2009-09-12

Rollator-Klau

als ich diesen Artikel in der taz heute gelesen habe, zum Thema organisierter Rollator und andere medizinische Hilfsgeräteklau, habe ich zuerst gedacht, das ist ein Aprilscherz.

Ist es nicht.

Da ich noch aus der Erfahrung von meiner Mum weiß, was es für Leute, die auf solche Hilfsgeräte angewiesen sind, wenn der Rollator nur einmal defekt ist, möchte ich ein wenig diese Menschen, die kranken Leuten solches Leid und finanzielle Kosten zufügen, ein klein wenig hässlich verfluchen. Einfach mal Bein ab …

Mal wieder, weil immer dringender notwendig wird …

und weil es die letzte Großdemonstration vor den Wahlen sein dürfte:



Beginn heute, 12.09.2009 15:00 Uhr vor dem Potsdamer Platz.

2009-09-11

Die guten Dinge im Leben …

Kreuzberger Balkone. Wenn sie geschmückt sind …

Der Ollerum …

bloggt und twittert.

2009-09-10

Film-Food

60 entbeinte Hühnchen für eine Szene in Julie & Julia: Times-Artikel zu Food-Fotografie in Hollywood-Produktionen.

Stimmt.

„Die wirklich starken Menschen sind freundlich. Grausam sind nur die Schwachen.“

Sebastian Horsley

2009-09-09

Es gab mal eine Rechtschreibreform,

dann gab es eine Rechtschreibreform dieser Rechtschreibreform. Hier nun die Rechtschreibreform der Rechtschreibreform von der Rechtschreibreform vom … Media Markt:

2009-09-08

Am allermeisten ärgert mich …

an unseren Politikern, dass sie uns und dieses Land ständig daran hindern, fortschrittlich zu sein und innovativ zu handeln, modern zu leben und dass sie unsere hart erarbeiteten Wettbewerbsvorteile wie ehemals führendes Land in Umwelttechnologien oder ein vormals großartiges Bildungswesen einfach so vor die Wand fahren. Selbst wenn alle anderen Länder vormachen, wie es besser geht: Deutschland blockt dumm und bräsig ab.

Dabei sind sich unsere Politiker nicht mehr zu schade, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Auf ziemlich breiter Linie.

Hähä …

das wird ein für den Verlag teures, erfahrungsreiches, Endeffekt vorhersehbares Experiment.

Das Geld können die eigentlich auch gleich an einen karikativen Zweck durchreichen. Da wäre das sinnvoll angebracht.

2009-09-07

Wozu Wildschweine sonst noch gut sind …

Frau Pepa, sehen Sie an diesem schönen südfranzösischen Bekleidungsaufhängeutensil:



Rustikal, in der Tat. Aber so … praktisch!

Oh je, …

und kommt mir bitte nicht auf die Idee, so sei nur der österreichische Gesundheitsstandard, diese kleinen Erfahrungen von Kelef können auch sehr viele Deutsche schreiben hierzulande.

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2009-09-06

Mitbringel … oder wenn man eine an der Waffel hat!

Ein Grund, warum ich gar keinen Geschirrspüler haben möchte, ist meine sehr tiefe, fast leidenschaftlich zu nennende Zuneigung zu Geschirrspülmittel. Ich denke, mein besonderes Verhältnis zum schäumenden Chemiewerkzeug lässt sich logisch damit erklären, dass ich der Generation „Pril-Blume“ entsprungen bin. Ich habe mir damals nicht nur bei der Erstausstrahlung von Raumschiff Enterprise Sonntag nachmittags die Milchzähne gezogen (der Deal zwischen meiner Mum war immer, dass ich eine Mark bekomme, wenn ich dem ekelhaft wackelnden Zahn vor Ende von Enterprise den Garaus mache, weswegen ich wiederum einige Lücken in der Ausstrahlung hatte, was mir das immer wieder gucken dürfen der 100.345ensten Ausstrahlung erlaubt). Nein, ich habe auch Pril-Blumen auf unsere Küchenkacheln kleben dürfen: im Original, versteht sich! Die übrigens bis zum St. Nimmerleinstag dort klebten, denn sie waren erst durch Entfernung der Kacheln restlos abzubauen. Getreu dem Motto: Gut geklebt, für immer geprägt. Was ich also erklären wollte, mein Verhältnis zum Geschirrspülmittel entspringt einer sehr frühen kindlichen Prägung und deswegen prallen Sprüche wie „aber ein Geschirrspüler ist doch viel umweltschonender“ eiskalt an mir ab. Das Argument zählt sowieso nicht, ich spüle nämlich nicht unter dem laufenden Wasserhahn. Was die allermeisten Hausfrauen, die ich im Besitz des elektronischen Automatismus kenne, mit ihrem Geschirr nämlich doch immer noch tun, bevor sie es in den Spüler stellen! Ha, was haben da doch die Wasserwerke gelacht! Kurz und gut, ich habe einen Crush auf Geschirrspülmittel und das Angebot und dessen visionäre Entwicklung betreffend, sind die Franzosen einfach ungekrönte Meister. Es hat noch keinen Frankreichurlaub gegeben in dem ich mir nicht Geschirrspülmittel mitgebracht hätte. (Ich möchte mich an dieser Stelle für das Verständnis meiner Mitreisenden über die Jahrzehnte herzlich bedanken!) Das ist so … uncool, dass ich nie darüber schreiben würde, noch es zugeben würde. Aber ich tue es, ja, ich exportiere Geschirrspülmittel in kleinen Mengen! Mit Begeisterung! Und ich liebe die französischen Duftdesigner! Wusstet Ihr, dass bevor hierzulande Palmolive mit Limetten-Geruch auf den Markt kam, die Franzosen das schon zehn Jahre länger im Angebot hatten? Abwaschwasser mit Limetten-Geruch, das ist so bonfortinös! Habe ich mich gefreut und führe es fortan im Dauerbestand. Kommt es bei Geschirrspülmittel (bei Weichspüler bin ich wiederum grundsätzlich und absolut contra gegen alles, um es mal ausdrucksstark doppelzumoppeln) zu völlig sinnlosen Marketingofferten, bin ich völlig offen und generell hirnlos in der Akzeptanz. Ich meine, Lavendel-Duft? Fliederfarben? Das ist so bescheuert … aber ich will nun mal partout keine Mottenlöcher im Geschirr! Die einzige Ausnahme: Apfelgeruch. Eine ebenfalls frühkindliche Shampoo-Prägung, das finde ich ultraeklig. Da hilft es nun auch nicht weiter, dass man im Marketing vom „Granny Smith“ weg wieder hin zu den altgedienten Apfelsorten wie „Roter Boskop“ oder „Ananas Renette“ für die Flasche textet – stinkt alles unerträglich nach künstlichem Apfel. Und bei Apfel bin ich nicht zu belügen. Der verehrte Leser möge beachten, dass ich passend zum Thema die Fotos ohne technische Notwendigkeit in 1600-ISO anfertigte, es wirkt so schön nostalgisch, das Korn. Die Tradition will es also, dass ich in Frankreich lande, mich mein Weg zum nächsten Supermarkt und dort nach Besuch der Kühl- und Käsetheke direkt weiter zu den Reinigungsmitteln führt: das neue Geschirrspülmittelangebot bestaunen und beschnuppern, dann einkaufen. Mein Pflichtprogramm, denn der nächste Abwasch kommt bestimmt. Abwaschen per Hand mit einem neuen Geschirrspülmittel … das ist so eine spirituelle Erfahrung (hust, jetzt übertreibt ‘se aber)! In diesem Jahr konnte ich einen neuen Trend in Frankreich ausmachen: zurück zum Purismus als auch zur futuristischen Moderne. Der Trend geht visuell wieder zum Schmierseifenlook getarnt als Olivenpflege der südfranzösischen 70iger Jahre oder zur Klarheit der spanischen Molekularküche: unschuldige Mandeln (allergiefrei, hihi, erzähle das mal einem Nuss-Allergiker) ganz transparent, das David Hamilton-Spülmittel unter den Spülmitteln, weil so weich gezeichnet im Geruch. Irgendwie freue ich mich schon auf die neue Edition der kommenden Saison, dann wird wohl endlich mit der klaren Frische der Buttersäure geworben. Hach und dann die giftgrünen oder perversblauen Spülmittel der neuen Generation: mit eingeschlossenen total gut sichtbaren Sauerstoff-Aktivperlen! Da habe ich mich aber nicht mehr getraut zuzuschlagen, denn meine mitreisende Begleitung dieses Jahr hielt mich eh schon für völlig durchgeknallt. Aber falls demnächst jemand in Frankreich weilen sollte, das futuristische Geschirrspülmittel der Moderne fehlt mir ja jetzt doch in meiner Sammlung. So tolle Blasen … machen das Geschirr bestimmt total aktiv und beschleunigen den Spülprozess bestimmt um 0.02 Millisekunden!

kuh-content

hier

2009-09-04

People of Wal-Mart

Don Dahlmann twitterte gerade diesen wundervollen Link der schönen Fotos rund um Wal-Mart-Kunden.

Falls Getränk während des Anguckens verfügbar, bitte Screen und Tastatur vor Feuchtigkeit schützen.

Gestern …

habe ich tolle Dinge gesehen: zum Beispiel das Autoauspuffrohr in unserem Hausmüll abgegeben. Schön säuberlich in die gelbe Tonne sortiert. Na gut, die Altpapiertonnen waren auch gerade nicht am Platz.

Bei Aldi gab es dann endlich wieder Glühwein satt. Wir schreiben den 4. September 2009 und ich muss erschreckt ins Logfile schreiben, dass mir bis heute noch keine Lebkuchenherzen feil geboten wurden.

Aber dieses Jahr habe ich auch vorgesorgt, ich horte noch zwei Packungen Dominosteine vom letzten Jahr!

2009-09-03

Mehr Biss

Es gibt Krankheiten und gar nicht so wenige, in deren Folge oder als Nebenwirkung der Medikamentation der Patient mit dem Verlust seines Zahnapparates rechnen muss. Das ist zum Beispiel bei Diabetes Mellitus der Fall. Parodontitis ist ein Symptom dieser Erkrankung und ein schlecht eingestellter Diabetes kann zu Knochenschwund führen, davon ist auch der Kiefer irgendwann betroffen. Bei den HNO-Carzinomen, Krebserkankungen im Hals-, Mund- und Nasenbereich, kommt es aufgrund der Bestrahlungstherapien bei Patienten häufig zur Notwendigkeit sich alsbald mit den „Dritten“ auseinanderzusetzen. So werden zum Beispiel Kehlkopfkrebs (Larynxcarzinom) oft „prophylaktisch“ die Zähne vor der Bestrahlung gezogen. Ein Grund dafür ist, wenn es nach der Bestrahlung zur Notwendigkeit kommt einen oder mehrere Zähne zu extrahieren, eine Wundheilung in diesem Bereich für einen langen Zeitraum nur sehr langsam oder gar nicht stattfindet. Übrigens kann plötzlicher Zahnverlust im Alter infolge von Paradontose auch ein Indikator für eine bevorstehende kardiovaskuläre Erkrankung (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) sein. Das Zwischenspiel Zahn zum Rest des Körpers eines Menschen, ist ein intensives.

Nun mag man glauben, dass Patienten, wenn sie mit einer solchen Krankheit, ihrer nicht angenehmen Behandlung, ihren Nebenwirkungen leben müssen, kommt es in deren Folge zum Zahnverlust und der Notwendigkeit eines Ersatzgebisses, sie hier von ihren Krankenkassen 100%ig unterstützt werden und nicht die üblichen Zuzahlungen verlangt werden. Denn die Behandlung hat ihren Ursprung nicht darin, dass sie ihre Zähne nicht gut gepflegt hätten – sie können nichts für die Notwendigkeit dieser Therapie. Unter anderen Umständen hätten sie ohne die Therapie ihre Zähne ein Leben lang behalten.

Schön naiv geglaubt! Habe ich übrigens bis Anfang dieser Woche auch getan. Dann habe ich Menschen getroffen, die nach ihrer Kehlkopferkrankung, die Übernahme der Kosten für den Zahnersatz erst langwierig und schwierig einklagen mussten. Meist bekommen sie (noch) übrigens Recht – vorausgesetzt, sie haben das Glück das Urteil noch zu erleben. Für selbstverständlich jedoch halten viele Krankenkassen in Deutschland die Übernahme dieser Kosten nicht! Sie müssen das tun, nur ist für den Patienten der Umstand oft schwer beweisbar (falls er von solchen gesetzlichen Regelungen überhaupt Ahnung ha).

Und noch ein kleiner Insider aus der wundervollen Welt unserer zahnärztlichen Krankenversorgung: Patienten, deren Erkrankung oder die Behandlung dieser Erkrankung mit einem zusätzlichen Symptom namens Parodontitis oder einer Parodontose daher kommt, erhalten üblicherweise eine Parodontosebehandlung. Auch hier möchten sich die Krankenkassen gerne der Kostenübernahme verweigern, weil die Diagnosen ihrer Meinung nach nur bei ungenügender Pflege der Zähne gestellt würden. Das stimmt nicht, es gibt sehr viele Gründe für eine Parodontitis, für die ein Patient überhaupt nicht verantwortlich ist. (Wünscht er allerdings den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen, wird ihn die Kasse dabei nicht unterstützen.) Die Kasse übernimmt die Kosten für die Behandlung nur bei einer bestimmten Taschentiefe ab, so ab 3,5 mm hält sie es für nötig dem Patienten finanziell unter die Arme zu greifen, denn dann geht es dringend um den Zahnerhalt. Das wiederum heißt, dass Patienten, die aus den offensichtlichen Gründen sich mit diesen Erkrankungen chronisch auseinandersetzen müssen und regelmäßig zur Zahnreinigung als auch Parodontitisbehandlung gehen, müssen sobald diese Behandlungen Wirkung zeigen und sich die Zahntaschentiefe als positives Ergebnis wieder verringert, für die Behandlung selber gerade stehen.

So oder so steht vor einer Parodontisbehandlung immer die sogenannte professionelle Zahnreinigung (PZR). Diese ist eine IGeL-Leistung, eine individuelle Gesundheitsleistung, deren Kosten werden grundsätzlich nicht von der Krankenkasse übernommen. Tricky: empfohlen wird die PZR zwei Mal im Jahr, will man die Kosten für die Parodontitisbehandlung übernommen bekommen, muss man sie mindestens drei Mal vornehmen lassen. Schließt sich der Kreis bei den schwerkranken Krebspatienten, die sich einerseits mit ihrer Kasse um den Zahnersatz streiten müssen, andererseits, wollen sie ihre Zähne erhalten, drei IGeL-Leistungen im Jahr in Anspruch nehmen müssen. Für die sie selbst zu zahlen haben, damit sie an einer weiteren Zahnbehandlung teilnehmen können – für die ihre Haupterkrankung die eigentliche Ursache ist! Thrombosen, Blutgerinsel, gehen oft mit einer Krebserkrankung einher. Patienten erhalten daher in der Therapie Blutgerinnungsmittel. Onkologen und Kardiologen werden somit von einer Behandlung, die nicht zwingend lebenserhaltend notwendig ist aber möglicherweise mit Blutungen einhergeht (das tut die PZR im Allgemeinen) abraten müssen. Keine PZR, keine Parodontosebehandlung auf Kosten der Krankenkasse. Das nennt man von hinten dem Patienten ins Portemonnaie geschossen.

Kann sich jeder Patient die in Folge seiner Krankheit entstehenden zusätzlichen Kosten leisten? Üblicherweise muss er eingeschränkt von Krankengeld oder Rente leben und schon die primäre Erkrankung bringt ein gesundes Maß an Nebenkosten mit sich für manche Behandlung, an der man sich wenigstens teilweise zu beteiligen hat.

Was bleibt als Rat für den Patienten: zunächst einmal sollte er sich im Vorfeld informieren, wenn der Arzt eine Diagnose erhält, mit welchen Nebenwirkungen man ggf. bei dieser Krankheit aber eben auch unter ihrer Behandlung rechnen muss. Im Anschluss sollte direkt zum Zahnarzt gehen und sich seinen Zahnstatus auf den Tag festlegen lassen. Nötigenfalls mit einer Röntgenaufnahme. Sich den Befund schriftlich geben lassen, damit im schlimmsten Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung problemlos dargelegt werden kann, was an Verschlechterung nach Erkenntnis der Diagnose eingetroffen ist und somit auf im Streitfall diese sehr wahrscheinlich zurückgeführt werden kann. Selbsthilfeverbände können sehr gut beraten!

Und am Allerbesten: gesund bleiben!

Ich schätze mal …

so knappe sechs Monate noch, dann werden die ersten Meldungen von Angestellten in die Öffentlichkeit getragen werden, die seit Monaten finanziert Kurzarbeit machen und trotzdem längst wieder 40 Stunden arbeiten, weil dennoch Kündigungen ausgesprochen wurden und die, die übrig bleiben vor Angst, dass es sie selbst trifft, deren Arbeit übernehmen ohne zu murren.

Der Unternehmer indes haut sich ins Fäustchen, weil's bei ihm womöglich schon wieder rund läuft und die Bilanz 2010 die Bilanz seines Unternehmens werden dürfte.

2009-09-02

Four Solaire

An einem schönen Tag im Urlaub haben wir uns aufgemacht in die Cerdagne, in ein Gebiet der Ostpyrenäen, zu reisen. Eigentlich Skigebiet, im Sommer natürlich sehr grün angelegt und eine Region Frankreichs, wo die von mir sehr geschätzten typischen Steinhäuser Südfrankreichs verschwinden und zu alpinen Skihütten mutieren. Auch wenn die Anfahrt wirklich wunderschön war, uns durch sehr hübsche Ort, auch interessante verlassene Orte führte, gefiel es mir dort eher nicht. Das ist nichts gegen die Landschaft, ein rein persönliches Empfinden – ich bin nicht so sehr die Skimaus und das drumherum war mir … nicht mehr südfranzösisch genug. Also so, wie ich das mag.



Aber in einem Ort, in Odeillo, steht ein Solarkraftwerk, das Größte seiner Art in Europa. Das Four solaire. Die 1969 (!) in Betrieb genommene Anlage dient primär Forschungszwecken auf dem Gebiet der Solarenergiegewinnung. Eine imposante Installation! Da steht ein riesiger Hohlspiegel in der Landschaft in dem sich das gegenüber liegende Felsmassiv, die Sodane spiegelt.



Und vor ihm sind 63 bewegliche Planspiegel (Heliostaten) installiert, die die Sonnenstrahlen auf den 2000 qm großen Hohlspiegel werfen, dessen Spiegelfläche aus 9130 kleineren konkaven Spiegelelementen besteht.



Die so gebündelte Sonnenenergie befeuert einen in dem Temperaturen von mehr 3200 Grad Celsius erreicht werden können. In Four solaire werden feuerfeste Stoffe untersucht, die starken Temperaturschwankungen, wie z. B. in der Raumfahrt oder im Einsatz von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen, eingesetzt werden. Drum herum auf dem Gelände stehen natürlich nette, sich nicht mehr im Betrieb befindliche Gerätschaften aus dem Forschungsbetrie.



Und im Forschungszentrum selbst informiert eine kleine Ausstellung über die Forschungsarbeiten, die unterschiedlichen Energien – übrigens mit Informationsfilm, der in mehreren Sprachen gezeigt wird, auch in deutsch. Die Ausstellung fand ich lustig. Sie dürfte mit eine der ersten Ausstellungen gewesen sein, in denen die Franzosen (die darin Vorreiter waren) auf multimediale Weise informiert haben. In einem Bereich der Ausstellung haben sie Fotos aus dem Weltraum von dem Hubble-Teleskop angefertigt in groß aufgezogen: die Galaxie wundervoll visualisiert. Da ist mir einmal mehr klar geworden, dass wir nicht immer nur für's Web fotografieren sollten. Fotos gehören manchmal wirklich ausgedruckt: in groß!



Leider hatten wir an dem Tag kein so schönes Wetter vor Ort, auch mit Regen. Strahlend blauer Himmel in so einem Hohlspiegel macht sich auf Fotos natürlich deutlich besser …



An dem Tag trafen wir übrigens die toteste Forelle, seit es tote Forellen gibt. Aber von ihr erzähle ich ein anderes Mal …

2009-09-01

Fetzen

Heute früh, sehr früh, viel zu früh, unmenschlich früh einen Hummer gesehen. Er kämpfte sich so durch das Gelände, mehrachsig, schwer arbeitend, wahrscheinlich den Vierrad, Vielrad, Daniel Düsentrieb und was weiß ich was noch für Antriebe auf volle Schubkraft geschaltet, um dem komplett unwegsamen Gelände der Großstadt Herr werden zu können.

Auf der Stadtautobahn.
In Berlin.

Eben zum Flughafen nach Köln gefahren. Vorher etwas im Stau gestanden. Nichts Schlimmes: es regnet hier nur seit heute Nachmittag wie gewohnt. Herbstlaunen. Sitze nun im Kaffee und langweile mich ein wenig. Kommt eine aufgelöste Frau um die 50 an den Nachbartisch und begrüßt die ehemaligen Reisenden, die sie nicht pünktlich abholen konnte – wegen dem Stau. „Oh mein Gott, ich bin das gar nicht mehr gewöhnt, wir fahren doch sonst nur noch zum Golfclub.“

Heute hatte ich so einen Tag, an dem mir viel und über lange Zeit hart erkämpfte Arbeit von vielen sehr ambitionierten Menschen präsentiert wurde – als das Ergebnis ihrer Arbeit über viele Jahre, in denen sie gegen viel Widerstände entwickelt, gekämpft, durchgesetzt, notiert, analysiert, zurückgespielt, reagiert haben. Zu unserem Nutzen. Von uns allen. Auch von Euch. Euren Eltern. Menschen, die Ihr liebt. Heute hatte ich so einen Tag an dem ich mir angucken musste, wie diese hart erarbeiteten Ergebnisse mit einem Schulterzucken abgetan wurden. Von denen, die jetzt reagieren müssten. In den Arsch getreten haben die den Menschen, Arbeitsbienen, schon etwas früher.

Manchmal mag ich dieses Deutschland nicht.

Natürlich nur eine Phase an einem verregneten Dienstagabend in Köln. Nennen wir es den Köln-Blues. Und immer noch eine ganze Stunde bis zum Rückflug. Ich hätte jetzt gerne mit netten Menschen- und im Grunde auch liebenswerten Katzen-Kontakt. Und warm hätte ich es auch gerne. Am liebsten Decke über'n Kopf.