2009-11-12

Rüge

Ich habe Euch gestern etwas gefragt und Ihr antwortet nicht.

Wo kommen wir eigentlich hin, wenn ich in diesem Blog alles alleine machen muss? Googlen zum Beispiel?

In die Ecke mit Euch, schämt Euch!

2009-11-11

Buschmalve

da, schenke ich Euch an einem so grauen Tag draußen! Wenn mir bitte jetzt jemand sagen könnte, ob ich die Dame auf dem Balkon überwintern lassen darf oder reinholen muss? So eine schöne Buschmalve wie meine, habe ich nämlich noch nie blühen sehen und ich fänd's großartig, täte sie das nächstes Jahr wieder so prachtvoll.

Meine neuen Nachbarn …

sind im Vergleich zu den alten Nachbarn so leise, dass ich morgens beim Schritt aus der Tür immer nach Verwesungsgeruch schnüffele – so unheimlich ist mir das.

2009-11-10

Ich liebe Euch! Alle!

Happy Birthday!



(Man beachte meine Kategorie-Zuordnung!)

2009-11-07

Uuuups

Ralfs Konzernkollege von der Berliner Morgenpost, Jörg Winterfeldt, hat auch Schnupfen, den bösen Schweineschnupfen. Ralfs Kollege Jörg meint, so schlecht geht es ihm gar nicht. Die beiden Tage mit bösem Kopfweh waren die beiden Tage an denen er viel telefonieren musste, um krankheitsbedingt Termine abzusagen. Und sein Arzt sagt zu ihm: „An leichten Krankheitsverläufen wie bei Ihnen können Sie erkennen, wie unverantwortlich die Panikmache ist: Sie treibt die Leute scharenweise zu Impfungen, die das Risiko viel schlimmerer Nebenwirkungen bergen.“

Honk!

Ein Honk wird in der Stupidedia zwar gerne als Hauptschüler abgekanzelt, ich bin mir jedoch sicher, Honks gibt es in allen Bildungsgraden, Unter-, Mittel-, Ober- und Überschichten. Honks gibt es auch unter Journalisten. Sicherlich auch unter Bloggern. Honks gibt es überall. Allen Honks gemein ist, dass sie nicht um die Ecke denken. Honks lassen sich auch gerne mal instrumentalisieren. Honks tragen ganz gerne rosa Hemden.

Ein Honk der Bildungsschicht ist für mich Ralf Klostermann. Der ist krank. Ralf ist nicht nur krank, Ralf schreibt auch für den Kai. Also den Rosahemd Diekmann Kai. Der junge Mann schreibt für die deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben. Ralf hat Schnupfen, Fieber, Heiserkeit. Rolf meint, angeblich meint Rolfs Arzt das auch, er hätte die Schweinegrippe. Das ist toll und praktisch zugleich für die deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben, denn jetzt hat sie ihren ersten eigenen Schweinegerippe-Redakteur. Nachdem sie schon den ersten rosabehemdten geimpften Chefredakteur hatte. Sie führt!

Ralf hat trotz Krankheit und ganz viel hohem Fieber schon zwei schöne Artikel über seine Schweingegrippe geschrieben. Dazu gibt es ein Foto von ihm, auf dem er total gut aber natürlich auch ganz schlecht aussieht. Ralf trägt die typische Arbeitskleidung dieser deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben: rosa Hemd. Und er hat die typische Redakteursfrisur der deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben: viel Gel im Haar.

Ralf ist krank und clever, denn er weiß genau, wo er sich angesteckt haben will: auf einer Halloween-Party. Ein blutrünstiger Vampir (verkleidet) könnte es gewesen sein! Ralf schreibt schon die ganze Zeit total viel über die Schweinegrippe für die deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben und reist daher gerne für seine Recherchen dorthin, wo mit bösen Viren geforscht wird oder spricht schon mal mit den „besten“ Professoren. Deswegen weiß Ralf auch ganz genau: er bekommt dieses „blöde“ Virus nicht. Weil Ralf aber zu viele SAT1-Katastrophen-Eigenproduktionen gesehen hat in denen der Held immer gesund bleibt, das Leben jedoch gar keine Kabelgebühren zahlt, hat Ralf jetzt natürlich doch den „blöden“ Virus abgegriffen und hat nun die „verdammte“ Schweinegrippe. Aber keine Sorge, Ralf wird total gut vom Gesundheitsamt (Anrufe) und von seinem Hausarzt (Anrufe) betreut. Tamiflu bekommt er nicht, weil er kein Risikopatient ist. Vielleicht kann sein Arzt aber auch nur die deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben nicht leiden!

Ralf ist eine ziemliche Zicke beim krank sein, er ist erst den dritten Tag zu Hause in Quarantäne (das zu Hause bleiben und sich von Menschen fern halten, hat ihm die Anruferin vom Gesundheitsamt genau erklärt) und ihm fällt jetzt schon die Decke auf den Kopf. Und eigentlich ging es Ralf schon am dritten Grippetag wieder super gut, doch da endete natürlich seine Erfahrung mit der bösen Grippe und sein erster Artikel. Das aber war blöd, denn schließlich lautete der Auftrag seines Chefredakteurs (der mit dem rosa Hemd und dem vielen Gel im Haar), er habe gefälligst ein ganzes Grippe-Protokoll zu schreiben.

Deswegen legt Ralf im zweiten Teil gleich ganz schlimm krank nach: Rückfall am 4. Tag! So schlimm, dass sich auf Facebook „Beileidsbekundungen“ für ihn türmen. Jeder andere würde, wenn er vor seinem Ableben virtuelle Grüße zu seinem Tod geschickt bekäme, die Absender als Facebook-Freunde abwählen. Aber woher soll ein Redakteur der deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben auch wissen, worin der Unterschied in der deutschen Sprache hinsichtlich eines ausgesprochenem Mitgefühls oder Genesungswünschen und Beileidsbekundungen liegt? Rolf findet die Beileidsbekundungen auf jeden Fall: „Schön!“

Ralf hat (s.o.) total viel Ahnung von diesem Virus und der hohen Infektionsrate, sagt aber dem TV-Team, das ihn total gerne interviewen würde, nur deshalb ab, weil's ihm jetzt schlechter geht. Nicht etwa weil er etwa zu Hause in Quarantäne liegt und sein Arzt ihn gebeten hat, schön zu Hause zu bleiben, damit er ihm das Wartezimmer nicht verseucht. Und weil Ralf als Medizinredakteur alles über diese „verdamte“ Grippe weiß, hatte er gestern total viel Angst um 11:35 Uhr und schreibt verzeifelt „Wann denn bloß endlich das Fieber aufhört und es bergauf geht? Oder ob es noch weiter bergab geht?“ Zur Strafe fängt auch Tag 5 mit Fieber an. Ralf schreibt dazu: „Super!“

Es bleibt spannend mit Ralf. Ich schicke Ralf herzliche Genesungswünsche und frage mich, was wohl wäre, wenn er jetzt ordentlich viele seiner Arbeitskollegen bei der großen deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben angesteckt hätte? Vermutlich irgendwie: „Super!“

Nachtrag: Honk bleibt Honk! Im dritten Teil seines Grippe-Protokolls fühlt sich Ralf schon viel besser. Zwischendurch pinkelt er sich noch mal vor Angst schriftlich in die Hosen, weil doch jetzt ein Berliner gestorben ist und der war mindestens so fit wie Ralf und sechs Jahre jünger und … überall auf der Welt Menschen sterben an diesem Virus. (Und an vielen anderen Viren noch viel mehr …). Aber zum Glück rockt Facebook bei Ralf immer noch, ganz viele Leute, sogar welche von ganz weit weg, wünschen ihm jetzt nur noch „Gute Besserung!“ Ralf begreift das Upgrade von Beileidsbekundungen zu Genesungswünschen und findet: „Das baut auf!“

Samstag geht's Ralf wieder supergut, nur sein Freund kränkelt jetzt ein bisschen. Deswegen macht sich Ralf Sorgen. Und weil Ralf ja der tolle Gesundheitsredakteur von der deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben ist und sich gerade mit dem „tückischen“ Virus infiziert hatte und deswegen total viel Ahnung von der Schweinegrippe, Quarantäne und Infektionsrisiken (Vampir!) hat, schickt er deshalb seinen möglicherweise auch infizierten Freund mal eben raus in die Welt und zur Arbeit. Weil: andere anstecken ist total: „Super“. Ach ja, und impfen hilft natürlich, rät jetzt der Ralf.

Übrigens, die einige Male, die ich in meinem Leben eine echte Grippe hatte, habe ich flach gelegen – so flach, dass ich garantiert die ersten vier Tage weder Rechner noch Fernseher anmachen konnte. Ralf aber kann Texte tippen und dumme Ratschläge erteilen und den Menschen zeigen, wie man alles richtig schön falsch macht, wenn man infiziert ist! BLÖD! (Hätte er doch nur wirklich 'ne Grippe gehabt!)

Werbung für Zielgruppen

2009-11-06

Dort …

wo Hatun starb, an ihrem Gedenkstein, tanzte gerade ein Hochzeitspaar mit der Hochzeitsgesellschaft bei Livemusik auf der Straße. Vier Jahre nach ihrem Tod durfte sie mitfeiern.

Schön!

Neulich …

hatte ich aus Rührung beinahe Pipi in den Augen. Ein eher drittklassiges halböffentliches Örtchen aber eine erstklassig liebevoll gefaltete Ersatzrolle Toilettenpapier vom Discounter. Das Leben kann so schön sein!

2009-11-03

Das ist ja der Hammer!

A: „Wir konnten sie telefonisch nicht erreichen, da habe ich Ihr Konto sperren lassen.“
L: „Ja. … und warum?!?“
A: „Sie wollten doch mal vor einiger Zeit bei uns eventuell einen Riestervertrag abschließen, dafür fehlt uns jedoch noch Ihre Sozialversicherungsnummer.“
L: „Ja und wieso sperren Sie deswegen mein Konto?!?“
A: „Ich dachte mir, Sie melden sich dann schon …“

Tankpfand: blogsprache. Allerdings, das Unternehmen hat mit Courage und Fairness auf den Fehler reagiert.

2009-11-02

Der Song zum Schwein



via bel

Echtes Halloween ist …

wenn man drei Mal von einem Sachbearbeiter zum anderen verbunden wird, um dann zu hören: „Da können wir jetzt nichts mehr machen, das macht alles alleine der Computer.“ …

WTF?

Psssst!

Die Statistiksoftware zeigt mir, dass heute nachmittag im Rahmen eines Seminars mein Blog (und det heißt Holy Fruit Salad! bitte!) besprochen werden soll. Das freut mich … in so illustrer Blog-Gesellschaft.



Dann wünsche ich allen Seminarteilnehmern viel Vergnügen, dem Seminarleiter ‘ne tolle Runde, allen viel Spaß die ganze Woche über – und wenn Fragen: dann fragen!

Und all' anderen Lesern erzähle ich heute einfach nur etwas über meine ureigene Meinung zum heutigen Montag-Wetter:

2009-11-01

Da könnt Ihr mal sehen …

wie wirklich wenig Ahnung ich vom italienischen Sprachgebrauch habe.

Der Minestrone!
Der Sugo!

Na, wieder was gelernt!

Ach ja: und Die Mozarella! Wenn wir schon dabei sind. Aber DER Steckrübeneintopf. Hatte ich erwähnt, diese Woche es geschafft zu haben, an eine völlig geschmacksneutrale Steckrübe geraten zu sein? Nun haben sie's geschafft, die Bauernlümmel. Jetzt produzieren sie sogar schon Rübe ohne Geschmack. Ganz großartig, Ihr Pappnasen!

Hummeln im Hintern …

persönlich reise ich ja immer sehr gerne mit anderen Bloggern mit: Frau Snap Happy verweilt gerade längere Zeit in Florenz, um der Pasta-Sprache mächtiger zu werden.

2009-10-31

Westerwelle



Dazu ein wundervolles Interview mit Funny van Dannen bei galore.de.

clip via gedankenhygiene

2009-10-30

Fotoblogstöckchen

Jetzt wo die Tage kürzer und die Nächte länger werden, die Stimmung trüber, die Schokolade wichtiger und wir wieder viel mehr Zeit für nicht sooo relevante Dinge haben, wie zum Beispiel endlich wieder unsere Blogs mit Inhalten und die der anderen mit Kommentaren zu füllen, kurz bevor uns wieder die Blogkochshow und das Blogweihnachtswichteln ins Haus steht, dachte ich so bei mir, wir haben uns lange nicht mehr mit Stöckchen geknechtet oder?

Die Aufgabe ist simpel und kann auch bei schlechtem Wetter durchgeführt werden. Ihr durchgrast Eure Wohnung mit offenen Augen und guckt Euch ein paar Gegenstände heraus, die Euch an Eure Kindheit erinnern. Diese werden fotografiert, gerne auch in neu lomografischer Handyqualität und dazu könnt Ihr gerne ein paar wenige bis viele Worte verlieren, warum dieser Gegenstand Eure Erinnerung weckt und Euer Herz berührt.

Ich lege los und setze meinen Eltern und Großeltern damit ein kleines Denkmal, was aber bitte nicht heißen soll, dass Ihr Euch auf bei diesem Stöckchen unbedingt auf Familie zu konzentrieren habt. Bei mir ist es nur so, dass dies gerade Gegenstände sind, die mir meine Verstorbenen immer noch ganz nahe scheinen lassen. Es sind solche Sachen, die mich behütet fühlen lassen. Und ein wenig schmerzt, dass es nach mir niemanden mehr geben wird, der mit diesen Gegenständen die Menschen, ihre Geschichten und Gerüche verbindet. Sie sind die Geschichten meiner Kindheit, sie machen mich heut noch in schwachen Momenten wieder stark!



Omas und Opas (väterlicherseits) Nussknacker. Ein von mir schon als Kleinkind bestauntes Stück Kinderglück. Lange Zeit durfte ich ihn nicht bedienen, weil man immer Angst hatte um meine Finger, nicht dass ich überhaupt die Kraft gehabt hätte. Dann wurde ich langsam von Oma und Opa an ihn in seiner Bedienung heran geführt. Dieser Nussknacker ist für mich sinnbildlich gleichwertig, wie das Fahrrad fahren lernen bei Oma im Garten. Mittlerweile hat sich bei mir eine größere, wenn auch noch allzu übersichtliche Nussknackersammlung aufgetan. Aber dieser Nussknacker ist mir immer noch der Liebste von allen – übrigens in der Praxis tatsächlich auch der Beste. Gucke ich ihn an, habe ich sofort Visionen vom Weihnachtsbaum im Wohnzimmer bei meinen Großeltern und sehe die Familienrunde bei Gänsegeruch in der Küche im Wohnzimmer sitzen. Opa hatte am 1. Weihnachtsfeiertag Geburtstag, das Zusammenkommen war Tradition. Außerhalb der Saison stand er bei Oma im Geschirrschrank, ich musste aber immer mit ihm spielen!



Omas (mütterlicherseits) Armbanduhr. Die schenkte mir meine Mama sehr früh, weil sie ihr nicht mehr passte. Oma war die einzige in meiner Familie, die Schmuck vererbt hatte. Es ist eine niedliche kleine Uhr, deren Ziffernblatt aus Pergamentpapier zu sein scheint und ich finde sie heute noch wunderschön – auch wenn sie mir langsam leider auch nicht mehr passt. Naja, die Uhr muss noch aus der Zeit sein, als meine Oma Tänzerinnenärmchen hatte.



Diese Porzellandose mit geklebten Deckel war im Haushalt meiner Mum und mir und war die „da hebe ich Geld auf“-Dose. Wann immer ich einkaufen sollte, sie aber vergessen hatte mir Geld hinzulegen, schickte sie mich an diese Dose. Dort sammelte sie immer die Fünfer (DM) wenn sie zu rauchen aufhörte oder das Trinkgeld ihrer Patientinnen. Meine Mum hing an der Dose, weil sie noch von meiner Oma war, ich hänge an der Dose, weil sie von beiden ist. Ratet was ich in der Dose sammle?



Das unglaublich schön-hässliche Blechtablett meiner Mum aus den 70igern. Stand bei uns in der Küche immer links auf dem Küchenbrett mit allen anderen Tabletts. Für mich die direkte Verbindung zur Pril-Blumen-Zeit. Irgendwann sagte ich meiner Mum einmal, sie möge das bitte niemals wegwerfen, weil es mich so unbedingt an meine Kindheit erinnert. Sie schenkte es mir dann an meinem nächsten Geburtstag. Es verleiht meiner Küche wohl das, was man gutes Karma nennt. Anlässlich dieses Fotos habe ich es vom Küchenschrank genommen und nun auch wieder auf das Fensterbrett platziert.



In dieser Rührschüssel hat mir meine Mum immer zu Geburtstag die Sachertorte angerührt. Ich glaube, ich bin das einzige Kind, das ich kenne, dass schon in jüngsten Jahren „ja!“ zu Zartbitterschokolade sagte. Wenigstens im Kuchen. In dieser Schüssel geschahen all die wundervollen Dinge, die mich als Kind begeistert hatten und glücklich machten. Als ich nach der Todesnachricht das erste Mal in der Wohnung meiner Mum war, war sie das erste Teil, das ich mit zu mir nehmen musste. Die Wichtigkeit dieser Schüssel für mich ist kaum zu beschreiben. Kaum etwas ist mehr meine Mum, meine Kindheit, als diese Schüssel.



Dieses Pralinenschale von der KPM habe ich von meinem Papa geerbt. Auch sie gehört dazu. Er hatte dort eine Zeitlang gearbeitet und uns 2te Wahl-Geschirr aus der Brennerei mitgebracht. Wer weiß, für welche Summen heute noch bei der KPM 2te Wahl-Geschirr verkauft wird, kann sich den materiellen Wert denken. Der Weg bei mir mit mir geschenkten Pralinen und Schokoladen geht üblicherweise so: erst auf die Schale als Opfergabe, dann in den Mund. Schmeckt viel besser. (Hier mit letzter Tomatenernte 2009 von Balkonien.) Und der ideele Wert liegt viel höher … vom Papa habe ich noch ein selbst von ihm graviertes Namenschild für meine erste Wohnung angefertigt, sehr kurz bevor er starb. Kann ich aber nicht zeigen, wegen dem Namen und so …



Mein Opa mütterlicherseits hatte am oberen Ende vom Ku'Damm, am Halensee, ein riesiges Teppichgeschäft. Aus dem Geschäft stammt noch dieses Buch, das mir meine Mum schon früh gegeben hatte. In dem Buch ist noch ein Stempel des Geschäftes mit Telefonnummer … der Laden wurde 1961 aufgegeben, kurz nach dem Tod meines Opas. Ich glaube heute fest, wäre alles anders gekommen, ich hätte sehr wahrscheinlich diesen Laden übernommen. Ich hätte Spaß gehabt an alten Teppichen, fernen Reisen und dem Handel. Ich hatte immer Spaß an den Erzählungen meiner Mum und Oma, dieser Mann war mir dank der beiden zeitlebens immer sehr nahe und wichtig!



Von dem gleichen Opa, den ich ja nie kennen gelernt habe, weil er dreieinhalb Jahre vor meiner Geburt verstarb, habe ich den von ihm sehr klassisch eingeschriebenen Füller geerbt. Was ich bis heute noch faszinierend finde, wir waren nicht blutsverwand, denn meine Mum war deren Pflegetochter, aber es ist der einzige Füller in dem ich in meinem Leben je anständig schreiben konnte – vom Schriftbild als auch von der Haltung für mich. Ich habe ihn vor einigen Jahren bei einem alten Familienbetrieb in Augsburg zur Reparatur gegeben, nachdem Pelikan meinte, ihn nicht mehr reparieren zu können. Er funktioniert!



Von meiner Oma väterlicherseits habe ich die Pfaff-Nähmaschine geerbt, die steht gerade bei einem Freund. Als auch ihre Puppensammlung und … Knopfsammlung, ganz wichtig oder noch wichtiger als die Knöpfe mit den dazu gehörenden Blechdosen! Der hellblaue Knopf, der da vorne liegt, gehörte zu ihrem Bademantel. Ein gesteppter Bademantel aus Polyester in dem sie immer Sonntag morgens auf der Coach saß und mit mir frühstückte, wenn ich bei Oma und Opa geschlafen habe. Diesen Bademantel werde ich nie vergessen! Mit seinem Anblick kommt auch immer so ein Geruch von gutem Golden Toast und Langnese Honig auf Butter auf. Oma und Opa konnten sich das damals schon leisten, für mich heute noch der Inbegriff von Luxus in meiner Kindheit.



Mein Opa väterlicherseits war gelernter Kunstschmied, arbeitete später als Schlosser. Aus seiner kreativen Zeit stammten die Vögel, die ich von meiner Oma übernommen hatte, sie konnte sie nach seinem Tod nicht mehr sehen. Sie hängen in meinen Wohnungen vom ersten Tag an über den Wohnungstüren und vermitteln mir immer das Gefühl von Freiheit und Offenheit. Freunde, die mich kennen, wundern sich sehr über Vögel in meiner Wohnung. Nun, es sind Opas wundervolle Vögel. Ich bin übrigens ein großer Freund von schmiedeeisernen Arbeiten, immer schon gewesen. Es muss etwas Genetisches sein!



Auch diese wunderschöne Katze von meinem Opa gemacht. Meine Katzenliebe kommt aus der Ecke dieser Familie. Dort gab es immer Katzen, auch das wurde mir ganz klar von der Sippe in die Wiege gelegt. Die Katze steht an meinem Bett, seit ich sie habe. Jeder der mich kennt denkt, sie stünde da, weil ich Katzen verrückt bin. Was natürlich stimmt, dass mit dem verrückt sein nach diesen schrullig-zärtlichen Biestern, nur sammle ich eigentlich gar nichts mit Katzen. Diese Skulptur hier ist einfach nur mein Opa und steht für das, was er mir mit ins Leben gegeben hat: die Liebe zur Kunst und zu den Tieren.

So, muss ich jetzt das Stöckchen zwangsvergeben oder nehmt Ihr es Euch selbst und macht was daraus?

Edit: Wie ich schon in den Kommentaren anmerkte, lasst Euch bloß nicht von meinen Fotos einschränken. Das Stöckchen heißt nicht, zeigt, das Ihr von Eltern oder so geerbt habt, sondern zeigt Gegenstände aus Eurer Wohnung, die Euch an Eure Kindheit erinnern. Das kann genauso gut die Orange sein, die Euch an Omis ausgepressten Orangensaft zum Grießbrei erinnert, der Euch in Eurer Kindheit glücklich gemacht hat. Also vielleicht weniger den Gegenstand suchen, als erst mal in Gedanken zurück reisen …

Hier die Links zu allen Mitmachenden …

2009-10-29

Guck an!

Einer geht, verschwindet aus dem Leben und prompt kehrt die heftig vermisste Kreativität kehrt zurück. Muss durch den Briefschlitz zurück gekrochen sein …

Morgen also Foto-Blogstöckchen, bevor diese kleinen süßen Blog-Schweinereien noch völlig aus unserem Leben verschwinden! Also Akkus laden!

2009-10-28

„Die Nishia …



war auf dem Balkon (doller Regen), die ist nicht so ein zartes, kleines, spanisches Zuckerpüppchen wie Du, Lino!“

Aus der Reihe: Kommentare auf die Kater lässig pfeifen könnten.

2009-10-27

Es ist so gar nicht buddhistisch …

aber wenn jemand versucht, einen selbst richtig fertig zu machen (das kleine verletzte Ego, kennt man ja), sollte man dann gleichfalls zurückschlagen? In gleicher Güte? Nur zwei Ebenen höher? Weil man es kann?

Ich habe das bisher noch nie gemacht, weil es nicht meiner Art entspricht. Andererseits habe ich dann daran immer so lange daran geschluckt, weil der eigene Schlag in den Sandsack fehlte und dann knabbere ich immer so lange daran, bis wieder die Sonne für einen selber scheint. Sollte ich jetzt erstmals auch wirklich Kontra geben? Auch link und fies sein? Once in a lifetime? Vielleicht habe ich ja Spaß daran? Am großen Spiel der Vernichtung? Rational agierend?

Ich würde damit jemanden sein Liebstes nehmen. Kleiner Stoß vom Thron!

Aber was, wenn's mir dann Spaß macht?