2009-08-31

Habe darüber nachgedacht …

und zwei Nächte darüber geschlafen. Über die Wahlergebnisse vom Sonntag. Es haut mich schon um, wie eine Partei wie die FDP, die sich insbesondere durch Dummlaberei ihrer Politiker und politischer Nichtpräsenz als auch dem nicht vohandensein einer eigenen politischen Meinung über eine längere Distanz von drei Wochen hinweg bis zur Adoption der neuen eigenen Drittmeinung, einen derartigen Wahlerfolg erreichen konnte. Mit völligem Nichtstun. Einfach nur mit Aussitzen. Und Nachsprechen.

In einer hellen Minute ahne ich, das spricht so gar nicht für den Wähler. Da kann ich womöglich noch froh sein, dass die Anwesenheit der Linken das Schlimmste verhindert haben.

Über den Grünen-Gau schlafe ich dann lieber eine weitere Nacht. Ach und nein, SPD, stimmt nicht. Das war kein Gewinn von Euch. Was Ihr weiterhin macht, ist absaufen auf hohem Niveau! Mit Sieg-Gelabere macht Ihr Euch zudem nur noch lächerlich dabei.

Angstmanipulation, nettes Filmchen bei Feder & Herd

Falls Ihr mal wieder nicht wisst, …

wohin mit Eurem Zug, die Franzosen stellen alles an den Rand ihrer Péage …

2009-08-30

Nishia



meine Nishine, Nishikowski, der kleine niedliche Fellbomber, die coolste Katze überhaupt, entstieg heute nachmittag nach einer gemütlichen Kuschelsession von meinem Bauch, legte sich zum Kater ans Fußende, direkt vor seine Nase, ließ sich von ihm das Fell putzen und dann liebevoll in den Nacken beißen … all das, wovor sie sonst immer bei ihm wegrennt, ließ sie zu, sie forderte sogar freiwillig ein. Das war vor gut fünf Stunden!

Der Kater und ich gucken immer noch blöd.

Unfassbar!

Die haben überhaupt keine Ahnung, was der Impfstoff gegen das H1N1-Virus mit ungeborenem Leben macht – und der Leiter vom Paul-Ehrlich-Institut ruft allen Ernstes völlig unkritisch auf, dass sich Schwangere impfen lassen sollen – weil es bislang keine Hinweise gäbe, dass die Inhaltsstoffe gesundheitlich bedenklich wären.

Klar, ohne Standardtests kann man auch keine Hinweise darauf haben. Nebenbei weiß jeder Mediziner, dass Inhaltsstoffe auf unterschiedliche Menschen (Geschlecht, Alter, Konstitution, Gegenwirkungen bei anderer Medikamentation) sehr unterschiedliche Wirkungen haben können. Selbst wenn die Standardtests vorliegen, weiß man immer noch nichts darüber, wie Föten auf die Impfung reagieren – und das wird man auch nie wissen, weil derartige Tests aus Ethikgründen nicht durchgeführt würden. So wäre es schon schön und würde seiner fachlichen Kompetenz auch besser zu Gesicht stehen, wenn Herr Johannes Löwer sich dann allenfalls auf die wenigen Schwangeren mit besonderem Infektionsrisiko oder aber aufgrund einer medizinischen Disposition besonders gefährdeten Schwangeren, weil dann nämlich Patientinnen, in seiner Empfehlung beschränken würde.

Denn wenn wir dann weltweit einen neuen Contergan ähnlichen Fall haben, will es wieder keiner gewesen sein! Interessanterweise sagt medizinisches Pflegepersonal weltweit eher „nein“ zur Impfung für sich selbst. Darüber kann man ja auch mal nachdenken …

2009-08-29

nee, wat wirklich süß!

dem michael sein flashmob …

Meine Fresse, liebe Presse …

mal ehrlich, wenn einen 77-jährigen Mann das Zeitliche segnet, dann ist das ein zeitlich gesehen recht legitimer Abgang von dieser Welt.

In dem Zusammenhang die olle Kamelle vom Fluch der Kennedys hervorzukramen, das ist nur wieder der Beweis eurer Einfallslosigkeit. Aber die kennen wir ja, insofern geschenkt.

Selbstverständlich ist es bescheuert mit 77 sich von einem Hirntumor aus dem Leben kicken zu lassen. Ich habe mir aber sagen lassen, das sei schon viel jüngeren Menschen passiert. Und die mussten dazu nicht mal aus besonders machtvollen Familien stammen.

Ach, und wenn das stimmt …, dann möchte man ja bestimmte Familiennamen wirklich gar nicht mehr lesen müssen.

Linda ist tot – es lebe Linda!

Wir weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass wir die Samen dieser alten Sorten, die aufgrund der allgemeinen Normierungswut in Europa hin zur lagerungssicheren, eher geschmacksneutralen "Einheitstomate", keine Saatgutszulassung erhalten, nur noch zu Dekorationszwecken für Hobbygärtner verkaufen.

Das sind die kleinen hübschen Klauseln, die ein Online-Shop aussprechen muss, wenn er sich – entgegen der Idee von Lobby getriebenen EU-Hanseln die Pflanzen- und Gemüselwelt auf ein Minimum runter zu regulieren – gerne mit der Vielfalt z. B. alter Tomatensorten auseinandersetzt und seinen Kunden die Möglichkeit eröffnet, dies auch (wieder) zu tun. So werden vom Ingana Shop alte Tomatensorten als Zierpflanzen verkauft.

Da hört man unaufhörlich die Uhr des Regulierungswahns ticken. Die Fünf vor Zwölf hat der Zeiger dabei die längste Zeit bereits hinter sich gelassen. Die EU erklärt ihre Regulierungswut darin, es sei doch im Sinne des Verbrauchers, nur noch Pflanzen vorzuhalten, die Parasitenresistent und möglichst unkompliziert im Anbau seien. Eine idiotische Idee, die so ganz nebenbei ja übrigens Bienen gerade den Garaus macht. Würde man mit Bauern und Gärtnern diskutieren, ob sie Pflanzen in der einfachsten Aufzucht mit dem besten Geschmack hervorbringen würden wollen, würde man eine eindeutige Antwort erhalten. Die brauchen wir Verbraucher aber gar nicht stellen, diese Frage. Wir kennen die Antwort.

Ein sehr schönes Beispiel dieses EU-Irrsinns ist „Linda“. Die Kartoffel, die von Kartoffelliebhabern tatsächlich geschmacklich sehr geschätzt wurde, ist vor drei Jahren vom Markt verschwunden, nachdem deren Rechteinhaber Europlant sie vom Markt nahm. Warum, darüber kann man nur spekulieren. Hilfreich könnten folgende Informationen sein: „Linda“ war unkompliziert zu ziehen, sehr ertragreich und das zu allem Überfluss ohne all zu viel Einsatz von Düngemitteln. Darüber hinaus ließ sie sich lange lagern ohne ihren exzellenten Geschmack zu verlieren. Die perfekte Knolle für Bauer und Verbraucher! Aber seien wir ehrlich: eine Knolle mit solchen marktschädigenden Eigenschaften kann weder Samenvertrieblern noch Düngemittelherstellern wirklich schmecken. Boris Schulz hat das Procedere in seinem Artikel genau beschrieben. Die meisten von Euch dürften sich noch an die Aktion erinnern, denn es gab niemanden, der „Linda“ einmal bewusst auf seinem Teller hatte, der auf diese Kartoffel verzichten wollten – aus einem einzigen Grund: weil sie im Vergleich zu ihren spätgezüchteten Kolleginnen schlicht Geschmack hatte.

Nun aber es gibt Hoffnung, dass „Linda“ wieder zurückkommt. Mit viel Aufwand und viel Geld, Geld das übrigens wir EU-Bürger zu zahlen haben, die wir deren Kommissionen und den Blödsinn, den die oft fabrizieren, ja alle mitfinanzieren. Der Retter von „Linda“: Karsten Ellenberg. Der verkauft Kartoffeln, sein Bauernhof in Barum trägt dabei den schönen Namen „Bioland Bauernhof Karsten Ellenberg“. Ellenberg verkauft Pflanzkartoffeln als auch Speiskartoffeln, online. Dort kann man u.a. „Linda“ kaufen, hier in Deutschland. Wieso das? Ellenberg hatte seinerzeit schon für den Erhalt von „Linda“ gekämpft und als er die Kartoffel in den Gesetzeswirrungen der EU bergab gehen sah, entführte er die Pflanze und zog von ihr Kartoffelproben in England. Dann beantragte er beim britischen Sortenschutzamt die Zulassung der Kartoffel. Die ließen die Sorte prompt zu und somit kommt eine ehemals deutsche Kartoffel als Importartikel von England wieder nach Deutschland auf unseren Acker. Der Tagesspiegel berichtet dazu heute. Offiziell sind natürlich noch einige EU-Behörden-Hürden zu nehmen, aber die Zeichen stehen momentan ganz gut für die neue ex-deutsche-nun-britische Knolle. Lustig im Artikel zu lesen, das abschließende Zitat vom Geschäftsführer von Europlant, Jörg Renatus, „Der Markt hat entschieden“, sagt der und verweist auf den großen Verkaufserfolg der „Linda“-Nachfolgerin.

Nee, mein Lieber! Ein Markt, dem ein Produkt vom Teller aus Profitgier heraus wegreguliert wird, entscheidet nicht selbst. Er wurde nur zum Verzicht gezwungen!

Also noch mal: hier gibt es tolle Tomatensamen von alten aufregenden Tomaten. Die kann man beispielsweise auch verschenken zu Weihnachten und Geburtstagen an Gartenfreunde und Balkonienliebhaber!

Und hier gibt es für den Küchenfreund leckere, seltene Bio-Kartoffeln, kommen per Post ins Haus! Menschen, wie ich, freuen sich übrigens auch immer über einen Tüte gute, leckere Kartoffeln als Mitbringsel – es müssen gar nicht immer Blumen sein!

2009-08-28

Baby

Gestern eine junge Mutter in der S-Bahn gesehen. Jung im Sinne von jung entbunden, im Sinne von Alter war sie offensichtlich längst schon ihren 20igern entsprungen. Das kleine schlafende Etwas, das sie im Tuch vor sich hertrug, von dem wir eigentlich nur ein kleines dunkles beinahe frisch geborenes Köpfchen sahen, dass noch viel kleiner war als nur klein, hatte schon etwas fast zu früh geborenes an sich, so klein. Die junge Mutter indes strahlte. Sie sah sicherlich nicht jugendlich frisch aus, die Haare etwas wirr, die Haut etwas unausgeschlafen. Sie hatte sich den neuen Umständen von Schlafverlust offensichtlich mit Hingabe ergeben. Aber sie strahlte. Aus jeder Pore ihres Körpers, selbst dem kleinen Zeh; jeder ersten Falte, jeder ungelegten Strähne ihres Haares entschlüpfte ihr das mütterliche Glück in Form einer hellen unübersehbaren Strahlerei. Jede Faser ihres Körpers strahlte, hätte ich sie sehen können, hätte ich sogar die Kniekehlen strahlen sehen. Bin mir sicher. Das war der hellste S-Bahn-Waggon, in dem ich je gesessen habe.

Vorgestern ein sehr junge werdende Mutter in der S-Bahn gesehen. Sehr jung. Ein kleines Babybäuchlein im sechsten Monat ungefähr, dazu ein blasses sehr hübsches Mädchengesicht. Sie fasste sich ständig an, richtete träge alle 20 Sekunden ihre langen naturgewellten blonden Haare nach hinten, die zwischendurch gar keine Zeit hatten ihr wieder ins Gesicht zu fallen, fasste sich danach direkt an ihre Kette am Hals, wie in Trance und gähnte. Sie tat das dauernd, in einer ewigen Schleife, ungefähre drei Mal zwischen den einzelnen Bahnhöfen. Sie fasste dabei nicht einmal ihre Bauch an. Neben ihr saß ein sehr junger Mann, hat eine kleine Ratte unter dem T-Shirt. Beide, junger Mann und junge Frau, scheinen zusammen zu gehören. Er unterhielt sie ständig und ohne Pause mit Belanglosigkeiten, er sprach von seiner Ratte, sehr liebevoll wie von einem Baby. Kümmerte sich, ist besorgt, als sie sich einmal erschrickt, weil einem Passagier die Tasche vom Schoß fiel. Sie fahren irgendwohin, offensichtlich um sich Computerspiele abzuholen. Jemand hatte sich nicht ganz legal viele Spiele besorgt. Sie sagte, ein einziges Mal für einen kurzen Moment zum Leben erwacht: „Bin jespannt wat det für Spiele sind, da soll eina 20 Spiele bekommen haben, hat der jesacht.“ Dann richtete sie sich wieder die Haare und suchte nach ihrer Kette.

Vorvorgestern eine junge Mutter mit ihrer kleinen Tochter im Kinderwagen in der S-Bahn gesehen. Ihre kleine Tochter ist vielleicht zwei, knapp drei Monate alt. Ein zierliches Mädchen, sie guckte schon sehr aufmerksam und staunend mit noch sehr blauen Augen in die Runde und beglückt alles, was sie sah, mit lustigen Mundbewegungen und Geräuschen. Als ihre Mama sie, sehr verliebt in ihre kleine Tochter, auf den Arm nahm, rutschte deren Körper schnell wieder zusammen und das Köpfchen sackte immer wieder weg, wenn sie es eine Weile aufrecht gehalten hatte. Sie konnte schon ihrem Alter entsprechend viele Dinge aber noch nichts ganz richtig oder lange. Ich musste daran denken, wie so ein kleines Lebewesen in den zwei Monaten, die es erst auf der Welt ist, die Welt ihrer Eltern ordentlich auf den Kopf stellt und komplett aus den Fugen hebt. Mit unschuldiger Selbstverständlichkeit. Wie sich der Horizont momentan wohl nur um sie drehen wird und alles, was Mama und Papa tun, alleine auf ihr Wohlbefinden abgestellt ist.

Dann musste ich daran denken, wie unfassbar groß das Loch sein muss, das so ein kleiner Mensch in das Leben seiner Eltern reißt, wenn er abends einschläft und morgens einfach nicht mehr aufwacht. Wie unfassbar groß dieser Schmerz sein muss, so ein kleines Wesen abgeben zu müssen, nachdem man es gerade erst so kurze Zeit kennenlernen durfte. Wie unfassbar tief das Loch sein muss in das man fällt, muss man so ein kleines lebenslustiges Wesen nach so kurzer Zeit des Glücks in einen kleinen weißen Holzkarton der dunklen Erde anvertrauen.

Wie unfassbar schmerzhaft und unglaublich.

2009-08-27

Wir sind endlich soweit …

Ab sofort macht uns die Plastikfolie den lecker Käse …



creezy = sprachlos, echt jetzt mal!

Relationen

Experten rechnen 2010 mit 6 Millionen Tabak-Toten“, schreibt Spiegel online. (Im Vergleich sollte deutlich werden, was da gerade für eine üble Panikmache mit der Schweinegrippe abgezogen wird. Vermutlich damit ein paar Chemieproduzenten ihre eher wenig wirkungsvollen, dafür aber mit Sicherheit nicht Langzeit getesteten Impfstoffe auf eine Riesenmenge von Menschen abfeuern können.)

Letzten Montag Report aus Mainz gesehen? Die brachte einen informativen Beitrag zum Thema Zigarettenindustrie und Lobbyismus in Deutschen Parteien:

Das Sommerfest der SPD-Parteizeitung „Vorwärts“. Der Kanzlerkandidat eröffnet den Wahlkampf. Hier treffen wir Ralf Lothert wieder, den Mann aus der Geschäftsleitung von Philip Morris. Warum lädt ihn die SPD ein? Das möchte er lieber nicht sagen. Die Parteizeitung bekommt viel Geld aus der Tabakbranche. Allein für eine halbe Seite im Vorwärts zahlt Reemtsma mehr als 10.000,– Euro. „O-Ton, Uwe-Karsten Heye, SPD, Chefredakteur „Vorwärts“: »Also ich halte das für völlig unproblematisch. Jede Tageszeitung macht das, weil sie nämlich davon lebt und existiert.«

Keine Tageszeitung macht das. Denn seit 2006 ist Tabakwerbung in Zeitungen verboten.


Quelle: ARD, Report aus Mainz: Fragwürdiges Sponsoring –Die Zigarettenindustrie unterstützt großzügig die Volksparteien

2009-08-26

Öh …

rechts ganz viel zu bloggen,
links keine Zeit.

Was'n nun?

2009-08-24

Pizza vom Grill

der ungemein charmante und mit uns auf seinem Blog Rezepte als auch Design-Tipps teilende „Sweet Paul“ Low, der in Oslo geboren in NewYork als Food-Stylist arbeitet, macht nun auch Videos. In seinem ersten zeigt er die Zubereitung von Pizza auf einem simplen Barbecue-Grill …

2009-08-23

Berlin am Meer



Frau Generator, ich finde diesen einen Sonntag haben wir doch bonfortinös gerettet, oder?

Ich möchte an dieser Stelle …

dann doch noch mal meine tiefe Bewunderung all jenen Frauen gegenüber ausdrücken, die es wahrlich diesen ganzen Sommer über geschafft haben, als Fashion-Victims nicht einmal in diesen heißen Tagen bei 34 Grad Celsius einen Rock ohne lange, fußlose, in der Hauptsache blickdichte Hosen darunter anziehen und/oder jenseits der +30 Grad immer schön sortiert mit Halstuch doppelt um den Hals geschlungen ihre Außenwelt im Ablick zu beglücken wussten– weil's halt gerade in ist. Egal, ob sie dabei die Motten bekommen oder nicht.

Respekt, Mädels!

2009-08-21

Die Franzosen … (2)

sind gar nicht so. Allenfalls ein bisschen extrem, beispielsweise wenn es um ihre Reinigungsmaterialien geht. Den Urlaub haben wir in einem dieser französischen Ferienhäuser verbracht. Ferienhäuser kann man der Einrichtung und dem Sauberkeitsgrad normalerweise nach zwei Kategorien einteilen. Kategorie 1 steht dabei für „Besitzer wohnen auch hier und da mal im Haus“, dann kann man im Allgemeinen von einer nutzbaren Einrichtung (Küche) als auch einem genießbaren Sauberkeitsgrad der Immobilie ausgehen (Ausnahmen bestätigen wieder die Regel, ich weiß). In der Kategorie 2 haben sich die Eigentümer längst aufgemacht und sind in eine komfortable neue Behausung umgezogen und vermieten nur noch, dann tun sich dem Urlauber gelegentlich die Tiefen der französischen Reinlichkeit auf. In unserem Fall war es ein ganz reizendes Bauernhaus, das ehemalige Elternhaus, dem ein Neubau an die Seite gestellt wurde, mit bonfortinöser Aussicht, viel innerer Holzverkleidung und allerhand rustikalem Schnickschnack. Genutzt nur noch von Feriengästen, also ganz klar der Kategorie 2 zugehörend. In meinem Schlafzimmer befand sich eine ungefähr 100 Jahre alte Teppichauslegware mit dementsprechend alten fiesen Flecken. Ich bin schon von recht rustikaler Natur, bilde ich mir zumindest ein, was gewisse Umstände anbelangt: in diesem Urlaub habe ich mir erstmalig in meinem Leben das Barfußlaufen abgewöhnt. Und ich will unbedingt Barfußlaufen im Urlaub, für mich bedeutet das Freiheit. Frei sein, war also nicht in diesem Urlaub in diesem Haus. Es war an manchen Stellen … schwierig. Die Küche indes war zu beherrschen, blendete man gewisse Ecken und Wände aus. Wo man losgelöst von alter Baufälligkeit und Abnutzung sauber sein konnte, war man das von Vermieterseite aus – der Rest wanderte zunächst in den Geschirrspüler, die anderen Räume wurden eh nicht genutzt. Das Bad dagegen hatte wenigstens eine getrennte Toilette, die war holzverschalt (will man ja auch nicht wirklich) und die Nasszelle selbst wurde auch vor 100 Jahren letztmalig mit Plastikfliesenimitat beklebt, die Ecken war hier und dort recht dunkel, schwarz zu nennen. Typischer französischer Charme eben. Die Toilette war klein (das ist eine viel geliebte hygienische Größe in Frankreich: klitzekleine Toiletten anzubieten und wenn man dann weiß, dass in vielen Bars in Frankreich noch das Gesetz der gemischten Toilettennutzung vorherrscht, dann können sich die geneigten Leser vorstellen, was so richtig lecker ist). Sehr gerne hätte ich einmal auf der Toilette sitzend ein Foto für meine Leser gemacht, wie nahe die Tür vor uns war, wenn man sie dann geschlossen hielt – also wie unglaublich sehr nahe. Aber dazu hätte ich fairerweise ein Weitwinkel benutzen müssen, denn anderenfalls hätte ich bei Euch einen direkten Anfall von Klaustrophobie ausgelöst. Für die Kamera mit Weitwinkel und einer Nutznießerin indes war aber kein Platz auf dem Klo. So klein! Ist man derer Personen recht viele und amüsiert man sich gemeinsam auf nur einer öffentlichen Örtlichkeit über einen bestimmten Zeitraum „x“, will man diese öfter gereinigt sehen. Und so kauften wir bei unserem ersten Einkauf natürlich Schwämme und Putzlappen, denn das ist auch eine besondere Eigenart von Ferienhäusern – man möchte die vorhandenen Reinigungsutensilien eher nur mit der Kneifzange anfassen und Kneifzange war ausverkauft. So griff ich mir eines Tages unerschrocken einen Reiniger, der im Haus in den Restbeständen vieler Reiniger von Vormietern auf seine finale Nutzung wartete. Äußerlich hatte der die Fähigkeit es mit unserem Dan Klorix aufzunehmen, sprach er doch von hygienischer Sauberkeit – auf Französisch, das versteht sich. Als ich dann anfing das Bad zu schrubben und einen kurzen Moment später überlegte, wie lange wohl eine hochgewachsene Frau es in einem so kleinen (unbelüfteten) Raum mit so einer herb-intensiv an Chlor angereichterten Geruchswolke es aushalten kann, ohne pulmonale als auch cerebrale unheilbare Schäden zu nehmen (alternativ überleben kann), war die Welt noch in Ordnung. Etwas später, als mir auffiel, dass der farbige Putzschwamm (Ihr kennt doch diese quadratischen IMMER farbechten Lappen?) im Waschbecken gelassen von seiner Farbe abließ, kam ich ins Überlegen und unkte noch zu mir, ich würde wohl gerade mit Rohreiniger die Örtlichkeit reinigen. Also las ich das Etikett vom Reiniger nochmals durch: er blieb dabei nur ein Reiniger sein zu wollen. Ich reinigte zu Ende, überlegte, ob ich mir wirklich einen so großen Gefallen tue mit dem Zeug ohne Handschuhe zu putzen und vertagte das Ergebnis auf 30 Minuten später: da wollte ich nachgucken, ob meine Hände noch dran sein. Unbeschädigt. Die reisende Begleitung lobt mich kurze Zeit später über die neue Reinlichkeit im Bad, die insbesondere am reinlichen Duft festgemacht wurde. „Ja“, dachte ich so bei mir im Stillen, „dieser Reiniger lässt ja auch nicht viel übrig vom Bad als nur Chlorgeruch.“ Andererseits, wirft man einen Blick auf den Schwamm nach ca. zehn Tagen und vielleicht vier, fünf Reinigungen: War doch gar nicht so schlimm, das Zeug.

Artischocken – Artichaut



Im Urlaub hatten wir zwei Mal Artischocken, zubereitet in gelassener Arbeitsteilung. Artischocken sind ein Gemüse, dem habhaft zu werden, man sich erst einmal von einem „Profi“ zeigen lassen muss. Ich habe es einmal zu Hause versucht, selbst welche zuzubereiten, bin aber damals an dem Freilegen des Herzens gescheitert. So eine Artischocken-Connaisseurin hatte ich glücklicherweise im Urlaub und so gönnten wir uns am Anfang kleine junge Blüten und am Ende noch mal die großen. Die Küchenfee machte die Artischocken, schnitt die Blattspitzen professionell mit minimalem Scherenwerkzeug ab und gönnte den Blüten das lange Bad im heißen Wasser mit Salz und Zitrone – und hatte mich damit (endlich) in die Zubereitungsweise eingeweiht. Meine Zuständigkeit lag in der Zubereitung der frischen Aioli – wir kauften die Eier übrigens frisch vom Bauer gleich nebenan.



Dienstag war ich hier in Berlin auf dem heiß geliebten „Türken-Markt“ am Kotti und schlug beim Artischocken-Angebot zu, denn die begleitende Freundin merkte an, dass sie gar nicht wüsste, wie man diese zubereitet – und was liegt uns Kochbloggern näher als frisch erworbenes Fachwissen als auch mitgebrachten Muscadet mit Freunden zu teilen? Und so ruhten die Blüten in feuchte Tücher eingeschlagen im Gemüsefach bis zur gestrigen Verabredung zum Abendessen. Pünktlich (sie ist so talentiert zu ahnen, wann es Essen gibt) bevor die Artischocken gestern bei einem ersten Muscadet ins kochende Wasser verschwanden, rief Frau Antsche an, ob sie nicht vorbei kommen könne und über Nacht bleiben könnte (und Herrn Micha somit in Ruhe arbeiten lassen wollte). Sie konnte und wir warfen wenig später die heißen Artischocken in die schnell gepackte Tasche mit restlichem französischen Käse, Paté und Wurst, Sekt und Saft und Decke und legten uns bei mir in den (riesengroßen Hinterhof mit viel Baumbestand) auf den Rasen und ließen uns den kühler werdenden Wind über die Haut wehen und genossen so den Abend eines heißen Sommerabends mit viel Lachen, Geschichten und Harmonie – und perfekten ganz unkomplizierten Essen.



Was ein sehr schöner Abschluss war nach einem weniger schönen Arbeitstag. Insofern ein Tag mit schlussendlicher Schönheit, den mir das Leben jetzt nicht mehr rauben kann.

2009-08-19

Kissen in Kurzform

Also: ich kaufte einmal vor langer langer Zeit so zwei große runde Kissen mit schrägen Mustern, als die Dinger damals in rund ganz neu und chic waren. Das eine Kissen warf ich irgendwann weg. Das zweite konnte ich nicht wegwerfen, weil damals meine Katze (Terry) es heiß und innig liebte. Nachdem diese verstarb, konnte ich natürlich zunächst das Kissen auch nicht weg werfen, wegen Trauer und Erinnerung und so … Dummerweise auch nicht, als ich mich ein Jahr später für ein nächstes Tiger-Upgrade entschied. Als dann Nishia und Talytha (damals noch Sissi und Molly) hier einzogen, war es wieder zu spät, weil Nishia das Kissen sofort ungemein toll fand. Toll fand das aber auch Lino, als er hier einzog. Was Nishia nicht doll fand, wiederum sie seinen Kratzbaum ganz gut fand – ergo, da muss irgendein Deal gelaufen sein. Er Kissen, sie Kratzbaum.

Der Kater liebte das Kissen, was ich mittlerweile dann doch ziemlich hasste – zumal der Stoff nach unzähligen Wäschen langsam auch in Fetzen hing (zum Glück kann man Kissen wenden). Also kaufte ich neulich dem Kater bei Ikea ein total schönes Kissen mit einem sehr hochwertigen (für Ikea-Verhältnisse recht teuren) Stoff, das der Kater nicht mal mit seinem Allerwertesten anguckte. Da griff sich das Nishia hier und dort ab, fand es zwar ganz nett, dann aber auch nicht sooo bequem wie ihr altes Kissen (und an der Stelle merkte ich, wie sehr sie ihres wohl doch vermisste).

Dann fand ich diesen grandiosen Stoffladen offstoff in meinem Kiez (Grimmstraße 20, 10967 Berlin), die vornehmlich diese nordischen Stoff-Designs haben aber eben auch neulich so einen entzückenden Monster-Stoff rumliegen hatten, der er mir doch sehr angetan hatte, weil mit Monstern kann ich doch so gut (tat mir immer das Alien leid!), weswegen ich mit der ungemein reizenden Besitzerin von dem Laden ein sehr langes Gespräch über zu dicke Katzen führen musste, weil wir beide viel ein klein wenig Erfahrung auf diesem Gebiet haben und deren eigenen Willen Kissen betreffend und schlussendlich habe ich das Kissen ausgemessen und einen neuen Bezug mit Monster-Stoff in Auftrag gegeben, so mit Reißversschluss und ganz schick. Naja, Monster eben.

Zwischendurch gab es in der Woche bei einem Discounter so viereckige Sitzkissen von denen ich eines für mich (!) kaufte zum auf dem Boden sitzen, was ich ja viel lieber mache als auf Sofas abzuhängen, wozu der Kater aber dann sagte: grandioses, tolles, bestes Kissen für ihn ever und ich solle gefälligst meinen Hintern von seinem Kissen nehmen und warum überhaupt hätte ich ihm so ein Dingens nicht schon viel viel früher gekauft?!



Und mittlerweile hatte die nette Frau fertig genäht und das hat sie sehr sehr schön gemacht und ich habe mich total gefreut als ich den Bezug abgeholt habe und dann habe ich hier das Kissen vom alten Stoff entfloht und den neuen Bezug raufgezogen und mich immer noch total gefreut, weil der Kater jetzt (so kurz vor meinem Urlaub) so ein superschönes schickes tolles Monsterkissen bekommen konnte. Der mich während der Prozedur anguckte, als würde ich ihm gerade das Herz raus reißen …

Und das alte Kissen mit dem neuen Bezug nicht mit dem Arsch anguckt!



Aber Nishia. Und wenn ich ehrlich bin, passen die Monster zu ihr auch viel besser. Somit hat sie ihr Kissen zurück, der Kater hat ein neues und ich habe das Komische von Ikea, das ich auch nicht nehme und Tally liegt sowieso lieber auf irgendwelchen Decken rum. Echte Kissenharmonie in da house. Aber mich fragt ja eh keiner …



Aber das Monsterkissen macht jedes Mal super gute Laune, jedes Mal, wenn ich es sehe!



So tolle Monster!



Echt jetzt mal!

Man, man, man …

man kann gar nicht so viel fressen, wie man manchmal kotzen möchte

Kann® man® jemand® ‘ne® kleine® Applikation® schreiben®, damit® wir® an® jedes® Wort® automatisch® in® Blogs® ein® „®“ hängen® könnend®? Nur® so® zur® Sicherheit®?

Die Franzosen …

die sind ja gar nicht so. Allenfalls sind sie ein wenig extrem, beispielsweise wenn sie deren hohe Kultur der Baguettes vor die Hunde gehen lassen – dann aber auch so richtig! Als ich meinen letzten langen Urlaub in Frankreich verbrachte, das ist gut elf Jahre her, da fingen sie dort an im Supermarkt Baguette zu verkaufen. Schon damals schmeckte es dort nicht wirklich gut. Und spätestens am nächsten Morgen, wollte man das Zeug vom gestrigen Tag noch mal schnell aufbacken, war klar, wo die Qualität im Haus das übergroße Loch für den Ausgang gelassen hatte.



Mittlerweile sind die Baguette-Abteilungen innerhalb der Supermärkte deutlich größer geworden. Dafür machen in den Städten die Boulangerien dicht. Altwürdige kompetente Bäcker müssen ihre hochwertigen holzausgestatteten Verkaufsstände und Bäckereien zuschließen, weil sie mit dem Margenverfall bei gleichzeitig schwindenden Kundenrückgang (Supermarkt, ist doch so bequem, hat man den Parkplatz vor der Tür, das muss man doch verstehen!) nicht mehr mithalten können. Dafür poppen dann hier und dort schicke „moderne“ Bäckerreien hoch, die mit Leuchtschrift Kunden an Land ziehen, wie der Pflaumenkuchen die Wespen und wenn man sich auch als Tourist davon einfangen lässt, dann sitzt man wenig später mit dem schlechtesten Croissant vor seinem Grand Crème, das nicht einmal mehr den Titel „Worst Karlsbader Hörnchen 2009“ verdienen würde.


(Okay, das waren noch die „Guten“.)

Alleine die Unsitte Weißbrot in Brottüten mit Plastik oder aus kompletten Plastik zu verkaufen, damit auch dem kleinsten Hauch von knuspriger Kruste nach 30 Minuten der Garaus gemacht wird.

Ich finde das erstaunlich, weil das Franzosenland in der Außenwelt dann doch als der Weinlieferant und der Baguette-Produzent verstanden wird. Insofern erscheint es mir recht fatal, wenn ich das bessere Baguette und die besseren Croissants dann hier beim Türken um die Ecke in Neukölln bekomme. Zumindest scheinen wir Deutschen, was die maschinelle Produktion von Baguette anbelangt, den Franzosen längst den Rang abgelaufen zu haben. Im Geschmack und Qualität.

2009-08-18

Essen



In der letzten Effilee habe ich den Artikel „Shake the Hands that Feeds You“ gelesen, in denen die aktuellen Bücher von Michael Pollan (USA) und Werner Lampert (Österreich) besprochen wurden. In beiden Büchern geht es um die Entwicklung der industriellen Lebensmittelproduktion, die Konsequenzen für die Landwirtschaft – vor allem für uns und unsere Gesundheit. Als Fazit des schmackhaften Artikels wurde die Empfehlung – so man sich gesund ernähren möchte und/oder abnehmen möchte – um Himmelswillen bloß einen Riesenbogen um Produkte machen sollte, auf denen mit den Worten „Light“ oder „Gesund“ geworben wird, ausgesprochen. Das Buch von Pollan „Lebensmittel – Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn“ habe ich für den Urlaub gekauft und lese es gerade. Das Fazit seines Buches packt Pollan sofort in den allerersten Satz des Vorwortes: „Essen Sie Lebensmittel, nicht zu viel und vorwiegend Pflanzen.“ Wenig später im Buch (an der Stelle, wo sich Polland über die US-Rindfleisch-Lobbyisten auslässt und aufzeigt, was ein gewisser politischer Disput 1977 in den USA für unsere heutige Ernährung für Konsequenzen hatte) schreibt Polland „Sie können also über dieses oder jenes Lebensmittel sagen, was Sie wollen, aber offiziell dürfen Sie den Leuten nicht erzählen, sie sollten weniger von ihm essen, denn wenn Sie das tun, wird die jeweilige Branche Sie mit Haut und Haaren verschlingen.“ Anhand dieser US-Rinder-Lobby-Geschichte macht Polland auch klar, warum wir die unschöne kulturelle Entwicklung genommen haben, heute nicht mehr über Lebensmittel zu sprechen, sondern diese ausschließlich über ihre Nährstoffe zu definieren.



Sehr spannendes, informatives und kurzweilig geschriebenes (Taschen-)Buch zum Thema Ernährung heute, das ich empfehle. ISBN 978-3-442-21872-1 € 7,95

Udo Pollmer ist dem gemeinen Essliteratur-Leser ganz gut bekannt: „Prost Mahlzeit“, „Wer gesund isst, stirbt früher“ sind seine Werke. Pollmer ist Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften, kurz E.U.LE. und somit Herausgeber des Ernährungsmagazins E.U.L.E.n-SPIEGEL, das immer wieder gerne mit denen uns von von der Lebensmittel-Lobby erzählten Ammenmärchen über Ernährung aufräumt. Pollmer ist auch für die Kolumne „Mahlzeit“ (als Text oder Podcast abrufbar, absolute Feed-Empfehlung!) beim Deutschlandradio Kultur verantwortlich. Von ihm aktuell in der Galore (endlich ENDLICH! mit ihren Interviews auch online zu lesen!) ein sehr charmantes Interview zur Ernährung, was uns krank macht, was uns dick macht und wer uns so alles essschädigt, wenn wir es nicht selbst tun. „‘Ernährungsberatung’ ist in erster Linie Gewalt von Frauen gegen Frauen.“ (Beware of the böse Kartoffelschale!)