2009-12-21

Was machen eigentlich …

die Menschen in diesen kalten Tagen, die nicht diese schnurrenden Wärmekissen auf ihrem Schoß haben?

2009-12-19

Harald Martenstein: „Kai Diekmann ist bei der taz.“

Und was wir sonst noch aus der „die anonymen Blogger“-Selbsthilfegruppe wissen wollten. Die gute Nachricht vorneweg: Kai hat nur mit dem Bloggen angefangen, um nun wieder aufzuhören.


pix by spon

2009-12-18

Für den Fall,

dass Ihr noch etwas Energie und gute Wünsche übrig habt, bitte hier hin schicken. Weil gerade dringend von Nöten! Und manchmal helfen nette Worte ja schon ein ordentliches Stück weiter durch den dunklen Tunnel.

Klar!

Wir haben von diesem Teil ja noch sechs Ersatzerden in der Schublade.

Den müsste allen durch die Bank weg die Erlaubnis zum Regieren aberkannt werden. Profitgeile Nixmerker.

Muss dringend noch einmal

über eine eventuelle Karriere als Schneeschippdienstleisterin nachdenken. Die machen wirklich lustige Sachen mit ihren TöffTöffs nachts auf den Straßen (wie Sau rückwärts auf'm Bürgersteig fahren etc.) – weiß einer, ob bei den Dingern die lustige Nummer mit angezogener Handbremse und Lenkrad rumreissen (klassische 1-Punkt-Wendung) funktioniert?

Da wäre wenigstens ein Anspruch dabei im Sattel zu bleiben.

2009-12-15

Salz ins Meer tragen



Wir kennen Salz, begegnen ihm täglich. Konsumieren es bewusst, weil wir es selbst in unser Essen geben, um dessen Geschmack aufzuwerten oder um es überhaupt erst zu produzieren. Rohschinken ohne Salz? Undenkbar, weil er weit vor seiner Reife ohne Salz bereits verschimmelt wäre. Die Rinde vieler Käsesorten wird während der Reifung immer wieder mit Salzlake eingerieben, um sie haltbarer zu machen. Das Salz wandert auch in den Käse und gibt ihm sein Aroma. Oliven ohne Salz? Wären zwar farbenreich, dennoch recht farblos im Geschmack.

Und auch frisch zubereiteter Fisch, selbst wenn er ganz frisch aus dem Meer stammt, bekommt mit Salz erst den letzten Schliff.





Unbewusst wird uns das Salz zugeführt, weil die Food-Industrie es in nicht unerheblicher Menge in Zutaten gibt. Dieses Salz ist unsichtbar, raffiniert, im Übermaß gefährlich. Ein Industriestoff, der wenig taugt. Und dann gibt es die natürlichen Salze, Salz vom Stein geerntet oder das Salz aus dem Meer, das sehr konzentriert ist und oft in Handarbeit geschöpft wird, das Fleur de Sel (frz.) oder Flor de Sal (span.) Dem Fleur de Sel fehlen die Bitterstoffe seines industriell produzierten Pendants. Es ist im Vergleich zum Steinsalz oft reich an Calcium und Magnesium und hat daher einen eigenen Geschmack, den Gourmets sehr schätzen. Man nimmt nur wenig und gibt es erst nach dem Kochgang auf die bereits angerichtete Speise, damit die kleinen feinen Kristalle das Essen schmücken wie kleine Diamanten. Eine Scheibe von gutem frischen Brot mit feiner Butter bestrichen und eine Prise Fleur de Sal darüber gestreut – ein kleines gustatorisches Glück dieser Welt, das beileibe wohl kein Marketing benötigt um zu überzeugen!



Eines der reinsten Salze in Europa wird übrigens auf Mallorca geerntet. Hier nennt man es Flor de Sal und das „Flor de Sal d'es Trenc“ gilt als eines der reinsten Produkte und stammt aus „Ses Salines“, einer kleinen im Süden der Insel gelegenen mallorquinischen Gemeinde.



Und eine der Produzentinnen des Flor de Sal d'es Trenc ist Katja Wöhr von Gustomondial. Katja habe ich im Februar während meines Aufenthaltes auf Mallorca zu einem Interview getroffen – und bin einem beeindruckendem Beispiel von Authentizität begegnet – in ihrer Person, in den Produkten, die sie entwickelt und produziert und in der Art und Weise, wie sie ihr Salz vertreibt. Direkt und mit Bedacht. Bevor ich sie traf, habe ich mit Freunden an einem wunderschönen Ausflugstag Tag „Les Salines“ besucht. Im Frühling ein wundervoller stiller Ort mit einer beeindruckenden Landschaft, saftig grün noch so kurz nach den Wintermonaten.



Katja lebt in Sóller, recht weit entfernt von ihrer eigentlichen Schaffenswelt dem Meer, in den Bergen, die Mallorca auch zu bieten hat. Wir haben uns beide kurzfristig in Sóller verabredet und ich habe mir die einstündige traumhafte Anreise mit dem „Roten Blitz“ von Palma aus gegönnt, durch das Land das im Februar natürlich voller prächtig behangener Orangen- und Zitronenbäume geschmückt ist. Vorher begegnete ich noch einem unverhofften Stück Bäcker-Marketing. Der Zug ging früh und ich hatte meine Unterkunft ohne Frühstück verlassen und kaufte mir unterwegs eine Tarte mit Apfel und wunderte mich natürlich sehr, warum die Verkäuferin das Gebäck mit kleinen Holzstückchen „garnierte“. Später fiel mir auf, dass im Gegensatz zu derartigem Gebäck in Deutschland verpackt, wenn üblicherweise das Papier gerne auf die Früchte gedrückt eine schwer zu sortierende Einheit ergibt, die Früchte und Marmelade dank der Sticks unberührt waren von der Verpackung. Ich konnte ein unbeschädigtes Törtchen mein Frühstück nennen: Zahnstocher. Eine einfache Freude.





In Sóller holte mich Katja pünktlich vom Bahnhof ab und da mir nach Kaffee war, ihr der Kaffee in dem Bahnhofscafé nicht gut genug schien, lud sie mich in ihr traumhaftes gerade frisch restauriert und renoviertes Häuschen ein, das mit eines der schönsten Häuser ist, welches ich auf Mallorca gesehen habe. Klein, hell, farbenfroh, wundervoll eingerichtet, umgebaut nach ihren Ideen. Bevor wir uns zum Kaffee und Gespräch setzten, durfte ich mir meine erste Orange direkt vom Baum selber pflücken und genießen und mich an der großzügigen, praktisch-schönen und trotzdem unspektakulär eingerichteten Küche erfreuen.



Dann sprachen wir über Salz, stundenlang. Wie Katja, gebürtige Schweizerin, nach jahrelanger Arbeit im Tourismusgewerbe rund um die Welt gereist, ausgebrannt einfach für einen langen Zeitraum an einem Ort bleiben wollte und einen schlecht bezahlten Wasserträgerjob auf einem französischen Golfplatz angenommen hatte, um sich wieder körperlich zu spüren und den Kopf frei zu bekommen. Dabei hatte sie die Idee Salz schöpfen zu wollen und da die Salinen der französischen und spanischen Festlandküste ihr nach diversen Umweltkatastrophen und am Meer angesiedelter Industrie nicht rein genug waren, entschied sie sich für das alternative Schöpfgebiet von Mallorca. Einen ungewöhnlichen Weg ist Katja gegangen, denn sie mochte die Insel am Anfang so gut wie gar nicht – die Liebe zum balearischen Eiland kam erst mit der Arbeit. Das Wissen um das Salz und seine Produktion folgten erst nach der Idee – in einer denkbar kurzen Zeit, die zwischen Idee, Umzug und Umsetzung bis hin zur Produktion lag.



Wer Katja Wöhr trifft, trifft auf eine Urgewalt von Energie. Positiver Energie. Es ist kein bisschen schwer sich vorzustellen, wie sie in sehr kurzer Zeit ihre Geschäftsidee in die Tat umgesetzt hatte, das wenig verfügbare Kapital in die Produktion der fast schon als Schmuckdose zu bezeichnenden Behältnisse. Sie gewann mit ihrer Idee den spanischen Innovationspreis für Neugründer und entwickelte mit einem befreundeten Koch Rezepte für ihr Salz und entwarf eigene Kompositionen, in dem sie dem Flor de Sal d’es Trenc natural später reine Hibiskusblüten, Rosenblüten, Oliven oder Kräuter unterjubelte. Später folgt die traumhafte Mischung Sri Lanka und einmal im Jahr werden besondere Salz-Editionen geschaffen, limitiert nur in kleiner Stückzahl produziert – beispielsweise mit Orange und Chili oder Limone mit Lavendel. Natürlich alle Zutaten aus biologisch einwandfreiem Anbau, fair gehandelt.



Sie freute sich sich ungemein in diesem Jahr zum ersten Mal wieder selbst die Salzkristalle ernten zu können. Nach der Geburt ihrer Tochter wollte ihr Mann sie nicht mehr in die Salinen gehen lassen. Dabei lebt sie so offensichtlich von und für den Prozess der Ernte „ihres Salzes“ und scheint ihre Energie aus diesem Erleben einer kurzen aber sehr arbeitsreichen Zeit im Jahr zu ziehen. Sie hat Ideen und die werden sie auch irgendwann von der Insel und dem Salz wegbringen. Diese Frau ist vermutlich auf dem Zenit ihres beruflichen Erfolges und so ungewöhnlich entspannt dabei, weil sie weiter gehen will.

Irgendwann mussten wir los, ihre kleine Tochter von der Schule abholen – es war Faschingsumzugszeit. Wir liefen durch Sóller und trennten uns, leider. Ich blieb zurück mit einem Sack voller wundervollem Salz, dass aufwändig in mehreren Vorgängen getrocknet wurde und mit einem Rechen in der Abendsonne vorsichtig vom Sel gris getrennt geerntet wird.



Das Fleur de Sal d’es Trenc selbst entsteht nur in der heißen Sommerperiode im Juni und Juli, im August ist es Katja schon zu unrein, an windstillen Tagen. Dann trocknen die Salzblumen auf dem Wasser, bilden eine hauchdünne Schicht, die vorsichtig am Abend in der untergehenden Sonne abgehoben wird. Später ins Lager transportiert, getrocknet und vorsichtig mit den Gewürzen versetzt verpackt wird. Eine ganze Jahresproduktion in knapp zwei Monaten. Wenn Katja von der Schwere aber auch der Schönheit dieser Arbeit in besonderer Atmosphäre spricht, möchte man direkt zur Erntezeit einen Flug buchen und mithelfen.

Sie hat Arbeitsplätze geschaffen mit ihrer Idee auf dieser Insel als Fremde.

Sie ist dabei unglaublich bodenständig, und hat Ideen. Viele, Stillstand kann diese Frau nicht. Sie gibt ein Teil des Geldes, das sie verdient, wohlüberlegt in Projekte der Dritten Welt, Frauen dort dabei unterstützen, sich eine eigene Existenz dort aufzubauen. Es drängt sie aber nach ihrer Salzperiode in diese Richtung dort mehr zu tun. Sie lebt nach der schmerzlichen privaten und beruflichen Trennung von ihrem Ehemann mit ihrer kleinen Tochter in dem neuen Haus, plant zum damaligen Zeitpunkt ein Kochbuch mit Tim Mälzer, das diesen Sommer erscheinen sollte. Und sie verspricht dem jungen Nachbarshund im vorbeigehen fest in die Pfote, ihn am Wochenende mit auf die Wanderung in die Berge zu nehmen.



Katjas Flor de Sal d’es Trenc ist mittlerweile ein internationaler Erfolg. Sie passt genau auf, wo ihr Salz verkauft wird. Supermarktketten erhalten ihr Salz nicht. „Die killen das Geschäft der kleinen Delikatessenläden. Das aber sind die Läden, die mich am Anfang in meiner schwersten Zeit unterstützt haben und an mich geglaubt haben und mein Salz als erste verkauft haben.“ So einfach kann das sein. Bewusstsein für die Umwelt und die Anderen und damit auch der Verzicht auf das ganz große Geld um jeden Preis – auch das ist authentisches Marketing. Selten ist das geworden in unserer heutigen Zeit. Katja Wöhr ist erfolgreich damit geworden. Sehr erfolgreich.

Ich selbst liebe alle ihre Salzsorten, sie sind ein Genuß und sie verfeinern jedes noch so einfache Essen zu einem Gericht wie aus dem Märchen.



Es lässt sich übrigens zu Weihnachten verschenken, denn es ist zudem wirklich ansprechend verpackt – aber vergesst nicht: im Supermarkt bekommt Ihr es nicht. Nur in den kleinen besonderen Läden, diesen authentischen Läden. Dort gibt es auch den klug gekelterten Wein, der am Meer besonders gut schmeckt mit dem Salz auf den Lippen.



Das Salz ist also zurück. Mit uns am Meer.

Mein Blogwichtelbeitrag: Weihnachten für Weihnachtsmuffel

Wenn man sich umhört, sei es unter Freunden und Bekannten oder im Internet - so fragt man sich stellenweise, wer Weihnachten überhaupt mag. Man stöhnt über die Einkäufe, darüber, dass einem keine Geschenkideen einfallen, über den nadelnden Baum, die anstrengende Verwandtschaft, den Feiertags-Marathon, Kirchenzwang, Blockflötengetute, das Essen und so weiter und so fort. Das muss nicht sein, denn es geht auch anders, selbst wenn es denen, die ein Leben lang in einer Feiertagsroutine gefangen sind, die sie zu hassen gelernt haben. Hier ein paar praktische Tipps zum Thema "Weihnachten muss kein Schicksal sein".

– Geschenke: Viele verzichten überhaupt darauf, da sie sich dem Konsumterror nicht ergeben wollen. Andere kaufen gängige Artikel wie Parfum, Socken, Krawatten oder den "aktuellen Bestseller", der nach dem Fest zum Staubfänger mutiert. Das kommt für mich nicht infrage, denn ich liebe das Schenken an sich, sowohl als Schenkende als auch als Beschenkte. Eine gute Möglichkeit ist, etwas zu kaufen, was der Beschenkte wirklich haben möchte, und das ist meist nicht sonderlich praktisch. Oder, für die Ich-brauche-nichts-ich-habe-alles-Fraktion etwas wirklich Originelles, Witziges. Das muss nicht teuer sein. Wichtig ist, dass es die gestresste Runde unterhält, zum Beispiel eines dieser über den Tisch hüpfenden und dabei mit den Zähnen klappernden Gebisse für die Oma, als Zugabe für ein paar leckere Sachen (Essbares hat immer den Vorteil, dass es auf natürliche Weise verschwindet und nicht diskret im folgenden Sommer entsorgt werden muss).
Ganz wichtig: Nie am Wochenende einkaufen, es sei denn, man ist Masochist (dann will ich nichts gesagt haben). Lieber online bestellen, da gibt es auch alles.

– nadelnde Bäume: In Wohnungen nadeln die Dinger schon, wenn man sie zur Tür hereinbringt, was an der Wärme liegt. Natürlich kann man den Baum in einem ungeheizten Zimmer unterbringen, doch dort will sich kaum jemand aufhalten. Falls es ein Trost ist: Weihnachtsbäume sind eine neue Tradition (aus dem betulichen 19. Jahrhundert, dass uns mit vielen Errungenschaften bis heute dafür bestraft, dass es es gab). Außerdem sind so offensichtlich sterbende Bäume in der Zeit immer kleiner werdender Wälder und Grünflächen ein deprimierender Anblick. Wie wäre es mit einem Kerzenmeer nebst Räucherkerzen für den angemessenden Duft, großen Sternen etc.?

– Die anstrengende Verwandtschaft. Die drangsalieren einen meist mit ihren Vorstellungen von Weihnachten, die selbst die furchtbarsten unter ihnen selbst nicht schön finden können. Ich hänge der Theorie an, dass die, die früher unter so was leiden mussten, heute versuchen, uns leiden zu lassen. Da hilft nur: Nicht hingehen, sondern selbst einladen. Dann sagt Ihr, wo es langgeht in und mit der Heiligen Nacht. Hähä.

– Kirchenzwang: Hier ist die Empfehlung kurz: Nicht hingehen, wenn's Euch nicht gefällt (falls Ihr gern zur Kirche geht, diesen Punkt überspringen). Oder, falls es gar nicht anders geht: Ein kleinformatiges Buch, das man im Gesangbuch verstecken kann, mitnehmen und sich von der Pelzmantel-und-Perlenketten-Leistungsschau, die mit Gottesdiensten so viel zu tun hat wie Weihnachten in Deutschland mit der Geburt Christi, ablenken. Ein MP3-Player mit diskreten Kopfhörern kann auch gute Dienste leisten, vorausgesetzt, man dreht nicht zu laut auf. Ich empfehle für diesen Zweck ein Hörbuch. Wem das zu innovativ ist, der halte sich an den anfänglichen Vorschlag: Einfach nicht hingehen.

– Blockflötengetute, Weihnachts-CDs und plärrende Fernseher: Die Kinder sollte man erlösen (wäre auch mal ein Thema für den Jugendschutz) und den Fernseher sollte man ausmachen, der läuft ohnehin das ganze Jahr über. Weihnachts-CDs sollte man nur hören, wenn man WIRKLICH Lust darauf hat. Ansonsten kann man Musik auswählen, die einem wirklich gefällt (vor zwei Jahren lief bei uns die CD "Volk" von Laibach zu Heiligabend, und auch der Mutter hat's gefallen). Für Authentizitätsfanatiker empfiehlt sich arabische Musik aus dem vorderorientalischen Raum. Da kann man die schockierte Verwandtschaft mit dem Satz "Das hätte auch Jesus gehört" zum Schweigen bringen.

– Ach ja, das Essen. Wer keine Lust hat, bis Silvester noch von der Gans zu essen, Geflügel nicht leiden kann oder wer Würstchen mit Kartoffelsalat spießig findet, greife auf Alternativen zurück. Die syrisch-palästinische Küche ist köstlich, die Gerichte sind leicht und schnell zuzubereiten und den meuternden Gästen sagt man einfach, dass auch Jesus und seine Familie so gegessen haben. Oder macht was Afrikanisches. Das isst man mit den Händen, was auch die steifste Veranstaltung nachhaltig in Schwung bringt. Ein Fingerfood-Buffet ist die etwas formellere Variante. Ansonsten: Die Welt ist voll mit kulinarischen Traditionen, die es wert sind, entdeckt zu werden. Wenn's Geflügel sein soll, geht auch Entenbrust im Pekingenten-Stil (die hätte Jesus bestimmt gegessen, hätte er sie gekannt, und sie ist mengenmäßig überschaubar). Ich habe mal einen großen Erfolg mit Lammfleisch in Tscherkessensauce gehabt. Es war enorm lustig und vor allem lecker, und die Irritation meiner damals 82-jährigen Großtante, als ich sagte, dass wir nun alle das Fleisch und die Sauce in die Brottasche füllen, hielt auch nur ganz kurz an.

– Der Feiertagsmarthon: Wenn Ihr meint, dass ein Weihnachtstag reicht, dann ist das so. Für die beiden anderen Tage empfehlen sich DVD-Themenabende, Wellness-Kuren, Terrassen-Grillparties, sportliche Betätigung etc.

Wer die traditionelle deutsche Weihnacht nicht mag, der ändere sie, frei nach dem Motto: Besinnlichkeit auf Knopfdruck muss kein Schicksal sein. Macht einfach 'ne Party draus, ladet Eure Verwandtschaft zu Euch an und wartet, was passiert.

Dieser Beitrag wurde mir im Rahmen der diesjährigen Blogwichtelei 2009, von Frau Bhuti organisiert und dank Madame Toulouse ordnungsgemäß geprüft, überreicht. Und ich finde das ist eine ganz wundervolle Wichtelei, die sich da jemand für mich ausgedacht hat, denn es geht hier nicht nur um Essen, nein: bitte nehmt diese grandiose sehr feine Ironie zwischen den Zeilen zur Kenntnis! Ich glaube, da hat jemand wirklich großartige Erfahrung mit diesem Fest. Und scheint mich oder mein Blog gut zu kennen. Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht den Hauch einer Ahnung von wem dieses bonfortinöse Blogwichtel stammen mag, aber eins steht fest: ich finde es wirklich und ungelogen grandios und bedanke mich sehr herzlich für die mehr als charmant-kluge Blogwichtelei, die mir ja so etwas von auf den Leib geschrieben wurde! Und falls ich den/die Blogwichtel/in nie in Erfahrung bringen sollte, wünsche ich ihr/im fröhliche Weihnachten und viele Gebisse am Tisch, einfach damit das Fest viel Spaß macht! Merci!

2009-12-13

Ach nur so …

falls Ihr der Meinung seid, Frau Indica hat's am besten (wenn auch spät) hinbekommen, die Zutaten der diesjährigen BlogKochShow 2009: Vanillestange, Grapefruit, Gelatine, Mohrrüben, Rohrzucker sowie Walnüsse zu verwursteln, dann stimmt für sie ab.

Falls Ihr feststellt (wie ich), dass mindestens die klare Mohrrübenessenz von Frau Bhuti das Ganze einschließlich der Walnuss-Bohnen gerockt hat, dann stimmt bitte unbedingt hier für sie ab!

Sollte Eure Bewunderung für Frau Jekylla und ihr Menü und ihre unvorstellbare Leistung unglaublich groß sein, dann gebt Ihr bitte Eure wichtige Stimme. (Frau Jekylla hat mittlerweile eh gewonnen, sie kocht neuerdings UND sie kauft sich Küchenutensilien. Isses nicht unfassbar?!)

Solltet Ihr wie ich befinden, dass Herr Spontiv auch in die Bewertung aufgenommen werden sollte und nicht außer Konkurrenz mitgekocht haben nur weil er der sehr spendable Ideengeber war, dann tretet ihm bitte per Mail in den Hintern und fordert seine Nachbenennung!

Wenn Ihr befindet, dass Koch-Newcomer Julius seine Sache mehr als wundervoll gemacht hat, dann stimmt bitte für ihn ab!

Und wenn Ihr das Menü und die Kochkunst von northerndelight bis ins unendliche bewundert, dann stimmt bitte unbedingt für ihn ab!

Und falls Ihr von der Möhrentarte des Herrn Exit mindestens so begeistert wart, wie ich beim rüberschielen in sein Menü – dann stimmt bitte für ihn ab!

Und nur für den ungewöhnlichen Fall, dass Ihr der Meinung wart, ich hätte ganz passabel im Rahmen der diesjährigen BlogKochShow 2009 gekocht, dann könnt/dürft/sollt/müsst Ihr für mich und mein Menü abstimmen. Denn in diesem Jahr gibt es Preise zu gewinnen! Und eine Rührschüssel kann man nie zuviel im Haus haben, dass ist ja man klar nech?

Und falls Ihr sie noch nicht gelesen habt, hier ist die famos schön geschriebene Menü-Kritik von dem reizendsten Mitesser dieser Welt, den ich mir als Gast überhaupt wünschen konnte, Herrn Foxxi. (Verspasst bloß nicht den schönen Film „creezy und ihr erstes Mal!“

Und jetzt zur Abstimmung – entweder hier:





Oder drüben direkt beim Spontiv, dem ich noch einmal für das wundervolle Erlebnis und den Spaß danke, den die diesjährige BlogKochShow mir wieder gemacht hat. Und übrigens: ich habe abgestimmt – nicht für mich! Und das war schwer, weil alle bonfortinös gekocht haben, wirklich!

2009-12-12

Ja, haben wir denn schon den ersten April?

Hä? Bunte Post ist teurer.

2009-12-11

Potzblitz

Recht hat sie am zweiten Tag ihrer 10 Tage, 10 Listen: unbequeme Themen, die Katharina von esskultur.at. Sagenhafte Punkte rund um die Ernährung, die sich nicht einmal an zehn Abenden im erlauchten Freundeskreis mit Rotwein salopp diskutieren ließen.

Dekorationskatze



(Tolle neue Regale!)

2009-12-10

Fledermaus Fürst Frederick Fon Flatter

Kurz: Fred, macht täglich in Comics. Macht aber gerade auch ganz entzückend den „Der Fetzige Fred-Adventskalender“:


comic by fred

Außerdem hat Frederick sehr nette Geschenke: Hintergrundbilder oder ein Fred-Memory. Einfach so.

2009-12-09

Klare Sache!

Es passiert mir immer wieder, dass ich nach langer Gewohnheit einen Rückschritt entgegen industrieller Küchenevolution mache und Dinge tue, die meine Oma wie selbstverständlich getan hat – sie notgedrungen, weil's das industrielle Pendant damals noch gar nicht gab. Und hier und da auch aus Überzeugung. Meine Erfahrung in den allermeisten Fällen: warum das teure chemisch aufgeplusterte Ersatzprodukt kaufen, wenn es doch so einfach ist, die Dinge selber zu tun? Und meist deutlich besser schmeckt. „Besser schmecken“ liegt für mich darin begründet, dass meine Oma (Kaltmamsell bei Osram) für uns gut gekocht hatte und ich somit noch mit der gustatorischen Wahrnehmung einer ursprünglichen Küche sozialisiert wurde. Der Apfelsaft kam vom Baum aus Omas und Opas Garten (ein Grund, warum ich heute noch sehr selten Apfelsaft aus der Flasche trinke), das Kompott ebenfalls aus Früchten eingemacht, geerntet vom kleinen Grundstück. Ein Apfelbaum, ein Birnenbaum haben ausgereicht, dass die ganze Familie diesbezüglich bis zur nächsten Saison sehr gut über die Runden – uns manchmal die mangelnde Vielfalt aus den Ohren – kam und dass wir Kinder Mandarinen aus der Dose als exotisches Glück der ganz seltenen Ausnahme empfanden. Das Glück haben viele Kinder heute nicht mehr. Es gibt zu viel zu jeder Jahreszeit, Geschmäcker verflüchtigen sich und oft schmeckt nur noch gut, was die Industrie als Geschmack vor definiert.

Als ich in meine erste eigene Wohnung einzog und zwangsläufig dem zögernd wachsenden Vergnügen meiner ersten eigenen Küche gegenüber stand, habe ich natürlich auch zu Maggi-Tüten gegriffen. Überhaupt Maggi! Gab es zu meiner Kinderzeit nur Flüssiges und ehrlich, gelegentlich Maggi in den Eintopf getropft, ganz wenig, das mag ich auch heute noch – das ist auch so eine Oma-Küchen-Erfahrung in jungen Lebensjahren. Aber zurück zu den Tüten: als Jugendliche habe ich meine Unwissenheit in der Küche durch die Tüte ersetzt. Bis ich irgendwann mein echtes erstes Paprika geschenkt bekam und mit Hilfe eines Kochbuches feststellte, wie einfach doch diese Tütenwürze durch eine ganz pure Mischung aus erstaunlich wenigen Gewürzen aus meinem Regal hergestellt zu ersetzen war. Und zwar deutlich einfacher und schneller in der Herstellung als die Industrie es einen glauben machen wollte, nebenbei in der Konsequenz viel günstiger. Solche Lernerfahrungen, der Wille die Dinge einmal selber auszuprobieren, haben mich rückwärts von der Bequemlichkeit weg, dafür in meiner Küchenentwicklung vorwärts gehen lassen. Getrieben von der Erfahrung dabei immer wieder, oft unverhofft, die längst verloren geglaubten Geschmäcker meiner Jugend wiedergetroffen zu haben.

Genauso ging es mir mit Butterschmalz, etwas womit unsere Großmütter ständig in der Küche arbeiteten, weil es hierzulande Öle, geschweige denn Olivenöle, damals noch gar nicht gab. Butterschmalz hat interessanterweise vor einigen Jahren durch die indische Küche zurück den Weg in die deutschen Küche gefunden, nämlich als „Ghee“ als der ultimative Geschmacksträger verkauft. Trotzdem ist es nur Butterschmalz und Oma hatte das damals schon, nicht aus dem Kühlregal. Selbstgemacht. Einfach.

Meistens brate ich mit Öl. Wenn nicht zu lange bei zu hoher Temperatur gebraten wird besonders gerne mit Olivenöl, weil ich es selbst günstig aromatisieren kann. In den seltenen anderen Fällen mit anderem hitzebeständigerem Öl. Ab und an kaufte ich auch Butterschmalz aus dem Handel, des angeblich guten Geschmacks wegen, den ich doch nie in diesem Produkten fand. Das roch und schmeckte nicht wie bei Oma. Und was nicht wie bei Oma riecht und schmeckt, stimmt einfach nicht!

Letzte Woche habe ich aus dem Kühlregal zwei Pakete Butter mitgenommen mit dem festen Vorsatz, endlich Butter selbst zu klären, um ein anständiges halbwegs reines Butterschmalz herzustellen. Gestern war es soweit, mein vor gut zehn Tagen selbst vakuumiertes im Kühlschrank zum Reifen gelagertes also gut „abgehangenes“ Roastbeef (Steamy Kitchen brachte mich mit diesem Post darauf), sollte seine endgültigen Bestimmung zugeführt werden. Und zu einem Braten gehört gutes Butterschmalz. Und das macht man so:



Die Butter (zwei Pakete ergeben in der Menge hinterher eine Schüssel in Bol-Größe) wird in einem Topf verflüssigt also erhitzt bis sie ganz leicht zu köcheln beginnt.



Nun hebt man vorsichtig die oben ausgetretene Molke mit einer Schöpfkelle vorsichtig ab.



Je sorgfältiger man dabei vorgeht, desto qualitativ hochwertiger ist hinterher das Butterschmalz – wird also nicht verbrennen.



Die Butter ruht nun, bis sich der Satz auf dem Boden des Topfes absetzt.



Ich habe eine Fett-Trennkanne in die ich die flüssige Butter gegossen habe und ca. eine Stunde später so flüssiges Fett vom Molkesatz vorsichtig getrennt. Man kann die Butter auch noch einmal filtrieren, will man das Schmalz besonders rein haben. (Soweit ich weiß, wiederholen die Inder diese Vorgänge mehrmals, um besonders konzentriertes Ghee zu erhalten.)

Übrig bleibt herrlich gelbes Butterschmalz,



das im Kühlschrank bis in alle Ewigkeiten halten dürfte – vorausgesetzt es wird kaum verwendet. Was bei mir nicht passieren wird, ich habe gestern dann sofort das Roastbeef in einem Esslöffel Fett angebraten (Butterschmalz kann sehr sparsam verwendet werden) und die Küche durchzog ein feiner Buttergeruch so wie sich durch das ebenfalls im Fett angebratene, später abgelöschte Röstgemüse intensive köstliche Butteraroma bis in die Soße trug.



Ein Geschmackserlebnis wie in Omas Küche. Und die übliche Erfahrung: mit wie wirklich wenig Aufwand dieses Butterschmalz selber herzustellen war. Ich hätte es wirklich viel früher schon selber machen sollen.

Am Allerliebsten …

sind mir ja die Leute, die mir Mails von ihren sechs verschiedenen Mail-Accounts schicken, um mich dann anzupflaumen, wenn ich eine Antwort an den falschen Account schicke.

2009-12-08

Kinderaugen

bekommen wir die letzten sechs fünf stark: nur noch zwei Ampeln heute nicht auch noch umgeschaltet?

2009-12-07

Web für Sehbehinderte

Auf diese Applikation hatte neulich schon Text & Blog hingewiesen: „Readability.“ Stellt Webseiten ohne viel Schnickschnack und Werbeeinblendungen ganz plein dar, der Font , Größe und Laufweite der Schrift können vom User selbst definiert werden. Packt man sich einfach in die Lesezeichenleiste und bei Klick wird die gerade aufgerufene Homepage schlicht und lesbar dargestellt.

Ein Post dieses Blogs beispielsweise so:



Extrem nützlich bei Kopfschmerz und schützt gelegentlich vor Augenkrebs. Und auf von Markus neulich vorgestellt, „Printliminator“ – von Webseiten, die gedruckt werden sollen, ein eigenes pleines Style-Sheet zum Druck kreieren.

Premiumcontent

2009-12-04

Adventskalender-Wirtschaftskrise

offensichtlich dieses Jahr bei Pentax und allen anderen namhaften Firmen, die wirklich Geld scheffeln. Aber NICHT bei Valentinas Kochbuch! Da gibt es jeden Tag ein traumhaftes Kochbuch zu gewinnen!

LMAOOOO

Blogwachteln!

Wie großartig ist das denn?

2009-12-03

Online-Petition für eine kostenlose Vorstufe bei Abmahnungen

Zu Abmahnungen gibt es viel zu sagen und viele Meinungen – wenigstens zwei, je nachdem auf welcher Seite man im Abmahnungsprozeß steht. Natürlich sollen Urheber, Markenrechtinhaber etc. ihr Recht bekommen, wird mit ihren Werken, Waren, Logos von Dritten unrechtmäßig eingesetzt Geld verdient. Der üble Beigeschmack aber bleibt, wenn Privatmenschen von Anwälten, deren primäre recht simple Arbeitskunst darin zu bestehen scheint Abmahnungen auszusprechen, mit horrenden Forderungen überzogen werden und man sich fragen muss, ob der entstandene Schaden (wenn überhaupt einer entstanden ist) wirklich gerechtfertigt ist – oder damit nur eine profitable Nebeneinnahmequelle der Firmen und Kanzleien generiert werden sollen.

Zur Zeit kann man eine Online-Petition zeichnen, die in ihrer Begründung fordert, der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Abmahnungen im Internet einer kostenlosen Vorstufe bedürfen.

„Abmahnungen im Internet sollen in Zukunft eine für den beklagten kostenlose Vorstufe bekommen. Der Abmahner soll mit dem Beklagten in Kontakt treten und diesem seinen Abmahngrund mitteilen und diesem so eine Möglichkeit geben um diesen möglichen Verstoß innerhalb von einer Frist zu beseitigen.“

Ich bin sofort dafür, denn das würde diesem widerlichen Abmahn-Biz Einhalt gebieten in dem immer mehr Privatmenschen, die beispielsweise im Internet – wenn hier auch öffentlich aber in einem offensichtlich doch für den privaten Gebrauch publizierten Medium (private Homepage) – einen rechtlichen Verstoß begehen, man ihnen aber generell schlicht Unwissenheit und nicht bösen Vorsatz unterstellen kann. Und jemanden erst einmal auf dessen Fehler hinzuweisen und ihn zu bitten, diesen rückgängig zu machen, ist ein faires Verhalten, das wir schon im Kindergarten gelernt haben. Leider hat das so manch hoch studierter Geldeintreiber verlernt.

Petition hier zeichnen.