2010-03-18
2010-03-16
Aufmerksamkeit
Gestern fragte ich auf twitter unter meinen Followern wie zur Zeit der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Deutschland in denen der katholischen Kirche nahen europäischen Ländern wie Italien und Spanien über die Vorgänge in unserem Land diskutiert wird. Mich irritiert, wie fast jeden Tag aus irgendeinem beliebigen Flecken dieses Landes neue Berichte über Übergriffe (meist) katholischer Pfarrer und Lehrer gemeldet werden und zunehmend in unseren Alltag einfließen, als sei es beinahe schon normal und üblich.
Auch irritiert mich sehr, dass all diese Meldungen sich ausschließlich auf Vergehen berufen, die angeblich verjährt sein sollen. Da kann etwas nicht stimmen, das hieße, heute passiert das nicht mehr. Wenn das stimmen soll, was ist wann passiert, dass offensiver Missbrauch ausgerechnet nur hier nicht mehr erfolgt ? Missbrauch 2010 – tatsächlich nur von dem lieben Onkel in der eigenen Familie oder vom bösen Nachbarn in der Straße praktiziert? Zur Zeit sind so viele Fragen noch offen und wir scheinen uns immer mehr an den Skandal zu gewöhnen. Und da guckt ein ganzes Land einschließlich seiner Medien, die im Besonderen, auf diesen Papst, einen Papst der unsere Sprache spricht und erwartet eine öffentliche auf dem Vatikanbalkon zelebrierte Reaktion, die er natürlich nie geben wird – gar nicht geben kann. Denn das verbietet sich in diesem Konsortium alter Traditionen und täglich zelebriertem Stillstand. Rückt auch dieser Skandal immer mehr in Ratzingers persönliche Nähe: die katholische Kirche hat noch nie schlechte Erfahrungen mit dem Procedere des Aussitzens gemacht. Warum also nicht auch dieses Mal – zumindest es versuchen?
So interessierte mich, was sagt Europa zu diesen Missbrauchsvorwürfen? Missbraucht wird in dieser Institution doch nicht nur in Deutschland, wer will das ernsthaft glauben? Natürlich nicht repräsentativ aber doch von mir erwartet, die Hinweise von Hande von Vino Roma, die in Rom lebend und arbeitend, primäres Stillschweigen in den Gazetten des Landes vermeldet. Gelegentliche Gerüchte auf den Straßen, weiter getragen von Mund zu Mund, aber dass Zeitungen über den kirchlichen Skandal im Beinahe-Nachbarland berichten? Fehlanzeige! Missbrauch in der katholischen Kirche gibt es im Gottesstaat Italien nicht. Nun ist Berichterstattung im Berlusconi-Medienland eh ein Thema für sich, dennoch selbst für die linke Oposition scheint unser Thema in Rom kein Thema zu sein. Was natürlich eine Reaktion aus dem Vatikan, die einem Zugeständnis gleich käme, unwahrscheinlich macht – wir brauchen uns da wohl nicht zu wichtig nehmen! (Edit: bitte unbedingt den 1. Kommentar von Hande beachten!)
Markus von Text & Blog berichtet zumindest in Spanien von journalistischer Berichterstattung in der El País und somit auf dieser Ebene öffentliche Diskussion in den Kommentaren – die Sorge vor noch mehr Missbrauchsfällen ausdrücken.
Wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus? Bekommt Ihr mit, wie in zum Beispiel Polen, Ungarn oder moslemisch geprägten Ländern unseres Kontinents über den Fall Missbrauch in der katholischen Kirche berichtet und diskutiert wird?
Und nebenbei MFA hat ein Stopp-Schild für (katholische) Kirchen herausgegeben. 
Ich bin nicht für Sachbeschädigung und rufe auch nicht dazu auf. Aber man könnte so einen Flyer ja Sonntags vor der Messe den Menschen in die Hände drücken. Druck von unten kann Berge versetzen!
at 09:57 4 comments
Labels: große weite welt
2010-03-15
Guck mal einer an!
Der olle Elefant bewegt sich doch, bei Blogger kann man jetzt selber Templates basteln mit dem Template Editor!
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2010-03-14
Film Stills

Freitag zur kurzen Vorbesprechung gewesen. Kommendes Wochenende an beiden Tagen von morgens bis abends die Kamera vor den Augen. Das Seminar heißt „Film Stills“ und Herr Foxxi und ich dürfen ein Wochenende lang ein Modell-Paar einkleiden, mit Requisiten quälen und professionell ausgeleuchtet in Szene setzen – das Ganze in weiträumiger geschichtsträchtiger West-Berliner Architektur. Ob dabei in Anmutung der alten Film-Photographie, wie ich sie - an dem Foto oben von der wundervollen Frau Indica unschwer zu erkennen – sehr mag und wonach die Umgebung des Shootings eigentlich schreit oder in farbenfroher Moderne unserer Zeit, steht uns frei zu entscheiden. Ich bringe ein Messer mit, ich hoffe Herr Foxxi denkt an den schwarzen Mantel, die langen Zähne und das Filmblut! Es wird anstrengend werden und sehr sehr spannend. Und hinterher sind wir wieder ein großes Stück klüger – ich freue mich schon sehr!
An dieser Stelle übrigens meinen herzlichen öffentlichen Dank an Frau Indica, die mir wie keine Zweite immer klaglos mit viel Freude und Geduld Modell steht – einfach so, zum Spaß!
at 14:27 0 comments
Labels: photography
2010-03-13
Auf wen ist in dunklen Seiten immer Verlass?
Auf die Titanic!
©Titanic
Ich taufe ihn dann jetzt mal liebevoll den „Guidoyota“.
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Labels: große weite welt, humor for today
Marktglück
Letztes Jahr war ich in Südfrankreich und davon ein paar Tage in einem meiner Lieblingsorte in den Cevennes und war – ganz simpel – sehr glücklich und geerdet, weil ich mir wertvolle Menschen nach so langer Zeit wieder in die Arme nehmen durfte, die Luft riechen, die Erde anfassen und endlich an das eine Grab eines ebenso wertvollen Menschen treten konnte. Dieses St. Jean de Buèges ist für mich der Platz an dem alles gut ist. Ich steige dort aus dem Auto und spüre förmlich im Hintergrund die eigenen Akkus wie von selbst voll laden.
Natürlich war ich auch in der Épicerie im Dorf einkaufen bzw. in der nebenan untergebrachten Cave, die neben dem Wein der Region auch die üblichen Besonderheiten der regionalen Produzenten anbietet, unter anderem Honig. Ein allerletztes Glas Miel de Cevennes gab es an dem Tag dort noch und das nahm ich natürlich mit. Früher habe ich immer bei einer älteren Dame den Kilobecher Honig de Lavande aus dem Dorf gekauft, ein Honig, wie ich ihn seither nicht mehr wieder getroffen habe. Leider ist die Dame mittlerweile verschieden und ein Imker direkt im Dorf ist nicht nachgewachsen. In Berlin zurück, habe ich später den Honig geöffnet und war perplex von seiner geschmacklichen Qualität. In diesem Honig ist jeder Sonnenstrahl drinnen, den man sich nur wünschen kann – ein tiefer warmer Geschmack, etwas herb im Abgang, tiefes Sonnengelb in der Farbe. Ich glaube, man muss Honig sehr mögen um mit diesem hier ins Reine zu kommen, so unverschämt geschmacksintensiv ist er. Definitiv kein Honig, den man im Tee versenkt. Ich war mehr als begeistert und beauftragte den damals ebenfalls vor Ort weilenden besten Ex-Freund der Welt mir noch ein Glas von dem Honig zu erkämpfen, in der Hoffnung, die Épicerie hätte vielleicht eine neue Lieferung erhalten. Hatte sie nicht. Im Internet habe ich ebenfalls gefahndet, es gibt zwar von anderen Produzenten Honig gleichen Namens aber der Produzent von „meinem“ Honig scheint von dieser Welt nichts zu halten. Ich hege und pflege dieses Glas Honig und trotzdem ist es schon unter dem Level der Hälfte seines Inhaltes abgesunken – mit Genuss und Bedauern gleichzeitig.
Heute früh war ich in Charlottenburg unterwegs und bemerkte, dass der Wochenmarkt meiner Kindheit im Pestalozzikiez noch offen hat und schlenderte darüber. Natürlich hat auch dieser Markt sich gewandelt und nicht mehr viel gemein mit dem üblichen Angebot der alten Wochenmärkte von früher. Heute muss alles betont Bio sein, der Käse betont Französisch, die Blumen betont exotisch, das Gemüse betont exquisit, selbst die Kartoffeln sind betont gereinigt … und manchmal vermisse ich die die Tradition der Kohlenkeller doch sehr. Im Schnitt kostet auf diesem Markt alles 1-2 Euro mehr als es auf den Märkten hier in Neukölln kostet. Charlottenburg. Eben. Dann lief ich an einem der Stände vorbei, der hauptsächlich lecker duftende Hartwurst anbietet und was stand da auf einem Podest? Mein Honig! Stehen einfach so mitten in Berlin auf einem Markt drei Gläser mit dem Miel de Cevennes rum und warten offensichtlich nur auf mich! Ganz nebenbei für beinahe die Hälfte des Preises, den man im unverschämt teuren Südfrankreich dafür bezahlt. Die Verkäuferin war sichtlich erstaunt über meine leidenschaftliche Freude und meinen kurzentschlossenen Großeinkauf.
Ich fühle mich heute wie ein Goldjäger, dem der Fund seines Lebens gelungen ist! Und die Adresse von dem Laden in Prenzelberg, wo es diesen Honig gibt, habe ich nun auch. Ich liebe diese Stadt!
at 15:19 3 comments
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2010-03-12
Reistherapie

Montag habe ich an einem Sushi-Lehrgang in der VHS Marzahn teilgenommen. Die VHS bietet dort in der eigenen Küche Lehrgänge für einen einzigen Termin an für ca. 11 Euro zuzüglich einer Pauschale für die vom Seminarleiter besorgten essbaren Utensilien. Dieses System sagt mir zu – so kann ich gucken, ob ich mir die Dozenten wirklich etwas beibringen und muss mich nicht auf mehrere Tage festlegen, denn üblicherweise kann man an einem oder zwei Terminen oft nicht.
Also sind Peggy von Mulitkulinaria und ich aus dem Süden Berlins in den hohen Nordosten gereist. „Sushi für Anfänger“ heißt das Vergnügen und Dozentin ist eine gebürtige Japanerin mit dem wundervollen Namen Shoko Kono, gelernte Köchin und Dozentin, die hier in Berlin aktiv ist. Shoko fing dann auch an, pünktlich wie die Maurer, uns in die Welt der Sushi-Herstellung einzuführen und gab immer wieder sehr hilfreiche Tipps. Fakt ist, beim Sushi machen gilt Purismus und Sauberkeit als oberste Ordnung.
Nach einem Begrüßungstee aus Weizen wurde uns ein Glas mit milchiger Brühe präsentiert. Das war das erste Reiswasser, das Shoko anschaulich in einem Glas aufbewahrt hatte, da sie den Reis bereits vorgewaschen hatte. So standen zwei große Schüsseln gefüllt mit Reis und für seine Menge abgemessenem Wasser in klarer Ausführung neben den Herden. Für Sushi sollte niemals Klebereis verwendet werden, nur rundes Reiskorn – im Notfall funktioniert Milchreis als Alternative. Prompt erhielten wir den ersten Tipp, nämlich den Topf bevor Reis mit dem Wasser hinzugegeben wurde, mit etwas Wasser vorzuheizen – damit lässt sich leicht verhindern, dass der Reis später anbackt. (Funktioniert, habe ich gestern ausprobiert.) Dann wurde der Reis aufgesetzt, Deckel drauf bei voller Hitze. Reduziert wird, sobald die Klangkulisse kochendes Wasser vermeldet. Sodann muss auf das letzte Drittel Hitze reduziert werden für weitere zehn Minuten. Und danach soll der Topf vom Herd, damit der Reis noch weitere 10-15 Minuten quellen kann. Wichtig: niemals den Deckel lüften. Der Dampf darf nie entweichen, sonst droht fürchterlich schlechtes Sushi-Reis-Karma!
Während der Reis vor sich hin quellte, durften wir die ersten Arbeiten ausführen: Gurke in feine Streifen schneiden, ebenso das Sashimi. Nuri, das Algenpapier wurde in zwei Hälften geschnitten und eine andere Gruppe übte sich darin, japanisches Rührei, das Tamagoyaki, anzufertigen, das in mehreren hauchdünnen Schichten gebacken und in der Pfanne aufgerollt wird. Da ich Montag nicht zur Ei-Gruppe gehörte, habe ich gestern früh gleich selbst probiert, ob ich das kann. Und dabei auch getestet, dass es auch in einer runden Bratpfanne geht, wenn keine der typischen japanische Pfannen vorrätig ist: geht perfekt. Muss man eben ein Stück vom Ende abschneiden. Das Besondere an Tamagoyaki ist: es wird mit Zucker und Salz aufgeschlagen. Wird es für Sushi natürlich kalt verwendet, habe ich meinen Versuch gestern zum Frühstück frisch gegessen und es war das luftigste Rühreis, das ich je gegessen habe. Ich würde nur beim nächsten Mal die Zuckermenge drastisch reduzieren. Sicherlich macht diese Zubereitungsweise etwas mehr Mühe – lohnt sich aber!
Der nächste sehr praktische Tipp von Shoko: ein kleines Stück Haushaltspapier mit Pflanzenöl tränken, um damit die Pfanne zwischen den einzelnen Schichten schnell einzufetten. Dürfte auch sehr praktisch für die nächste Pfannkuchenrunde sein –mehr Fett braucht in einer beschichteten Pfanne kein Mensch. Hier ein youtube-Clip, der ganz anschaulich zeigt, wie Tamagoyaki zubereitet wird. Das gestockte Ei wird dann zum Auskühlen in eine Bambusrolle gelegt und je nach Wunsch in Form gebracht.
Mittlerweile war auch der Reis fertig und wurde in zwei Hälften geteilt, die nach und nach mit einer Lösung aus Reisessig, Zucker und Salz getränkt wurde. Das stoppt den Gährungsprozess und gibt dem Reis Geschmack. Zwei Teilnehmer durften nun ca. 5 Minuten lang mit Fächern wedeln, damit der Reis etwas schneller auskühlte. Umrühren sollte man vorsichtig, wenn man die Flüssigkeit hinzugibt, damit die Reiskörner nicht gequetscht werden. Auch sollte man während des Auskühlens immer wieder mal den Reis auflockern.
Nun zeigte uns Shoko, wie man traditionell Maki rollt (hier am oberen Ende vom Nori ca. 1 cm breiten Streifen frei lassen, damit die Rolle am unteren Ende schließen kann).
Wichtig ist letztendlich, dass man nicht zu viel Reis nimmt, diesen wirklich gleichmäßig verteilt und in der Größe der Füllung nicht übertreibt, sonst bekommt man die Rollen schlicht nicht geschlossen. Also so besser nicht:
Später rollten wir eine California-Roll (die in den USA übrigens erfunden wurde und gar nicht zum traditionellen Sushi-Programm der Japaner gehörte).


Damit der Roggen nicht in der Bambusrolle festklebt, wurden hierfür im Vorfeld die Bambusrollmatten mit Klarsichtfolie eingepackt. Es folgten Hinweise, wie man Makis zu schneiden hat, mit Betonung auf „schneiden“ und nicht „quetschen“.
Danach formten wir rechtsseitig mit der feuchten Hand unfassbar lässig Reis, um linksseitig mit der trockenen Hand die kleinen Garnelen zu halten und diese mit Wasabi zu bestreichen, um beides zu einem Sushi zusammenzusetzen.
Das Gleiche passierte mit einer Scheibe Lachs und natürlich dem Tamagoyaki. Fritierte Tofuscheiben aus der Dose wurden auch mit Reis gefüllt. Und nachdem das jeder reiherum für seinen Teller einmal gemacht hatte, wurde Küche und Tisch gereinigt und wir haben uns ordentlich gemeinsam an unseren ersten selbst gemachten Sushi satt gegessen.
Zwischendurch beantwortete Shoko uns alle Fragen und forderte uns inständig auf welche zu stellen. Sie hat sehr viel Spaß dran, von ihrer Kultur zu erzählen – was für mich solche Kurse besonders spannend macht. Interessantes Intermezzo als ein Teilnehmer fragte, wo man in Berlin Messer professionell schärfen könne. Da musste Shoko lange überlegen und konnte keine echte Empfehlung aussprechen mit dem simplen Hintergrund, dass ein japanischer Koch bei seiner Ehre nie auf die Idee käme, seine Messer nicht selbst zu schärfen. Der deutsche Koch bringt dagegen ganz gerne mal alle paar Wochen seine Messer zum Profi, wie mir auch neulich die Jungs beim Hummer-Dinner bestätigten. Shoko erklärte uns lange die Unterschiede zwischen den einzelnen Soja-Saucen, welche zum Sushi richtig ist (die helle, die nicht wirklich hell aber dünnflüssiger ist). Wir erfuhren, dass das Sushi, so wie wir es heute essen noch relativ jung ist, ein- bis zweihundert Jahre alt vielleicht, und früher Sushi mit altem eingelegten Fisch und gegorenem Reis zubereitet wurde. Geschmacks- und Geruchswelten, die heute wohl auch nur noch die wenigsten Japaner zu schätzen wissen.
Wasabi wird heutzutage selbst in Japan immer weniger aus dem im Wasser zu erntendem, daher teuren grünen Meerrettich zubereitet. Man vertraut auf den weißen Rettich, pulverisiert und mit Farbstoff angereichert – so wie es ihn hier zu kaufen gibt. Und wir erfuhren, dass der durchschnittliche Japaner zu seinem Sushi deutlich weniger Ingwer isst, als die durchschnittliche creezyne das gerne macht. Natürlich gab sie uns auch jede Menge Einkauftipps.
Mein erster VHS-Sushi-Teller
Wir waren nach dem Essen pappsatt. Mir hat's sehr viel Spaß gemacht – ich werde auch zu den Kursen „Sushi für Fortgeschrittene“ und dem von Shoko neuen in der VHS angebotenen Seminar „Schneidetechnik der Asiatischen Küche“ gehen. Ich habe viel gelernt und war sehr motiviert, um gestern Abend gleich zu Hause alleine loszulegen, das Maki rollen – vor allem das schneiden – zu trainieren.
Mein erstes Sushi „at home“, Abend 1
Mein zweites Sushi „at home“, Abend 2
… funktioniert.
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Labels: ran an den herd
2010-03-11
Erziehungserfolg
Zweimal Gesetze von einer Regierung eingebracht, die vom Bundesgerichtshof wieder kassiert werden und 50% runter mit den Diäten.
at 13:00 4 comments
Labels: große weite welt
2010-03-10
2010-03-09
2010-03-08
Spammen mit Killfaktor
Wow! Gleich drei Worte in einem SPAM-Betreff für blaue Pillen, die jeden Wunsch nach Erotik ad hoc killen:
1. Frieda
2. Walter
3. Schlafzimmerchen
at 11:12 1 comments
Labels: null-eins-null
2010-03-07
Die spinnen die Römer!
Hier geht es aber nicht um Glauben, sondern um Kindesmissbrauch und Abmahnungen derer, die sie aufklären wollen.
Die katholische Kirche wird zickig und mahnt nun Blogger ab, die über Missbrauch in katholischen Schulen/Kirchen/Gemeinden bloggen. Liebe Katholiken auf den professionellen oberen Etagen, so wird das nix mehr mit den neuen Eintritten von Gläubigen in Eure Kirche. Fahrt zur Hölle! Aber pronto!
Es ist doch unfassbar, momentan poppt in jeder Kleinstadt ein katholischer Missbrauchsskandal hoch und die glauben im Jahr 2010 das Internet still klagen zu können?
at 11:11 4 comments
Labels: blogfreaks, große weite welt
Neues aus dem Lager: Nishixpedit in neuen Varianten verfügbar!
Nach dem großen Erfolg von Nishixpedit im letzten Monat haben unsere Designer nachgelegt und ein paar neue Modellentwürfe geboren. Nishixpedit könnte je nach Erfolg der Marktforschungsanalysen demnächst für fast jedermann verfügbar sein:
Nishixpedit mit Ansage! (Kauernd und guckend):
Nishixpedit mit neuer BUNTE-Funktion! (Zentral kauernd, spitzelnd):
Nishixpedit mit Leseempfehlung! (Aktiv, reicht Buch an):
Und Nishixpedit für Teetrinker! (Entspanntes Warten auf Abendbrot):
at 10:16 5 comments
Labels: tieffliegende fellträger
2010-03-06
Ich möchte …
mein eines Blitzgerät verkaufen. An diesem Gerät sind Klettstreifen verklebt mit denen ich meine Softbox befestigt habe. Die Streifen, also primär das womit sie festkleben, versuche ich ungelogen seit nun mehr zwei Tagen zu entfernen.
Tipp: sollte jemals jemand, der in der Etikettenkleberindustrie arbeitet, mit mir z. B. während einer Party in einem Raum sein, das bloß um Himmels willen nicht mir gegenüber zugeben! Wir wollen ja nicht, dass ein Einzelner meinen jahrelang aufgestauten Verbraucherfrust konzentriert abbekommt.
at 17:26 5 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
2010-03-05
Le Dehillerin
Ich schrieb vor zwei Jahren schon von meiner Liebe zu Le Dehillerin, dem Pariser Kochhandwerkzeuggroßhandel. Claudia von foolforfood.de war neulich zur ersten internationalen Kochbuchmesse in Paris und hat E. Dehillerin natürlich einen Besuch abgestattet und eingekauft. Vor allem hat sie fotografiert. Mich hat der Beitrag eben sehr erfreut, das ist wie einmal kurz von Berlin nach Paris ausgeflogen und zurück.
at 10:05 0 comments
Labels: blogfreaks, ran an den herd
2010-03-04
Schalentier

Wie neulich bereits angekündigt war ich letzten Freitag in charmanter Begleitung mit Peggy von multikulinarisch beim „Hummer satt“-Dinner, dem Berliner Monatsevent von tafelzeit.de. Das Ganze war gleichzeitig die Auftaktveranstaltung für die künftigen Aktiviäten von tafelzeit hier inne Hauptstadt. Im November 2009 gestartet, ist das junge StartUp noch in seiner Beta-Phase inzwischen in seiner Heimatstadt Hamburg, in Köln und nun Berlin aktiv. Weitere Städte werden folgen!
Eingeladen hatte neben tafelzeit.de, vertreten von einem der Geschäftsführer Jörg Grube und seiner reizenden Mitarbeiterin Britta, Frank Fiedrich – das Treffen war also ein Beispiel der zweiten Hälfte des Geschäftsmodells, ein gastronomisches Event organisiert von Profiseite. Da wird nicht privat vom Gastgeber gekocht, man trifft sich in der Restauration, weil man gerne gut isst und es mag, auf andere Menschen zu treffen Annähernd 30 Leute kamen so Freitag in der Temporären Kunsthalle auf dem Schlossplatz zusammen, ein Essen also auf absolut historischem Terrain!
Eingedeckt war in dem Kubus an einem langen weißen Tisch mit einer Besteckreihe, die dezent kurz vor der Unübersichtlichkeit stand – immerhin sechs Gänge hatte sie uns anzudienen
Da kriege ich sowas von Schnappatmung, wenn sie uns Berlinern auf heimischen Terrain Kölschgläser als Wassergläser eindecken!
Peggy und ich saßen in sehr charmanter Begleitung nach rechts wie auch nach links, die uns den Abend nicht einen Moment lang langweilig werden ließ. Die Runde war groß, vielleicht auch etwas zu groß, denn den einen Teil der „Mitesser“ hat man gar nicht gesprochen an diesem Abend. Da ich fotografieren sollte, durfte ich in die Küche.
Und echte Gastroküchen finde ich ja sehr zauberhaft als Aufenthaltsort für mich! Die kleine Küche unter der Obhut von drei charmanten jungen Jungs, die sehr ambitioniert und mit einer faszinierend guten Laune unser Dinner zauberten. Ich war da immer sehr gerne in dem elitären Bereich – und fühlte mich willkommen. Übrigens auch der Service vom Fiedrich: sehr reizend und aufmerksam, wir haben uns sehr wohl gefühlt!
Als Entrée gab es – wat bin ich froh, dass Peggy immer brav die einzelnen Gänge aufgeschrieben hatte – einen kleinen Hummercocktail mit Friséesalat, Chicoree und Safran, den fand ich sehr lecker.
Davon hätte ich problemlos noch ein paar dieser kleinen Gläser mehr haben wollen. Bodenständig und dennoch sehr fein. Vor allem schmeckte man hier gleich am Anfang die Qualität und Frische des Hummers – der Cocktail machte Lust auf mehr!
Schnell folgte als erste Vorspeise die obligatorische Hummersuppe, angekündigt mit flambierter Thai-Vanille, Cognac und – das erfuhr ich später – Teufelchili.
Nicht zu vergessen: die Basilikum-Cognac-Mascarpone. Die Suppe fand ich geschmacklich gut, vielleicht etwas zu dünn. Andere Gäste fanden sie wiederum geschmacklich zu bitter im Abgang. Dabei war ich sehr froh, dass man uns mit der Mascarpone nicht so etwas üblich Gesüßtes in den Gang einspeiste. Um der Suppe das Bittere zu nehmen, wurde die Thai-Vanille vorab mit Cognac flambiert, bevor der Hummersud angegossen wurde, erklärte mir die Küchencrew später. Ich fand das gelungen. Dennoch mit Einvernehmen am Tisch wurde die Hummersuppe als der schwächste Gang des Abends empfunden, was aber nicht heißen darf, die Suppe war schlecht.
Zweite Vorspeise – oder Zwischengang – ein frischer Salat mit Orangenfilets. Das fand ich ganz erstaunlich, da geht man zu einem Hummeressen und erwartet natürlich Hummer. Und dann kommt da ein einfacher, fröhlicher Salat pfiffig um die Ecke und macht schlicht glücklich! Und natürlich – Pointe muss sein – ganz ohne Hummer. Eine sehr, sehr leckere Vinaigrette – wie gerne hätte ich davon das Rezept! Der Salat hat Energien gestiftet und war eine feine Sache mit großer Wirkung für mich. Genau passend im genau richtigen Moment, ein schlichtes Frühlingshappening mit – bei mir – großer Wirkung. Kurz: Salat und vor allem Vinaigrette für mich eines der Highlights!. ‘Tschuldigung Hummer!
Frühling total war übrigens auch der portugiesische Weißwein, den wir in unserer Ecke vornehmlich tranken. Casal Carcia Vinho Verde. Wir durften beim Wein wählen zwischen weiß und rot, zu rot kann ich nichts sagen. Weiß war eine sehr gute Wahl. Ein charmanter, junger, spritzig hüpfender Weißer, der gute Laune machte und uns wirklich alle glauben ließ, draußen wäre ein lauer Sommerabend und das Meer würde an die Steinmauern des nahe gelegenen Spree-Ufers säuseln. Im späteren Verlauf des Abends wurde aufwertend auf einen Grauburgunder, Lergenmüller Bundsandstein aus der Pfalz umgeschwenkt. Denn konnte man natürlich sehr gut trinken – aber Spaß, den hat mir der Portugiese in der Hauptsache gemacht. Den möchte ich im Sommer wieder treffen!
Als erster Hauptgang folgte ein wunderschön farbenfroh angerichteter Teller mit pochiertem Hummer und Avocado-Staudensellerie-Salat mit geröstetem Sesam und Granatapfelvinaigrette und gerösteter Coppa. Sehr gut. Ich glaube, wer vorher immer einen weiten Bogen um Staudensellerie gemacht hatte und das sind ja nicht wenige, der wäre hier erstmals ins Grübeln gekommen, ganz fein, unaufdringlich und knackig. Ein bonfortinöser Gang. Auch dank des Hummers, aber nicht nur wegen ihm. Was die Jungs in der Küche ihm da zur Seite serviert haben, das konnte bestehen.
Zweiter Hauptgang: Spaghetti … mit Hummersud parfümiert und frischen Cocktailtomaten sowie Zuckerschoten. Da kam dann Chili und leichte Schärfe ins Spiel. Die Pasta war gut, sehr gut. An sich ganz trivial – geschmacklich sehr überzeugend.
Ich hoffe, die beiden Pastateller mit Suco con Carne haben auch gemundet – es gab zwei Fischallergiker beim Hummeressen! (Was man in der Küche nicht alles mitbekommt!)
Der letzte Gang, das Dessert, war der Gang, der mich persönlich am wenigsten überzeugen konnte. Es gab eine Schokoladenmousse mit Hippen (Teig und Schokolade) und gehackte Pistazien. Die Mousse war eine Variante der „fluffigen“ Sorte. Sie war lecker, zweifelsohne. Leider, leider war der Gang etwas zu warm als er serviert wurde (wobei das sicherlich dem Umstand der kleinen Küche geschuldet war). Mein Hauptproblem ist, dass ich empfindlich bockig reagiere, wenn man mir ein Dessert vorsetzt, das so tut als als hätte es keine Kalorien. Das mag ich nicht. Ich will ein Dessert – ich liebe Desserts – also will ich alles! Eine Mousse ist ein Dessert und sie hat gediegen zu sein und muss Charakter zeigen. Ich finde, wenn ich eine Schokoladenmousse ordere, dann muss die dunkel und schwer sein und der Tisch hat gefälligst vor Ehrfurcht ihrer Tiefe in die Knie zu gehen, wenn sie auf ihm serviert wird. Eine Schokoladenmousse hat nach Tragödie schmecken! Eine Schokoladenmousse, die nicht mehr weiß, ob sie Sahne oder Schokolade sein soll, zählt bei mir nicht. Nun gut, wir waren in Mitte und das muss eine Mousse mehr so fliegen können.
Rundrum war das ein bonfortinöses Dinner mit perfektem Service, sehr spannenden Menschen – also ein mehr als gelungener Abend – der nach dem offiziellen Ende in verkleinerter Runde im Prenzl'berg ein frühes Ende, früh im Sinne von morgens, nahm. Also ich denke für Leute, die gerne essen, vielleicht sogar selber kochen und auch öfter in einer anderen Stadt weilen und für einen Abend Anschluss suchen, ist tafelzeit.de das richtige Modell, um mit Gleichgesinnten zusammen gekommen und schöne Abende zu verleben. Ich würde da sofort mitmachen, muss aber, fürchte ich, vorher zuerst dringend einen Küchen-Renovierungs-Flashmob ausrufen. Hier könnt Ihr das Post von Peggy lesen mit mehr Hintergrundinformationen zum Geschäftsmodell von tafelzeit.de.
Vor allem aber, wenn Ihr für Eure Firmen, Veranstaltungen etc. ein Catering/Eventveranstalter in Berlin sucht: Fiedrich&Co empfehle ich.
at 11:11 6 comments
Labels: ran an den herd








