2010-01-18

'Nen Ding drehen

Letzten Freitag habe ich Ernst gemacht: mein allererster hochoffizieller Kochkurs!

Dem Trend der Kochkursbesuchmanie habe ich mich bisher entsagen können. Ich habe ja noch einige viele Kochbücher im Schrank, die unbedingt gelesen werden möchten. Dennoch habe ich neulich beim Besuch der Homepage der Berliner Volkshochschule mein Interesse an einem Sushi-Kurs nicht leugnen können und die mir bekannte Blogkochmafia der Stadt rundgefragt, ob jemand mitkommen möchte. Peggy von multikulinaria.es kommt mit und Valentinas Kochbuch empfahl mir die Dozentin wärmstens, hatte nämlich einige Seminare bei ihr schon mitgemacht. Dabei erzählte sie von dem „Chinese Dumpling“-Kochseminar bei Goldhahn & Sampson, das eine Woche später schon stattfinden sollte – und das vergangenen Freitag so auch prompt mit mir tat. Und mit Katharina von Valentinas Kochbuch, die ich zu diesem schönen Anlass kennenlernen und mit ihr in der Gruppe die Chinese Dumplings in der Fleischvariante herstellen durfte.

Der Kochkurs fand in den Geschäftsräumen von Goldhahn & Sampson statt, in den hinteren Räumen, wo eine riesige Auswahl nationaler und internationaler Kochbücher an die kochenden Enthusiasten gebracht werden will, als auch eine schöne große Küche auf unsere Zuarbeit wartete. Pünktlich um 19:00 Uhr empfing uns – mittlerweile Schürzenträger – die Dozentin, Fang, mit süßen Dumplings gekocht in einer heißen Wassersuppe mit Ingwer und Honig. Die Dumplings sollen mit drei unterschiedlichen Füllungen zubereitet worden sein – ich hatte leider nur drei Mal süße Sesampaste in meiner Schale, die aber sehr lecker waren.



Am Anfang dachte ich noch: „Ich hasse Schürzen!“

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde in der sich nicht wenige der Teilnehmer als Honkong-Reisende outeten, die nun ihr touristisches Gourmeterlebnis selber nachkochen wollten, wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Fang wies ausdrücklich darauf hin, dass die urtypischen Chinese Dumplings bei weitem nicht nur aus den Teigtaschen bestehen würden, die wir auf dem Programm hatten, sondern eine viel größere Variation aufweisen, die aus den Wagen in ihrer Heimat serviert würden. Davon bereitete sie im späteren Verlauf für uns noch zwei Varianten zu, ließ dabei dankenswerterweise die Nummer mit den gekochten Hühnerfüßen aber aus.

Mit den jeweiligen Zutaten für die Dumplings in einer vegetarischen, fischigen und fleischigen Variante, jede Gruppe bekam eine davon auf's Auge gedrückt, eingedeckt, hatten wir nach Rezept als erstes einen sehr einfachen Teig aus Mehl und Wasser herzustellen. In seiner Ruhephase durften wir die Zutaten für die Füllung sehr klein (richtig klein, anstrengend zeitaufwändig klein) schnippeln und würzen. Somit habe ich seit Freitag mein Chinakohl-kleinschneide-Diplom.



Wenn sich 1 Stunde Chinakohl schnippeln sehr lässig versendet …

Mit fortgeschrittener Zeit und Fertigstellung der Füllungen zeigte uns Fang, wie man den Teig für die Dumplings sehr dünn in runde Plätzchen ausrollt. Dazu wird eine rundes Holzstück lässig (wenn man es dann kann) halb über das kleine Stück Teig gerollt, das mit der linken Hand auch sehr lässig stückweise weiter gedreht wird, bis man ein perfektes rundes Teigplätzchen von ca. 7 cm Durchmesser möglichst dünn hergestellt hat.



Das kann man auch als grobmotorischer Europäer, ohne die Dumplingherstellung großmütterlicherseits mit der Muttermilch aufgesogen zu haben, nach ein paar Jahren Übung bestimmt aus dem EffEff. Tricky ist im Hier und Jetzt dabei jedoch die richtige Menge Mehl zum Ausrollen zu verwenden, denn übermehlt sollen die Teigplätzchen nicht werden aber natürlich auch nicht unmotiviert auf dem Tisch festkleben.



Als nächstes zeigte Fang uns, wie die Dumplings nach Einbringen der Füllung geschlossen werden. Ganz easy: kleiner Klecks in die Mitte auf Teig aufbringen, der betont lässig in der linken Hand in einer von Daumen und Zeigefinger geformte Kuhle liegt und dann mit der rechten Hand in Falten gelegt die Teigseiten zusammen falten, dabei betont lässig aussehen und einen wundervollen formschönen Dumpling auf dem Tisch ablegen.



Das sieht an sich einfach aus … während Katharina einen schöneren Dumpling nach dem anderen formte, blieb ich (auch schön) grobmotorisch beim Freestyle-Dumplingen hängen. Übrigens sind Fingernägel bei dieser Bastelarbeit kein bisschen hilfreich. Und ja, natürlich gibt es die Teigplätzchen vorgefertigt und gerollt im Asiashop käuflich zu erwerben, wem das Füllungs- und Faltspiel alleine reicht. Ich muss noch viel, viel üben.



Mein erster Dumpling (mein letzter Dumpling sah noch schlimmer aus!)



Mein erster im Vergleich zu einem professionellen Dumpling …



… während der von Valentina (rechts im Bild) schon sehr professionell aussieht.

Die Dumplings selbst wurden dann auf drei verschiedene Arten zubereitet. Einmal in Öl kurz angebraten bis sie braun sind auf beiden Seiten und dann mit sehr wenig Wasser in der Pfanne und unter verschlossenem Deckel noch etwas gedämpft. Ich kannte die Art der Zubereitung von der japanischen Variante, den Gyozas, nur von einer Seite angebraten. Ich mag die auch mehr, da sich gebratene und gedämpfte Seite ganz gut gegeneinander aufspielen, um sich im Mund als Team hervorragend zu ergänzen. Geschmacklich ist die Erfahrung ist abwechslungsreicher. Ein weiterer Teil unserer Dumplings wurde traditionell in Bambuskörben über gekochtem Wasser gedämpft und als wir schon alle sehr satt waren, wurden die letzten Dumplings à la Maultasche in Wasser gekocht. Tatsächlich schmeckte jede Variante in jeder Zubereitung sehr eigen und konnte jeweils für sich einen Vorteil herausspielen. Das mag mit daran gelegen haben, dass wir aber auch alle nach den ersten Testversuchen noch an den Füllungen geschmacklich arbeiteten. Gegessen haben wir während der Zubereitung, dazu gereicht wurden drei unterschiedliche Dips: eine Art Sojapaste mit etwas Wasser und Öl angerührt, die erdnussig und mild schmeckte, getrocknete Thai-Chilis in Öl (Fang: „Nicht die ganzen Chilis essen!“) und frischer feingewürfelter Knoblauch in Soja-Sauce serviert.



Hauptsache essen!

Unglaublich angenehm war, dass unser reizender Kochassistent immer schön hinter uns her räumte und abwusch, als auch uns jeden Getränkewunsch von Wasser, Wein, Bier und wohl auch Kaffee, hätte ihn einer gewollt, aktiv von den Augen ablas. Macht schon Spaß in einer Küche zu arbeiten, von der man weiß sie einmal nicht selbst reinigen zu müssen (und das macht sehr viel Arbeit bei zwölf kochenden Personen!). Im späteren Verlauf des Abends nahmen wir dann doch – wenn auch schon sehr satt zu diesem Zeitpunkt – nebenan am schönen rustikalen großen Tisch Platz und aßen zu den restlichen selbst hergestellten und jetzt gekochten Dumplings, chinesisches Tomatenei (langweilig, wässrig und schmeckt nicht anders als hier ein Tomatenomelette) oder Eiertomaten und im Wok gedämpfte Scampis. Das war dann der Teil des Abends, an dem unsere Rücken gemeinhin schon gefühlt etwas länger waren. Und so klang dann der Abend auch gemächlich entspannt aus mit mehr als gefüllten Bäuchen. Sich einmal so richtig satt essen an den unglaublich aromareichen Dumplings, das ist schon eine besondere Erfahrung. Man erzählte sich beim Wein Geschichten über Reisen, die eigene Kochhistorie, Köche, das Schulungsangebot in Berlin und die persönlichen Erfahrungen damit.

Minimale Kritik wäre von mir, dass ich, da man ja in einer bestimmten Zeit zubereiten und fertig werden muss, oft nicht rechtzeitig mitbekommen habe, wenn die Dozentin relevante Dinge erzählte – beispielsweise zu den Dämpfungen. Während andere Teams, die deutlich weniger zu schnippeln hatten oder die Zutaten recht groß beließen, schon fertig waren und somit einen Arbeitsschritt weiter gehen wollten. Auch hätte ich mich lieber viel mehr in den schwierigen Zubereitungen wie Teig ausrollen und dem Dumplings formen geübt, als ewig lange profanen Chinakohl sehr sehr klein schnippeln zu müssen – den man gut in einem Mixer vorher schon klein bekommen hätte. Kurz, bei einigen Zutaten wäre Vorarbeit oder die Hilfenahme von technischen Hilfsgeräten auch nicht übel gewesen. Nee ich bin nicht faul, aber wir Europäer sind eben nicht darin geübt, Zutaten mikro-mü-klein zu schnippeln. Scampis entdarmen habe ich gerne gemacht – aber: bei allen Arbeitsvorgängen wurde (nicht nur von mir und dem Chinakohl) die fehlende Schärfe der Messer bemängelt. Also bitte liebe Goldhahns & Sampsons: scharfe Messer sind das A und O in einem Kochkurs, der Spaß machen soll.

Alles in allem war das eine runde Sache, die von der lockeren Atmosphäre der sehr reizenden Lehrerin und auch von den Teilnehmern des Kochkurses getragen wurde. Letztere durften übrigens den ganzen Abend über noch im Shop einkaufen – mit 10% Rabatt. Nette Anekdote am Rande, eine Teilnehmerin, extra mit ihrer Tochter zum Kurs aus Chemnitz angereist, traf im Seminar erstmals ihren ehemaligen Schulfreund aus der Chemnitzer Oberschule wieder. Nicht wenige Teilnehmer haben ihren Kurs übrigens geschenkt bekommen und dazu bieten sich die sehr vielfältigen Kurse von Goldhahn & Sampson auch wirklich an (verbunden mit einem Berlin-Wochenende).

Übrigens haben Goldhahn & Sampson das Fleur de Sal d'es Trenc in allen Variationen vorrätig – leider ist deren Online-Shop so etwas von nur eine virtuelle FataMorgana. Als nächstes würde ich wahnsinnig gerne in die Persische Küche einsteigen. Und schlussendlich kann ich die Kurse empfehlen: ich habe gelernt (am spannendsten sind dabei sicher die Küchengeschichten der Dozenten von zu Hause und deren Familien) und hatte sehr viel Spaß und brenne darauf, sehr bald meine Dumpling-Falt-Schwäche mit üben, üben, üben zu eliminieren!

Die Süddeutsche Zeitung …

war blogtechnisch shoppen.

Update: Stellungnahme vom Marketing-Chef der süddeutsche.de, Peter Bilz-Wohlgemuth in den Kommentaren, man stoppt den Testballon.

2010-01-17

Lawinengefahr in Berlin

2010-01-16

Schön

ist einfach nur, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt beinahe 15.000 Euro zusammen gespendet haben!

Gestern wurde noch seitens Spreeblick auf 5.000 Euro in den nächsten Tagen gehofft. Die 5.000 waren unglaublich schnell in wenigen Stunden realisiert. Als ich gestern nacht nach Hause kam, stand das Barometer bereits bei € 12.000. Es sind 5,–, 10,– 20,– Euro, die die meisten (sehr viele auch mehr) geben können, es getan haben. Ich kann mir wahnsinnig gut vorstellen, dass sehr vielen Spendern der 5,– Euro in diesem Land zu dieser Zeit, selbst diese kleine Summe im eigenen Leben schmerzlich fehlt.

Um so mehr ist diese Summe beeindruckend.

Wer noch mithelfen möchte, ein Klick rechts in der Sidebar auf den Spenden-Button.

2010-01-15

Haiti-Spende

via Spreeblick organisiert:



Hier entlang! (Ach ja, verlinken hilft ooch! Bitte: die Codes gibt es hier bei Spreeblick.)

myClippings

Michael hat wieder einmal mehr eine sehr nette kleine Schweinerei für Apples OS gebacken: myClippings. Die Zwischenablage, die sich ihre Inhalte länger merkt. Gibt es natürlich schon in anderen Varianten wie Stickies, weiß ich, hält aber im Gegensatz zu den Notizzetteln ein Archiv vor und kann darüber hinaus noch einiges mehr.



myClippings gibt es die nächsten 72 Stunden noch zum Einführungspreis von lässigen $ 5,– bzw. € 3,33. Die kleinen Schweinereien von Michael zu kaufen lohnt sich immer, weil er die weltbeste Registraturdanksagung integriert hat. Hier kaufen!

2010-01-14

Spaß





Genervt …

bin ich gerade aus mehreren Gründen, einer davon ist die aktuelle Berichterstattung zur Zeugenaussage von Prinzessin Caroline von Hannover im Rechtsstreit deutscher Geschäftsmann vs. Gatten der Prinzessin, der von ersterem angeklagt worden war, ihn vor gut zehn Jahren im Urlaub krankenhausreif geprügelt zu haben.

Prinzessin sagte irgendwann zu, als Zeugin der Verteidigung in der Revision auszusagen. Delikat dabei, dass man mittlerweile spekuliert, des Prinzen und der Prinzessin Ehe könnte womöglich nicht erst vom Tod geschieden werden. Prinz zeigte neulich beim Nassbaden, dass er gerne knutscht – nicht seine Angetraute. So weit so gut und im Grunde recht trivial.

Prinzessin kommt also gestern nach Deutschland zum anberaumten Gerichtstermin und sagt aus. Zugunsten ihres Mannes kann man insoweit sagen, denn sie gibt vor Gericht zu Protokoll, dass ihr Mann den Kläger tatsächlich geschlagen habe, wenn auch nicht annähernd in dem Ausmaß und möglichen Konsequenzen, wie vom Kläger behauptet. In der öffentlichen Reaktion darauf werde ich seit gestern in jedem Online-Medium, in jeder Nachrichtensendung mit ihrer „Heldentat“ konfrontiert. Wie großmütig es doch sei, von der öffentlich gedemütigten Ehefrau nach der Presse der letzten Woche zugunsten ihres Gatten auszusagen.

Offensichtlich wissen deutsche Medien nicht mehr einzuschätzen, dass man vor einem Gericht einer gewissen Wahrheitspflicht nachzukommen hat. Anderenfalls kann das nämlich sehr unangenehme Konsequenzen haben, teuer und freiheitseinschränkend.

Den Gipfel der geschriebenen Geschmackslosigkeit offeriert mir heute mal wieder Spiegel online, der da schreibt:

[…] Und tatsächlich: Statt sich zu rächen, springt sie ihm bei - und beweist damit wahre Größe. Welch eine Haltung! Neunundneunzig von hundert Ehefrauen hätten sich verweigert. Hätten es ihm heimgezahlt. […]

Ich weiß nicht, woher der Spiegel diese Zahlen hat – ich vermute, dass diese Nummer ein wenig sehr aus der journalistisch schlagzeilenträchtigen Luft gegriffen ist – mit einem Nachrichtenwert hat diese Aussage jedoch nichts zu tun. Ich persönlich vermute, dass Frauen vor Gericht sich sehr wahrscheinlich mögliche Hassaktionen gegen den Ehemann in ihrer Aussage mehr als deutlich überlegen würden. Ich sage nicht, dass es keine Frau gibt, die blöd genug wäre, aus Gründen der Rache das vorzuhaben. Die, die es tatsächlich tun, sind dann schon deutlich weniger. Aber 99 von 100? Der Spiegel - man möchte es kaum mehr glauben soll ein Nachrichtenmagazin sein – kann der vielleicht auch nachdenken, bevor dort derartiger Schwachsinn veröffentlicht wird?

Da die Prinzessin bekanntermaßen nie über ihr privates Leben kommuniziert und jeden verklagt, der das versucht eigenmächtig zu erledigen und auch der monegassische Hof sich bisher zu einer Trennung nicht geäußert hat, weiß niemand ob und wer wen überhaupt in verlassen hat in dieser Zweierbeziehung. Insofern ist auch die Behauptung, es sei die Prinzessin, die vom Gatten öffentlich gedemütigt worden sei, allenfalls von zweifelhafter Relevanz. Madame hat in jüngster Vergangenheit offizielle Pflichten ausschließlich ohne ihren Gatten wahrgenommen. Wer will denn bei all der Verschwiegenheit wissen, ob sie es nicht ist, die ihm den Laufpass gegeben hat? Und ihn mit dem Ausschluss aus dem öffentlichen Prozedere lange vor seinem Urlaub somit längst selbst öffentlich gedemütigt hatte?

So oder so glaube ich persönlich auch nicht an den großen Heldenmut einer Ehefrau. Oder wie die Presse es zu formulieren liebt „einer verlassenen Ehefrau“ bei dieser ihrer gestrigen Aussage. Die Prinzessin war offensichtlich Zeugin und anwesend, als ihr Mann an jenem Abend ausflippte und einen anderen Menschen offensichtlich körperlich zu schädigen versuchte. Im ersten Prozess noch hatte man versucht, sie aus der Sache rauszuhalten und erst als das Gerichtsurteil nicht dem G'schmäckle der Adligen entsprechen konnte, der Prinz nämlich der sehr schweren Körperverletzung für schuldig beschieden wurde und man in Revision gehen musste, war sie mehr bereit zu geben.

Warum? Eine Prinzessin nämlich, die offensichtlich anwesend ist, wenn ein anderer Mensch von ihrem Gatten krankenhausreif geprügelt wird, hätte offensichtlich ein viel größeres Imageproblem als ihr angenehm sein dürfte. Will schreiben, in erster Linie hat Madame gestern schön ihr eigenes Image gepflegt und rein gewaschen. Bei zwei kurzen Backpfeifen darf man als Prinzession schon mal anwesend sein, bei etwaiger Schlagringpflege hört's dann doch eher auf. Also lassen wir doch bitte die großmütige adlige Kuh mal schön im monegassischen Dorf, nicht?

Das, werter Spiegel, mag dann wahrer Adel sein, aber wohl mehr dem Selbstschutz dienend. Darüber hinaus bezweile ich, dass sich Madame gestern besonders den hämischen oder mitleidigen Blicken ausgesetzt hatte. Das wäre sie ja gewohnt und nichts Neues. Es reicht, wenn man der Öffentlichkeit einfach nur Neugierde unterstellt. Schließlich geht es in diesem Prozess um schwere Körperverletzung, dessen der Prinz – eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens – angeklagt war. Öffentliches Interesse darf da sein.

Und jetzt gehen wir wieder alle schön entspannt pinkeln. Wie Prinzen das ja auch gerne mal öffentlich tun.

2010-01-13

Da weiß ich heute schon, wie …

meine Freundin bel im Dreieck springen wird.

Bundeskanzlerin spricht sich für Zeitarbeit aus – In der Debatte um Leiharbeiter bei der Drogeriekette Schlecker spricht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen die Abschaffung der Zeitarbeit aus. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) will die Branche überprüfen. Leiharbeitern ergeht es laut der OECD in Deutschland besonders schlecht.

Mesdammes, da gibt es nichts zu prüfen. Einfach mal den Aussagen Glauben schenken der Menschen, die diese Ausbeutung seit Jahren mitmachen.

2010-01-11

Küchenkatastrophen



Meine persönliche kleine bis mittelschwere, auf alle Fälle superfiese Küchenkatastrophe hatte ich im letzten Jahr. Ihr erinnert Euch sicherlich. Die Gänse-Rotweinbeize macht sich immer noch hübsch auf meinem Holzfußboden.

Bei meiner Mutter, so erinnere ich, stand eines Tages die Feuerwehr vor der Tür, weil die Rouladen auf dem Herd sich still und heimlich zu Briketts verwandelt hatten. Wir wohnten erdgeschossig, das Küchenfenster stand offen, die Küchentür war wegen der Katzen in solchen Momenten immer geschlossen und so bekam man dank zehn Meter langem Flur im Wohnzimmer nur selten mit, was vorne eventuell vergnügt vor sich hin kohlte. (Hatte ich in diesem Blog schon erwähnt, dass meine Mutter einer dieser typischen weiblichen Telefonjunkies war? Daneben hatte meine Mutter generell ein aufdringliches, um Aufmerksamkeit heischendes Rouladenkarma. Wenn die Dinger aber mal nicht verbrannten oder vor sich hinflogen, dann waren sie meist unbezahlbar lecker.) Aufgrund der Rauchschwaden, die aus dem Fenster zogen, hatte ein Nachbar die Feuerwehr gerufen. Dieser Nachbar hatte es übrigens nicht als relevant empfunden, an unserer Tür zu klingeln und Bescheid zu geben, dass es seiner Meinung nach in unserer Wohnung brennen würde …

Inspiriert von meinem Fiasko hatte die reizende Frau Kelef schon in den Kommentaren eine ihrer hübschen (offensichtlich zahlreich vorhandenen) Küchenkatastrophen zum Besten geben und auf meine Bitte hin in ihrem Blog tatsächlich „Fasan, gebraten“ köstlich nachgereicht.

Wie steht es denn um Eure persönliche größte Küchenkatastrophe? Wäre die Geschichte nicht feines Blog-Füllmaterial für diesen einen lazy-daisy verschneiten Januar?

„Seriöse Information hat Zukunft“

Interessantes Interview mit Tyler Brûlé, dem Herausgeber von „Monocle“ – ich mag das Magazin sehr – zur Qualität und wie sie sich auf eine mediale Zukunft auswirken wird.

2010-01-10

Hochfliegender Fellträger

Stechwurst

Der Fleischereiverkäuferin will ich aber auch nicht im Dunkeln begegnen …

2010-01-08

Schnee



Wir haben hier dieses Jahr (und letztes Jahr ebenfalls) also auch mal Schnee und zwar in ordentlicher Menge und Qualität. Berlin hat ja leider nicht so oft Schnee. Berlin hat lieber fiesen Ostwind. Und wenn dann der Schnee mal kommt, dann liegt er dünn vor sich hin und spätestens Mittags um zwölf Uhr haben ihn die Verkehrsräderigen schon zu einer schwarzen Pampe verunstaltet, die Ähnlichkeit mit dem Sand von Lanzarote hat – nur ohne Meeresrauschen. Vielmehr mit Platsch, Pitsch, Batsch. Das mit dem Sound kann er also auch nicht so schön. Dann gefriert der Matsch und wenn dann tagelang die Sonne nicht scheint, dann haben wir die Stadt im schönsten Grauton, wie ihn sich nicht einmal die damaligen Obigen der DDR hätten ausmalen können.

Letztes und dieses Jahr haben wir also Schnee in Berlin. Ganz weiß, Schlittenwetter. Sogar vor Weihnachten lag schon einmal Schnee! Zu Weihnachten … naja. Das wäre auch zu sehr aus der Rolle gefallen. Silvester haben wir bei mir vor der Tür etwas gefeiert und hinterher ordentlich unseren Krawallmüll eingesammelt und im Hausmüll entsorgt, obwohl in allen Frauenzeitschriften ohne echte Modells (was ist eine Person eigentlich, die sich für Geld zum Zwecke der Zurschaustellung mit Kleidung oder MakeUp fotografieren lässt?) mit Bombenbauanleitung steht, man sollte Blindgänger nicht anfassen und die Mienensuche den Jungs von der Müllabfuhr überlassen. Ich habe noch nie meinen Knallermüll im Hausmüll entsorgt. Das hat aber wirklich Spaß gemacht. Auch und besonders, weil es so bescheuert ist. Und weil es noch ein netter kleiner Spaziergang (die Müllübergabe bei mir muss man sich ordentlich erlaufen) mit Freunden war. Ins neue Jahr stießen wir auf der Straße mit einem Crémant an in plastikkristallisierten Gläsern, die Herr Exit extra für einen Euro teuer im Elsaß kaufte und nach Berlin importierte. Das war auch schön. Ein frankophiler Abschluss für ein französisches Jahr. Jedenfalls liegt drüben auf der Straße nun kaum Knallermüll, den ich aus dem Fenster zählen könnte, falls mir einmal langweilig ist. Ist es mir allerdings nicht.





Nun ist dieses Jahr alles anders und deswegen ist auch Lino ab und zu dabei zu beobachten, wie er vorsichtig seine grazilen vorgeheizten spanischen Pfoten in den Schnee setzt und dabei unterdrückt um Fassung ringt.



Nishia findet den Schnee lustig wie immer und erklärt dem Kater freundlich, wie das so funktioniert mit dem kalten Nass.



Talytha mag den Schnee auch. Allerdings bemängelt sie, dass auf ihrem Aussichtsplatz soviel Schnee liegt, dass sie dort keinen Platz findet und überhaupt singen ihr im Moment die Vögel zu wenig.



Tally agiert im Moment recht verhalten und in sich gekehrt, so dass ich manchmal fürchte, sie brütet etwas aus.



Sie ist aber winterlich knuffig und hat guten Appetit. Daher sagt mir mein Gefühl, dem Kätzchen scheint im Moment einfach zu wenig die Sonne und sie vermisst den Gesang der Vögel wie keine andere Katze. Oft sehe ich sie lauschen und die Welt dabei nicht mehr verstehen, weil sie ihr die geliebten Töne versagt. Ich werde einen Vogelkalender kaufen und ihn auf Fußleistenhöhe aufhängen. Und ich werde Amselgesänge auf dem Rechner laden und eine Tageslichtlampe besorgen. Die sollen ja Wunder wirken bei winterlichen Depressionen!

2010-01-07

Jahresendfeierflügelschwein



Mir war ja für die diesjährige Jahresendfeierlichkeit nix zu teuer und so erwarb ich neben Marzipanschwein auch Kerzenschwein, ganz entzückende Zwei mit glitzernden Flügeln. Allerdings hat man mir verboten, sie anzuzünden. Die glorreichen Sechs entschieden dem Schwein 2010 wieder begegnen zu wollen, dabei ist das doch schon als Jahr der Ziege früh bestimmt.

Ach ja, Schwein. Und Grippe. So viel TamTam um Rüssels Nase. Da hat man viel Geld rausgeworfen, weil das Impfstoff herstellende Unternehmen befand zwei Impfungen müssen sein und dem Robert-Koch-Institut erst nach Vertragsunterzeichnung später auffiel, eine Impfung reicht wohl doch. Jetzt verkaufen wir das Zeug an die Rumänen oder auch nicht, verhandelt wird und inmitten all dieser vielen kompetenten Entscheidungen stoppt man Mittendrinnen, ziemlich pünktlich ungefähr zu dem Zeitpunkt als man sich eingestehen musste, da hatte man hysterisch epdimemischen Blödsinn verzapft – und zwar Big grande Kaka! –, die Zählungen von Erkrankungen und den angeblich an den Folgen der an einer schweinischen Grippe Erkrankten und Verstorbenen oder eben auch nicht, damit man schlussendlich wenigstens wieder einmal gar nichts hat – außer Spesen. Und das ist ungemein praktisch, denn dann muss man wenigstens aus dem ganzen Schweinekram nix lernen für die holde Zukunft.

Vielleicht lässt sich der Schweineimpfstoff noch schnell auf Ziegenimpfstoff umlabeln. Dann kann unsere Bundesregierung den gleichen Stoff doppelt einkaufen. Würde es wen wundern? Ich meine, ernsthaft wundern?

Ach ja, als mein bester Einkauf hat sich der Lurch Karamellisierer entpuppt. Dann klappt's mit dem Bleigießen nämlich noch im gleichen Jahr. (Wir fingen 2010 damit erst an, waren aber bei den ersten Kerzenversuchen nicht sicher, ob wir's bis 2011 schaffen würden!)



pix by Frau Indica

2010-01-06

Wollen ‘se ma lachen?

Hier!

Kann mal einer Merkel ‘nen Apfel auf die Stirn tätowieren?

Michael Bolton hat was im Auge

2010-01-03

4

Vier Jahre ist dieses Blog nun alt. Vier Jahre, in denen ich mich hier ausleben, austoben, ausschreiben, auslachen und ausweinen durfte. Teilen durfte. Fragen durfte. Antworten erhielt. Kritik erhielt. Lob erhielt. Zuspruch erhielt.



Eine reiche Zeit.

Einige meiner Leser habe ich in den Jahren auch im realen Leben treffen dürfen. Erstaunlich viele davon sind mir immens wichtige Freunde geworden. Von den mir sehr wertvollen Menschen abgesehen, die ich noch nicht im realen Leben getroffen habe und die sich trotzdem in mein Herz geschmuggelt haben. Die positiven Erfahrungen überwiegen und das ist die Hauptsache. In der Nebensache führten die negativen Erfahrungen dazu, dass ich nicht mehr ganz offen und alles im Blog teilen möchte. Leider. Auch die Abnahme der Kommentare seit twitter (so sehr ich es mag), haben natürlich Einfluss auf meine Schreibweise, denn man schreibt ohne Gegenreaktion immer mehr in ein schwarzes Loch, und in der Folge schreibt man verhaltener. Das Manko sehe ich selbst, sehe aber auch keine Lösung zur Zeit.

Trotzdem – dieses Blog hat mir in den vier Jahren in der Hauptmenge und Hauptsache nur Gutes bescherrt: Euch - in all Eurer besonderen farbreichen Pracht! Dafür mein herzliches Dankeschön!

2010-01-02

Haben Sie schon alles, was Sie brauchen?

Wirklich? Weil anderenfalls, da hätte ich …

Denn die illustre Runde traf sich gestern, um das neue Jahr musikalisch einzuläuten. Die Komische Oper Berlin gab Filmmusiken und servierte einen bonfortinösen Violinenvirtuosen, Philippe Quint, der sehr fein aufspielte.

Vorher war ich allerdings gute 20 Minuten zu früh am Treffpunkt und musste daher allerlei näckische Spiele mit der kleinen Knipse und ihrer putzigen Langzeitbelichtung spielen,



was man,



eben so tut,



wenn's einem langweilig ist.

Da die Komische Oper zentral im Kommerzparadies der Stadt gelegen ist, der Friedrichstraße, schlich ich anschließend der Fotospielereien um die Häuser und guckte mir die Auslagen der anwesenden Geschäfte an. Es gilt noch mitzunehmen was mitzunehmen ist an visuellem Amüsement, wissen wir, ob es Ende des Jahres noch Gucci & Co. geben wird? In der Behrensstraße gibt es ein Geschäft, das verkauft Dinge wie Kleidung für die bereits gesetztere Person, Marke Politikergattin oder Zehlendorfer Witwe. In diesem Geschäft erhält man aber auch allerhand aus Leder und Schnickschnack, ohne den der gepflegte ALG-II-Empfänger recht passabel durchs Leben kommt. Was – die kommenden Fotos werden es Euch beweisen – unter Umständen ein größeres Glück sein mag, als sich der geneigte Stuttgarter-Stern-Autofahrer jemals vorstellen mag. Denn der muss sich herumquälen mit: Lederaufbewahrungsschälchen



jeweils farblich abgestimmt auf die täglich verwendeten Lederaccesssoires. Das heißt nur ein schwarzes Portemonnaie gilt hier nicht! Je nach Tageslaune und Feng Shui-Dominanz sollten Schlüsselbehältnis und die persönliche Kreditkartenaufbewahrungsanstalt farblich abgestimmt werden, und dass mir nicht die roten Lederteilchen vom Weibchen im schwarzen Lederaufbewahrungsschälchen vom Gättchen abgelegt werden! Der Kram kostet schließlich auch nur € 29,– pro Farbe.



Und wehe, Ihr habt nicht die farblich passende Lederutensilaufbewahrungschälchenablagekommode dafür!

Mein persönliches kleines Highlight gestern, von den vielen anderen persönlich kleinen Highlights ganz abgesehen: das Kaugummi-Etui. Aus Leder. € 20,–. Noch ein Mal, weil es so schön ist: ein 20 Euro teures ledernes Kaugummiaufbewahrungsutensil.



Da wünscht man sich doch nie in die fürchterliche Gelegenheit zu kommen, jemals das Haus abbezahlt zu haben. Ernsthaft.

Kochen zeitgemäß

Für skurile Kochgeschichten bin ich immer zu haben und daher großer Fan von Jolene Sugarbaker, was bekannt sein dürfte. Clara, US-Amerikanerin ist 94 Jahre alt und hat somit in ihrem Leben Bekanntschaft machen dürfen mit dem, was man dann „Die große Depression“ taufte.

Clara kocht auf YouTube und erzählt dabei von früher – das Ganze in einer schönen typischen US-Küche und mit einem entspannten Tempo – im Vergleich zu den sonstigen Kochhektikern im TV empfunden. Das außergewöhnliche Vergnügen heißt dann „Great Depression Cooking“. Wir wissen ja nicht, was noch auf uns zukommt, nicht?

via Extramittel