2009-10-13

Freunde

schenkten mir zum Geburtstag eine aufblasbare 44 in zwei einzelnen 4en in … flieder.

Erste 4 erlebte gerade dank der Katzen ihren höchstpersönlichen Exitus.

Jetzt bin ich wieder vier!

Ein Brot namens Hilde …



Dieser Text stammt aus einem Artikel, der in einer Frauenzeitschrift (wenn ich noch wüsste, welche …?) russische Frauen vorstellte. Gutes schmackhaftes Brot ist mittlerweile auch hierzulande ein Luxus. Davon abgesehen, dass für so manchen von uns hierzulande auch weniger gutes schmackhaftes Brot schon ein Luxus sein wird.


Das Walchenbrot - Roggenschrot und geröstete Walnuss, mein absoluter Favorit

In Berlin gibt es eine Straße, die Bergmannstraße, sie verbindet den Südstern über den Marheinekeplatz mit dem Mehringdamm, um als Kreuzbergstraße fortgeführt tatsächlich den Kreuzberg zu seinen Füssen umschmeicheln. Die Bergmann war früher guter solider Kreuzberger Kiez, so etwas wie der Ku-Damm aber für die Berliner Subkulturenten. Türkische Antiquariate, Second Hand-Kluft kiloweise in Hinterhöfen, ansonsten ein Mix aus Gothic-Klamottenläden mit einem bisschen Blümchen-Kosmetik, die völlig überschätzte Kaffee-Rösterei einer Amerikanerin und dem ersten Berliner Schuh-Outlett, Knofi wurde hier geboren, es gab eine schöne rustikale Alt-Berliner Markthalle. In den Querstraßen Comic-Läden, Möbelaufbereiter und der Friseur, der berlinweit erstmals bei Vollmond schnitt – viele der Geschäfte im Souterrain, Kohlenkellerverkaufspolitik.

Man hat die Markthalle vor zwei Jahren restauriert und viele deutlich überteuerte Fresstempel in ihr installiert – alles ist schön mulitkulti. Alleine der Umsatz schwächelt offensichtlich hier und dort, denn manchem Käsestand möchte man empfehlen den Käse, der es sehr offensichtlich hinter sich hat, aus dem Tresengeschehen zu entfernen. Die Markhalle schön offen in der Transparenz der klinischen Postmoderne gehalten, ihr und damit dem Markthallenkauf den eigentlich Reiz genommen, vermutlich hatte niemand außer den Investoren und Architekten jemals nach kontinentaler Übersicht in einer Markthalle gefragt. Alleine der kleine Stand in der Ecke, der Drogeriebedarf, Sonnenbrillen und Lotto feil bietet, führt noch den Urberliner Flair einer vergangenen Tante Emma-Exotik. In der Folge der Markthallenmutation hat sich auch die Bergmannstraße zur neuen Berliner Fressmeile gewandelt, verkrampft wollte man gegen den Wandel der Ost-City westlich anstinken. Nun also viel Öko-Kost, unzählige In-In-Thais und SlowFood-Style, dessen Tempo sich qualitativ bis zur Bedienung manifestiert. Man mag kaum glauben, wie sehr sich die neue Qualität der SlowFood-Bewegung in der zeitlichen Dauer – ab ihrer Bestellung eine Flasche Vitell in PET-Flasche endlich auf den Tisch gestellt zu bekommen – manifestieren mag. Die türkischen Antiquariate (ungeputzes, unsortiertes Silber) haben abgenommen oder sich plötzlich zu gehobenen Verkaufstellen von geputzem, sortierten Silber entwickelt, den exorbitanten Aufschlag im neuerdings Festpreis übersehen wir galant. That's the way love goes.

Der Ostblock

Und weil die Bergmannstraße von der Miete her jetzt ein teures Pflaster geworden ist, jede Designmarke hier glänzen möchte und auf der attraktiven Höhe dieser neuen ganzjährigen Halloween-Meile keine Gewerbeflächen mehr zu ordern sind, breitet sich das elitäre Fressen über ihre Grenzen aus und füllt inzwischen auch die bis vor kurzem kommerziell brachliegende letzte Ecke vom Südstern mit sinnlosem Design und gourmanden Leben. Das alles kann man gut finden und auch ablehnen. Hier und da will man es gerne wertschätzen. Zum Beispiel bei einem Angebot wie dem von SoLunda® Brot und Oel GmbH. Im Laden steht der Steinbackofen, die Zutaten sind aus kontrolliertem biologischen Anbau. Die Brote aus Hefe heißen „Blues“, „Jazz“, „Tibeter“ oder „La Boule“. Aus der Sauerteig-Ecke bestellt man den „Ostblock“, das „Hildegardbrot“ oder „Walchenbrot“. Diese Brote kosten meist über 5 Euro das Kilo, sind damit penetrant teuer. Aber sie werden auch gerne in kleinen Mengen abgegeben und geschmacklich trifft man auf eine Qualität, die man hierzustadt lange vermisst hat und daher gerne bezahlt.

Nun denn, Euro 5,60 für ein Kilo Brot sind immerhin knappe elf Ex-Deutsche Mark! Irgendwas sollte dann an der Lieferung gefälligst auch stimmen.


Hildegardbrot (nach Hildegard von Binnen, nur echt mit Galgant und Fenchel.)

Wenigstens ist deren Homepage noch echt Web 1.0. Gneisenaustraße 58, 10961 Berlin, Öffnungszeiten in der Woche 10:00-20:00 Uhr, Sa. 8:00-16:00 Uhr, Donnerstags auf dem Öko-Markt am Wittenbergplatz, Samstag auf den Märkten am Hackeschen Markt und Lehniner Platz zu finden.

Ach, und echtes Schwarzbrot gibt es da auch. Heißt „Schwarzkorn“ und dürfte in Berlin eine Rarität sein.

2009-10-12

Vegetarier bitte weg gucken!

Aber die Pfanne und ich: wir wachsen zusammen!

2009-10-11

Raderotik, …

bonfortinöse! Bei der Kaltmamsell.

Ich mag das …

Am Freitag bin ich endlich dazu gekommen, die neue Pfanne einzuweihen. Gemäß der Anleitung auf der LeCreuset-Homepage habe ich viel, sehr viel Öl, in der Pfanne solle es mindestens zwei Zentimeter hoch stehen, ordentlich heiß werden lassen, bis es dampfte und die Räumlichkeiten einmal ordentlich in den Geruch von Frittierfett einhüllte, um es dann wieder abkühlen zu lassen.

Danach habe ich mich am ersten Steak probiert. Steak vom türkischen Supermarkt. Ich kaufe es dort sehr gerne, weil das Rindfleisch anständig abgehangen und somit viel zarter angeboten wird als beim hiesigen Fleischer, der sich leider dem Wunsch seiner Kundschaft dahingehend gefügt hat, dass das Fleisch vor allem frisch auszusehen hat. Völlig ungeachtet der Farbe, dass Rindfleisch nun mal (ungefärbt) tiefrot aussehen muss und Merkmale eines Vergänglichkeitsprozesses aufweisen muss, die die fremdgesteuerte Hausfrau gleich wieder an die Sagrotan-Keule denken lassen.

Es passt mal wieder zusammen. Gestern kochte Tim Mälzer in der ARD in seiner neuen, aber leider unglaublich lahm produzierten Kochsendung ein Hüftsteak im ganzen Stück. Dabei sprach er länger über die Qualität von Rindfleisch und erzählte, dass er gerne sein Rindfleisch beim Metzger kauft und dort schon mal zehn Tage länger in dessen Kühlung liegen lässt, bis er es für die Zubereitung abholt.

Ich kaufe Rindfleisch lange schon gerne beim kleinen türkischen Supermarkt in der Hermannstraße. Dabei ganz bewusst einkalkulierend, dass der täglich längst nicht so viel Fleisch-Umsatz hat, wie der sehr schöne riesige sehr gut laufende türkische Supermarkt in ungefähr 300 m fußläufiger Entfernung. In der Konsequenz heißt das, bei dem liegt das Fleisch vom Rind ein paar Tage länger in der Kühlung und hat eine Chance zu reifen. Und das merkt man einfach. Ein Qualitätsmerkmal. Hühnerfleisch kaufe ich dort übrigens nie.

Gut kochen bedeutet in der Hauptsache gut einkaufen. Das funktioniert leider überhaupt nicht, hat man den Anspruch alles an einem Ort einkaufen zu wollen. Wer gut kochen möchte, muss sich bewegen, sich seine Zutaten erkämpfen. (Okay, das fällt auf dem Rad in der Stadt deutlich leichter als im Auto, ich habe keine Parkplatzprobleme.)

Das Fleisch war gut. So gut, dass der Kater, der nie rohes rotes Fleisch isst, plötzlich unten neben mir stand und sehr höflich eine milde Gabe einforderte. Gut, das tut er rein interessenhalber öfter, um solche Dinge dann nach Geruchstest gerne links liegen zu lassen. Nicht so am Freitag. Der beste Qualitätsindikator für einen guten Fleischer sind die Katzen, die können sehr konsequent Fleisch- oder Wurst, die sie eigentlich mögen, ablehnen. Üblicherweise kaufe ich dort dann nicht mehr ein.

Zurück zur Pfanneneinweihung, das Fleisch habe ich offensichtlich eher geschmort als gekocht. Der Grilleffekt war noch kaum vorhanden. Mein Fehler! Ich hatte unterschätzt bzw. gar nicht auf dem Schirm, dass eine gußeiserne Pfanne natürlich viel länger vorgeheizt werden muss, als eine Grillpfanne aus Alu. (Den Energietest hätte damit natürlich die Alu-Pfanne bestanden). Gut, heute Abend neuer Test. Offensichtlich muss ich mir diese Pfanne erst noch erarbeiten. Ich mag so kleine Wiederstände in der Küche, die man erst überwinden muss. Steckt darin doch das eigentliche Potential an Weiterentwicklung und irgendwann die Liebe zum Gerät.

So oder so ist es eine Freude, eine karibikblaue Pfanne zu reinigen. Ich gehe jetzt in die Küche zum Armtraining, Pfanne stemmen …

2009-10-10

Grüner Flughafen

Nachdem ich im Sommer gemeinsam mit 6.000 anderen Berlinern angeschrieben wurde, an einer Bürgerbefragung mit meinen Ideen zum Nutzungskonzept des Flugfeldes des ehemaligen Flughafens Tempelhof teilzunehmen, gab es vorletzte Woche wieder Post: man hätte ausgewertet und würde die Bürger gerne am Ort des Geschehens über erste Ergebnisse informieren und ihnen vor allem das Gelände zeigen. Was in der Hauptsache heißt: endlich rauf auf das Flugfeld zu dürfen! Angekündigt waren Begehungen zu Fuß als auch mit Bustouren. Das Ganze angekündigt für das letzte und dieses Wochenende, die Buchtouren waren online zu buchen. Ich tat das für letzten Samstag in der maximal verfügbaren Menge und so haben wir am Nachmittag – nachdem sich das Wetter dankenswerterweise doch zu blauem Himmel und Sonne entschieden hatte – uns das Flugfeld erobert.

Für jemanden wie mich, die ich seit über zwanzig Jahren in unmittelbarer Nähe dieses Flughafens wohne, früher also noch die amerikanischen Schwergewichtsflugzeuge auf mein Badezimmerfenster habe zufliegen sehen, seinen Füchsen nachts gute Nacht gesagt habe, am Ende der Startbahn den Flugzeugen beim Starten und Landen zugesehen habe, mich von ihm bei Krokusse fotografieren ablenken ließ, war das ein besonderer Moment. Da ist diese Geschichte der Stadt mit der Geschichte dieses Flughafens mit meiner eigenen Geschichte verknüpft und nun einmal auf die andere Seite des Zaunes zu dürfen – solange noch alles ganz ursprünglich ist – das ist ein sehr besonderer Moment gewesen.

Die Bustour war dementsprechend spannend und informativ, der Sprecher zeigte uns die frühen Warmlaufplätze, als es noch keine Lande- und Startbahnen gab und die Flugzeuge „kreuz und quer“ auf der Wiese immer gegen den Wind gestartet sind. Es gab enorm viel Informationen über das alte und nie gemäß seiner Planung fertig gebaute riesige Gebäude vom Flughafen. Wir bekamen die Stelle gezeigt, an der es 1923 mit dem Flughafen überhaupt begonnen hatte, die eigene (sich längst nicht mehr in Betrieb befindende) Müllverbrennungsanlage mit denen um sie herum immer noch gelagerten Altlasten. Mehr will ich gar nicht schreiben, das ist so sehens- und erfahrenswert, das sollte man sich selbst gönnen. Auch sind die Bustouren bei dieser Bürgerbefragungsrunde zwar kostenlos aber deutlich kürzer als die, die ab nächsten Wochenende für alle Bürger zu buchen sind und dann ganze 90 Minuten dauern werden. Natürlich machte der Busfahrer sich mit uns den Spaß mit maximaler Geschwindigkeit einmal die Süd-Landebahn in Richtung Abheben lang zu brettern. Ich fand das cool, naja, ich bin halt nie von Tempelhof geflogen!

In der Führung ging der Sprecher auch darauf ein, warum man das Gelände des Flugfelds, das immerhin einige wenige Hektar größer ist als der Tiergarten, nicht von heute auf morgen für die Bürger zugängig machen konnte: das Gelände muss gängig gemacht werden – die Wiesen sind wohl noch uneben, teilweise unterhöhlt (ich vermute, die müssen auch noch mit modernerem Equipment doch noch mal nach Blindgängern suchen). Die Altlasten müssen erst entsorgt werden und ein besonderes Problem der natürlichen Art besteht: die Wiesen auf dem Flugfeld haben sich zum größten Bodenbrütergebiet Europas entwickelt, die Feldlerche brütet dort und in der Konzeption muss man sich besonders darüber Gedanken machen, wie man diese Lebensarten geschützt in das Öffnungs-Konzept integrieren kann. Bis Mai kommenden Jahres will man das Gelände soweit aufbereitet haben, um es in der Ausschreibungsphase für die Parkkonzeption bereits den Berliner zugängig zu machen.

Rauf auf's asphaltierte Feld kann man aber bereits sofort. Aber: unbedingt sehr warm anziehen! Es ist unglaublich windig auf dem freien Flugfeld. Das glaubt man gar nicht, aber dieses Phänomen macht spürbar deutlich, wie wichtig dieses Bereich für das Klima dieser Stadt ist. Im Hangar werden die ersten Ergebnisse der Bürgerbefragung präsentiert, zumindest dieses Wochenende kann man sich daran vor Ort auch noch selbst beteiligen.

Übrigens hat sich Berlin an der Ausschreibung für die Internationale Gartenausstellung beworben, die soll dann auf dem Tempelhofer Feld statt finden. Die Vergabe ist morgen, Sonntag, 11. Oktober 2009. Bitte Daumen drücken! (Berlin hatte den Zuschlag bekommen und die Gartenausstellung dann doch nicht auf dem Wettbewerbsgelände durchgeführt. Üblicher Berliner Politsumpf.)

Abhängen im Hangar

creezys allererster Moment auf dem Tempelhofer Rollfeld (Landebahn Süd). creezy säääähhrr berührt! (Busfoto)

Relikt aus alten Zeiten, die kleinen Wetterstationen (rechts im Bild) sind noch in Betrieb.

Das ist so eine Wetterstation. Hinten rechts der olle Funkturm … äh Fernsehturm, übrigens an dem Tag 40 Jahre gerade alt geworden. (Und ist damit vier Jahr und einen Tag jünger als ich, die Wutz!)

Foto von einem der alten Taxiways, das waren die alten Rollbahnen, auf denen die Flugzeuge zu ihren Warmlaufplätzen rollten. Die Taxiways haben unter der enormen Fluglast während der Luftbrücke sehr schnell technisch bedingt den Geist aufgegeben, weshalb man auch die beiden Landebahnen installierte.

Das ist die alte Müllverbrennungsanlage, natürlich schon ewig nicht mehr in Betrieb. Tolles Gebäude, was würde ich geben, das mal aus der Nähe fotografieren zu dürfen! (Busfoto)

Altlasten neben der Verbrennungsanlage. Bereiten im Moment noch Kopfschmerzen. (Busfoto)


Wir jetzt mit 100 km/h über die Landebahn Süd. (Busfoto – har har har!)
Zu Fuß auf der Landebahn Süd – das Kreuz ist im Oktober letzten Jahres aufgebracht worden. Erste Amtshandlung nach der Schließung, um Piloten zu zeigen: dieser Flughafen ist stillgelegt. Im Notfall dürfen sie hier natürlich immer noch landen – sie würden nur wahrscheinlich so schnell nicht mehr die Maschine von diesem Ort weg bekommen.

Eine der Lampen auf der Rollbahn, klappt natürlich aus in Betrieb. Ist jetzt aber im Ruhestand.

Die ehemaligen Erholungs- und Campingplätze der US-Amerikaner aus der Zeit als der Flughafen noch den US-Alliierten gehörte. Sieht aus wie auf jedem gepflegten Péage-Rastplatz in Frankreich. Diese Plätze durften aus Sicherheitsgründen seit dem 11.9.2001 nicht mehr genutzt werden. Dahinter liegen die Sportanlagen, die auf dem Gelände installiert sind und mittlerweile von einem Verein übernommen wurden. (Busfoto)

Das älteste sich noch in Betrieb befindliche Gebäude auf dem Flughafengelände: die Radiostation. (Liegt geographisch in der Nähe vom Columbiadamm.) (Busfoto)

Nun sind wir zu Fuß unterwegs: diese Erhöhung ist das Gelände, wo 1923 der Flughafen erstmals installiert wurde. Dort liegt ein …
Schießübungsplatz, der wohl auch noch in Betrieb war vor der Schließung,

… als auch diese alte Maschine, die der Flughafenfeuerwehr für Trockenübungen diente. Man kann vermuten, dass dieses Flugzeug es flugtechnisch hinter sich hat.

Unglaublich windig! Selbst bei schönem Wetter. Man sieht sehr schön, was die Gezeiten auf dem Gelände mit dem Stromkasten angestellt haben.


Pentax K20 D mit Bodenkontakt der Landebahn Nord. Denkwürdiger Moment! Ganz viele kleine schwarze und grüne Raupen auf den Landebahnen.

Viel Strecke … von der äußersten Landebahn zum Hangar: 2 Kilometer.

2009-10-06

Das bisschen Wasser …

Das geht nun aber mal runter wie Öl!

Abmahnanwältin wegen Beihilfe zum Betrug verurteilt. „Die Richterin hat eine Berufung wegen der Dringlichkeit nicht zugelassen.“

Mehr von solchen RichterInnen.

Rituale

Ich fürchte, was dem Apple-User die Auspackzeremonie eines jeden neuen Rechners, das ist dem Kochfreak das Ritual, wenn das allererste Stück von Le Creuset ins Haus kommt. Sehr viele liebe Freunde haben für mich zusammen gelegt und gerade eben hat sie der Postbote gebracht:







Ich bin entzückt, ganz aufgeregt und ein bisschen verliebt. Gleich werde ich sie einbrennen – ohne Katze!

2009-10-05

Neu: creezy und B45 jetzt mit Charisma!

Die Nummer am Samstag ließ mich also heute sofort zum Zahndompteur schlendern. Ich war gestern schon wuschig genug mit ohne Teilfüllung und versuchte dank konsequenter dentaler Macke heute früh schon leichten Phantomschmerz im Traum zu entwickeln. Nein, der Zahn tat wirklich überhaupt nicht weh – nur im Traum. Was aber meiner Meinung nach auch reicht.

Da mein alter Zahnarzt, vielmehr seine Ischen vorne am Tresen, die letzten Male mir ziemlich auf den Senkel gegangen sind, zum einen wurden sie immer arroganter. Zum anderen wollten sie mir die letzten drei Termine immer anstelle des Chefs, den ich seit Jahrzehnten kannte und schätzte, um nicht zu sagen: innigst vertraute, mir den Assistenzarzt unterjubeln. Seit die mir in der Praxis mit Ende 20 eine umfangreichere Sanierung verkauft hatten, konnten sie nix mehr an mir verdienen. Offensichtlich war ich so kein Fall mehr für'n Chef. Tsja, wenn man der Meinung ist, ich soll zu einem neuen Arzt gehen, dann tue ich das nach dritten Aufforderung. Und zwar zu einem in einer anderen Praxis.

Die neue Neuköllner Einkaufshölle hat uns neben zweistöckiger Apotheke auch ein Ärztezentrum geschenkt. Frauenarzt und Zahnarzt, eine Praxis ist noch leer. Das ist nach heutigen Maßstäben also ein Zentrum. Zu den Ärzten kommt man mit einem Fahrstuhl und man muss dann um zwei Ecken durch schwere Glastüren, die nicht behindertengerecht auf Tastendruck für Rollstuhlfahrer zu öffnen sind. Und nun frage ich in die Runde: welcher Idiot baut 2008 Einkaufszentren mit Arztzentren in die nur ein Teil von Patienten gelangen kann? In der Praxis dann übrigens eine rollstuhlgerechte Behindertentoilette. Was bei dem Zugang ein Witz ist. Aber immerhin.

Nun, ich sprach da heute frech vor in meiner Verzweiflung und wissend, dass neue Praxen bei solchen Fällen noch recht flexibel agieren. Legte Krankenkassenidentifikationsplastik und zehn Euro auf den Tisch, erklärte ich sei weder Allergikerin, noch Bluterin und auch sonst recht guter Dinge. Dann erklärte man mir, das man mir bei bestimmten Füllmethoden Geld abknöpfen würde, ich durfte ins Wartezimmer und keine zwei Seiten in der „Gala“ geblättert später, wurde ich in den Raum mit der Laserstation gebeten. Dort bekam ich einen gelben (!) Spuckbecher an die Seite gestellt, einen fliederfarbenen (!!!) papiernen Sabberlatz umgehängt und ich ließ zum Dank den freundlichen jungen Zahnarzt meinen Mund untersuchen. Der fand die Zähne sonst top in Ordnung, konnte kaum glauben wie alt der ganze Kram schon war, entfernte ein bisschen unsichtbaren Zahnstein, weil die Kasse dafür bezahlt und fragte dann, ob er das mit der Blombe denn auch gleich machen sollte? Ich erklärte meine Idee, genau deswegen auf seinem tollen Behandlungsstuhl mit Blick auf die Kneipe Karat24 und S-Bahn zu liegen und dann ging es nach kurzer Preisverhandlung – er bot mir Überweisung an, die kleine Mieze in weiß kurz vor der Herzattacke Zahlung bar oder mit EC-Karte, da ich nie elektronisch bar zahle, deutete ich einen kurzfristigen Bankgang nach der Behandlung an, weswegen die Mieze mit nun echtem Herzkapser zurück an den Tresen schlich – zur Sache. Eine Spritze verneinte ich (unglaublich, faszinierend, noch nie dagewesen, ich selber kaum glauben könnend) tapfer, obwohl er sagte, es könnte ein wenig weh tun, weil doch ein klein wenig Karies unter der Ex-Füllung sei und dann bohrte er ein bisschen. Zu wenig.

Als er meinte, das wäre es, fragte ich, was denn mit dem Rest der Füllung sei? Denn den konnte er nach so wenig Bohrarbeit nicht entfernt haben. Er tat so, als hätte der den nicht bemerkt und meinte, nachdem er ihn dann doch gefunden oder zumindest als solchen identifiziert hatte, man würde das üblicherweise aufbauen. Da ich aber – für das Geld sowieso nicht – keinen Bock auf Aufbauarbeit hatte und schon mal gar nicht, wenn sich unter dem einen Teil des Zahnes etwas Karies befand, orderte ich mutig für's Geld noch eine Runde Bohren mehr und dafür ordentliche Sanierungsarbeit. Denn was Füllreparaturmethoden angeht, von deren mangelhaften Erfolg überzeuge ich mich seit Jahren im Berliner Straßenbau. Weiterhin ohne Spritze. Was mich das eine oder andere Mal ‘ne Runde Zuckungen spendieren ließ. Aber da ich seit 15 Jahren keinen Bohrer mehr in Aktion erlebt hatte, nur diese Reinigungsutensilien bei der Prophylaxe, dachte ich heute schlicht ein Anrecht auf das Vergnügen „Bohrer meets Nerv“ zu haben.

Dann gab es eine künstlerische Kunststoff-Installation in meinem Mund mit dem Namen „Charisma“. Mit mehrfachen Schichten und fröhlichen Aushärtevorgängen. Hier und da durfte ich mit dem gelben Spuckbecher spielen. Nachdem ich meinte, das sei noch etwas rauh auf dem Zahn, gab sich der Doc noch mal ordentliche Mühe im Feintuning und ich durfte von dannen schleichen. Mit einem Termin im November zur Prophylaxe, damit meine neuen Freunde in Gründung gleich nächsten Monat noch einmal etwas von mir haben.

Und weil der Tag dann eh schon gelaufen war, ging ich gleich zwei Etagen tiefer zum Haare schneiden. Da kam ich in der „Gala“ auch nur bis Seite sieben.

2009-10-03

merde alors!

44
+ 1 Tag
- 1 Blombe

Das fängt ja sensationell an!

Heute ist …

der Tag, den mir die Kohl-Regierung geschenkt hat, damit ich (und meine Freunde, also Gäste) nach meinem Geburtstag, wann immer es später wird, ausschlafen können. Das fand ich nett. Viel mehr Nettes fällt mir zur Kohl-Regierung gerade nicht ein. Was nicht heißen soll, ich würde rein gar nichts finden, würde ich suchen wollen.

Der Tag der Tage ist der 9. November und dabei bleibt's bei mir. Bis heute habe ich nicht verstanden, warum man nicht diesen 9. November feiern wollte auf ewig. Viele haben es mir erklärt, ich vergesse das immer wieder, dann können die Gründe nicht allzu verständlich sein.

Egal. Feiern muss man wann immer sich die Gelegenheit gibt. Und sich freuen! Denn nur darum ging es ursprünglich in der Hauptsache bei dieser Einheitsgeschichte: um Freiheit und Freude!

2009-10-02

Bitter.

Nur noch 364 Tage bis zur



Mein Vater wurde nur 47 Jahre alt, mir ist das alles gerade sehr komisch.

2009-10-01

Wettertwittern

2009-09-30

Krankenhäuser …

sind üblicherweise Orte in denen Menschen mit chronischen oder akuten Erkrankungen behandelt werden und im günstigsten Fall geheilt, zumindest wieder halbwegs hergestellt, entlassen werden. Dann gibt es die Notaufnahmen. Das sind Orte in denen Menschen behandelt werden sollen, die akut erkrankt sind. Ein hoher Prozentteil der Menschen, die unvermittelt – mit einem Krankenwagen – in die Notaufnahme eingeliefert werden, sind tatsächlich lebensgefährlich erkrankt. Schlaganfall, Herzinfarkt, schwer verunfallt, was es noch alles gibt. Es geht also um Leben und Tod, die Teams sind hoch spezialisiert, in Kliniken in Großstädten müssen sie je nach Auftragslage Menschenleben im Akkord retten können. Notfallmedizin ist eine sehr teure Form der Medizin.

Gestern war Themenabend bei vox. Die stern TV-Reportage berichtete über das Oktoberfest und die bekannte Tatsache, dass dieses Fest seinen Sinn primär in dem übermäßigen Genuss von Alkohol zu haben scheint. Spiegel TV extra berichtete im Anschluss über das Trinkverhalten von Jugendlichen in Deutschland und den Konsequenzen für sie und uns, die Allgemeinheit.

Eine dieser Konsequenzen bedeutet – und man berichtet hier von steigenden Zahlen in einem erheblichen Ausmaß – Einweisungen dieser Jugendliche mit Notfallwagen in die Notaufnahmen der Kliniken. Sind diese nämlich beim Komasaufen noch nicht ins Koma gefallen, melden die Organe nicht mit allen Notsignalen, die sie senden können, dass sie die aktuelle Vergiftung nicht mehr geregelt bekommen, dann sind die Jugendlichen zumindest vorher gerne eine Gefahr für sich und von anderen in diesem Zustand. Ab einer bestimmten Menge des Alkoholkonsums muss man bei ihnen von einem das junge Leben gefährdenden Zustand ausgehen und so kutschiert man man die Suffköppe exklusiv bei Bedarf mit Blaulicht in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Anstatt sie in die nächste Polizeiwache zu verfrachten, wie man es mit den Kandidaten älteren Jahrganges zu tun pflegt, die dort hinter einer Stahltür ausnüchtern dürfen.

Man legt den Jugendlichen, natürlich auch den Anderen, die sich durch Zugabe nichtkörpereigener Substanzen in lebensgefährliche Zustände manövriert haben, gerne über die erste Nacht, in der sie ausnüchtern, eine Windel an. So erspart man den Patienten, dass sie in ihrem eigenen Ausscheidungen im Bett liegen müssen, da sie im fortgeschrittenen besoffenen Zustand weder Kontrolle darüber, noch über ihre Beine haben, die sie sonst zum öffentlichen Ort geleiten würden. So möchte man das Pflegepersonal der Klinik schonen, als auch die anderen Patienten im Zimmer, die neben den krakelenden Besoffenen schlafen möchte, um tatsächlich schwer krank eine Chance auf Gesundung zu erhalten. Die Krankenschwester in dem Beitrag, die vorher mit einem Riesenteam versucht hatte einen völlig betrunkenen, ausrastenden und schreienden jungen Patienten zu fixieren und nur noch sarkastisch anmerkt, sie hätte mit der Pflege den falschen Beruf gewählt, hätte besser Polizistin werden sollen, erzählt auch, das sei den Patienten schon am nächsten Tag etwas peinlich in einer Windel aufzuwachen.

Ein Krankentransport. Wenn unter Blaulicht, passiert dieser mit dem Risiko, dass zwei bis drei Angestellte verunfallen hätten können, ein Team der Notfallaufnahme, eine Komplettreinigung dieser Aufnahme, ein Bett, Unterbringung, Medizin, Betreuung – das sind eine Menge Kosten für ein „es ist ihnen auch schon mal peinlich in einer Windel aufzuwachen.“

In unserem Gesundheitssystem, das als eines der besten dieser Welt gilt und somit ein teures ist, wird gespart. An allen Ecken. Auch wir Patienten müssen das tun. So gibt es Patienten, die aufgrund ihrer schweren, meist chronischen und mitnichten selbstverursachten Krankheit auf Inkontinenzprodukte angewiesen sind. So mancher Patient muss in Deutschland bei seiner Krankenkasse hart dafür kämpfen, um die ausreichende Menge an Windeln für seinen täglichen Bedarf zu erhalten. Im Fall unserer Suffkowskis wird sie ihnen im Rahmen der Behandlung ins Bett gelegt. Genau wie die teure medizinischen Behandlung im Krankenhaus, die zahlt ja die Krankenkasse. Wir zahlen.

Mittlerweile bin ich bei solchen Härtefällen auch für die ultimative finanzielle Härte. Behandelt diese Jugendlichen bitte als Privatpatienten, lasst sie ihren Auftritt und dessen Konsequenzen selbst bezahlen. Einfach damit sie lernen, was ihnen der suffbedingte Totalausfall künftig wert ist.

Zur Strafe dafür, dass sie mit ihrer Fun-Scheiße medizinisches Fachpersonal, Raum und Material in dem Moment ihrer Behandlung für andere schwer kranke Menschen blockieren, die ihren lebensbedrohlichen Zustand nicht selbst vorsätzlich verursacht haben.

Dyskalkulie auf Schwedisch



Wenn Du drei Billysss kaufssst, bekommst Du den dritten Billy umsonsssst. Dasss ist wie sssechs Eier kaufen aber nur fünf heile nach Haussse bekommen.

2009-09-29

Simon's Cat

2009-09-28

Das sind Dramen …

die passieren schon mal.

Das passiert schon mal, dass sich in 18 Monaten 24 Mitarbeiter eines Unternehmens selbst richten? Da sollte der gute Chef der France Télécom aber mal gut aufpassen, dass ihn nicht noch einer der nächsten Selbstmörder einfach mal mitnimmt, bei so einer unsensiblen Klappe.

rette deine freiheit.de



Kann man sich getrost angucken. (via don dahlmann)

Ich bin schuld!

Fürchte ich. Ich habe bei der diesjährigen Grünen Woche in Berlin einen FDP-Kugelschreiber vom Infostand mitgenommen. Ich tat das übrigens ohne mich informieren zu lassen. Auch gab ich den Stift bei nächster Gelegenheit offensiv als Geschenk weiter (so offensiv, dass ich erst beim vierten Versuch einen Abnehmer finden konnte.) Nun treibt mich die Angst um, dass meine Stiftmitnahme diese Leute so übermäßig motiviert haben könnte, dass sie letztendendes so viele natursatte Wähler einsacken konnten. Und ich habe bis jetzt nicht begriffen, womit die Wahlkampf gemacht haben.

Nun, jetzt haben wir die Abwechslung. Habt Ihr gestern einen Blick auf das johlende Fußvolk bei den Live-Mitschnitten aus dem Konrad-Adenauer-Haus werfen können? Mann, o mann, oh mann.

Ich habe Wahlkater, ganz schlimm.