2009-12-11

Dekorationskatze



(Tolle neue Regale!)

2009-12-10

Fledermaus Fürst Frederick Fon Flatter

Kurz: Fred, macht täglich in Comics. Macht aber gerade auch ganz entzückend den „Der Fetzige Fred-Adventskalender“:


comic by fred

Außerdem hat Frederick sehr nette Geschenke: Hintergrundbilder oder ein Fred-Memory. Einfach so.

2009-12-09

Klare Sache!

Es passiert mir immer wieder, dass ich nach langer Gewohnheit einen Rückschritt entgegen industrieller Küchenevolution mache und Dinge tue, die meine Oma wie selbstverständlich getan hat – sie notgedrungen, weil's das industrielle Pendant damals noch gar nicht gab. Und hier und da auch aus Überzeugung. Meine Erfahrung in den allermeisten Fällen: warum das teure chemisch aufgeplusterte Ersatzprodukt kaufen, wenn es doch so einfach ist, die Dinge selber zu tun? Und meist deutlich besser schmeckt. „Besser schmecken“ liegt für mich darin begründet, dass meine Oma (Kaltmamsell bei Osram) für uns gut gekocht hatte und ich somit noch mit der gustatorischen Wahrnehmung einer ursprünglichen Küche sozialisiert wurde. Der Apfelsaft kam vom Baum aus Omas und Opas Garten (ein Grund, warum ich heute noch sehr selten Apfelsaft aus der Flasche trinke), das Kompott ebenfalls aus Früchten eingemacht, geerntet vom kleinen Grundstück. Ein Apfelbaum, ein Birnenbaum haben ausgereicht, dass die ganze Familie diesbezüglich bis zur nächsten Saison sehr gut über die Runden – uns manchmal die mangelnde Vielfalt aus den Ohren – kam und dass wir Kinder Mandarinen aus der Dose als exotisches Glück der ganz seltenen Ausnahme empfanden. Das Glück haben viele Kinder heute nicht mehr. Es gibt zu viel zu jeder Jahreszeit, Geschmäcker verflüchtigen sich und oft schmeckt nur noch gut, was die Industrie als Geschmack vor definiert.

Als ich in meine erste eigene Wohnung einzog und zwangsläufig dem zögernd wachsenden Vergnügen meiner ersten eigenen Küche gegenüber stand, habe ich natürlich auch zu Maggi-Tüten gegriffen. Überhaupt Maggi! Gab es zu meiner Kinderzeit nur Flüssiges und ehrlich, gelegentlich Maggi in den Eintopf getropft, ganz wenig, das mag ich auch heute noch – das ist auch so eine Oma-Küchen-Erfahrung in jungen Lebensjahren. Aber zurück zu den Tüten: als Jugendliche habe ich meine Unwissenheit in der Küche durch die Tüte ersetzt. Bis ich irgendwann mein echtes erstes Paprika geschenkt bekam und mit Hilfe eines Kochbuches feststellte, wie einfach doch diese Tütenwürze durch eine ganz pure Mischung aus erstaunlich wenigen Gewürzen aus meinem Regal hergestellt zu ersetzen war. Und zwar deutlich einfacher und schneller in der Herstellung als die Industrie es einen glauben machen wollte, nebenbei in der Konsequenz viel günstiger. Solche Lernerfahrungen, der Wille die Dinge einmal selber auszuprobieren, haben mich rückwärts von der Bequemlichkeit weg, dafür in meiner Küchenentwicklung vorwärts gehen lassen. Getrieben von der Erfahrung dabei immer wieder, oft unverhofft, die längst verloren geglaubten Geschmäcker meiner Jugend wiedergetroffen zu haben.

Genauso ging es mir mit Butterschmalz, etwas womit unsere Großmütter ständig in der Küche arbeiteten, weil es hierzulande Öle, geschweige denn Olivenöle, damals noch gar nicht gab. Butterschmalz hat interessanterweise vor einigen Jahren durch die indische Küche zurück den Weg in die deutschen Küche gefunden, nämlich als „Ghee“ als der ultimative Geschmacksträger verkauft. Trotzdem ist es nur Butterschmalz und Oma hatte das damals schon, nicht aus dem Kühlregal. Selbstgemacht. Einfach.

Meistens brate ich mit Öl. Wenn nicht zu lange bei zu hoher Temperatur gebraten wird besonders gerne mit Olivenöl, weil ich es selbst günstig aromatisieren kann. In den seltenen anderen Fällen mit anderem hitzebeständigerem Öl. Ab und an kaufte ich auch Butterschmalz aus dem Handel, des angeblich guten Geschmacks wegen, den ich doch nie in diesem Produkten fand. Das roch und schmeckte nicht wie bei Oma. Und was nicht wie bei Oma riecht und schmeckt, stimmt einfach nicht!

Letzte Woche habe ich aus dem Kühlregal zwei Pakete Butter mitgenommen mit dem festen Vorsatz, endlich Butter selbst zu klären, um ein anständiges halbwegs reines Butterschmalz herzustellen. Gestern war es soweit, mein vor gut zehn Tagen selbst vakuumiertes im Kühlschrank zum Reifen gelagertes also gut „abgehangenes“ Roastbeef (Steamy Kitchen brachte mich mit diesem Post darauf), sollte seine endgültigen Bestimmung zugeführt werden. Und zu einem Braten gehört gutes Butterschmalz. Und das macht man so:



Die Butter (zwei Pakete ergeben in der Menge hinterher eine Schüssel in Bol-Größe) wird in einem Topf verflüssigt also erhitzt bis sie ganz leicht zu köcheln beginnt.



Nun hebt man vorsichtig die oben ausgetretene Molke mit einer Schöpfkelle vorsichtig ab.



Je sorgfältiger man dabei vorgeht, desto qualitativ hochwertiger ist hinterher das Butterschmalz – wird also nicht verbrennen.



Die Butter ruht nun, bis sich der Satz auf dem Boden des Topfes absetzt.



Ich habe eine Fett-Trennkanne in die ich die flüssige Butter gegossen habe und ca. eine Stunde später so flüssiges Fett vom Molkesatz vorsichtig getrennt. Man kann die Butter auch noch einmal filtrieren, will man das Schmalz besonders rein haben. (Soweit ich weiß, wiederholen die Inder diese Vorgänge mehrmals, um besonders konzentriertes Ghee zu erhalten.)

Übrig bleibt herrlich gelbes Butterschmalz,



das im Kühlschrank bis in alle Ewigkeiten halten dürfte – vorausgesetzt es wird kaum verwendet. Was bei mir nicht passieren wird, ich habe gestern dann sofort das Roastbeef in einem Esslöffel Fett angebraten (Butterschmalz kann sehr sparsam verwendet werden) und die Küche durchzog ein feiner Buttergeruch so wie sich durch das ebenfalls im Fett angebratene, später abgelöschte Röstgemüse intensive köstliche Butteraroma bis in die Soße trug.



Ein Geschmackserlebnis wie in Omas Küche. Und die übliche Erfahrung: mit wie wirklich wenig Aufwand dieses Butterschmalz selber herzustellen war. Ich hätte es wirklich viel früher schon selber machen sollen.

Am Allerliebsten …

sind mir ja die Leute, die mir Mails von ihren sechs verschiedenen Mail-Accounts schicken, um mich dann anzupflaumen, wenn ich eine Antwort an den falschen Account schicke.

2009-12-08

Kinderaugen

bekommen wir die letzten sechs fünf stark: nur noch zwei Ampeln heute nicht auch noch umgeschaltet?

2009-12-07

Web für Sehbehinderte

Auf diese Applikation hatte neulich schon Text & Blog hingewiesen: „Readability.“ Stellt Webseiten ohne viel Schnickschnack und Werbeeinblendungen ganz plein dar, der Font , Größe und Laufweite der Schrift können vom User selbst definiert werden. Packt man sich einfach in die Lesezeichenleiste und bei Klick wird die gerade aufgerufene Homepage schlicht und lesbar dargestellt.

Ein Post dieses Blogs beispielsweise so:



Extrem nützlich bei Kopfschmerz und schützt gelegentlich vor Augenkrebs. Und auf von Markus neulich vorgestellt, „Printliminator“ – von Webseiten, die gedruckt werden sollen, ein eigenes pleines Style-Sheet zum Druck kreieren.

Premiumcontent

2009-12-04

Adventskalender-Wirtschaftskrise

offensichtlich dieses Jahr bei Pentax und allen anderen namhaften Firmen, die wirklich Geld scheffeln. Aber NICHT bei Valentinas Kochbuch! Da gibt es jeden Tag ein traumhaftes Kochbuch zu gewinnen!

LMAOOOO

Blogwachteln!

Wie großartig ist das denn?

2009-12-03

Online-Petition für eine kostenlose Vorstufe bei Abmahnungen

Zu Abmahnungen gibt es viel zu sagen und viele Meinungen – wenigstens zwei, je nachdem auf welcher Seite man im Abmahnungsprozeß steht. Natürlich sollen Urheber, Markenrechtinhaber etc. ihr Recht bekommen, wird mit ihren Werken, Waren, Logos von Dritten unrechtmäßig eingesetzt Geld verdient. Der üble Beigeschmack aber bleibt, wenn Privatmenschen von Anwälten, deren primäre recht simple Arbeitskunst darin zu bestehen scheint Abmahnungen auszusprechen, mit horrenden Forderungen überzogen werden und man sich fragen muss, ob der entstandene Schaden (wenn überhaupt einer entstanden ist) wirklich gerechtfertigt ist – oder damit nur eine profitable Nebeneinnahmequelle der Firmen und Kanzleien generiert werden sollen.

Zur Zeit kann man eine Online-Petition zeichnen, die in ihrer Begründung fordert, der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Abmahnungen im Internet einer kostenlosen Vorstufe bedürfen.

„Abmahnungen im Internet sollen in Zukunft eine für den beklagten kostenlose Vorstufe bekommen. Der Abmahner soll mit dem Beklagten in Kontakt treten und diesem seinen Abmahngrund mitteilen und diesem so eine Möglichkeit geben um diesen möglichen Verstoß innerhalb von einer Frist zu beseitigen.“

Ich bin sofort dafür, denn das würde diesem widerlichen Abmahn-Biz Einhalt gebieten in dem immer mehr Privatmenschen, die beispielsweise im Internet – wenn hier auch öffentlich aber in einem offensichtlich doch für den privaten Gebrauch publizierten Medium (private Homepage) – einen rechtlichen Verstoß begehen, man ihnen aber generell schlicht Unwissenheit und nicht bösen Vorsatz unterstellen kann. Und jemanden erst einmal auf dessen Fehler hinzuweisen und ihn zu bitten, diesen rückgängig zu machen, ist ein faires Verhalten, das wir schon im Kindergarten gelernt haben. Leider hat das so manch hoch studierter Geldeintreiber verlernt.

Petition hier zeichnen.

2009-11-30

Falls einer meiner Leser des Comics zeichnen …

mächtig ist, ich hätte gerne einen von mir. Wie ich vom S-Bahnhof Südkreuz über die poussierliche Autobahn-Brücke Richtung Ikea laufe. Hin und zurück, Mo., Di., Mi., Do., Fr., Sa., Adv.-So.. Wichtig ist die immer tiefer werdende Rille im Asphalt darzustellen, die ich in ihn hinein laufe. Und wie ich immer kleiner werde, gebückter … Mit Hang zur Feinarbeit könnten wir auch über meine Gesichtszüge reden, die immer länger werden und wenn es ein farbiger Comic ist, bitte ja nicht vergessen die Veränderung von Straßenköterblond zum Grauton heraus zu stellen.

*soifz*

Für den Song/das Video

könnte ich „The Killers“ echt gerne haben:



Weiß nicht, was mich mehr im Video begeistert: die Deko, die Pullis, die Attitüde der Jungs, dieses extatische „Wouh“ vom Sänger, der Weihnachtsmann in seiner unbeschwerten Bosheit, das Auto … grandios. Und so etwas von die längst fällige Antwort auf „Last Christmas“.

2009-11-29

Einen schönen ersten Advent …



wünsche ich Euch – auch wenn uns das Wetter vorgaukelt, nächste Woche sei Ostern. Es fällt mir schwer so etwas wie weihnachtliche Gefühle zu zaubern, wenn auf dem Balkon der Rosmarin blüht, die Glockenblume sowieso, die Erdbeere sprießt und die Clematussis es ihr gleich tun.

Hier ist es gerade etwas still. Das liegt daran, dass ich den Katzen neue Abenteuerspielplätze bastle, ein wenig an den Wänden meiner Wohnung verzweifle und es schaffe, die wenigen Fehler die man beim Billy-Zusammenbau überhaupt machen könnte, unbedingt zu machen. Jeden einzelnen. Lacht nicht! Aber spart es wirklich so viel Geld. wenn man die Rückseiten der Regalbretter nicht auch mit 1.5 cm breiter 80 cm langer Folie beklebt? Früher war übrigens alles anders und besser, das gilt natürlich auch und insbesondere für Billys-Rückenwände. Ach ja und die 12 cm Höhenunterschied zwischen Billy und Expedit waren in meinem Kopf auch irgendwie kürzer als in der Realität. Gefühlt war ich die letzten Tage morgens, mittags, abends entweder im schwedischen Albtraumkaufhaus oder beim Baumarkt. Zwischendurch hasse ich Paketausträger, bereits schon im dritten Jahr oder backe diesen traumhaft lecker klingenden Orangen-Mandelkuchen, von dem ich heute bei fool for food las. Ich habe Rücken, kaputte Hände, suche einen guten Therapeuten, um meine frisch erworbene Wand-Bohrloch-Neurose zu besänftigen. Übrigens habe ich die zwei Sigmund Freud-Bücher aussortiert, die ich habe und in die ich auch nie geguckt habe. Hier sieht es aus wie bei Hempels. Aber wenigstens steht die Weihnachtspyramide, frisch geklebt – ein Erfolgserlebnis am Tag muss schließlich sein.

Es ist schön aber verwirrend zugleich, wenn man Ende November ungestraft und unverfroren stundenlang am offenen Fenster bloggen kann. Egal, für die weihnachtliche Stimmung finde ich auch irgendwo bestimmt noch eine Ikea-Kerze. Außerdem gibt es heute Rotkohl und ich werde zwei Adventskalender verschenken. Weihnachten – wir kommen!

2009-11-27

Canon – und wann zu viel einfach zu viel ist

Ich bekomme regelmäßig den Canon-Newsletter, gelegentlich lädt Canon ein, neue Kameras (so wie Pentax das ohne ein bisschen TamTam macht) zu testen. Bei Canon muss man gar nicht viel dafür machen, man muss sich vorher auf der firmeneigenen Plattform „Your View“ registrieren und dabei nur seine Seele verkaufen … zumindest aber Fragen nach Religionsbezug, Geschlechterrollenverhalten und Arbeitseinstellung beantworten.



Canon möchte auch wissen, ob man gerne oder nicht so gerne über andere Menschen Kontrolle hat oder daran interessiert ist, einen weiteren höheren sozialen Status zu erreichen.



Das sind Fragen, die würde ich nicht einmal einem künftigen Arbeitgeber beantworten – egal wie gerne ich den Job hätte. Bei Canon soll man das schon tun, wenn man nur eine lumpige PowerShot testen möchte.

2009-11-25

Nicht tun sollen, nicht lassen können

Spricht mich vorgestern auf dem U-Bahnhof nahe meiner Docking-Station so ein kleiner Knirps an, sieben vielleicht acht. Selbständig zur Schule gehend aber noch ganz kindlich und irgendwie … egal, ich finde Gören ja alle niedlich. Mein Defekt. Er ist aber erstaunlich unrotzig im Vergleich zu den Knirpsen seines Alters, die sonst hier herum laufen. Also spricht er mich an, zwischen Fahrscheinautomat und Kiosk, ob ich ihm einen Euro geben könnte. Frage ich ihn, wofür er ihn den den Euro bräuchte (Ticket kaufen wäre kein Thema). Und er sagt niedlich ehrlich: „Ich will mir etwas kaufen.“ „Hm“, sage ich, mich in der Bredouille befindend, dem Kind nichts abschlagen zu wollen können, andererseits damit kein gutes Zeichen zu setzen, überhaupt kein gutes Zeichen. Und noch einmal andererseits: ein Euro, wie oft drücke ich andere Leuten in der U- oder S-Bahn einen Euro in die Hand? Und weiß ich, ob seine Mutter überhaupt noch Geld hat, ihm diese kleinen Kiosk-Schweinereien zu kaufen? Ich kenne noch zu gut unsere eigene Historie. Er ist so ein ganz blasser, zierlicher und guckt mich mit großen Augen an, kein Gör auf dem Abzocktripp (eher vermutete ich hinterher, um die Ecke standen die Gören, die ihn abzocken.) „Cola-Pops.“ „Zeig mir mal, was Du willst“, meine ich zu ihm und sogleich meinte er aufgeregt „oder einen Euro fünfzig, dann kann ich mir noch das und das kaufen.“ Wir laufen die paar Schritte zum Kiosk und er zeigt mir den verpackten Spielkram nach dem sein Herz begehrt und Kaugummis in unterschiedlichen Geschmacksvarianten, natürlich will er sie in Cola.

Ich also immer noch hin- und hergerissen, greife vier von den Kaugummis ab (Cola), zahle 20 Cent, gehe mit ihm nach draußen und greife ihn mir. Standpauke auf nett. Wie wenig in Ordnung das ist, was er da mit ihm fremden Menschen macht. Habe ihn gefragt, was er denn so tun würde, für so was. Und ob er nicht wüsste, dass er niemals mit Fremden mitgehen darf. Da hat er mir erklärt, er wüsste und das würde er ja auch nie tun. „Und?“, meinte ich zu ihm, „Du bist mit mir aber eben mitgegangen in den Laden, weil Du dachtest, Du bekommst was. Du bist also schon mit jemandem Fremdes mitgegangen!“ Da war er zerknirscht. Ich habe ihm dann die vier Kaugummis gegeben und er musste mir in die Hand versprechen, das nie mehr zu tun. Was er auch tat. Ob er es auch tun wird, bleibt mir nur zu hoffen.

Keine Ahnung, zählt heute ein Handschlag unter uns Kindern eigentlich noch?

2009-11-24

Selten finde ich in letzter Zeit …

Artikel bei SPON von denen ich sagen kann, okay Hirnschmalz offensichtlich noch eingesetzt und gut geschrieben. Das hatte ich gestern anlässlich des Artikels zu Wachkoma-Patienten, die laut neueren Untersuchungen viel häufiger noch wach und ansprechbar sind als es ihnen ihre Körperfunktionen allzu offensiv erlaubt unter Beweis zu stellen. Schon im ersten Artikel „Tausende Wachkoma-Diagnosen zweifelhaft“ wird Rom Houben zitiert, der von seiner Zeit im Wachkoma, in der er gegensätzlich zur Diagnose alles um ihn herum ganz klar wahrgenommen hat, dem Spiegel in einem Interview berichtet. Dieses Interview „Meine zweite Geburt“ steht heute online.

Ganz gruselig finde ich darin folgenden Satz – und der macht auch die Dimension des Ganzen deutlich: „Auch in Deutschland ist das ein Problem. Hier wird nicht einmal unterschieden zwischen vegetativem und minimal bewusstem Zustand. Solange die Patienten noch in der Obhut einer Klinik sind, muss das kein Schaden sein: Gute Betreuer beobachten, ob sie etwa bei einer Luftröhrenspiegelung schwitzen oder Grimassen schneiden. Dann bekommen sie Medikamente gegen die Schmerzen, bis sie sich wieder entspannen.“

Menschen, die im Wachkoma liegen, erhalten also offensichtlich in Deutschland bei schmerzhaften und sehr unangenehmen Untersuchungen nicht von vorne herein mehr eine Betäubung. Was unter Umständen sehr schlimm sein kann, weil sie dem Patienten lange heftige Schmerzen bereitet

Also lasst Euer Familienmitglied, wenn ein Wachkoma-Patient, bloß nie bei unangenehmen Untersuchungsmethoden mit Ärzten alleine.

„Dann steht sie fest wie Herz und Eisen.“

Da war die ARD ja mal auf Zack. Im Zuge der dank Hollywood aus der längst verschütteten Erinnerung ausgegrabenen Julia Child wird am Mittwoch, 25.11.2009 um 20:15 Uhr dem deutschen Pendant Clemens Wilmenrod filmisch ein Denkmal gesetzt. Wilmenrod, schon seit 1967 nicht mehr unter uns weilend, hieß Carl Clemens Hahn und war eigentlich Schauspieler – und irgendwie der Pionier des deutschen Merchandisings im TV. Aber lest selbst, was Wikipedia über den Herrscher über die Elektrokochplatten schreibt.

In dem Film der ARD, der das Leben und die Karriere von Clemens Wilmenrod zeigt, spielt Jan-Josef Liefers die Hauptrolle, was meiner Meinung nach ein Garant für einen unterhaltsamen Fernsehabend ist. Ich liebe Liefers in seiner Tatort-Rolle, er hat dem Tatort zu einer neue Dimension von Fernsehenunterhaltung verholfen.

Es gibt leider nur noch zwei Mitschnitte aus der Sendung Wilmenrods. Einer davon „Heringssalat auf bretonische Art“ (für den Skatabend des liebenden Ehemannes) ist in der NDR-mediathek gerade zu sehen. Eine Empfehlung! Wie er die Gewürze nicht anwärmt, sich kaum die Hände schmutzig macht, mit lustigen Geräten Tomaten schneidet, dabei philosophiert und praktische Ratschläge für unrutschbare Glasschüsseln verteilt, da weiß man, was man hat.

Linktipp via Nutriculinary.com

2009-11-23

Blogwichteln 2009

wird dieses Jahr nach Abdankung vom Blogwichtelkönig Hollemann liebenswerterweise in froher Tradition von Frau Bhuti weiter geführt. Wer noch mitmachen möchte, melde sich bei Bhuti hier in den Kommentaren bis zum 27.11.2009.

Man sollte allerdings das Blogwichteln nicht auf die allzu leichte Schulter nehmen und schon ein klein wenig Zeit und Mühe einplanen und willig sein, sein Wichtel pünktlich abgeben zu wollen. Unschön ist nämlich, wenn alle anderen ihr Blogwichtel schon haben und bloggen und dann so manch einer in die Blogröhre gucken muss, weil sein Wichtel ihn vergessen hat oder den Weihnachtsstress unterschätzt hat. Der kommt ja immer ganz plötzlich um die Ecke.

Haben sich schon sehr nette Blogger angemeldet – fehlt Ihr also nur noch!

Besucher 2 …

Der kleine Fratz war gestern früh prompt wieder da. Daran zu hören, dass Lino plötzlich wieder anfing zu bellen knurren und zu meckern in seinen höchstmöglichen Kastratentönen. Schön zu hören. Nishia ganz aufgeregt, was denn ihr Freund und gleichzeitg Erzfeind haben könnte, sang irgendwann mit. Tally hielt sich still im Hintergrund, war aber wenigstens wieder zu sehen. Sie muss sich Samstag so dermaßen über diese fremde Katze auf dem Balkon erschrocken haben, dass sie den Rest des Tages ihr Unsichtbarkeitsschild übergezogen hatte.

Fratz selber hatte viel Freude am Kater hinter der Scheibe, fauchte und grummelte ordentlich zurück, wollte aber andererseits ihn auch ständig anfassen und spielen (sie ist wirklich noch jung). Weil das nicht klappte, zog sie es vor dann mein Mauerseglergras wiederzukäuen und meine (blühende) Glockblume nieder zu trampeln. Macht sie so weiter, hat sie in mir eine echte Freundin.



Als sie sich dann wieder auf den üblichen Aussichtskatzenplatz zurück gezogen hatte, der in ihrem Fluchtweg liegt, habe ich die Tür aufgemacht. Lino saß wie vom Donner gerührt breit in der Tür, sein Harem hinter ihm verteidigend und Nishia sprang entzückt wegen diesem Besuch an ihm vorbei direkt auf den Stuhl und ging schon mal freundschaftlich schnuppern. Es fauchte am anderen Ende der Nase, das fand Nishia betrüblich, später uninteressant. Für schlechte Vibrations ist Nishia nicht so zu haben, hat sie keine Zeit für. Fratz selber läuft auch vor mir nicht weg, guckt interessiert, schnuppert an der Hand – haut aber zu, will ich sie anfassen. Ich habe Schmauchspuren auf einem Handrücken. Na gut, wer sich vorher 20 Minuten lang hinter einer Glasscheibe von einem schwarzweißen grazilen Riesenkater anschimpfen lassen musste, ist wohl auch etwas echauffiert bis durch den Wind.

Lino macht zwar tonal total viel Wind, ob der kleinen Bunten, war dann aber sehr vorsichtig in der Annäherung und traute sich noch nicht auf den Stuhl, musste ihr aber sofort hinterher klettern, als sie wieder auf den Balkonvorsprung sprang. Dort wurde sie von ihm weiter besungen, was sie so schön fand, dass sie auf dem zehn Zentimeter Mauervorsprung hinter dessen kurzen Ende es deutlich abwärts geht, Lino die niedliche Katze geben wollte und das putzige Unterwerfspiel spielte. Womit sie meine Fürsorgepflicht und mich ein bisschen sehr in den Wahnsinn trieb.



Und schön, dass sie dann wenig später (Lino räumte den Platz wieder) Nishia zeigte, wie man von dem Mauervorsprung auf das Dach springen kann. Hat sich Nishia genau angeguckt, gemerkt und notiert. Ich habe genau gesehen, wie sie die Formel für die aufzuwändende Energie im Kopf rechnete. *grmpf*

Das wird noch anstrengend werden, X, Y und Z zu erklären, dass sie nicht tun dürfen, was Fratz tun darf.

Tally ist einfach nur froh, dass sie Samstag doch keine Gespenster gesehen hat und die anderen beiden Katzen das auch alles komisch finden.

2009-11-22

Blogkochshow 2009 – ein Vergnügen!



Freitag pünktlich wie ein Maurer stand der liebreizende Herr Foxxi in der Tür mit einem illustren Sortiment an hochwertigen Spirituosen. Herr Foxxi ist als erstes ernsthaftes Opfer der „Blogkochshow '09“ zu beklagen, denn sich mitten in seiner Diät befindend, hat er gestern alle guten Vorsätze und Diätregeln über den Jordan hüpfen lassen und war mir bereits in der Vorzeit ein ungemein viel motivierende Vorfreude versprühender Blogkochshow-Mitesser. Mein Herz tat gleich zwei Mal einen Hüpfer bei unserem Willkommen, erst einmal weil ich mich über ihn per se sehr freute, wie ich mich immer freue, wenn ich ihn sehe. Und dann weil er einen Crémant auspackte, einen zwei Sancerre (creezynes Lieblingsweißwein!) und zwei sehr ansprechende rote Jungs, einen Deutschen und einen Franzosen.

Überhaupt war dieses Mahl ein Beitrag zur Völkerverständigung, eine Handreichung der Kulturen, ein Mahnmal für erfolgreiche Integrationspolitik: Berlinerin lädt Schwaben ein und Schwabe kommt!



Ihr glaubt ja nicht, was es für einen Spaß macht, ein Essen vorzubereiten wenn sich der Gast schon vorher unglaublich darauf freut. Außerdem ist es ein Erlebnis, wenn in der eigenen Vorbereitungszeit um einen rum in den Blogs bereits gekocht, fotografiert, gestöhnt, gegessen und gebloggt wird. Oder einfach nur die Angst vor dem eigenen Menü, dem Blog die Schweißperlen auf die Stirn zeichnen.

Wir, Herr Foxi und ich, können dem großartigen charmanten Ideengeber und edlem Spender, Herrn Spontiv, gar nicht laut genug für die Idee der „Blogkochshow“ danken und haben daher gestern bei jedem Gang auf ihn angestoßen, wenn nicht in einigen Gängen sogar mehrmals. Herr Spontiv, wir tranken mit Ihnen zum Aperetif einen Crémant D'Alsace Arthur Metz Brut Millésimé 2007 (den ich wohl sehr sehr lecker fand!), dann freuten wir uns bei der Vorspeise über Sie bei einem Sancerre von Michel Laurent, gleiches Jahr, und zum Hauptgang stießen wir auf Ihr Wohl mit einem St. Laurent vom Weingut Leiningerhof von 2004 an, der mich mein zweifelndes Urteil zu deutschen Rotweinen nochmals überdenken lässt.

Herr Foxxi kreierte beim häufigen Nachschenken den treffendklugen Satz „creezy, Du trinkst zu wenig. Wir müssen viel mehr trinken!“, der uns immer entspannter durch den Abend trug.

Alle Getränke tummelten sich in viel mehr als nur angemessener Weise um mein Menü, das ich zu diesem Blog-Happening beigetragen habe. Die Aufgabe lautete: verwendet möglichst alle Zutaten aus dem Spontiv'schen Paket und das waren eine Vanilleschote, Rohrzucker, Pampelmuse, Walnüsse Mohrrüben und Gelatine, stifte für ein Menü für zwei Personen maximal 15,– Euro und bekoche mindestens eine reizende Person aus Deinem persönlichen Umfeld, der hinterher zu dem Erlebten seinen Quark – möglichst in einem eigenen Blog – abgeben darf.

Das vorgegebene Budget von 15,– Euro habe ich leicht überschritten, ich gab € 18,69 aus – muss aber gestehen, dass ich eine Zeitlang mit drei Gästen kalkulierte, insofern wir also von dem Hauptgang doppelt nehmen konnten und von der Vorspeise auch noch zwei Portionen übrig blieben. Außerdem musste ich für einen Euro noch einmal Möhren nachkaufen, weil die verschickten (sehr leckeren) nach einer Woche nicht mehr so ganz frisch waren natürlich, weil gar nicht mehr vorhanden. Somit habe ich fast eigentlich das Budget nur um € 2,69 überschritten – nee und überhaupt eigentlich nur um 1,69, denn der Herr Lino hat immerhin auch zwei von den Gambas bekommen… also waren wir sowieso drei Esser – das heißt, ich liege super im Budget-Rahmen! Übrigens waren wir sogar fünf Esser, der Lachs wurde mit allen Katzen geteilt … so gesehen habe ich das Budget sogar maßlos unterschritten!

Rinderfilet 5,00
2 x geräucherter Lachs 5,50
1 x Forelle 1,99
2 x Frischkäse 1,20
Morrüben 1,–
Gambas 3,–
Spinat, Petersilie 1,–

Preislich außer Konkurrenz dazu wurde aus dem Baumarkt (endlich) gekauft der Bunsenbrenner mit drei Ersatzkartuschen und eine Flasche Tripple Sec, weil die Ex-Pulle gerade alle war. Nun natürlich noch in größerer Menge vorhanden und über das weitere Jahr im Kocheinsatz verfügbar, man weiß ja nie, was es zum Beispiel Silvester geben wird! Im Haus wiederum hatte ich, habe ich meistens immer da: diverse Eier von glücklichen Hühnern, Milch von brandenburgischem schwarzweißen Niedervieh, Butter, Saure Sahne, Schlagsahne, frischer Parmesan, fetter Speck, frische Kräuter, Vanillezucker, Ölivenöl pur und mit Knoblauch-Chilli- bzw. Limonen-Aroma (eigene Produktion), Zimt, Nelken, Sternanis, Salz, Pfeffer, Steakpfeffer und Muskatnuss, Senf, Essig, Rinderfont, Kochwein (rot) Preisselbeergelee, Toastbrot, Mehl und an sonstigem Obst oder Gemüse, die zur Zeit üblichen Zitrusfrüchte, Physalis und Cocktailtomaten sowie Salat. Ach und die abgepackten Maronen kamen auch aus der Speisekammer. Dito die Balsamciozwiebeln.

Der Rest war pures Glück und Spaß und ein zufriedener Gast, ganz in



ein Kater, zwei Katzen sowie eine Köchin die sich freuten über (das Making-of hinter den Links):

Entrée: Eine Terrine von zweierlei Fisch an Salatbouquet mit roten Zwergenmützen und karamellisierten Nachtschattengestalten und deren Aufpasser



Der beste Gang: Filet vom Rind mit Walnusskruste und Möhrchengratin, dazu mindestens ein Maronen-Soufflé



Abschiedsgedanken: Keine siamesischen Flan-Drillinge mit süffisantem Grapefruitkompott



Auf geht's mit den Rezepten, folgen Sie mir! Hungrig aber bitte unauffällig …