2010-01-02

Sehr schön …

genauso einen Menschen habe ich dieses Jahr für mich entsorgen müssen: den Heuchler. Hat all das, was er anderen vorgeworfen hat – natürlich nie den Mut hatte es ihnen offen in einem souveränen Gespräch ins Gesicht zu sagen – selber gemacht und stellenweise deutlich in der Handlungsweise überzogen. Nun, jetzt gibt es den Heuchler mit wissenschaftlicher Evidenz.

2010-01-01

Ein gesundes neues Jahr 2010

mit hoffentlich vielen schönen Sunden, ohne Katastrophen dafür mit Sonnenschein, Freude und wundervolle Wünsche und Pläne, die für Euch in Erfüllung gehen sollen, das wünsche ich Euch!

2009-12-31

Sie wollen doch nur ein bisschen Liebe …

„In einer veröffentlichten Top-10-Liste der MA-Flirt-Passwörter tauchen Einträge wie "landser", "landser88" und "siegheil" ganz oben auf - angeführt von "123456". “

Rechte Flirtbörse vom 26. Chaos Communication Congress gehackt. Die Kommentare auf der indymedia-Seite. Ja, haben wir denn schon Weihnachten?

2009-12-30

Online-Petition zur Abschaffung von ePetionen.de

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass
1.) die Website epetionen.bundestag.de vorerst deaktiviert wird, damit verbunden
2.) der Online- Petitions- Service des Bundestages vorerst ausgesetzt wird und
3.) die dafür aufgewendeten finanziellen Mittel zur Evaluierung wirksamerer direkter demokratischer Partizipationsmöglichkeiten der BürgerInnen der Bundesrepublik in Zeiten der "Digitalen Revolution" in einem offenem Forum mit allen im dt. Bundestag vertretenen Parteien eingesetzt wird.

Begründung:

Online- Petitionen an den Deutschen Bundestag sind sinnvoll, aber in ihrer jetzigen Form wertlos, da
1.) sie nicht mit der ihnen gebührenden Ernsthaftigkeit von den Mitgliedern des Deutschen Bundestages behandelt werden und demnach der politische Willensbildungsprozess der Petenten meist nicht honoriert wird
2.) sie nicht in einer Sitzung des Deutschen Bundestages behandelt werden, sondern von einem Petitionsausschuss, auf dem selten bis nie öffentliche Aufmerksamkeit liegt, wodurch die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien in der Lage sind, ihnen unangenehme Themen leicht zu übergehen
3.) die Einflussnahme der BürgerInnen der Bundesrepublik Deutschland durch Petitionen auf legislative Entscheidungen des Deutschen Bundestags gegen Null tendiert. Dies wäre z.B. durch verpflichtende Anhörungen im Sitzungen des Bundestag, bzw. spezifischer Fachausschüsse u./o. durch ein Vetorecht für legislative Beschlüsse des Deutschen Bundestags ab einer zu evaluierenden Anzahl an Stimmen zu ändern
4.) der Deutsche Bundestag nicht die ausreichenden Mittel zur Verfügung stellt, um eine reibungslose Funktionstüchtigkeit des Petitionsservers bei ständig steigenden Petentenzahlen auf Dauer zu gewährleisten
5.) die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien eklatante Defizite im Umgang mit den "Neuen Medien" aufweisen, was direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Online- Petitionsangebots des Deutschen Bundestags hat
6.) aus der Erfahrung der vergangenen Jahre bekannt ist, dass es momentan mehr Sinn hat beim Bundesverfassungsgericht eine Klage gegen ein Gesetzesvorhaben einzuleiten, als sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu wenden
7.) der Deutsche Bundestag u.U. still und heimlich den Online- Petionsdienst abschalten lässt OHNE über sinnvoller organisierte direkte Partizipationsmöglichkeiten für die BürgerInnen zu diskutieren
8.) die Möglichkeit zur Partizipation über mobile Endgeräte wie Handys und Smartphones nicht möglich ist. Vgl: 82,8 Millionen Handys in Deutschland nach BITKOM, August 2006 (also wahrscheinlich 80%-90% der Bevölkerung) zu 60% Internetanschlüssen in deutschen Haushalten nach Wikipedia - eine signifikante Steigerung der Petentenzahlen in Deutschland wäre dadurch möglich
9.) sie keine wirklich positive Entwicklung, weg von der momentanen Politikverdrossenheit in Teilen der Bevölkerung, erreichen kann
10.) der Deutsche Bundestag diese Petition, selbst wenn sie 50.000 Petenten erreicht um im Petitionsauschuss angehört wird, nicht ernsthaft behandeln wird.

Wer diese kluge Petition zeichnen möchte …

2009-12-27

„Ein nueddl ward geboren!“

Das erste und ziemlich einmalige Twitter-Krippenspiel von Katzen und Häschen vorgetragen hier nun als ganzes Script.

2009-12-26

Ich mochte ganz besonders …

heute diesen kurzen kleinen speziellen Moment als ich im Zimmer in der Servierflut zwischen Rot- und Grühnkohl, später Klöße und Gans, die Sauciere, gefüllt mit leckerer Soße, kurz vor dem Abstellen auf den Tisch dezent aus der Hand entgleiten ließ, damit sie sich in voller Schönheit und ganzem Inhalt auf dem Zimmerboden verteilen durfte.

Momente, für die man das Leben sehr sehr lieb hat.

Die gute Nachricht, es gab noch einen minimalen Restsauce in der Küche. Die schlechte Nachricht: Omas Sauciere. Versteht sich.

Aber als Unterhaltungspluspunkt unschlagbar, kann ich empfehlen!

2009-12-25

Fröhliche Weihnachten

wünsche ich Euch, bisher schon gehabt zu haben und noch zu haben. Es ist ein schönes Weihnachsfest, gestern im Kreis von Freunden bei Freunden, heute im Kreis der Freunde bei mir. Die Gans begrüßte gerade den Ofen, nachdem ihre Leber dem Kater Frieden gestiftet hatte. Der Bruder rief gerade an, um sich für die Geschenke zu bedanken und die kleine Nichte, lernt seit Eintritt in die Schule immer mehr sprechen, rief mir fröhlich „Weihnachtsmann“ und „Geschenke“ und zum Schluss ein lässiges „Ciao!“ verständlich und kichernd glücklich ins Ohr. Mein Bruder ist übrigens „Donald“ für sie, das passt irgendwie, auch wenn ich das besser nicht laut sage.

Wundervolle Geschenke und Weihnachtsgrüße habe ich bekommen und freue mich sehr! Das Stichwort ist schon gefallen: glücklich. Es sind glückliche Weihnachten, ich hoffe sehr für Euch und Eure Lieben auch!

2009-12-23

Polizeihund …



Quelle

In der Küche …

habe ich eben den Grünkohl mit Schmalz aufgesetzt und als ich die Zwiebeln und den Speck schnitt, war ich für einen kurzen Moment nicht alleine sondern mit meiner Mum und den beiden Omas in der Küche und sie nickten mir fröhlich zu, als ich die Muskatnuss in den Topf rieb.

Ein kurzer warmer wunderschöner Moment. Sie sind da, auch wenn sie nicht da sind. Wundervoll! Und das ist wohl der Grund, warum Weihnachten ist.

2009-12-21

Dienstleisterkoller

Gehe ich neulich (letzten Dienstag) mal wieder nach langer Zeit zu einer Reinigung. Also chemische Reinigung. Eine Tischdecke und diverse Servietten warteten mit Rot- und Bratenflecken auf, wie von ihnen nicht anders zu erwarten nach einem ordentlichen Menü. Dachte ich bei bei mir, nimmste noch das Kostümchen mit, hat die Reinigung was zu tun und verdient an Dir. Das Kostüm ist in schwarz, Jacke und Rock wurden vorher von mir mit der Rolle katzenhaarbefreit. Weitestgehend. Ich finde Katzenhaar auf Kostüm ja auch nicht sooo toll.

Da ein allgemeines Reinigungssterben im Umfeld meiner Dockingstation herrscht, besuche ich die – schon vor Jahren unglaublich teure – Reinigung in Tempelhof. Fachbetrieb. Ich komme hinein in den Laden und rufe fröhlich „Einen schönen guten Tag, ich hätte was zu waschen für Sie!“ War schon zu viel des Guten, Frau ca. zehn Jahre älter als ich oder auch nicht, dann gleich alt aber von mindestens 20 Jahren Zigarettenkonsum auf älter getrimmt und mit brettharter Schwarztönung auf dem Haupthaar, mag mich offensichtlich nicht. Oder mag Kunden grundsätzlich nicht. Oder hasst ihren Job. Oder hatte einen Bad-Hairtönungs-Day, wat weiß ich!

Nun denn, ich will ja nicht ihre beste Freundin werden und packe daher unbekümmert die Wäsche aus und auf zwei Haufen, Kostümjacke und Rock hier, weiße Tischwäsche daneben. Mit übertrieben spitzen Händen packt sie die Jacke an, entdeckt mit einer Missbilligung offensichtlich zwei Katzenhaare und tut völlig entnervt. Ähnliches mit dem Rock. Dann knüllt sie alles zurück auf den Tresen und meint „Kostet 10,95 Euro und ist nächsten Mittwoch fertig. Wahrscheinlich.“ Ich gucke auf die Tischwäsche, wundere mich über die Preisnennung, weil ich nicht das Gefühl hatte, sie hätte den kompletten Auftrag überhaupt schon in Augenschein genommen. „Und was ist damit?“ „Geht extra.“ Aha, denke ich bei mir. Getrennte Kassen für die Wäsche. Logische Sache, verstehe ich nur nicht. Wahrscheinlich hat Mangelware einen anderen Mehrwertsteuersatz. Noch mal: wat weiß denn ich!

„Nun“, erkläre ich voller Kochstolz „da sind Braten- und Rotweinflecke drauf.“ Ich erzähle das weniger, um mich zu entschuldigen als ich naiv denke, die Information könnte bei der Auswahl der jeweiligen Fleckentfernungsmittel von Vorteil sein. Nun mehr verzieht sie das Gesicht völlig angeekelt, klar: Bratenflecke auf einem Tischtuch sind ja auch wirklich das Allerletzte, was eine Reinigung braucht. Wie kommen eigentlich Kunden dazu mit dreckiger Wäsche in einer Reinigung aufzulaufen? Wissen die denn überhaupt nicht mehr, was sich gehört?

„Na, das wird aber nichts mehr vor Weihnachten!“ „Wie das wird nichts mehr vor Weihnachten – es sind zehn Tage bis dahin?“ „Na, mit DEN Flecken muss das eingeweicht werden, das geht nicht so schnell. Ich weiß nicht einmal, ob das dieses Jahr noch was wird.“ „Okay“, sage ich „dann lassen wir das. Genau das sind die Sachen, die ich zu Weihnachten gerne gehabt hätte.“ (Business-Dress trage ich nämlich am 24. nicht.) „Wie? Das Kostüm auch?“ „Ja“, sage ich „das Kostüm auch.“ Das war dann der Moment von dem an sie mich richtig doll gar nicht mochte. Ihre Miene versteinerte noch ein wenig mehr – sofern das überhaupt noch möglich war – und sie murmelte „dann muss ich da ja jetzt alles wieder ausbuchen.“ „Das tut mir leid“, meine ich noch höflich bemüht „aber 14 Euro und dann sehen Sie sich nicht in der Lage innerhalb von neun Werktagen Ihren Job zu tun, ist mir ein bisschen zu teuer für zu lang.“ Und gehe.

Ich habe dann heute auf die Flecken anständigen Fleckentferner gegeben, ihn einziehen lassen und die Wäsche bei Kochwäsche mit Waschmittel von der Maschine ihren Job tun lassen. Flecken sind wunderbar raus, ich habe dann das Zeug auch gleich feucht aufgebügelt. Passt. Hat mich Waschmittel, Strom und ca. zehn Minuten Bügelzeit gekostet.

Geht alles. Bis zu Weihnachten. Und für das Kostüm versuche ich das Reinigungsangebot vom freundlichen Migranten in der Änderungsschneiderei zwei Ecken weiter in Neukölln. Kostet dort vermutlich die Hälfte.

Was machen eigentlich …

die Menschen in diesen kalten Tagen, die nicht diese schnurrenden Wärmekissen auf ihrem Schoß haben?

2009-12-19

Harald Martenstein: „Kai Diekmann ist bei der taz.“

Und was wir sonst noch aus der „die anonymen Blogger“-Selbsthilfegruppe wissen wollten. Die gute Nachricht vorneweg: Kai hat nur mit dem Bloggen angefangen, um nun wieder aufzuhören.


pix by spon

2009-12-18

Für den Fall,

dass Ihr noch etwas Energie und gute Wünsche übrig habt, bitte hier hin schicken. Weil gerade dringend von Nöten! Und manchmal helfen nette Worte ja schon ein ordentliches Stück weiter durch den dunklen Tunnel.

Klar!

Wir haben von diesem Teil ja noch sechs Ersatzerden in der Schublade.

Den müsste allen durch die Bank weg die Erlaubnis zum Regieren aberkannt werden. Profitgeile Nixmerker.

Muss dringend noch einmal

über eine eventuelle Karriere als Schneeschippdienstleisterin nachdenken. Die machen wirklich lustige Sachen mit ihren TöffTöffs nachts auf den Straßen (wie Sau rückwärts auf'm Bürgersteig fahren etc.) – weiß einer, ob bei den Dingern die lustige Nummer mit angezogener Handbremse und Lenkrad rumreissen (klassische 1-Punkt-Wendung) funktioniert?

Da wäre wenigstens ein Anspruch dabei im Sattel zu bleiben.

2009-12-15

Salz ins Meer tragen



Wir kennen Salz, begegnen ihm täglich. Konsumieren es bewusst, weil wir es selbst in unser Essen geben, um dessen Geschmack aufzuwerten oder um es überhaupt erst zu produzieren. Rohschinken ohne Salz? Undenkbar, weil er weit vor seiner Reife ohne Salz bereits verschimmelt wäre. Die Rinde vieler Käsesorten wird während der Reifung immer wieder mit Salzlake eingerieben, um sie haltbarer zu machen. Das Salz wandert auch in den Käse und gibt ihm sein Aroma. Oliven ohne Salz? Wären zwar farbenreich, dennoch recht farblos im Geschmack.

Und auch frisch zubereiteter Fisch, selbst wenn er ganz frisch aus dem Meer stammt, bekommt mit Salz erst den letzten Schliff.





Unbewusst wird uns das Salz zugeführt, weil die Food-Industrie es in nicht unerheblicher Menge in Zutaten gibt. Dieses Salz ist unsichtbar, raffiniert, im Übermaß gefährlich. Ein Industriestoff, der wenig taugt. Und dann gibt es die natürlichen Salze, Salz vom Stein geerntet oder das Salz aus dem Meer, das sehr konzentriert ist und oft in Handarbeit geschöpft wird, das Fleur de Sel (frz.) oder Flor de Sal (span.) Dem Fleur de Sel fehlen die Bitterstoffe seines industriell produzierten Pendants. Es ist im Vergleich zum Steinsalz oft reich an Calcium und Magnesium und hat daher einen eigenen Geschmack, den Gourmets sehr schätzen. Man nimmt nur wenig und gibt es erst nach dem Kochgang auf die bereits angerichtete Speise, damit die kleinen feinen Kristalle das Essen schmücken wie kleine Diamanten. Eine Scheibe von gutem frischen Brot mit feiner Butter bestrichen und eine Prise Fleur de Sal darüber gestreut – ein kleines gustatorisches Glück dieser Welt, das beileibe wohl kein Marketing benötigt um zu überzeugen!



Eines der reinsten Salze in Europa wird übrigens auf Mallorca geerntet. Hier nennt man es Flor de Sal und das „Flor de Sal d'es Trenc“ gilt als eines der reinsten Produkte und stammt aus „Ses Salines“, einer kleinen im Süden der Insel gelegenen mallorquinischen Gemeinde.



Und eine der Produzentinnen des Flor de Sal d'es Trenc ist Katja Wöhr von Gustomondial. Katja habe ich im Februar während meines Aufenthaltes auf Mallorca zu einem Interview getroffen – und bin einem beeindruckendem Beispiel von Authentizität begegnet – in ihrer Person, in den Produkten, die sie entwickelt und produziert und in der Art und Weise, wie sie ihr Salz vertreibt. Direkt und mit Bedacht. Bevor ich sie traf, habe ich mit Freunden an einem wunderschönen Ausflugstag Tag „Les Salines“ besucht. Im Frühling ein wundervoller stiller Ort mit einer beeindruckenden Landschaft, saftig grün noch so kurz nach den Wintermonaten.



Katja lebt in Sóller, recht weit entfernt von ihrer eigentlichen Schaffenswelt dem Meer, in den Bergen, die Mallorca auch zu bieten hat. Wir haben uns beide kurzfristig in Sóller verabredet und ich habe mir die einstündige traumhafte Anreise mit dem „Roten Blitz“ von Palma aus gegönnt, durch das Land das im Februar natürlich voller prächtig behangener Orangen- und Zitronenbäume geschmückt ist. Vorher begegnete ich noch einem unverhofften Stück Bäcker-Marketing. Der Zug ging früh und ich hatte meine Unterkunft ohne Frühstück verlassen und kaufte mir unterwegs eine Tarte mit Apfel und wunderte mich natürlich sehr, warum die Verkäuferin das Gebäck mit kleinen Holzstückchen „garnierte“. Später fiel mir auf, dass im Gegensatz zu derartigem Gebäck in Deutschland verpackt, wenn üblicherweise das Papier gerne auf die Früchte gedrückt eine schwer zu sortierende Einheit ergibt, die Früchte und Marmelade dank der Sticks unberührt waren von der Verpackung. Ich konnte ein unbeschädigtes Törtchen mein Frühstück nennen: Zahnstocher. Eine einfache Freude.





In Sóller holte mich Katja pünktlich vom Bahnhof ab und da mir nach Kaffee war, ihr der Kaffee in dem Bahnhofscafé nicht gut genug schien, lud sie mich in ihr traumhaftes gerade frisch restauriert und renoviertes Häuschen ein, das mit eines der schönsten Häuser ist, welches ich auf Mallorca gesehen habe. Klein, hell, farbenfroh, wundervoll eingerichtet, umgebaut nach ihren Ideen. Bevor wir uns zum Kaffee und Gespräch setzten, durfte ich mir meine erste Orange direkt vom Baum selber pflücken und genießen und mich an der großzügigen, praktisch-schönen und trotzdem unspektakulär eingerichteten Küche erfreuen.



Dann sprachen wir über Salz, stundenlang. Wie Katja, gebürtige Schweizerin, nach jahrelanger Arbeit im Tourismusgewerbe rund um die Welt gereist, ausgebrannt einfach für einen langen Zeitraum an einem Ort bleiben wollte und einen schlecht bezahlten Wasserträgerjob auf einem französischen Golfplatz angenommen hatte, um sich wieder körperlich zu spüren und den Kopf frei zu bekommen. Dabei hatte sie die Idee Salz schöpfen zu wollen und da die Salinen der französischen und spanischen Festlandküste ihr nach diversen Umweltkatastrophen und am Meer angesiedelter Industrie nicht rein genug waren, entschied sie sich für das alternative Schöpfgebiet von Mallorca. Einen ungewöhnlichen Weg ist Katja gegangen, denn sie mochte die Insel am Anfang so gut wie gar nicht – die Liebe zum balearischen Eiland kam erst mit der Arbeit. Das Wissen um das Salz und seine Produktion folgten erst nach der Idee – in einer denkbar kurzen Zeit, die zwischen Idee, Umzug und Umsetzung bis hin zur Produktion lag.



Wer Katja Wöhr trifft, trifft auf eine Urgewalt von Energie. Positiver Energie. Es ist kein bisschen schwer sich vorzustellen, wie sie in sehr kurzer Zeit ihre Geschäftsidee in die Tat umgesetzt hatte, das wenig verfügbare Kapital in die Produktion der fast schon als Schmuckdose zu bezeichnenden Behältnisse. Sie gewann mit ihrer Idee den spanischen Innovationspreis für Neugründer und entwickelte mit einem befreundeten Koch Rezepte für ihr Salz und entwarf eigene Kompositionen, in dem sie dem Flor de Sal d’es Trenc natural später reine Hibiskusblüten, Rosenblüten, Oliven oder Kräuter unterjubelte. Später folgt die traumhafte Mischung Sri Lanka und einmal im Jahr werden besondere Salz-Editionen geschaffen, limitiert nur in kleiner Stückzahl produziert – beispielsweise mit Orange und Chili oder Limone mit Lavendel. Natürlich alle Zutaten aus biologisch einwandfreiem Anbau, fair gehandelt.



Sie freute sich sich ungemein in diesem Jahr zum ersten Mal wieder selbst die Salzkristalle ernten zu können. Nach der Geburt ihrer Tochter wollte ihr Mann sie nicht mehr in die Salinen gehen lassen. Dabei lebt sie so offensichtlich von und für den Prozess der Ernte „ihres Salzes“ und scheint ihre Energie aus diesem Erleben einer kurzen aber sehr arbeitsreichen Zeit im Jahr zu ziehen. Sie hat Ideen und die werden sie auch irgendwann von der Insel und dem Salz wegbringen. Diese Frau ist vermutlich auf dem Zenit ihres beruflichen Erfolges und so ungewöhnlich entspannt dabei, weil sie weiter gehen will.

Irgendwann mussten wir los, ihre kleine Tochter von der Schule abholen – es war Faschingsumzugszeit. Wir liefen durch Sóller und trennten uns, leider. Ich blieb zurück mit einem Sack voller wundervollem Salz, dass aufwändig in mehreren Vorgängen getrocknet wurde und mit einem Rechen in der Abendsonne vorsichtig vom Sel gris getrennt geerntet wird.



Das Fleur de Sal d’es Trenc selbst entsteht nur in der heißen Sommerperiode im Juni und Juli, im August ist es Katja schon zu unrein, an windstillen Tagen. Dann trocknen die Salzblumen auf dem Wasser, bilden eine hauchdünne Schicht, die vorsichtig am Abend in der untergehenden Sonne abgehoben wird. Später ins Lager transportiert, getrocknet und vorsichtig mit den Gewürzen versetzt verpackt wird. Eine ganze Jahresproduktion in knapp zwei Monaten. Wenn Katja von der Schwere aber auch der Schönheit dieser Arbeit in besonderer Atmosphäre spricht, möchte man direkt zur Erntezeit einen Flug buchen und mithelfen.

Sie hat Arbeitsplätze geschaffen mit ihrer Idee auf dieser Insel als Fremde.

Sie ist dabei unglaublich bodenständig, und hat Ideen. Viele, Stillstand kann diese Frau nicht. Sie gibt ein Teil des Geldes, das sie verdient, wohlüberlegt in Projekte der Dritten Welt, Frauen dort dabei unterstützen, sich eine eigene Existenz dort aufzubauen. Es drängt sie aber nach ihrer Salzperiode in diese Richtung dort mehr zu tun. Sie lebt nach der schmerzlichen privaten und beruflichen Trennung von ihrem Ehemann mit ihrer kleinen Tochter in dem neuen Haus, plant zum damaligen Zeitpunkt ein Kochbuch mit Tim Mälzer, das diesen Sommer erscheinen sollte. Und sie verspricht dem jungen Nachbarshund im vorbeigehen fest in die Pfote, ihn am Wochenende mit auf die Wanderung in die Berge zu nehmen.



Katjas Flor de Sal d’es Trenc ist mittlerweile ein internationaler Erfolg. Sie passt genau auf, wo ihr Salz verkauft wird. Supermarktketten erhalten ihr Salz nicht. „Die killen das Geschäft der kleinen Delikatessenläden. Das aber sind die Läden, die mich am Anfang in meiner schwersten Zeit unterstützt haben und an mich geglaubt haben und mein Salz als erste verkauft haben.“ So einfach kann das sein. Bewusstsein für die Umwelt und die Anderen und damit auch der Verzicht auf das ganz große Geld um jeden Preis – auch das ist authentisches Marketing. Selten ist das geworden in unserer heutigen Zeit. Katja Wöhr ist erfolgreich damit geworden. Sehr erfolgreich.

Ich selbst liebe alle ihre Salzsorten, sie sind ein Genuß und sie verfeinern jedes noch so einfache Essen zu einem Gericht wie aus dem Märchen.



Es lässt sich übrigens zu Weihnachten verschenken, denn es ist zudem wirklich ansprechend verpackt – aber vergesst nicht: im Supermarkt bekommt Ihr es nicht. Nur in den kleinen besonderen Läden, diesen authentischen Läden. Dort gibt es auch den klug gekelterten Wein, der am Meer besonders gut schmeckt mit dem Salz auf den Lippen.



Das Salz ist also zurück. Mit uns am Meer.

Mein Blogwichtelbeitrag: Weihnachten für Weihnachtsmuffel

Wenn man sich umhört, sei es unter Freunden und Bekannten oder im Internet - so fragt man sich stellenweise, wer Weihnachten überhaupt mag. Man stöhnt über die Einkäufe, darüber, dass einem keine Geschenkideen einfallen, über den nadelnden Baum, die anstrengende Verwandtschaft, den Feiertags-Marathon, Kirchenzwang, Blockflötengetute, das Essen und so weiter und so fort. Das muss nicht sein, denn es geht auch anders, selbst wenn es denen, die ein Leben lang in einer Feiertagsroutine gefangen sind, die sie zu hassen gelernt haben. Hier ein paar praktische Tipps zum Thema "Weihnachten muss kein Schicksal sein".

– Geschenke: Viele verzichten überhaupt darauf, da sie sich dem Konsumterror nicht ergeben wollen. Andere kaufen gängige Artikel wie Parfum, Socken, Krawatten oder den "aktuellen Bestseller", der nach dem Fest zum Staubfänger mutiert. Das kommt für mich nicht infrage, denn ich liebe das Schenken an sich, sowohl als Schenkende als auch als Beschenkte. Eine gute Möglichkeit ist, etwas zu kaufen, was der Beschenkte wirklich haben möchte, und das ist meist nicht sonderlich praktisch. Oder, für die Ich-brauche-nichts-ich-habe-alles-Fraktion etwas wirklich Originelles, Witziges. Das muss nicht teuer sein. Wichtig ist, dass es die gestresste Runde unterhält, zum Beispiel eines dieser über den Tisch hüpfenden und dabei mit den Zähnen klappernden Gebisse für die Oma, als Zugabe für ein paar leckere Sachen (Essbares hat immer den Vorteil, dass es auf natürliche Weise verschwindet und nicht diskret im folgenden Sommer entsorgt werden muss).
Ganz wichtig: Nie am Wochenende einkaufen, es sei denn, man ist Masochist (dann will ich nichts gesagt haben). Lieber online bestellen, da gibt es auch alles.

– nadelnde Bäume: In Wohnungen nadeln die Dinger schon, wenn man sie zur Tür hereinbringt, was an der Wärme liegt. Natürlich kann man den Baum in einem ungeheizten Zimmer unterbringen, doch dort will sich kaum jemand aufhalten. Falls es ein Trost ist: Weihnachtsbäume sind eine neue Tradition (aus dem betulichen 19. Jahrhundert, dass uns mit vielen Errungenschaften bis heute dafür bestraft, dass es es gab). Außerdem sind so offensichtlich sterbende Bäume in der Zeit immer kleiner werdender Wälder und Grünflächen ein deprimierender Anblick. Wie wäre es mit einem Kerzenmeer nebst Räucherkerzen für den angemessenden Duft, großen Sternen etc.?

– Die anstrengende Verwandtschaft. Die drangsalieren einen meist mit ihren Vorstellungen von Weihnachten, die selbst die furchtbarsten unter ihnen selbst nicht schön finden können. Ich hänge der Theorie an, dass die, die früher unter so was leiden mussten, heute versuchen, uns leiden zu lassen. Da hilft nur: Nicht hingehen, sondern selbst einladen. Dann sagt Ihr, wo es langgeht in und mit der Heiligen Nacht. Hähä.

– Kirchenzwang: Hier ist die Empfehlung kurz: Nicht hingehen, wenn's Euch nicht gefällt (falls Ihr gern zur Kirche geht, diesen Punkt überspringen). Oder, falls es gar nicht anders geht: Ein kleinformatiges Buch, das man im Gesangbuch verstecken kann, mitnehmen und sich von der Pelzmantel-und-Perlenketten-Leistungsschau, die mit Gottesdiensten so viel zu tun hat wie Weihnachten in Deutschland mit der Geburt Christi, ablenken. Ein MP3-Player mit diskreten Kopfhörern kann auch gute Dienste leisten, vorausgesetzt, man dreht nicht zu laut auf. Ich empfehle für diesen Zweck ein Hörbuch. Wem das zu innovativ ist, der halte sich an den anfänglichen Vorschlag: Einfach nicht hingehen.

– Blockflötengetute, Weihnachts-CDs und plärrende Fernseher: Die Kinder sollte man erlösen (wäre auch mal ein Thema für den Jugendschutz) und den Fernseher sollte man ausmachen, der läuft ohnehin das ganze Jahr über. Weihnachts-CDs sollte man nur hören, wenn man WIRKLICH Lust darauf hat. Ansonsten kann man Musik auswählen, die einem wirklich gefällt (vor zwei Jahren lief bei uns die CD "Volk" von Laibach zu Heiligabend, und auch der Mutter hat's gefallen). Für Authentizitätsfanatiker empfiehlt sich arabische Musik aus dem vorderorientalischen Raum. Da kann man die schockierte Verwandtschaft mit dem Satz "Das hätte auch Jesus gehört" zum Schweigen bringen.

– Ach ja, das Essen. Wer keine Lust hat, bis Silvester noch von der Gans zu essen, Geflügel nicht leiden kann oder wer Würstchen mit Kartoffelsalat spießig findet, greife auf Alternativen zurück. Die syrisch-palästinische Küche ist köstlich, die Gerichte sind leicht und schnell zuzubereiten und den meuternden Gästen sagt man einfach, dass auch Jesus und seine Familie so gegessen haben. Oder macht was Afrikanisches. Das isst man mit den Händen, was auch die steifste Veranstaltung nachhaltig in Schwung bringt. Ein Fingerfood-Buffet ist die etwas formellere Variante. Ansonsten: Die Welt ist voll mit kulinarischen Traditionen, die es wert sind, entdeckt zu werden. Wenn's Geflügel sein soll, geht auch Entenbrust im Pekingenten-Stil (die hätte Jesus bestimmt gegessen, hätte er sie gekannt, und sie ist mengenmäßig überschaubar). Ich habe mal einen großen Erfolg mit Lammfleisch in Tscherkessensauce gehabt. Es war enorm lustig und vor allem lecker, und die Irritation meiner damals 82-jährigen Großtante, als ich sagte, dass wir nun alle das Fleisch und die Sauce in die Brottasche füllen, hielt auch nur ganz kurz an.

– Der Feiertagsmarthon: Wenn Ihr meint, dass ein Weihnachtstag reicht, dann ist das so. Für die beiden anderen Tage empfehlen sich DVD-Themenabende, Wellness-Kuren, Terrassen-Grillparties, sportliche Betätigung etc.

Wer die traditionelle deutsche Weihnacht nicht mag, der ändere sie, frei nach dem Motto: Besinnlichkeit auf Knopfdruck muss kein Schicksal sein. Macht einfach 'ne Party draus, ladet Eure Verwandtschaft zu Euch an und wartet, was passiert.

Dieser Beitrag wurde mir im Rahmen der diesjährigen Blogwichtelei 2009, von Frau Bhuti organisiert und dank Madame Toulouse ordnungsgemäß geprüft, überreicht. Und ich finde das ist eine ganz wundervolle Wichtelei, die sich da jemand für mich ausgedacht hat, denn es geht hier nicht nur um Essen, nein: bitte nehmt diese grandiose sehr feine Ironie zwischen den Zeilen zur Kenntnis! Ich glaube, da hat jemand wirklich großartige Erfahrung mit diesem Fest. Und scheint mich oder mein Blog gut zu kennen. Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht den Hauch einer Ahnung von wem dieses bonfortinöse Blogwichtel stammen mag, aber eins steht fest: ich finde es wirklich und ungelogen grandios und bedanke mich sehr herzlich für die mehr als charmant-kluge Blogwichtelei, die mir ja so etwas von auf den Leib geschrieben wurde! Und falls ich den/die Blogwichtel/in nie in Erfahrung bringen sollte, wünsche ich ihr/im fröhliche Weihnachten und viele Gebisse am Tisch, einfach damit das Fest viel Spaß macht! Merci!

2009-12-13

Ach nur so …

falls Ihr der Meinung seid, Frau Indica hat's am besten (wenn auch spät) hinbekommen, die Zutaten der diesjährigen BlogKochShow 2009: Vanillestange, Grapefruit, Gelatine, Mohrrüben, Rohrzucker sowie Walnüsse zu verwursteln, dann stimmt für sie ab.

Falls Ihr feststellt (wie ich), dass mindestens die klare Mohrrübenessenz von Frau Bhuti das Ganze einschließlich der Walnuss-Bohnen gerockt hat, dann stimmt bitte unbedingt hier für sie ab!

Sollte Eure Bewunderung für Frau Jekylla und ihr Menü und ihre unvorstellbare Leistung unglaublich groß sein, dann gebt Ihr bitte Eure wichtige Stimme. (Frau Jekylla hat mittlerweile eh gewonnen, sie kocht neuerdings UND sie kauft sich Küchenutensilien. Isses nicht unfassbar?!)

Solltet Ihr wie ich befinden, dass Herr Spontiv auch in die Bewertung aufgenommen werden sollte und nicht außer Konkurrenz mitgekocht haben nur weil er der sehr spendable Ideengeber war, dann tretet ihm bitte per Mail in den Hintern und fordert seine Nachbenennung!

Wenn Ihr befindet, dass Koch-Newcomer Julius seine Sache mehr als wundervoll gemacht hat, dann stimmt bitte für ihn ab!

Und wenn Ihr das Menü und die Kochkunst von northerndelight bis ins unendliche bewundert, dann stimmt bitte unbedingt für ihn ab!

Und falls Ihr von der Möhrentarte des Herrn Exit mindestens so begeistert wart, wie ich beim rüberschielen in sein Menü – dann stimmt bitte für ihn ab!

Und nur für den ungewöhnlichen Fall, dass Ihr der Meinung wart, ich hätte ganz passabel im Rahmen der diesjährigen BlogKochShow 2009 gekocht, dann könnt/dürft/sollt/müsst Ihr für mich und mein Menü abstimmen. Denn in diesem Jahr gibt es Preise zu gewinnen! Und eine Rührschüssel kann man nie zuviel im Haus haben, dass ist ja man klar nech?

Und falls Ihr sie noch nicht gelesen habt, hier ist die famos schön geschriebene Menü-Kritik von dem reizendsten Mitesser dieser Welt, den ich mir als Gast überhaupt wünschen konnte, Herrn Foxxi. (Verspasst bloß nicht den schönen Film „creezy und ihr erstes Mal!“

Und jetzt zur Abstimmung – entweder hier:





Oder drüben direkt beim Spontiv, dem ich noch einmal für das wundervolle Erlebnis und den Spaß danke, den die diesjährige BlogKochShow mir wieder gemacht hat. Und übrigens: ich habe abgestimmt – nicht für mich! Und das war schwer, weil alle bonfortinös gekocht haben, wirklich!

2009-12-12

Ja, haben wir denn schon den ersten April?

Hä? Bunte Post ist teurer.

2009-12-11

Potzblitz

Recht hat sie am zweiten Tag ihrer 10 Tage, 10 Listen: unbequeme Themen, die Katharina von esskultur.at. Sagenhafte Punkte rund um die Ernährung, die sich nicht einmal an zehn Abenden im erlauchten Freundeskreis mit Rotwein salopp diskutieren ließen.