Übrigens …
der Nicht-Linke und womöglich von seiner eigenen Arbeitsleistung noch nicht körperverletzte Guido Westerwelle hatte im Wahljahr 2009 mindestens 70.000 Euro Nebeneinkünfte.
Nun war 2009 Wahljahr, vermutlich hatte Guido daher weniger verfügbare Zeit für seine zahlreichen (aufgelistet sind 38 Funktionen in Vereinen, Unternehmen, öffentlich rechtlichen Sendeanstalten und sonstigen entlohnten Tätigkeiten in diversen Unternehmen) Nebentätigkeiten. Die Höhe der Einnahmen wird sich 2010 ändern für Herrn Westerwelle. Dabei ist zu vermuten, dass die Trendkurve nach oben zeigt
Die arbeitslose linke faule überqualifizierte Frau, um die 47, bekommt im Jahr 4.308,– Euro Regelleistung, wenn sie ALG II beziehen muss, zusätzlich der Miete. Auf diese Höhe wird der Frau die Leistung aufgestockt, falls sie mit ihrem 400 Euro-Minijob nicht ihren kompletten Lebensstandard bestreiten kann. (Die Menschen mit Bezug von Transferleistungen, sind die Menschen, die die höchste Zuwachsrate der letzten Jahre bei der ARGE stellen.) Oder mit ihren drei Minijobs ihre zwei Kinder als Alleinerziehende, deren Vater keinen Unterhalt zahlen kann/zahlt, nicht ernähren kann, auch weil die in den letzten 5 Jahren explosionsartig gestiegenen Nebenkosten ihrer Miete bereits 50 % ihrer Einnahmen in Anspruch nehmen.
Die gleiche Regelleistung erhält der vielleicht 53-jährige Polier, der aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, den er sich womöglich nach Jahren körperlich schwerer Arbeit auf dem Bau zugezogen hat, an sich arbeitsunfähig ist. Dennoch aber für mindestens drei Stunden am Tag für generell – wenn auch nicht in seinem Beruf – arbeitsfähig befundet und damit nicht frühberentet wird. Der womöglich CDU-Wähler ist, weil er nach den Erfahrungen der letzten Jahre das Wort Soziale Partei Deutschlands nicht mehr über die Lippen bekommt.
Ein Minister der Bundesregierung angehörend, verheiratet ohne Kind, erhält in Deutschland 12.860 Euro im Monat (11.303 Euro + 1/3 (Besoldungsgruppe 11B), Dienstwagenentschädigung etc. noch nicht einkalkuliert. Mitglieder der Bundesregierung nehmen am Tarifabschluss im öffentlichen Dienst teil. (Wenn auch Bundeskanzlerin Merkel die letzte allzu flinke Diätenerhöhung selbst zu peinlich war und sie diese ausnahmsweise ausgesetzt hatte.)
Ich bezweifle nicht, dass es Menschen geben mag, die sich auf dem ALG II-Satz mittlerweile eingerichtet haben. Aber mal ganz ehrlich, der „schnorrende Arbeitslose“, der neulich durch die Presse gereicht wurde: welcher Unternehmer will diesen Mann denn überhaupt einstellen – selbst wenn dieser noch wollte?
Mich ärgert sehr, dass wir seit Jahren steigende Arbeitslosenzahlen haben. (Für die im übrigen unsere inkompetenten Politiker mit viel zu großer Lobbygläubigkeit in der Hauptsache verantwortlich sind). Also immer mehr Menschen aus einem Arbeitsverhältnis – somit beileibe nachgewiesen alles andere als faul! – kommend, ihre Arbeitsplatz verlieren und eben keinen neuen finden bei der nur allzu bekannten arbeitsmarktpolitischen Situation in Deutschland. Und wenn sie dann doch noch einen finden, damit aktiv zur weiteren positiven Entwicklung des niedrigen Lohnsektors in Deutschland beitragen, weil sie von Schlecker rausgeschmissen werden und sich von der Schlecker-Leiharbeit-Subtochter für ein Drittel weniger wieder einstellen lassen. Weil ja die Verkäufer sowieso immer schon so viel verdient haben in diesem Land?!
Auf diese Menschen, auf dem hohen Ross des Ministereinkommens sitzend, verbal einzuprügeln, ist einfach nicht fair!
Wenn ein Minister in seiner beruflichen Vergangenheit das große Glück hatte, niemals arbeitslos gewesen zu sein, freut mich das sehr für ihn. Aber Guido Westerwelle, wenn Du keine Ahnung hast von Arbeitslosigkeit: einfach mal die Klappe halten!
Ich neide keinem Minister seine Besoldung, auch nicht Herrn Westerwelle. Womöglich sollte man langsam dennoch über ein Verbot von Nebeneinkünften der Minister nachdenken. Könnte eventuell auch ein anderes Problem in Deutschland an seinem Kern packen: den für Lobbyismus allzu offensichtlich empfänglichen Minister.











