2010-03-03

Spart mal schön!

Meiner persönlichen Meinung nach ist das Westerwelle-Sozialschmarother-Theater nur initiiert, um momentan von dem inkompetenten Desaster abzulenken, das unser Gesundheitsminister Rösler gerade vollbringt. Der Mann wird uns – also Euch! – noch richtig viel Geld kosten. Vor allem aber wird er Euch immer schlechtere gesundheitliche Versorgung einbrocken.

Aber ehrlich gesagt, wir sind auch selbst schuld! Wir lassen es mit uns machen wie die Kuhherde, die vom Feld aus zum Schlachter geführt wird. Wir nehmen zur Kenntnis, dass Krankenkassen offensichtlich Preisabsprachen vornehmen aber weigern uns nicht Zusatzbeiträge zu zahlen. Wir nehmen zur Kenntnis, dass Krankenhäuser und einige Ärzte offensichtlich zu unseren Ungunsten abrechnen, bekommen am Rande mit, dass Kassen etwaige Fehlsummen in Milliardenhöhe von Krankenhäusern zurückfordern – und fragen dennoch nicht, warum wir trotzdem Zusatzbeiträge zahlen sollen, noch welches Qualitätsmanagement so etwas überhaupt zulässt?! Wir akzeptieren ungerührt wie dumme Schafe, dass die pharmazeutische Industrie nur noch in Deutschland die Preise für Medikamente festlegen darf. Mit der dreisten Aussage, sie müsse ja schließlich die Entwicklungskosten reinbekommen, von uns völlig überhöhte Preis abverlangt. Wir fragen nicht laut, warum die Pharmaindustrie ausgerechnet nur von uns Deutschen diese Entwicklungskosten einfordert, während jedes andere Land innerhalb Europas nur die Hälfte für Medikamente zahlen muss – für genau die gleichen Medikamente!

Bei Plusminus gestern ein Beitrag zum Thema: „Der deutsche Patient – das dumme Schlachtvieh“, online abrufbar, der Beitrag heißt „Unnötige Gesundheitskosten“ und ist ein Pflichtbeitrag für jeden, der Herrn Rössler noch sympathisch und als Mann der Stunde empfindet. Spannend überhaupt, dass sich sein Ministerium weigert Redaktionsanfragen zu beantworten. Dazu passt auch der Beitrag der letzten Plusminus-Sendung vom 16.02.2009: „Wie Krankenhäuser Patienten ausnehmen“. (Auch in der Mediathek zu finden.)

Aber wir stellen uns nicht vor das Kanzleramt und machen mal richtig Volksdruck, wenn die Politiker wieder – ganz offensiv – Bockmist verzapfen in den Gesetzen der Gesundheitsreformen und lieber pro Lobbyismus der Krankenhausgesellschaft und Pharmaindustrie agieren. Nun denn, offensichtlich haben wir alle noch so viel Geld, um uns das leisten zu können! Und ausreichend Phlegma, um es mit uns nach wie vor machen zu lassen.

2010-03-02

Grüße von Sari



Zunächst einmal möchte ich mich bei Euch, die Ihr neulich meinem Spendenaufruf hier und bei twitter sehr großzügig und hilfreich gefolgt seit, nochmals mein persönliches Dankeschön ausdrücken! Ihr habt viel Herz gezeigt und sehr geholfen und bei Babs und Tilo, den geprüften Dosenöffnern von Sari, ein großes Staunen mit anschließender ungläubiger Freude verursacht mit Eurer Hilfsbereitschaft. Vor allem habt Ihr ihnen etwas Druck von der Seele genommen.

Die kleine Sari war so entzückt, dass sie kurzerhand alle Menschen in ihrer Umgebung in Bewegung setzte und hat Euch zum Dank eine eigene Webseite ins Netz stellen lassen, auf der sie von ihrem weiteren gesundheitlichen Werdegang und Tagesablauf berichtet. Neben Fotos sind dort vor allem immer wieder auch Videos von Sari zu sehen, in denen sie Euch zeigt, wie gut es ihr – auch dank Eurer Hilfe – zur Zeit wieder geht.

Letzte Woche hatte Sari ja großen Konsultationstermin bei einem neuen Tierarzt und ihrer auch neuen Tierheilpraktikerin. Beide arbeiten im Fall Sari zusammen, was ich schon sehr bemerkenswert finde. Fakt ist, dass Sari von ihrer vormaligen Tierärztin mit den Luminaletten leider völlig überdosiert wurde, der neue Tierarzt als auch Tierheilpraktikerin konnten kaum etwas zu ihr sagen, weil Sari aufgrund der Dosis völlig narkotisiert schien. Nun wird sie erst einmal entgiftet und die Luminaletten werden nach und nach reduziert.

Die Tierheilpraktikerin hatte nach der ersten Untersuchung aufgrund Saris Pupillenveränderung einen etwaigen Gehirntumorverdacht. Daraufhin ist Sari gestern in einer Frankfurter Tierklinik, die ein CT haben, vorgestellt worden. Ein CT bei ihr durchzuführen, wäre sehr problematisch, da Ataxie-Katzen keine Narkose erhalten sollen. Aber der Tierarzt dort vor Ort konnte aufgrund seiner Untersuchung und großen katzeneurologischen Erfahrung auch ohne CT Entwarnung geben und hat Sari als sehr lebensfrohe Katze mit einer starken Ataxie und eben Epilepsie befundet, deren Medikamentation jetzt einfach ordentlich eingestellt gehört. Er prophezeite Sari ein langes glückliches Leben! Babs, vielen anderen, natürlich auch mir, ist damit selbstverständlich ein großer Stein vom Herzen gefallen (na gut, an eine Tumor-Diagnose wollte ich eh nicht recht glauben) aber so eine Vermutung lastete die letzten Tage schwer auf den Herzen.

Sari hat alle Arztgänge entspannt hingenommen und jeden ihrer neuen Freunde mit ihrem Charme und Spaß am Dasein um ihre Pfötchen gewickelt. Ihr geht es – nach nunmehr einer Woche langsamer Luminaletten-Reduktion und der Gabe neuer Medikamente – deutlich besser! Sie ist nicht mehr nur noch müde und hat dementsprechend viel mehr Spaß, guckt mit Begeisterung ihren Mäusen zu und geht jetzt, wenn die Sonne wieder scheint, auch am Geschirr in den Garten – was sie natürlich toll findet. Vor allem aber – jetzt alle mal Holz klopfen – hatte sie seit fast einer Woche keine neuen Anfälle mehr!

Die neuen Medikamente sind wie erwartet immens teuer, waren aber dank Eurer Hilfe für Babs erst einmal bezahlbar. Eine sehr große Freude hat die Tierheilpraktikerin Babs und Co. gemacht, denn nachdem sie die Webseiten von Babs angesehen hat und von ihrem Engagement für Ataxie-Katzen gelesen hatte, hat sie kurzentschlossen ihre Behandlung und Untersuchung für Sari geschenkt! Das war nach drei Stunden Konsultation natürlich ein großer Batzen Geld, der nun wieder in die Medikamente fließen kann.

So sind wir im Moment alle guter Dinge, freuen uns jeden Tag über Fortschritte, die die kleine Sari im Alltag macht und wie sie diesen mit Spaß am Leben und Erleben mit großer Freude meistert. Überzeugt Euch selbst, hier geht es zu ihren Videos!

Und wir freuen uns über die vielen kleinen und großen Hilfen, die die Menschen um Sari herum – also auch Ihr – machen. Daher noch einmal: Herzlichen Dank an Euch!

2010-03-01

Brett verlegen.



Neulich an einem dieser dunklen deprimierenden Wintersonntage, von denen wir diesen Winter einen bis sehr viele hatte, surfte ich durch's Web und auf meinen erklärten Lieblingsseiten: Baumärkte. Baumarktseiten sind wie Brautkleiderseiten an fiesen depressionsgeschwängerten Wintertagen, an denen man keine Sau vor's Haus treiben wollte: ungemein unterhaltsam.

Dabei bin ich auf der Seite der Bauhaus-Märkte in die Ecke Aktivitäten vorgedrungen und habe zur Kenntnis genommen, dass man dort nette Verkaufsveranstaltungen in Kombination mit „how-to-do-it-yourself“-Workshops offeriert, gelegentlich für's weibliche Volk als „Womens week“ getarnt. Eigentlich gehöre ich ja in den „Kids Club“ aber wem hätte ich da wieder mein fortgeschrittenes ausgewachsenes Stadium erklären sollen? Weil mir neulich so langweilig war, ich gerade im üblichen „ich muss unbedingt wieder was lernen“-Mode war – das ist der Moment in dem die Volkshochschule auch ab und an gut an mir verdient – und ich zudem ahnte, dieser Winter wird noch lang werden wollen, habe ich mich angemeldet. Einmal für's Laminat verlegen und einmal im Rahmen dieser Frauenveranstaltung für's Fliesen legen.

Mir ist im letzten Jahr eine Stichsäge zugelaufen und ich habe im Hinterkopf den Flur als ersten Testobjekt meines Talents mit Laminat zu verkleiden. Der ist von der Größe her übersichtlich, das scheint also machbar und wenn's schief läuft, ist der finanzielle Verlust vielleicht noch zu verkraften.

So meldete ich mich also an und während die Anmeldung für die Weiberwoche online professionell mit Rückantwort vonstatten ging, musst man für den Laminat-Lehrgang eine Mail schreiben auf die ich nie eine Antwort erhielt, so dass ich drei Tage später in der Filiale anrief und man mir telefonisch bestätigte, ich würde in der jeweiligen Liste bereits geführt.

Der Laminatlehrgang war auf letzten Samstag terminiert. Um zwölf Uhr mittags, das war insofern unpraktisch, weil ich Samstag erst um fünf Uhr nach Hause kam. Aber ich gewann den Kampf, richtete mich rechtzeitig auf und machte mich auf den Weg in den Süden Berlins. Das war schon im Vorfeld ein bisschen die Prämisse für den Lehrgang, ich wollte etwas in der Nähe machen, und Tempelhof/Neukölln gehört zum Süden Berlins. Allerdings ist der Süden Berlins so dehnbar wie ein Marshmallow kurz nach seiner Herstellung. Der Begriff „Süden Berlins“ muss die Vorlage zur Raumschiff Enterprise-Trailer-Weisheit „Unendliche Weiten … “ gewesen sein und so unentschieden ich nach 20 Jahren wohnungsbedingter Zugehörigkeit immer noch bin, dem Süden Berlins einen gewissen Charme zuzusprechen, kann ich ihm eine gehörige Vielfalt an schönen Ecken und hässlichen Ecken nicht absprechen. Der Süden Berlins ist ein komisches Ding.

Also besprach ich mit der BVG wie ich wohl am unkompliziertesten zum Ort meiner Wahl kommen würde. Obwohl ich Samstag sehr gut erstmals wieder hätte Rad fahren können. Aber ich verwechsle in dieser Ecke immer sehr gerne die eine Hauptstraße mit der anderen Hauptstraße und verfahre mich grundsätzlich, was ungünstig ist an diesem Ort, weil dieser Teil des Süden in Berlin, wie schon angedeutet, unendlich weit ausgelegt ist. Und das bringt keine Punkte eine Stunde zu spät zu einem Lehrgang zu erscheinen. Die BVG sprach von S-Bahn mit 1x umsteigen oder von Bus mit 0x umsteigen. Als ich an der Dockingstation ankam, kam jener Bus gerade um die Ecke und 30 Minuten durch die Stadt gegondelt zu werden, entsprach meiner restalkoholisierten müden Verfassung. So stieg ich ein, sicherte mir einen der attraktiven Fensterplätze für's gleiche Geld und wir fuhren los in Gegenden Berlins, die ich – das schwöre ich – noch nie gesehen habe. Dabei liegen sie gleich nebenan.

Als erstes stelle ich fest, dass der Bus, den ich mit zehnminütigem Fußweg vorne an der S-Bahn-Haltestelle erwartete, auch mit nur fünfminütigem Fußweg von meiner Wohnung zu erreichen gewesen wäre, wäre ich einfach nur „hinten raus“ gelaufen. So exzellent kenne ich mich also aus in meiner unmittelbaren Wohnumgebung. Der Bus warf mich auf die Minute pünktlich raus und ich marschierte froher Dinge in das riesige Bauhaus (das früher mal das riesige Pluta nach dem größenwahnsinnigen Neubau gewesen war, eine der nettesten und kompetentesten Pflanzeninstitution Berlins). Beschwingt meldete ich mich am Informationstresen, wollte mich melden, aber die Dame hing beschäftigt an einem Telefonhörer und wie ich dem Gespräch entnehmen konnte, telefonierte sie wegen eben jenem Laminat-Verlegeworkshop – der auf dem riesigen Werbeständer zu ihren Füßen auch angeschlagen war – und schien von einer Veranstaltung am Samstag nichts zu wissen. Tenor des mitgeführten Gespräches war „die hätten sich halt anmelden müssen.“ „Die“ waren ein junger Herr, der sich kurz zuvor bei der Dame gemeldet und sie zu diesem Telefonat motiviert hatte und ich. Wir wurden durch den Baumarkt nach hinten zur Bauabteilung geschickt, sollten uns bei einem Herren melden. Der uns empfing, um uns zu sagen, niemand hätte der Abteilung unsere Anmeldungen weitergeleitet, weswegen man dem eigentlichen Workshop-Leiter abgesagt hätte. Aber da wir ja nun mal da waren, sprang der junge Verkäufer motiviert in die Bresche und erklärte uns die Welt der Laminatkunst und führte uns in ihre kleinen Geheimnisse ein.

Beispielsweise erklärte er, dass als Abstandhalter zur Wand er die aus Plastik besser fände als die aus Holz, weil letztere glatt seien und daher gerne auch verrutschen. Abstand sei sowieso da zentrale Thema beim Laminat verlegen, auch Heizungsrohre mögen bitte mit ausreichend Abstand beschenkt werden. Er machte Wohnungsmenschen mit geraden Wänden (Neubau) sehr viel Laminat-Mut, Wohnungsmenschen mit ungeraden Wänden (Altbau, zufällig ich) Aussicht auf eine hohe Vielzahl möglicher interessanter Erfahrungen. Er machte uns darauf aufmerksam, dass man im Dielenbereich doch lieber mehr Geld in einen höheren Härtegrad investieren sollte, weil so ein Splittsteinchen gerne auf Laminat Schaden anrichtet, und er versicherte mir, dass man Laminat mittlerweile auch im Nassbereich, sogar in Bädern, verlegen könne. Er wies daraufhin, dass man in dem – momentan ach so modernen – dunklen Laminaten viel schneller Macken und Kratzer sehen würde als in den hellen und diese sich dafür gerade für den Eingangsbereich besser eignen würde. An der Stelle fragte er uns, ob wir einen großen schweren Hund hätten? Was ich wahrheitsgemäß beantwortete mit, „ich hätte nur einen großen schweren Kater!“ (Was gar nicht stimmt, denn Lino hat viel abgenommen und passt mittlerweile sogar zwischen die Balkonbalustrade, wie ich gestern erfreut zur Kenntnis genommen habe. Mist, ich kriege nicht mal ein Laminat-Post ohne Premiumcontent gebacken.) Jedenfalls seien große schwere sich im Eingangsbereich freunde Hunde eine besondere Herausforderung für Laminat, das dann nach Härtegrad 33 fordere. Er gab Tipps zum Zuschnitt, bei Stichsäge möglichst von der unteren Seit her zuschneiden – und dass es mittlerweile sogar extra Schnittblätter für Laminat gäbe. Hört! Hört!

Der Verkäufer beantwortete mir sehr kompetent alle meine Fragen zu „wo fange ich warum und weswegen an zu verlegen bei meinem speziellen Fluraufbau und in welche Richtung verlege ich?“ (Lichteinfall beachten, der macht die Fugen sichtbar), „was mache ich mit der Eingangstür zu welcher der Übergang natürlich anders ist als zu den anderen Türen?“, „was nimmt man für Abschlüsse an den Türen oder Zimmerübergängen?“ Wir durften im Testmodell selber verlegen, wenn auch wir auf den Zuschnitt verzichteten – aber auch dazu gab es kompetente Tipps und er zeigte uns sehr genau, auf welche böse Phänomene wir möglichst achten sollten und rechtzeitig verhindern sollte, damit sie uns später nicht Ärger bereiten. Der junge Familienvater, der mit mir Fragen stellte, plant sein Laminat auf Fußbodenheizung zu verlegen – insofern bekam ich auch zu dieser speziellen Anforderung ein erstes Fachwissen vermittelt.

Der junge Workshopleiter war nicht müde uns zu jeder Frage aus dem Sortiment die notwendigen Hilfsmittel aus der Packung reißend vorzulegen und in der Anwendung zu demonstrieren, als auch deren Vor- und Nachteile zu erläutern. Zum Schluss erklärte er leicht hämisch grinsend – wir waren beim Thema Leisten verlegen angelangt – dass das die eigentliche tückenreiche Arbeit beim Laminat verlegen sei. Alles andere vorher sei wie ein Spaziergang. Und wenn man Kabelleisten mit Abschlussleisten integriert andübeln würde, dann um Himmels willen in die Berge der unebenen Wand, nicht in die Täler dübeln (wobei dübeln alleine auf der niedrigen Höhe bestimmt total viel Spaß macht …) und schlussendlich gab er uns noch mit auf den Weg, dass man auch gerne Handwerker beim Bauhaus „einkaufen“ könne. Was ja irgendwie auch viel Mut macht.

Trotz des merkwürdigen Einstiegs in den Workshop – wofür der junge Verkäufer/Handwerker wirklich nicht konnte – eine gelungene informative Veranstaltung, da hatten wir Glück mit ihm. Nach gut anderthalb Stunden der vorab angesetzten drei Stunden, waren wir fertig und voller Wissen und Tatendrang – und jetzt muss ich nur noch ausmessen und einkaufen. Dann gibt es Laminat holdriho.

Alles wird gut!
Bestimmt! Vielleicht. Mal sehen.

In zwei Wochen reise ich übrigens nach Spandau: Fliesen verlegen für weibliche Runaways …

2010-02-28

Kochtipp 01/2010 Tarte aux Pommes (Elsaß)

Eines meiner allerliebsten Kochbücher ist „Die echte französische Küche“ von Susi Piroué bei Gräfe und Unzer erschienen. Wundervolle sehr ursprüngliche Rezepte aus allen Regionen Frankreichs, von leicht bis höchst anspruchsvoll.

Die Seite, die sich bei mir in dem Buch mittlerweile von selbst aufschlägt, die Seite 68, beherbergt links ein Rezept für einen Gâteau au chocolat, mittig die Tarte aux mirabelles (beides Rezepte aus Lothringen) und rechts die weltbeste Tarte aux pommes aus dem Elsaß – eine Apfeltarte mit Crèmeguss. Nicht ganz trivial in der Zubereitung, bei weitem nicht so einfach wie der Schokoladenfondantkuchen. Aber die Arbeit in der Küche lohnt sich allemal.

Man braucht neben einer Tarteform (wie mir gestern zuuuuuufällig eine neue zugelaufen ist …)

1 kg von einem aromatischen sauren Apfel
1 Zimststange
1 Zitrone (nur den Saft)

Für den Teig

125 g Puderzucker
125 weiche Butter
2 Eier
250 g Mehl (bei Bedarf etwas mehr, plus Mehl zum Ausrollen)

1 Packung Erbsen zum Blindbacken (u. Backpapier)

Für den Guss

4 Eigelbe
2 EL Milch
400 ml Milch
125 g Zucker (ich nehme gerne Vanillezucker)

Zubereitung



Den Mürbeteig bereite ich gerne den Abend vorher zu, dann kann er im Kühlschrank zum nächsten Tag gut durchkühlen. Ansonsten mindestens 1 Stunde Kühlzeit einkalkulieren. Der Puderzucker wird gesiebt, mit der weichen Butter verrührt, dann werden die Eier nach und nach untergerührt und zum Schluss das gesiebte Mehl darunter gehoben – sobald die Masse sich zum Klumpen formt, nicht mehr rühren sondern mit den Händen kneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Zellophan einschlagen und in den Kühlschrank legen.



Die Tarteform einfetten. Die Äpfel werden geschält, entkernt und in schmale Streifen geschnitten – aus einem Viertel mache ich drei Streifen. Diese werden sogleich in einen Kochtopf mit etwas Wasser, dem Saft der Zitrone, einer Zimtstange gelegt und zum kochen gebracht bis sie weich sind – aber noch Biss haben. Die Scheiben in ein Sieb zum Abtropfen geben (gegebenenfalls abschrecken, damit sie nicht zu weich werden beim Nachgaren.)




Wenn der Mürbeteig gut kalt ist aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer bemehlten Fläche ausrollen – ich mache das immer zwischen zwei Blättern Backpapier, so bleibt nix kleben und der Teig lässt sich praktisch nachher auf die Tarteform legen. Den Teig andrücken und den überstehenden Rand abschneiden. (Der restliche Teig wandert in den Tiefkühler oder man gönnt sich davon die nächsten Tage zwei kleinere Tartelettes mit Obst.) Den Teig mit einem der Backpapierblätter belegen und mit den Erbsen beschweren und für ca. 10-15 Minuten bei Gas Stufe 3 blind vorbacken.



Wenn er fertig ist, wird er mit den abgetropfen Apfelscheiben belegt.

Die Crème ist für den Backanfänger etwas tricky: hier gilt bei der Zubereitung jegliche Ablenkung abstellen, vorher auf die Toilette gehen, Telefon klingeln lassen, denn es muss ab einem bestimmten Moment gerührt werden. Dauerhaft. Mit genau null Pause! Anderenfalls hat man leider Rührei. Und Rührei wollen wir nicht, wir wollen Crème. Und dazu verrühren wir die vier Eigelbe mit der Milch, die andere Milch mit dem Zucker wird zum Kochen gebracht. Und sobald sie simmert, wird sie durch ein Sieb zu den Eigelben gerührt, verrührt und diese Eier-Milch wandert zurück auf den Herd, wo sie unter ständigem (!) Rühren erhitzt wird, bis sie leicht andickt. Sie darf nicht noch einmal kochen (also frühzeitig runter mit der Hitze) – sonst Rührei! Ich gieße die Menge nochmals durch ein Sieb auf den Kuchen. Bis dahin muss sie selbst wenn bereits vom Feuer genommen, gerührt werden, sonst stockt die Masse – auch dann haben wir wieder das gefürchtete Rührei.



Nun kommt die Tarte ein letztes Mal in den Ofen für ca. 25 Minuten bei 220 Grad oder Gas Stufe 4. Falls die Ränder zu braun werden, den Kuchen ruhig mit Backpapier abdecken. Im Buch steht der Kuchen soll in die Mitte, bei mir kommt er auf die 1. untere Stufe und Gas Stufe 2 würde auch reichen – aber da ist ja jeder Ofen sehr eigen. Meiner sowieso. Die olle Wutz!



Und fertig ist sie, die beste Tarte aux Pommes der Welt!



Bon Appétit!

Schönes Wort heute gefunden …

Eierschalensollbruchstellenverursacher

gegendert: Eierschalensollbruchstellenverursacherin

gibt es auch in der Variante: Eierschalensollbruchstellenverursacher mit Swarowski-Kristallen

kurz: Eiköpper. (Mit und ohne Strassdinger.)

(Das ist immer so ein Kram, bei dem ich nicht anders kann als zu denken: und anderswo haben Menschen nicht genug zu Trinken.)

2010-02-25

Lecker Mutterglück.

Mir ist mehrmals aus privaten und beruflichen Gründen Plazenta begegnet. Erstmals bei der Hausgeburt meiner allerersten Katze. Da war ich zwölf Jahre alt und hatte mich vorher in die damals vorhandene Katzengeburtshilfsliteratur eingelesen und somit zur Kenntnis genommen, die weibliche Katze frisst bei der Geburt die Plazenta ihrer Kätzchen auf. Das tun Tiermütter notgedrungen, wie auch sonst sollen sie ihre Babies von Haut und Blut befreien und das Tierbabylager sauber halten? Die Lehrbücher besagten, die Plazenta würde dem Tier die notwendige Energie zum Stillen geben und sei daher sinnvoll.

Meine Katze damals tat das sehr ordentlich, ihr Evolutionsschema sah da nix anderes vor. Ich guckte mir das an, fand es, wenn auch vom Ratgeber vorbereitet, leicht befremdlich. Meine Mutter, selbst zweifach Gebärende, erklärte mir, sie sei während ihrer Geburten nicht auf die Idee gekommen, das tun zu wollen. Ihr war einfach nur nach einer deftigen Leberwurststulle, nachdem sie diesen Job bei meines Bruders und meiner Geburt absolviert hatte.

Später war ich dann berufs- und freundschaftlich bedingt bei der einen und anderen Geburt dabei, nahm da auch die viel größere Plazenta des Menschen zur Kenntnis. Fand sie immer noch nicht essenswert. Die Plazenta ist wie ein Stück rohes Fleisch mit einer Haut drum herum, wie man sie oft einem ganzen Filet abziehen muss, das Ganze ist natürlich dementsprechend blutig. Natürlich ist der Mutterkuchen mit einer nicht unerheblichen Menge des mütterlichen Blutes versorgt. Das der Mutter zurückzuführen, mag nicht verkehrt sein. Funktioniert natürlich so mit der Essensaufnahme jedoch nicht. Andere Kulturen machen nach wie vor sehr viel Brumborium um die Plazenta, erklären dort den Sitz der Seele u.v.m. Wir hierzulande besinnen uns neuzeitlich wieder darauf, sie im Garten vergraben zu müssen und stellen einiges mehr mit ihr an, wozu meine Mutter heute vermutlich befinden würde, dass sie genug mit uns zu tun hatte als das sie auf solchen Mutterkuchen-Aktionismus post partum ernsthaft Lust gehabt hätte. Die heutzutage dann gerne mal „urzeitlich“ gebärende Frau hat sich auch wieder der Plazentaaufnahme verschrieben. Das kann man tun. Muss man aber nicht.

Wer es denn machen möchte und tut, soll sich herzlich gerne die Geschichten und geschmacklichen Beschreibungen als auch Rezepte für das Mutterkuchengulasch für seine Kinder aufbewahren. Aber muss man immer alles ins Internet schreiben? Andererseits, wenn es anderen und dazu noch so kochverständigen Bloggern soviel Freude bereitet …

Gründe jetzt mal schnell ‘ne Image-Agentur

konzentriere mich auf die Restauration des Ansehens von Religionen.

2010-02-24

Es gibt Hummer!



In meinem Hinterkopf schmorte schon immer eine Idee an deren Umsetzung es bis heute happerte, dank meiner professioneller „mir schön selber im Weg steh-Itis“ – immer diese kleinen Ausreden im Kopf. Die Idee war simpel, das multikulturelle Potential von Neukölln aufgreifen und mit vielen Menschen und mit ihrem besonderen heimatlichen Hintergrund gemeinsam zu kochen und viel über andere Küchen zu lernen.

Dann gab's neulich über twitter – insbesondere über Peggy, die das Kochkalenderportal multikulinarisch.de stemmt – einen Kontakt, der fragte, ob wir nicht Lust hätten kommenden Freitag bei einem Essen dabei zu sein und zu berichten, ich zu fotografieren. Und Essen zu fotografieren … ihr wisst schon, geht immer.

Mit etwas Verzögerung (der twitter-Kontakt Andy hält mich mittlerweile sicherlich für etwas Banane, allerdings leide ich langsam unter einer fundamentalen „Log-Dich-auf-unser-Portal-ein“-Phobie und stellte das mit der mir angeborenen Sprödheit unter Beweis) habe ich mich dann auch mit dem Konzept dieser besonderen gemeinschaftlichen Kocherei vertraut gemacht. Und siehe da, die haben mein Hirngespinnst auf professionelle (und kommerzielle) Beine gestellt und dieses komische World Wide Web dazu genutzt, es einer breiteren Masse zugängig zu machen, als ich das mit einem Aushang beim befreundeten Supermarkt im Eck hätte bewerkstelligen können. (Wobei ich immer noch glaube, dass es verdammt gute Köche und Köchinnen da draußen gibt, denen das Internet völlig am Topflappen vorbei geht.)

Das Ganze heißt tafelzeit.de und funktioniert so: man meldet sich an und verkündet alleine oder gemeinschaftlich an einem bestimmten Tag ein bestimmtes Menü für eine bestimmte Anzahl zu einem realistischen Preis zur Kostendeckung anzubieten. Die Mitglieder in der jeweiligen Stadt sagen dann,„Ja, ich komme gerne!“, bestätigt der Gastgeber ihre Einladung überweisen sie den Obolus und so trifft man sich später in geselliger Runde zum Essen. In das Angebot der talentierten Kochlaien mischen sich Kochkurse, als auch Offerten professioneller Köche sprich Restaurants. Oder es bilden sich Kochgemeinschaften, seien sie aus gourmet-thematischer Liebe (der vielbeschworene Grill-Club) oder aus regionaler Nähe geboren.

Die Gastgeber können im Nachhinein von den Gästen bewertet werden, von der Funktion wurde bis jetzt kaum Gebrauch gemacht. (Was die User ruhig mehr tun sollten, denn nur so trennt sich die Spreu vom Weizen in diesem Portal.) Aber tafelzeit.de ist noch jung und erkämpft sich daher jetzt Berlin. Diesen Freitag serviert Frank vom Fiedrich dieses Hummer-Menü, das vom Klang her keine Wünsche offen lässt, wenn man die kleinen Freunde auf seinem Teller mag. Dieses Menü kommt also aus der professionellen gastronomischen Ecke – aber warum auch nicht? Will sagen Peggy, creezy und creezys Kamera gehen hin, denn fiedrich sieht ganz nett aus, behauptet aber kein Hobby zu haben.

Gucken wir mal … so zumindest gefällt mir das Konzept.

Der Hummer oben auf dem Foto hängt übrigens an meinem Kühlschrank. Unter der auf dem Kopf stehenden Eule und den aus der Reihe tanzenden Matruschkas. Tut nix zur Sache, ist aber immer gut, wenn man so was auch weiß!

2010-02-23

Zahnpflege

Gestern Nacht in den Vox-Nachrichten ein netter Beitrag zum Thema Zahnarztkompetenz bezüglich Geldeintreibung. Die Patientin mit gesundem Gebiss erhielt bei ihrem Zahnarzt zuvor eine professionelle Zahnreinigung einschließlich Zahnsteinentfernung. Bis zum nächsten Tag hatte sie nur Wasser getrunken und sich die Zähne wie üblich gereinigt. So ging sie zu drei Zahnärzten zu einem regulären Untersuchungstermin.

Alle drei Zahnärzte waren der Meinung, man müsse bei der Patientin auf jeden Fall Zahnstein entfernen und dienten ihr unbedingt eine professionelle Zahnreinigung an. Einer Arzt empfahl dabei die Reinigung mit dem AirFlow, der besonders Koffein und Teein-Verfärbungen entfernt. Verfärbungen, die die Zähne der jungen Frau nicht aufwiesen.

Money makes the world go arround …

2010-02-22

Werkzeug

Wenn ich in den Urlaub fahre und weiß, da ist eine Küche vor Ort in der gekocht werden darf, nehme ich immer eine kleine Auswahl Kücheninstrumente mit – dazu gehören ein bestimmtes Küchenmesser wie auch der kleine Rührbesen. Dinge, die mir so dermaßen angenehm zur Hand gehen, dass ich auf sie partout nicht verzichten möchte. Neulich habe ich mich in meiner Küche umgeguckt und fest gestellt, dass da das eine oder andere – ganz analoge – Instrumentarium ist, ohne das ich nicht auf eine einsame Insel ziehen wollen würde! Und es kam einiges zusammen. Jedes einzelne Gerät hat seine Berechtigung. Kurzerhand habe ich die Dinge fotografiert, jetzt bekommen sie noch ihre kleine Geschichte dazu. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn Ihr in Euren Blogs Eure Lieblingskücheninstrumente auch präsentiert!



Als erstes hätten wir da den Sparschäler in seiner puristischsten Ausführung. Einem Sparschäler bin ich erst in meinem 23. Lebensjahr begegnet – bei uns in der Familie kamen die Dinger nicht zum Einsatz. Mir ist so ein Gerät vorher auch nie unter die Augen gekommen. Der beste Freund der Welt hatte so ein Ding in der Küche und es gab mir alsbald Rätsel auf. Als ich bei den Ex-Schwiegereltern in spe ein paar Tage im Ruhrgebiet verbrachte, lernte ich damit zu schälen – mit großem Amüsement für die, die mir die Nutzung erst einmal beibringen mussten! Ich fand Sparschäler doof und ich empfand es als anstrengend sie zu benutzen. Wir haben lange und intensiv über des Sparschälers Nutzen und Vorteil diskutiert. Irgendwann – als ich dann endlich damit auch umgehen konnte – habe ich den Sparschäler in meiner Küche respektiert. Dieser hier ist das Urmodell, von den vielen, die ich mittlerweile mein Eigentum nenne. Ich habe immer mal wieder (meist aus dem Ausland) buntere, schönere Sparschäler mitgebracht (ähnliche Marotte wie beim Spülmittel). Ganz ehrlich: keiner schält so gut, flink, praktikabel wie dieser hier! Also sehe ich ihm seine Hässlichkeit und Rostwolllust nach. Wenn ich nur wüsste, warum er diesen Haizacken auf seinem Rücken trägt …



Holz! Man möge mich bitte verschonen vor Plastik- oder Glasbrettern oder Plastikkochlöffeln. Im Holz steckt die Seele. Natürlich besitze ich auch die Suppenkelle aus Aluminium. Im Großen und Ganzen arbeite ich aber mit Holzbrettern und Holzlöffeln, -kelle und -wendern. Je mehr sie nach Benutzung aussehen und Patina ansetzen, um so mehr liebe ich sie. Der Holzlöffel ganz vorne rechts im Bild, lebt und wirkt bei mir schon seit Urgedenken. Die Wender mit den Löchern links im Foto sind von der Insel, also mallorquinische Mitbringsel, meine absoluten Lieblinge. Liegen perfekt in der Hand, richten keinen Schaden in der Pfanne an. Gebe ich nicht mehr her!



So ein Pilzputzerpinsel. Nimmt es mit jedem Haushaltstuch auf oder mit was man auch immer sonst Pilze ohne Wasser reinigen möchte. Der Pinsel – und keine Pfifferlingsmenge ist mir zu groß.



Die Microplane-Zestenreibe. Ich bin ihr letztes Jahr bei Freunden begegnet und habe über ihre Parmesanreibe-Kompetenz nur staunen können. Erst dachte ich genervt, was ist das denn für ein nerviges kleines schmales Reibewerkzeug? Dann dachte ich nur noch „Wow!“ Noch nie so schnell mit so wenig Kraftaufwand so eine große Menge fluffigen Parmesan gerieben. Wollte gar nicht mehr aufhören! Mittlerweile habe ich meine drei alten Parmesanreiben aussortiert und mir die grobe Version der Reibe auch noch geschenkt (für die man allerdings einen Schutzhandschuh kaufen sollte.) Der allerbeste Küchenartikel, der mir letztes Jahr über den Weg gelaufen ist! Handlich, praktisch – kommt mit auf die Insel!



Mein Mini-Schneebesen. Knappe 21 cm lang, davon hat die Spitze 9 cm. Der kommt immer mit, den er ist der absolute Vinaigrette-Master! Kommt in 80 % aller Schneebesenfälle zum Einsatz, die großen Schneebesen schlafen sich dagegen einen aus.



Was ich ansonsten unbedingt brauche und liebe: Schüsseln. Schon als 14-Jährige, noch weit entfernt von einer eigenen Küche, habe ich aus einem Schulaustausch in Frankreich meine ersten Boules mitgebracht. Ich habe keinen Schimmer, wie es dazu gekommen ist – aber hier hat sich offensichtlich eine Farbe durchgesetzt. Nicht, dass ich nicht auch hier oder dort eine aus in rot oder anderen Farben hätte. Aber man stelle mir eine Keramikschüssel in einem ordentlichen Blau vor die Nase und ich schiele nach dem Preisschild. Blaue Schüsseln sind mit der Grund, warum ich eigentlich in meiner Küche anbauen müsste!



Das ist meine Küchenwaage. Völlig analog. Völlig praktisch. Ein Geburtstagsgeschenk von Chef und Gemahlin. Fand ich damals irgendwie blöd das Ding, unsere Zuneigung musste erst wachsen. Aber heute bin ich für dieses einfache pragmatische Gerät sehr dankbar. Bis 200 g kann man mit ihr die unterschiedlichsten Zutaten problemlos abwiegen, dabei seinem Spieltrieb frönen und komfortabel das Abgewogene hinzugeben. Diese Waage ist sicherlich nicht so schön wie diese flachen digitalen heutigen Waagen, aber sie ist praktikabel und immer zur Hand. Danke Ex-Cheffe!



Der Steingutsalztopf. Nur akzeptabel mit Holzschaufel! So einen hatte meine Oma väterlicherseits. Das einzige Teil, dass ich wirklich gerne von meiner Oma geerbt hätte. Leider genau das Teil, das mein Onkel bei der Auflösung am schnellsten weggeworfen hatte. Habe ich mir also irgendwann einen ähnlichen Steingut-Topf im Antiquitätenhandel gekauft und ihn sinngemäß als Omas definiert. Wir sind beide sehr sehr dicke miteinander. Letztes Jahr ist eine formschöne moderne Variante mit Deckel zu Weihnachten hier eingezogen, dieser Topf darf jetzt das Fleur de Sel beherbergen.



Die gute Pfeffermühle natürlich mit Peugeot-Mahlwerk. Damals in Montpellier gekauft. Mir kommt kein anderes Mahlwerk ins Haus, vor allem kein beleuchtetes Batterie betriebenes! Ich bilde mir ein, dass aus keiner anderen Mühle Pfeffer frisch gemahlen so gut riecht, wie aus diesem Mahlwerk und diesem Holz. So eine Peugeot-Mühle hat man schließlich für's Leben! Ich habe davon zwei – schließlich gibt es auch weißen Pfeffer!



Diese Steingutschüssel, das südeuropäische Kochwerkzeug. Da ich ja mit Gas koche, kann mir der unebene Boden nix anhaben. Meine ist noch aus Frankreich. Altgedient, mittlerweile mit viel Charme. Ich koche sehr gerne damit – völlig losgelöst von anderen wertvollen Töpfen oder schönen Auflaufformen, die ich habe. So manches ursprüngliches Gericht muss einfach in ihr gemacht gemacht werden. Das gilt auch für Salate. Ich weiß heute schon, wenn ich mal nicht mehr bin und meine Wohnung aufgelöst wird, wird diese Schüssel sofort in den Müll wandern, weil visuell als „unverkäuflich“ eingestuft. Ich werde dann im Grab rotieren, versprochen!



Mein erstes Global-Messer. Habe ich auch schon seit ich Anfang 20 bin. Dieses hier wurde letztes Jahr vom Werk getauscht, weil es merkwürdige Verfallserscheinungen aufwies – aber immerhin, sie haben es anstandslos ausgetauscht. Ich habe drei Messer aus der Serie – dies ist mein absoluter Liebling und der Vorgänger war mit mir weit gereist. Es liegt in der Hand wie ein Traum, es ist scharf, es schneidet alles problemlos (natürlich nehme ich für Tomaten ein anderes). Das gebe ich nicht mehr her!

Nun denn, nehmt dieses Post als fröhliches Blogstöckchen und raus damit – mit Euren Fotos und Geschichten zu Euren Lieblingsküchenwerkzeugen, die Euch ohne Strom das Leben leichter machen!

2010-02-20

Neu! Nishixpedit!

Nishixpedit gibt es in zwei Ausführungen, nämlich passend:



Und fast passend:

2010-02-19

Winterliches aus der Hauptstadt





Und ich frage mich beim Lesen:

Airen fängt mit 14 Jahren in einer bayerischen Kleinstadt an zu kiffen, es kommen immer mehr Drogen hinzu. Als er zum Studieren nach Berlin geht, auch noch der Techno. Später macht Airen ein Praktikum in einer Unternehmensberatung, …

ist das jetzt typischer Aufstieg oder Abstieg?

Die SZ über die Lesung des Bloggers Airen, der aber nicht selber liest sondern sein Alter Ego Deef Pirmasens die Stellen lesen lässt, die die Helene H. mal so vor sich hingeklaut hat zum Zwecke ihrer Inspiration, wofür sie jetzt ihrem Buch eine verspätete Quellenliste nachreichen musste und warum ein Lesungsteilnehmer befindet, dass das alles nur geklaut ist.

2010-02-18

Deswegen …

wollte ich übrigens, dass der Flughafen Tempelhof dicht gemacht wird.

Ich habe auf einer Fete den Typen getroffen, dem damals im Hinterhof 2001 das Kleinflugzeug in den Hinterhof gecrasht ist. Der Mann kam abends nach Hause und hatte ein Flugzeug in seiner Wohnung liegen. Womit es sich dann mit seiner Wohnung gehabt hatte und irgendwelchen privaten Besitztümern. Das ist es dann zwar schön gesagt zu bekommen, man solle froh sein, dass man nicht zu Hause war zum Zeitpunkt des Absturzes und natürlich ist alles irdisches Gut ersetzbar. Für den Mann hat's sozialer Absturz bedeutet. Den bezahlt keine Versicherung. Da schreibt später keine Zeitung drüber.

Café Steiner

Freundin Bel hatte schon länger davon geschwärmt und beschlossen, dass wir dort einmal Kaffee trinken müssen – wegen dem selbst gemachten Kuchen. Ihr wisst, auf Kuchen kann ich und auf selber gemachten Kuchen kann ich sowieso. Also haben wir uns neulich lebensmüde in eine teuflische Kombination von Tauwetter und anschließendem Glatteis gestürzt und uns angeguckt, wie in Schöneberger Höhen die Berliner Straßenräumkunst ihr Happening zelebriert. Straßenräumkunst glänzte durch Abwesenheit, das Happening lag also ganz alleine bei uns.

Das Café Steiner liegt in Berlins westlichem Regenbogenbezirk im Motzstraßenkiez direkt links neben einem meiner wirklichen Lieblingsrestaurants der Stadt, dem MORE, für das man aber als Hete dringend einen Alibi-Schwulen im sozialen Umfeld braucht. Wenn man den hat, dann muss man sich mit ihm nur noch prügeln, wer den besten Platz mit Aussicht auf die unglaublich attraktive (ich vermute ja in einer Gay-Modell-Agentur gecastete) Bedienung besetzen darf. Lauter übernatürlich attraktive Sahneschnitten mit überdurchschnittlich hoher Bedienkultur (will was heißen in dieser Stadt). Das Essen ist übrigens ebenfalls sehr lecker und preislich dafür absolut im Rahmen. Äh … aber ich wollte meinen Senf zu dem benachbarten Café ablassen.


(Erfreut Euch an der rauschenden Bildqualität meiner ixus 90.)

Café Steiner ist im Gegensatz zum MORE im alten Kaffeehausstil mit Antiquitäten eingerichtet, ohne muffig zu erscheinen. Bei der Einrichtung hat man auf weniger ist mehr gesetzt und so hat jedes einzelne Stück seinen Raum, um zu wirken. Sehr angenehm. Der Kuchen steht in der runden Kuchenvitrine als auch auf dem Buffett im Café-Raum. Das suggeriert das schöne Gefühl, man setzt sich an den gedeckten Kaffeetisch.



Als wir am späten Nachmittag eintrafen, gab es eine pragmatische Auswahl zwischen drei letzten Sorten Kuchen: für Berlin obligatorisch der Käsekuchen, ein letztes Stück Haselnuss nur mit Eischnee und …



Gugelhupf.



Ist das nicht eine Freude? Wo bekommt man heute noch einen Attitüde freien bodenständigen Gugelhupf mit feinem Hefegeschmack, seiner für ihn prädestinierten leichten Trockenheit mit der ein Kaffee oder Tee gleich doppelt so sinnvoll gut schmeckt? Ich hatte ein Herz für das letzte Stück Haselnuss, dass sehr nussig (natürlich) und locker daher kam. Bel den Gugelhupf. Serviert mit Charme und Herzlichkeit, wie man sich das in jedem Café wünschen möchte, weil's zu einem Kaffee am schlichtesten passt. Alleine dieser Spaß am servieren ist in Berlin ja schon vor 30 Jahren in die Gosse gegangen.

Nicht im Café Steiner, uns wurde empfohlen was es zu empfehlen gab – auch wenn das nicht so sehr viel war, weil die Auswahl bewusst eingeschränkt dafür aber liebevoll frisch gehalten wird. Aber mal ehrlich, mehr als drei Sorten Kuchen braucht kein Mensch an einem Nachmittag.

Etwas später wuchs dann wie durch Zauberhand für den mittlerweile (wegen mir) zur Neige gegangenen Haselnusskuchen eine Himbeertarte nach, die uns schüchtern errötet aus der Tortenvitrine anlächelte und der wir auch unserer Herz schenkten. Schon alleine deswegen, weil Himbeertorten bei Tauwetter das Beste sind, was dem eigenen, des Witterungsgrau wirklich müden, Auge vorgesetzt werden darf. Die schmucke Schöne kam mit einem feinen Mürbeteig auf dem eine sehr satte Mandelschicht als Bindeglied die fein säuberlich per Hand in Reihe und Glied sortierten Himbeeren beherbergte. Wenn jemals Himbeeren liebevoll verarbeitet wurden, dann wohl hier anlässlich dieser Tarteherstellung.



Nicht ganz so lobend kann ich mich leider über den von mir georderten Milchkaffee äußern, der schmeckte nach zu Tode geröstet oder wie diese Kaffeemischungen gerne schmecken, denen man die brutale Misshandlung der Billigkaffeestreckung nachsagen muss. Das ist richtig, richtig schade – weil ein guter Kaffee in einem Café gefälligst zu sein hat und jedes so schöne Gefühl empfindlich stört. In Zeiten von Kaffeehausketten, die das können und in denen selbst ein RTL-II-Publikum sehr wohl weiß, was ein Barista den ganzen Tag lang macht, darf man sich so einen Kaffee im Angebot nicht mehr erlauben. Der Tee von Bel soll dagegen wohl sehr gut gewesen sein. Insofern schade, weil die ganz reizenden Steiner-Jungs an dem Nachmittag an mir lässig noch zwei weitere Tassen hätten verdienen können. Das Café Steiner serviert auch Frühstück und eine leichte Küche, hat geöffnet von 8-19:00 Uhr (im Sommer wohl länger). Motzstraße 30, 10777 Berlin (U-Bahnhof Nollendorfplatz/U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz, div. Busse.)

Kleine Warnung für die leicht zu pikierende touristische Dame, der das Regenbogenmillieu nicht sehr geläufig ist. Im Café Steiner hat's nur für eine Metrosex-Toilette gereicht. Die Urinale sind dabei der einen abschließbaren Volltoilette räumlich vorsortiert – das muss man mögen – oder sich mit Erwachsenenwindeln eindecken.

2010-02-17

Lecker!

2010-02-16

Und …

seit knapp zehn Tagen jetzt Trennkost sowie null Alkohol. Funktioniert. Weil ich aber die Waage nur habe, um im Notfall die Katzen zu wiegen und ich mein Gewicht schon immer pragmatisch nur in ein „Wohlfühl“- und in das andere „Nichtwohlfühl“-Gewicht eingeteilt habe, kann ich zum jetzigen Status nix über abtrünnige Kilos in üblicher Mengenangabe sagen, dafür aber: Wohlfühlgewicht noch nicht erreicht jedoch vom Nichtwohlfühlgewicht ‘ne gute Straßenecke bereits entfernt.

Und ich mache nicht Hardcore-Trennkost. Sojamilch kommt mir nicht über die Türschwelle.

Was übrigens nicht sooo richtig gut funktioniert, habe ich im Selbsttest heraus gefunden, ist die Pilates-/Yoga-DVDs einfach nur ins Regal zu stellen und auf ein Wunder zu hoffen.

Schauen wir mal. Bin mittlerweile böse auf Radfahr- und Dauerlauf-Entzug …

Es gibt Dinge …

über die will man nicht näher nachdenken, geschweige denn sie essen.



Seit zwei Tagen überlege ich, welche Sorte Käse eventuell zu Meerrettich passen würde. Negativ. Auch finde ich grünen Käse auf dem Frühstückstisch ungefähr so attraktiv wie Maden im Käse. Nämlich gar nicht. Und je länger ich darüber nachdenke, glaube ich an den gesunden Unterschied zwischen blauen oder weißen Schimmel (gut) und grünen Schimmel (schlecht).

Aber schön zu wissen, dass der Japan-Sushi-Hype nun auch in der Käsetheke angekommen ist. Kann es gar nicht erwarten, endlich Klopapier mit Algenweichmacher als fünftes Blatt offeriert zu bekommen.

2010-02-14

Was ich Euch ja schon längst erzählt haben wollte …

neulich war ich in einer Filiale dieser Drogerieketten, die mit den zwei Buchstaben. Da gibt es nunmehr Föhnbürsten extra für blond gefärbtes Haar und extra für brünett gefärbtes Haar.

Ich weiß nicht, was diese Bürsten machen mit dem gefärbten Haar ausser es bürsten. (Ich habe auch Angst, nach dem Marketinggestammel im Web zu suchen.) Wahrscheinlich aber sagt die Bürste für blond gefärbtes Haar: „Du Haar, Du bist so schön blond gefärbt, Dich bürste ich am allerliebsten von allen Haaren.“ Und auch die Bürste für brünett gefärbtes Haar könnte in die trockenen Haarspitzen murmeln „von allen gefärbten Haaren bist Du mir mit Deinem brünetten Farbton das allerliebste Haar auf Erden!“ Glaubt jedenfalls der Marketingstammler.

Es gibt übrigens keine Bürsten für blond gefärbtes Haar mit brünetten Strähnen. Oder umgekehrt. Für rot gefärbte Haare gibt es auch keine eigenen Bürsten. Schwarz: draußen. Minderheiten sind in der Welt der hehren Kunst des Haarmarketings vielleicht keine ernstzunehmende Zielgruppe.

Die Marketingstammler erklären vermutlich auf Nachfrage auch nicht, was wohl mit dem Haar passieren würde, wenn man es brünett gefärbt mit einer Bürste für blond gefärbtes Haar bürstet. Ich vermute, das wäre ganz schlecht für‘s Sheng Fui und die Haare danken es einem mit Spitzenbruch nicht unter 0,2 mm in vier Monaten. Oder akuter Haarglanzverweigerung in der Heizperiode.

Ich stelle mir vor wie in China die kleinen Kinder am Fließband stehen und sich wundern, warum die früher völlig gleich aussehenden Bürsten heuer mit Borsten mit einem hellen und mit einem dunklen Finish produziert werden und sie für den gleichen Verdienst wie früher nun in der gleichen Zeit zwei unterschiedliche Papieraufstecker um die Bürsten wickeln müssen. Sie verstehen vielleicht gar nicht, warum der Vorabeiter so aufgeregt gestikuliert, wenn sie Papieraufstecker eins (dunkler) versehentlich mit Bürste zwei (heller) bestückt haben.

Irgendjemand hat ihnen womöglich einmal erzählt, dass es ganz weit weg eine Welt gibt in der Menschen leben, die sich nicht nur komische Farbe ins Haar tun und dafür 4-6 mal im Jahr sehr viel Geld bezahlen. Mehr Geld, als sich diese chinesischen Kinder überhaupt vorstellen können, jemals auf einmal in die Hand zu bekommen. Die gleichen Menschen sind auch bereit doppelt soviel Geld hinzulegen für eine Haarbürste mit der man nur eine Sorte gefärbtes Haar bürsten kann, als für eine normale Haarbürste mit der problemlos jedes Haar striegeln kann. Und dass diese Menschen die Bürste weglegen, sobald sie sich eines Tages für eine andere Haarfarbe entscheiden. Das finden die Kinder sehr lustig, weil sie ja diese Bürsten selber hergestellt haben. Und ganz genau wissen, außer einem giftigen Farbbad der einen Bürste mit der ihre Borsten etwas dunkler machen mussten und weswegen die Kinder in der Folge vielleicht in ungefähr zehn Jahren als junge Erwachsene an Krebs erkranken werden, – was ihnen heute aber keiner sagt – handelt es sich bei den Bürsten um die völlig gleichen. Es ist auch kein Zauber mit ihnen angestellt worden, der die chinesischen Kinder glauben machen könnte, das man mit diesen Bürsten nicht problemlos ihr dichtes schwarzes chinesisches Haar bürsten könnte. Womöglich haben diese Kinder noch nie ein heller gefärbtes Haar gesehen.

So stehen die Kinder am Fließband und arbeiten und kichern über diese komischen Menschen in dieser merkwürdigen Welt, weit weit weg und können mit ihrem gesunden Kinderverstand das so gar nicht glauben und tun die Geschichte als Gerücht ab.

Denn wer soll so etwas Verrücktes tun? Von den gleichen Haarbürsten nur eine Haarfarbe bürsten lassen?

Herrlich!

Ehrlich! Unser aller Hamster im Rad, namens Guido.