2009-07-19
Mindestens einen Grund …
warum seine Kinder nie zu Intelligenzbestien erziehen sollte, ist im Weselpower's Blog – Aus dem Leben eines Talentfreien – zu lesen.
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So chinesisches Zeug …

es gibt ja in Berlin chinesische Restaurants wie Sand am Meer. Indes chinesische Restaurants, die richtig ursprünglich kochen, nicht so sehr viele. Neulich bin ich mal wieder durch den Graefekiez gestrichen und an erstaunlich gut aussehenden gefüllten Tellern eines solchen Restaurants vorbei gekommen und dachte bei mir: „Da gehste das nächste Mal auch essen!“
In tangs kantine steht hauptsächlich die Küche Shanghais auf dem Speiseplan, wenn auch es einen gesamtchinesischen Rundschlag auf der Speisekarte gibt, die sich unterhaltsam liest: so hübsche Namen! Tatsächlich wird hier auch Hahnenkamm oder Hühnerfuß serviert. Da … habe ich eine Runde ausgelassen und mich dem gewidmet, was man mir als Dim Sum und später doppelt gebratenes Rindfleisch (Tageskarte) servierte hatte und natürlich auch gut als Hund hätte durchgehen können.
Ich muss sagen: sehr lecker. In Tangs Kantine wird ohne Glutamat gekocht und das schmeckt man. Die Chinakohlblätter die unter den Dim Sums im Bambuskörbchen lagen, waren sicherlich nur zu Dekoration gedacht aber mit Abstand das Netteste, was mir geschmacklich in letzter Zeit ganz unverhofft untergekommen ist. Doch, die Dim Sums konnten mithalten.
Und ich liebe doppelt gebratenes Rindfleisch, eines meiner Lieblingsgerichte an dem man aber auch wirklich sehr viel, wenn nicht alles auch falsch machen kann. Das kann nicht jedes chinesische Restaurant und bei dem Gericht habe ich schon kulinarische Abgründe erlebt. Hier nicht, das Fleisch (hätte vielleicht etwas zarter sein können) blieb geschmacklich bei sich und ließ dem knackigen Gemüse noch seinen Raum. Die Würze ganz eigen und noch nie so gut abgestimmt erlebt, wurde auch nicht von der Schärfe übertüncht. Sehr gut.
Wenn ich mir die Inhalte der Teller auf den Nachbarstischen aus der Erinnerung abrufe, müssen wohl die Schweinerippchen etwas ganz Besonderes sein – beim nächsten Mal. Die Gerichte kosten im Schnitt € 4,– (Vorspeisen) über € 6-7,– für die Tagesgerichte bis zu € 15,–für die aufwändigeren Gerichte. Empfehlung! Zumal man im Sommer auch sehr angenehm draußen sitzen kann im Kiez.
Hoffentlich war es nicht doch Katze!
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2009-07-18
Carin II
Heute ist mir beim Kramen dieses Foto aus analogen Zeiten aus einem Ägyptenurlaub in die Hände gefallen. Zeit, die Geschichte zum Foto zu erzählen.
1992 war so ein Jahr. Meine Oma, die letzte der lieben Großeltern, die geblieben war, starb im Sommer 1992. Im Herbst flog ich nach Ägypten, die Tauchtouristin geben. Dort blieben wir die erste Woche in einem Null-Sterne-Hotel in Hurgadha direkt am Strand und unternahmen die dort üblichen Tagestouren auf's Meer, die letzte Woche hatte unsere Clique ein Segelboot gemietet und wir bewegten uns eine Woche lang draußen auf dem Roten Meer, alleine mit Delphinen, Napoleon Lippfischen, Oktopusse, Korallen, Riffen, blauem Himmel, strahlender Sonne, dunklen Nächten – und einem Tauchlehrer, der nur über dem Klo hing.
Am Strand, dem Strand, an dem mir im Meer beim Rückwärtsschwimmen der Ehering meines damals schon verstorbenen Vaters, den mir meine Mum sehr schön hatte umarbeiten lassen, vom Finger rutschte und in die Tiefen des Meeresgrundes versank, lag in ca. 500 m Luftlinie ein Boot. Ein sehr schönes Boot. Mit viel Teakholz, schnittig in der Form, voller Stolz und dennoch nicht übertrieben protzig. Irgendwie ein sehr trauriges Boot. Auf alle Fälle ein Boot mit Aura. Hier muss ich allerdings erwähnen, dass Boote, sobald sie verlassen wirken oder in einem wrackähnlichen Zustand sind bei mir sowieso immer viel Seele haben, ich habe einen merkwürdigen Bezug zu Booten. Tauchen habe ich nur gelernt, weil ich Wrack tauchen wollte. Während alle damals in den Film „Titanic“ liefen, ging ich lieber zu den Vorlesungen von Robert B. Ballard. Wenn ich also schreibe, ein Boot mit Aura, das mag das meiner subjektiven kleinen Boots-Meise entspringen, möglicherweise hat die Boot aber tatsächlich eine. Verwunderlich wäre es nicht, weiß man um die Geschichte.
Das Boot lag da, wurde von einem Ägypter in typischer weißer Landestracht und einem Kamel bewacht. Wir schwammen einmal in die Nähe des Bootes, lungerten ein wenig in dessen Nähe am Strand herum (man kam nicht direkt vom Strand auf das Boot, einen Anleger gab es nicht) und waren fasziniert von des Bootes Ausstrahlung, seinem Zustand und verstanden nicht, warum so ein schönes Boot dort verlassen vor sich hin schwamm.
Erst als wir in der zweiten Woche in See stachen und auf unserer Segelyacht an dem Boot in Entfernung vorbei fuhren, dem Tauchlehrer es zwar schon schlecht ging, er aber noch grinsen und erzählen konnte, erfuhren wir, dass es sich bei diesem Boot um Görings Yacht, die Carin II, handelte. Die dort komplett restauriert und nach damals neuesten technischen Möglichkeiten umgebaut vor sich hin gammelte und einen Käufer suchte. Wir erinnern uns: für den letzten Umbau war Stern-Reporter Gerd Heidemann verantwortlich, der war kurzfristig mit einer nur kurzen Übergangszeit zu etwas viel Geld gekommen wegen zu falscher Hitler-Tagebücher. Dem deutschen Presseskandal überhaupt, 1983. Das Jahr des „Stern“ – auf sehr unterschiedlichen Niveaus.
Die Carin II, ca. 28 m lang, wurde Hermann Göring 1937 von der Deutschen Automobilindustrie nachträglich zu seiner Hochzeit geschenkt. Gebaut für mehr als eine Million Reichsmark auf der Hamburger Alsterbootswerft Heidtmann. Göring ließ das Schiff auf seine Frau Emmy registrieren, er wollte damit etwaigen Bestechungsvorwürfen vorbeugen. Auf dem Boot wurden nicht wenige Staatsgeschäfte gemacht und politische Entscheidungen getroffen, die Carin II war Görings persönliche Kommandoschaltzentrale. Im Krieg ging das Boot in Berlin-Gatow vor Anker, 1945 wurde es nach Mölln verlegt, wo die Engländer es beschlagnahmten und Prinzessin Elisabeth als Kriegstrophäe umgetauft auf „Royal Albert“ überreichten. Die benannte die ehemalige Carin II nach der Geburt ihres Sohnes „Prince Charles“ um, der auf ihr den einen und anderen Urlaub verbrachte.
1960 wollte Emmy Göring das Boot zurück und die Queen überließ es ihr. 1961 verkauft die Witwe Görings das Schiff an einen Druckereibesitzer für 33.000 Deutsche Mark, der verkaufte an Heidemann für 160.000 DM, der das Boot mit viel finanziellen Aufwand überholen lässt. (Hier ein Interview mit Heidemann über seine Geschichte mit der Carin II und den Plänen von Henry Nannen mit diesem Boot.) Als ihm das Geld ausging, verkaufte er die Carin II an Sandra Simpson und ihren ägyptischen Mann Mustafa für 270.000 DM,–. Seit 1993 versucht die mittlerweile verwitwete Simpson, die behauptet zu Zeiten des Kaufes gar nicht gewusst zu haben, wem das Boot einmal gehört hatte, die Carin II zu verkaufen. Ohne Erfolg. Und mit schlimmen Konsequenzen für das Boot, wenn ich mir dieses Foto angucke. Der Spiegel hat 2004 die Geschichte der Carin II weitergeschrieben. Ich weiß nicht, ob sie mittlerweile verkauft wurde. 2005 hat die Zeit einen langen Artikel über Simpson und ihre Geschichte mit dem Boot gedruckt, ein umfangreicher schöner Artikel, denn man ist teilweise gefühlt mit an Bord.
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Wenn Geld mit Internet-Sperren winkt …
„Zensursula, Indien, Microsoft und die Lüge in der Politik“, der Spiegelverfechter hat hierzu einen bemerkenswerten Artikel geschrieben in dem er hinterfragt, warum man und wer überhaupt so ein fundamentales Interesse an den Speeren hat – nicht nur von Politiker- sondern auch von Lobbyisten-Seite.
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Programmhinweis
Sascha Lobo goes Lobby, Samstag um 18:05 auf Arte „Eine Politsafari auf den Spuren der Strippenzieher“
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2009-07-17
Wie aus dem Mangel an Arbeit
eine parallele Arbeitswelt entstanden ist. Was Trampolins mit Gemeinnützigkeit zu tun haben und wie die Bundesagentur für Arbeit den tariflichen Mindestlohn aushebelt. Warum man ein sechswöchiges Praktikum im Gemüseschnippelkurs absolvieren muss, bevor erst eine Eignungsfeststellung eines Menschen in die Akten aufgenommen werden kann.
Die sinnvollsten 30 Fernsehminuten, die ich seit langem von einem öffentlich rechtlichen Sender produziert gesehen habe. Die deutsche Politik hat es geschafft, dass Deutschland in kürzester Zeit im Lohnniveau mit China konkurrenzfähig geworden ist.
via ennomane
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Zum Wochenende
sonnige Grüße von einer, die ausszog, den Drucker zu entern. Man ist bei den Vierbeinern sehr dankbar für die neue „ich liege da mal faul drauf rum“-Fläche, die der alte Drucker nicht bieten konnte. Nishia indes mit Sommerfell, der Brustteppich ist weg.
at 09:21 2 comments
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2009-07-16
Die Wirtschaftskrise ist da!
Jetzt. Hier. Bei Air Berlin werden einem die Schokoherzen nun einzeln in die Hand gedrückt, nix mehr mit „ich habe zwei Kinder zu Hause, darf ich?“ Heute keinen Playboy abgegriffen. Die Cosmopolitan, ich wollte heute Frau sein. Die Cosmo haben wir (sehr viel) früher gerne gelesen zu Hause, meine Mutter und ich. Heute habe ich sie gelesen und festgestellt, hätte ich Journalismus studiert und wäre ich für das verantwortlich, was dort geschrieben steht, dann wäre mir das peinlich. Dann lieber „Die Jagd“ oder „Der Angler“ lesen. Da lernt man wenigstens Praktisches. 'Nen Hirsch zerlegen oder so.
Bei Starbucks heute früh, weil zu früh am Flughafen, mir einen Kapitalistenkaffee gegönnt. Und einen warmen Blaubeermuffin. Ich habe es schon 5 Millionen Mal ins Netz geschrieben: Blaubeermuffins wurden nur für mich erfunden! Mindestens! Bei Starbucks am Flughafen gesessen mit dem Macbook gesurft und Blaubeermuffin essen. Die miese Nachricht dabei: um 07:15 Uhr morgens.
Mit Gundis Zámbó heute früh die Toilettenwarteschlange geteilt. Viel Dünn. Viel Blond. Viel Falsch Lang Blond. Viel Pink. Viel Solariumbraun. Viel Boutiquenchic. Viel Handyaktionismus. Viel Falsch. Nee, dann vielleicht doch lieber in Würde was älter werden, womöglich. Danke für die Anregung, Gundis! Aber ich habe auch nicht Deinen Job, werde nicht für's Aussehen bezahlt. Was auch praktisch ist.
Ich liebe es vom Flugzeug aus im Landeanflug Autobahnen zu beobachten und deren Zubringer. Das ist wie Minitrix alive ‘n kicking. Laster habe ich dann am liebsten. Oder von oben dann über Berlin S-Bahn-Schlangen im Miniformat gucken. Das kann mich sehr glücklich machen, habe ich heute wieder festgestellt. Bilder gucken. Miniaturen. Berliner Dachgärten gesehen, große Kunst das. So einen Dachgarten hätte ich auch gerne. Wo ist noch mal der Wunschzettel?
Wenn man morgens sehr früh im Sommer mit der Ringbahn Richtung Tegel fährt, dann halten alle Äpfel an den Apfelbäumen in den vielen Gärten an der S-Bahn-Strecke ihre Backen in die aufgehende Morgensonne. Dann weiß man, warum die eine Seite vom Apfel rot ist. Das zu sehen, ist romantisch. Wenn Sonne und Apfelbacke ein Stelldichein haben. Sehr.
Wenn die S-Bahn jetzt eh nicht fährt, könnten wir die doch komplett still legen und einen Tag lang alle die wild wachsenden jetzt reif werdenden Brombeeren auf den Gleisen pflücken. Dann könnten wir daraus Berliner Brombeermarmelade kochen, die nach Japan verschicken und für sehr teures Geld als Berliner Delikatesse verkaufen. Für das Geld könnten wir der S-Bahn neue Räder kaufen. Oder es einfach nur den Armen in der Stadt schenken.
Im Bus am Flughafen stieg vorhin eine Frau ein, vor der ich im ersten Moment dachte „keine Flugpassagierklientel“. Sie steckte dann ihr Sozial-Ticket weg. Später stieg sie zusammen mit mir aus und ich sah, was sie am Flughafen gemacht hatte: Pfandflaschen gesammelt.
Ich bin dafür, wir schenken ihr den Erlös der Berliner Brombeermarmelade. Ich weiß ja, wo sie zu finden ist. Wahrscheinlich täglich.
Heute einen sehr schönen Menschen kennen gelernt. Da war sehr viel Sympathie. Einfach so. Ein schöner Mensch, innen drinnen.
Auch heute einen Vorschlag gemacht. Der war naiv aber voller Logik. Aber Bürokratie und öffentliche Struktur verstehen Logik nicht. War ja klar. Aber ich mag es solche Vorschläge zu machen. Alle denken dann, die hat ja gaaaar keine Ahnung. Ich lasse sie in dem Glauben, denn ich habe wenigstens Hoffnung.
Gerade den Katzen Krabben in Salzlake spendiert, vorher auf Twitter gefragt, ob ich das jetzt mal tun soll. Ich kann mich über meine Follwer nicht beklagen. Gute Leute! Meine Katzen auch nicht.
Ein guter Tag irgendwie. Trotz des frühen Aufstehens.
at 20:53 6 comments
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Da-Da-Datensicherung
feat. Wolfgang Schäuble und Urusla von der Leyen auf netzpolitik.org,
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2009-07-15
Der Robert …
der ist ja jetzt unter der Haube. Wieder. Obwohl nur zwei Ehen für einen Hollywood-Schauspieler sind ja eigentlich unterstes Niveau – auf sein Lebensalter hochgerechnet. Nachdem ich nun in einem Artikel viel über das junge Ehepaar gelesen habe und zur Kenntnis genommen habe, dass die neue Mrs. Redford hanseatische Malerin ist, habe ich nach der Dame im Weg gesucht (das nennt man heute „googlen“) Sibylle Szaggars und mir einen Teil ihrer Kunst angeguckt.
Fazit: sie malt Einzeller, schön bunt umgesetzt. Man nennt diese Form der Malerei abstrakte Malerei. Mit den Einzellern hat sie austellungstechnisch nach eigenen Angaben ihr Heimatland, aber auch Großbritannien, Peru, Japan, Singapur und natürlich die Vereinigten Staaten beglückt. Das finde ich sehr schön.
Frau Jekylla hatte soeben auf Twitter befunden, sie hätte für eine Ehe mit Robert Redford auch bunte Einzeller malen wollen. Das ist nur zu verständlich. Ich habe ihr nun empfohlen für Keanu Reeves zu malen, der kauft gerne viel moderne Kunst. Da geht vielleicht noch was. Und für wen würdet Ihr so malen? Zur Not auch bunte Einzeller?
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Bitter!
Als ich nun den Mini-Imbusschlüssel zu Radreparaturwerkstatt brachte und den Jungs den Code verriet (die schon ganz aufgeregt waren und sagten, sie hätten es ja wirklich nicht aufbekommen – offensichtlich konnten sie DAS kaum glauben), sprach ich mit dem Mann vor Ort, der Ahnung hat, ein ernstes Wort über das eine und andere Phänomen, das das Rad neuerdings so aufzeigt und wir sprachen über die Gründe, warum es das tut und über die finanziellen Konsequenzen für mich, würde ich diese jetzt beheben lassen.
Das Problem ist, das hatte man mir schon letztes Jahr prophezeit (und zwar ziemlich genau auf den Tag für „in ein Jahr“ vorhergesehen), nämlich dass die gesamte Gangschaltungs-
konstruktion nach zehn Jahren Vielbetrieb nun hin ist. Diese komplett einer Erneuerung zuführen, sind 180-230,– Euro Instandsetzungskosten, mindestens. Hinzu kommt eine defekte Federung vorne, ein neuer Satttel, im Grunde das neue Laufrad hinten …
Wirklich bitter. Ist ja nicht, dass ich mich nicht mit dem Gedanken in letzter Zeit schon auseinander gesetzt hätte, die Addition aller Kosten nicht schon alleine vorgenommen hätte und wegen dem Resultat meine Augen hinsichtlich eines Nachfolgers aufgemacht hätte. Es aber dann doch noch mal in aller Konsequenz „Fahren Sie jetzt damit noch ein bisschen gemächlich ohne große Stunts“ von einem anderen zu hören, der Ahnung hat, das hat … weh getan. Das ist so, wie das heiß geliebte Auto nicht mehr durch den TÜV zu bekommen. (Meine Mutter fuhr nur solche Autos und bekam alle zwei bis vier Jahre die Diagnose. Ich kenne mich da aus.)
Ich entschied mich dann in der Konsequenz für die „günstigeren“ schweren unkaputtbaren Mäntel.
Und irgendwie bin ich sehr traurig, zehn Jahre. Zwei (für mich) recht kapitale Stürze … viele Kilometer, viel Spaß. Viel Zeit zusammen, auch im Winter. Tolle Touren. Ich kann mich an kein Rad erinnern, mit dem ich je soviel Spaß hatte und gefühlt so sehr eins war in meinem Leben – und auf dem ich mich so sicher und wohl fühlte.
Ich werde auch nie vergessen, wie ich damals in den Laden kam, wo es reduziert an der Seite stand und es bei mir Liebe auf den ersten Blick war, der Verkäufer mir alle Modelle im Laden zeigte und ich immer wieder zurück zu dem Bianchi kam, bis er dann endlich sagte, „ja, das ist auch ganz nett.“ und ich dem Verkäufer dann die Trekking-Reifen ausredete und wir dem Rad mit Crossbike-Reifen zu neuer urbaner Schönheit verhalfen. Damals auch der Kauf auch eine Belohnung und als Abschluss für eine sehr unschöne berufliche Zeit vorher.
Bitter!
at 09:22 8 comments
Labels: creezy und wie sie die welt sah
2009-07-14
2009-07-13
Heute …
zum allerersten Mal in der „Ständigen Vertretung“ gewesen hier in der Stadt (litt unter dem bekannten Berliner-wollen-keine-Bonner-hier-die-als-erstes-die-Speerstunde-einführen-wollten-und-auch-sonst-jeden-Spaß-regeln-müssen-Phobie.)
Haben einen ganz netten Riesling da. (Da bin ich doch stoisch.)
Ansonsten: ich war noch nie in Blankenfelde.
Glaube ich.
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2009-07-12
Gestern habe ich die Testphase
offiziell beendet, die hieß, „wie lange kann man mit einem massiv defekten Fahrradmantel fahren?“ Dazu musste ich mich nur bei einem Fahrradshop gierig auf die kompressorgestützte Luftpumpe stürzen. Mit dem Erscheinungsbild einer kleinen Blase zwischen den sich in Auflösung befindlichen Mantelkomponenten, machte diese im Moment meines Erkennens, dass da gerade etwas schief läuft, „peng“ und das Hinterrad sagte luftmäßig „Affe tot!“
Ich ging dann (ist ja praktisch, dass die Kompressorluftpumpen im Allgemeinen ein Fahrradgeschäft gleich mit sich führen) in die Verkaufshalle des Geschäftes und die fröhliche Dame am Tresen guckte mich mit großen Augen an und fragte, „Ach, waren Sie das mit der grauen Wolke?“
Wir sind also nicht nur geplatzt, wir haben auch graue Staubteilchen in die Umluftbahn entsorgt. Nun denn, so richtig Spaß hat das Fahren fühlbar eh nicht mehr gemacht. Natürlich kann man mein Rad nie sofort repariert werden, weil ich die Achsen und den Sattel diebstahlgeschützt habe und den Schlüssel dafür nie bei mir führe. Also Montag wieder hin und die Utensilien abgeben. Das alles wiederum hat den dummen Vorteil, dass ich mich jetzt wieder mit Mänteln beschäftigen muss – und ich bin da sehr zickig und ich einen Sonntag Zeit habe, mich wieder ins Metier einzulesen.
Leider führt der Laden keine richtig coolen und exotisch Geheimtippmäntel, sondern hat sich völlig dem Schwalbe-Konzern hingegeben. Klar ist schon, dass ich jetzt von 35 mmm wieder auf 37 mm gehe, die Stabilität hat mir bei Regen bzw. im Winter wirklich gefehlt. Rollwiderstand finde ich blöd, also will ich ein leicht laufendes Rad, das mich über Straßen aber auch über Stock und Stein begleitet. Aber nehme ich jetzt die Marathon Plus Tour, die echt schwer sind, wie ich finde? Oder die faltbaren Marathon Extreme, die deutlich leichter sind aber eben keinen Draht mehr haben … und einiges teurer? Und eigentlich liest man über Schwalbe nichts Gutes und überhaupt …
at 09:34 7 comments
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2009-07-11
Naherholungsgebiet

Seit der Flughafen Tempelhof nicht mehr von Flugzeugen heimgesucht wird, wird er von anderen Dingen heimgesucht: 60 Jahre Luftbrücke-Feiern, Beaves and Butthead oder zu deutsch: Brot & Butter, die letzten drei Abende gab es die Pyromusikale.
Die Pyromusikale ist die einzige öffentliche Veranstaltung, die mir in den letzten Jahren untergekommen ist, auf der Begleitpersonen von Schwerbehinderten (bei der Pyronale heißen sie primär „Rollstuhlfahrer“) tatsächlich Eintritt zahlen müssen. Das hat mich heute beim Lesen auf der Homepage so entsetzt, dass die von mir nächste Woche Post bekommen. Zudem ist es Menschen im Rollstuhl nur erlaubt Ticket über eine bestimmte Hotline zu ordern, nix Abendkasse wie für Normalsterbliche. In Heidelberg wurde gerade ein Mensch, der nicht sehen kann, von einem Mann verprügelt, weil der „Blinde“ angeblich so blöd dessen Freundin angeguckt hätte. Schwerbehinderte Menschen haben das Recht eine Begleitperson mitnehmen zu dürfen zu Veranstaltungen für die sie ein Ticket entwerten, falls das überhaupt notwendig sein muss. Wer daraus Profit schlägt, dass jemand aufgrund seines besonderen körperlichen Merkmales begleitet werden muss, ist schlicht und simpel 'ne Arschgeige! (pardon my french, aber da sind diese Emotionen.)
Das Konzept sah vor Menschen auf dem (eingezäunten) Flughafengelände mit Musik zu bespaßen und im Abschluss den Abend gemeinschaftlich mit einem Feuerwerk ausklingen zu lassen. Am ersten Abend waren die Veranstalter wohl etwas erstaunt, dass es im Sommer so lange hell bleibt. Heute Abend war ihnen egal wie hell es war, sie legten einfach um halb zehn Uhr los. Da ich ja sieben Minuten zu Fuß von der hinteren Landebahn weg wohne, habe ich die vergangenen Abende nett mit Feuerwerk verbracht. Und heute bin ich dann los und habe mir es in der Oderstraße aus der relativen Nähe gegeben, wo … auch schon alle anderen waren. Ich glaube, das war genau die Menge an Leuten, die sich die Flughafenstürmerdeppen gerne gewünscht hätten – und es standen läppische zwei Manschaftswagen irgendwann in der Oderstraße quer, um die Straße zu sperren für den Autoverkehr (es ist ja immer wieder erstaunlich, WIE nahe die Leute in ihren Autos immer an den Veranstaltungsort wollen, am liebsten rein fahren …)
Nun denn, das war ganz lustig so inmitten der Massen zu stehen und lustige Himmelsbilder anzuschauen. Links neben mir freuten sich Leute über einen so schönen Urlaubsabschluss, recht freute sich eine Dame über so ein schönes Geburtstagsfeuerwerk und um uns herum freuten wir uns alle über das, was da am Himmel sich zeichnete – zumal der Himmel am Anfang noch in herrlichem Rot gezeichnet war. Also Feuerwerk und bombastischer Sonnenuntergang in einem. Ich lief dann irgendwann zurück und machte hier und dort in einer Lücke mit halbwegs guter Sicht noch ein Foto. Ohne Stativ.
pix Pentax K20 D mit 16-50 2.8 SDM, 1600 ISO, frei Hand
Auf dem Parkplatz meines Lieblingsdiscounters stand ich nahe an einer Gruppe, Oma, Mutter, Vater und ein Kind, ca. acht Jahre alt. Die Kleine langweilte sich – ganz offensichtlich. Sie hat Durst und sie hatte keinen Spaß. Indes hatten die Eltern keine Lust, diese Veranstaltung abzublasen und ermahnten die Kleine alle drei Minuten lang „Nun guck doch endlich mal da hin!“ Irgendwann ging ich in die Knie und machte mich so klein, wie die Kleine ungefähr war, dann zupfte ich der Oma am Ärmel und erklärte ihr ganz einfach, dass das Kind aus der Höhe durch die Bäume genau gar nichts sehen konnte.
Das Schweigen war dann leicht betreten, die Stimmung etwas fröstelnd. Wie dem auch sei, so ein Feuerwerk in einer Sommernacht ist schon etwas Feines. Letztendlich hatte ich aber doch den besten Blick von meinem Balkon aus, wenn nur der eine Baum nicht wäre … und Talytha findet Feuerwerk auf meinem Arm zusammen mit mir aus dem Küchenfenster gucken auch ziemlich cool. Aber Tally mutiert ja auch immer mehr zu einer kleinen Rockerbraut.
at 23:37 1 comments
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