pfanne vorsichtig geröstet und mit grünem Tee gemeinsam in einem Teefilter aufgebrüht. Er hatte einen feinen rauchigen und dennoch frischen Geschmack, schmeckt sogar kalt sehr gut und regt den Trinkwunsch an. Das heißt, dieser Tee ist das richtige Getränk für den Sommer. Werde ich garantiert nachmachen.


Die Fotos sind übrigens mit dem Pentax FA 50/1.7 an der Pentax K7 gemacht.

Den Reis für die Sushi hatte Shoko schon fertig vorbereitet und so setzten wir als erste gemeinsame Amtshandlung die Zutaten für Nitsume-Sauce auf den Herd. Nitsume-Sauce ist die süße dickliche Sauce, die auf Sushi-Variationen mit Unagi (Aal) geträufelt wird, daher wird sie auch Unagi-Sauce genannt. Ist Nitsume übrigens auf Sushi bereits aufgebracht, taucht man dieses Sushi nicht nochmals in die Soja-Sauce. Nitsume wird zu gleichen Teilen (O-Ton Shoko „Japaner machen immer alles 1:1!“) Wasser und Mirin, einem süßen japanischen Reiswein mit Zucker nach Belieben aufgesetzt, zum kochen gebracht und muss dann bei kleiner Hitze reduzieren bis eine Art Karamell entsteht. Anwesend bleiben in der Küche, die Flüssigkeit kocht gerne hoch! Nitsume ist im verschlossenen Behälter und im Kühlschrank ewig haltbar. So ich mich eingelesen habe, ist Nitsume die Basis der berühmten Teriyjaki-Sauce. Dafür wird Nitsume noch Ingwer, Sake und Honig zugefügt. Wird garantiert nächste Woche bei mir eingekocht. Ich will das im Haus haben!



Derweil durften wir Teilnehmer die Zutaten gebrauchfertig machen, die dieses Mal nicht zwingend asiatisch anmuteten auf den ersten Blick: wir schnitten Frühlingszwiebeln in feine Streifen, die obligatorische Avodaco wurde geviertelt. Und dann war da noch Spargel …



Den besonderen Tipp dieser Kochsession gab Shoko meiner Meinung nach mit ihren Hinweisen zur Zubereitung der Shrimps. Wie man diese ganz einfach mit Zahnstochern entdarmt, ohne die ganze Rückseite der schmackhaften Freunde auftrennen zu müssen und wie man sie an der Bauchseite in kleine diagonale Streifen einritzt, damit sie sich später in der Pfanne nicht zusammenziehen. Gerollte Scampi sind in Makis schlecht aufzurollen. Auch hier wieder eine Anekdote aus der japanischen Küche, Fisch wird immer vor dem Zubereiten gewaschen. Indes bei Fleisch hat der Japaner kurz vorher nicht gerne Wassserkontakt, weil es sich damit vollzieht und zäh wird und an Geschmack verliert.





Grüner Spargel wurde unten am Stiel geschält und in japanischem Mehl (sehr viel feiner als unser 405er-Hausmehl) gewälzt. Ebenso wurde übrigens mit den Scampi verfahren. Für beide Varianten wurde dann Tempura-Teig angerührt mit japanischem Weizenmehl, 1/2 TL Backpulver und etwas (möglichst eiskaltem) Wasser zu einem etwas klumpigen Teig verrühren. In dem Teig durften dann Scampi und Spargel ein Bad nehmen, bevor es in die heiße Pfanne ging.



Beides wurde – in getrennten Pfannen natürlich – in heißem Fett ausgebacken. Fertig ist das Ausgebackene, wenn es leicht in der Pfanne zu vibrieren beginnt.



Soweit so gut, die ersten Zutaten hatten wir also unter Dach und Fach. Tempura eben.



Da das Fett schon heiß war, machten wir uns gleich an die erste Makirolle – der sollte nämlich auch noch Feuer unter'n Hintern gemacht werden: Age Sushi (frittiertes Sushi). Nori-Seetag wurde wieder in zwei Hälften geschnitten und hochkant auf die Bambusrollen gelegt und in der unteren Hälfte mit ein größere Menge Reis belegt, der unbedingt bis zum Rand des Nori reichen sollte. Dann wurde mit Wasabi gewürzt, mit Surimi belegt und aufgerollt. Am seitlichen Ende der Rollen muss der Reis noch festgedrückt werden. Im Ergebnis hatten wir deutlich größere Rollen als die üblichen Maki. Diese wurden im Ganzen in Mehl, dann in Eigelb und abschließend in Panko (japanisches Paniermehl, gröber als unseres) gewälzt und in heißem Fett ausgebacken. Und waren übrigens später beim Essen das Highlight von uns allen.



Ach ja, in meinem letzten Blogpost hatte Ev in dem Kommentaren Surimi als Abfall bezeichnet. Und ich kann mich auch noch sehr gut erinnern, dass das bei uns damals tatsächlich so in den Medien verkauft wurde. Shoko hat anlässlich des Kommentars aber deutlich gemacht, dass Surimi mitnichten aus Fischabfällen produziert wird, sondern lediglich aus günstigem Fisch wie Kabeljau, der gepresst wird. Kurz: Surimi ist in Japan das, was bei uns Fischstäbchen sind. Die werden auch nicht aus Fischabfällen produziert sondern direkt aus dem Seelachs (neuerdings leider auch Lachs) gepresst. Das ist auch logisch, denn seien wir ehrlich: Surimi ist ein weltweit sehr erfolgreicher Artikel. Soviel Fischabfall gibt es denn auch nicht, um diese Massen produzieren zu können. Also diesbezüglich: keine Angst vor Surimi, nur weil das Image der Surimi hier bei uns falsch verkauft wurde. Ich kenne da übrigens einen spanischen Kater, der würde davon LKW-Ladungen dankend entgegen nehmen …





Angenehm übrigens, dass der Kurs dieses Mal nicht komplett ausgebucht war und ein oder zwei Teilnehmer nicht gekommen sind. So waren wir nur zu fünft und konnten immer wieder Sushi mehr aufrollen, um die übrig gebliebenen Zutaten zu verarbeiten – bei Sushi gilt wirklich Übung macht den Meister.

Die Übung hatten wir mit der nächsten Rolle: Tempura-Sushirolle. Hier kamen der Spargel und die Scampi zum Zuge. Gleiches Prozedere mit dem Nori-Settangblatt, dieses Mal aber mit etwas weniger Reis, Wasabi nach Wunsch und dann wurde der Spargel mittig eingelegt, so dass Anfang und Ende aus dem Nori-Blatt reichten, Scampi dazu und aufgerollt (dieses Mal mit einer Rolltechnik, die etwas Kante in die Sushi brachte) und dann von uns versuchsweise attraktiv aufgeschnitten.



Ganz ehrlich, ich finde das schöne Aufschneiden ist ja das Schwierigste bei der Sushi-Zubereitung. Hier wirklich die gleichen Größen hinzubekommen, das Material nicht zu quetschen – damit kann man so manche wunderschön gerollter Sushi-Rolle noch ausreichend visuellen Schaden zufügen. Aber auch hier wird mal wohl durch viel Übung Meister, ein scharfes Messer gehört natürlich auch unbedingt dazu!



Shoko hat so ein Messer natürlich und man beachte ihren Namen auf der Klinge! Das darf man machen, wenn man sein Messer höchstpersönlich selber geschmiedet hat. Ich glaube nicht, dass man gut beraten wäre, sich jemals an das Küchenhandwerkzeug von japanischen Köchen zu vergreifen – das ist eine innere Beziehung zum Material, die sollte man niemals trennen. Das gäbe wohl wirklich böses Blut!

Die letzte Rolle dann wieder ein kulturelles Erbe aus den Vereinigten Staaten: Philadelphia-Sushi beziehungsweise Uramaki-Sushi mit Lachsmantel. Gerollt in der Tradition der California Roll, also mit dem Reis nach außen. Hier kamen unseren frischen Zutaten zur Verwendung.



Der Nori wurde endlich mal wieder längs auf die Bambusplatte gelegt und komplett mit Reis bestückt und dann dank Bambus gepresst und umgedreht, so dass der Reis außen liegt. Auf Nori kam dann etwas Wasabi und ca. zwei Teelöffel Philadelphiakäse, also zu gut deutsch: Frischkäse nach Wahl. Auf dem Käse wurden die Frühlingszwiebeln und die Avocado verteilt und alles aufgerollt. Die fertige Rolle wurde auf einer Seite mit geräucherten Lachsscheiben belegt und nochmals festgedrückt mit dem Bambus.

Und fertig waren wir mit der Zubereitung, Ihr seht auf meinem Teller: Uramaki Sushi links, Tempura Sushi oben rechts …



… und Age Sushi.



Zu Uramaki Sushi und Age Sushi wurde die leckere Nitsume gereicht, ansonsten wie üblich Wasabi, Soja-Sauce und Ingwer.



Es war wie immer unglaublich lecker. Vor allem warmes Sushi hat sich ab sofort in mein Herz geschlichen! Aber auch das Sushi mit dem Philadelphia ist eine hervorragende Sushi-Variante für den Sommer. Ich fand's großartig und war natürlich zum Schluss pappsatt. Aber glücklich. Natürlich beantwortete Shoko uns wieder alle Fragen und erzählte aus der japanischen Küchenkultur – ich kann mir das stundenlang anhören. Und ich habe mir jetzt bei ihr gewünscht, sie möge in der VHS (oder anderswo) nun noch einen Kurs: japanische Süßigkeiten und Desserts anbieten. Da sind bei mir ein paar unerfüllte Gelüste aus der Kindheit zu befriedigen …



Nächsten Monat lerne ich bei Shoko Kono anständig Zutaten schneiden. Das ist in der japanischen Küche auch eine Philosphie für sich, genauso wie den Reis auf's Nuri aufbringen etwas Meditatives hat, wenn Ihr mich fragt. Sushi machen ist ein bisschen wie Urlaub haben. Sushi essen sowieso.

2010-05-01

Samstagsgedanken

Während dann nun in der Stadt doch wieder die Steine fliegen und auf 3SAT gerade Michael Jackson zelebriert wurde, fällt mir im Nachgang als Überlegung zu seinem Tod ein, dass es eine Sache gab im letzten Jahr, der möchte ich ehrlich gesagt auch nie wieder in diesem Leben begegnen müssen: dieser offensiv zur Schau getragenen Nichtrauer seinen eigenen Vaters.

Das berührt mich jetzt noch tief unangenehm, stelle ich fest. Als Nichtfan.

2010-04-30

Interview mit Alf Thum



bei arte-TV. Thum hat die „Front Deutscher Äpfel“ gegründet, eine satirische Organisation, die rechtsextreme Gruppierungen und deren Gedankengut parodiert. Er beschreibt in dem Interview mit deutlichen Worten den Realitätsstand der Nazibewegung.

Erlebnisgastronomie



Während ich heute mit der einen charmanten lustigen Hälfte von Tulip Photo, Susanne, in der Crellestraße im Café – bei dem schönen Wetter natürlich draußen auf der Straße – saß und mir von ihr von den wundervollen politischen Hintergründen des hiesigen Quartiermanagements erzählen ließ, schmiss sich ungeladen und daher von uns ganz unerwartet, ein nicht unerheblicher Brocken Berliner Fassadenkultur direkt knappe 50 cm vor meinen Füßen in den Straßentod. Seine staubige Hinterlassenschaft drängte sich dabei auf Tisch, im Kaffee und an uns auf und die Unvermittelheit, als auch Wucht und dann das spätere Erkennen doch irgendwie verdammt viel Glück gehabt zu haben, ließ uns erst mal blass und kleinlaut ins Café zurück ziehen.



Die Feuerwehr kam alsbald und versicherte sich der restlichen Haltekompetenz des restlichen Steinsimms und meinte lapidar, man möge doch jetzt die Hausverwaltung rufen. So geht er also weiter, der diesjährige Eiszapfenterror des vergangenen Winters, nicht nur die Straßenlöcher winken fröhlich – auch das sonstige Material schwächelt im Sommer.

Die Frida ist in town!

Heute öffnet die riesige Frida Kahlo-Retrospektive im Martin-Gropius-Bau. Morgen, 1. Mai 2010 findet zur Eröffnung ein Kuratorengespräch mit der Großnichte Cristina Kahlos statt. Zu besichtigen ist die Ausstellung bis zum 30. August diesen Jahres.

Ich lasse jetzt einfach die künstlerische Kraft von Frida auf mich wirken und bin sehr glücklich. Mit der Kunst dieser Frau in der Stadt kann meinem Gefühl nach nichts mehr schief gehen!