2008-08-15

Was mir zu denken gibt …

mich hat keiner zu einer Bundesliga-Blogger-Tipprunde eingeladen. Vermutlich spielt nach der EM keiner mehr mit mir. Pfff, mach' ich eben Toto.

Habe ich übrigens noch nie gemacht, wie geht das eigentlich? Was muss man da einsetzen? Wird man da reich oder doch nur Spielerfrau?

Edit, so die Bookmarks Bar sieht wieder ordentlich aus:


Ich bin stolz und glücklich mit Ihnen tippen zu dürfen, Herr Markus! Sie haben ein Freigetränk gut bei mir. Es hat mich ungemein in den Fingern gejuckt den 1. FC Kölle auf Sieg zu setzen. Und ich habe Hoffenheim nicht auf Abstieg gesetzt.

Feine Photoshop-Reihe

im Clap-Club. Gestartet mit King of Photoshop 1, heute forgesetzt mit King of Photoshop 2. Dürfte alle 14 Tage frisch aufgesetzt werden.

Raten! Online bei der Milchstraße suchen, gilt nicht.

Schweinbratenkrustenfangundfressterminatorin



Ich find es spannend, wie propper Katzen aussehen können, wenn sie mit sich und ihrer Beute zufrieden sind. In Wirklichkeit ist an Talytha nicht halb so viel dran, wonach sie auf diesem Foto aussieht. Und selbst die Hälfte besteht hälftig nur aus Fell.

2008-08-14

Mondscheinsonate

Verbotenes macht mich an. Andere auch, hätte ich jedenfalls gedacht. Aber tatsächlich, wenn der Blogteufel de Luxe St. Burnster mal 'nen hübsches Porno-Stöckchen selbst kreiert und uns das sich danach Bücken verbietet, halten sich wieder prompt alle respekt- angstvoll daran. Ich nicht. Ich darf das.



Dein erster Porno?
Papierform, bei Mama und Papa unter dem Bett. (Super Leistung! 'Nen Porno-Stöckchen und gleich im ersten Satz Mama und Papa erwähnt!) Hat das Brüderlein entdeckt und seine Pfandfinderkompetenz gleich mit seiner kleinen Schwester geteilt. Die Frau auf Hochglanz war 'ne kurzhaarige gelockte Brünette mit blauem Lid- und feistem Kajalstrich und ich dachte damals schon bzw. (hey, ich war vielleicht fünf Jahre alt) nur: «Mit der ihren Haaren stimmt was nicht.» Die Perücke saß richtig schlecht. Heute weiß ich aber, das taten damals auch die echten Frisuren. Außerdem trug sie goldene 70iger-Jahre-Sandalen und er war Schnauzträger ohne Brusthaartoupet, dafür mit echtem Brusthaar. Sie hatte, daran erinnere ich mich noch, eine echte Figur. Keines dieser Barbiepuppenformate, wie sie heute im Umlauf sind.

Später dann hatte der damalige Freund meiner Mutter seine ganze Spur-8-Film-Pornosammlung auf VHS «digitalisiert», das war zu dieser Zeit eine sehr frische supermoderne Technik und da wir natürlich noch gar keinen Rekorder hatten, brachte er den gleich mit zum Gucken. Sie ließen mich dann, ich muss da ca. elf Jahre alt gewesen sein, den absoluten Hardcore-Pornotrickfilmrenner überhaupt gucken: «Schweinchen Fick»!

Dein letzter Porno?
Irgendwas auf Youporn. Billig eben.

Dein Lieblingsporno?
Ein Traum von einem Mann! Ein Hengst vor dem Herren. Und sie, wenn je eine Frau im Bett Leidenschaft und Freude an dem, was sie da tut und was ihr wiederfährt, versprühte, dann ist sie das. Dieser Porno ist … groß. Obwohl das natürlich nicht reicht, dieser Porno ist noch viel mehr. Kurz und gut, wenn natürlich aufgrund seiner hohen Qualität viel zu kurz: Der hier! (Achtung: hinter diesem Link versteckt sich echter sexueller Content. Manch einer mag das Pornographie nennen. Daher besser nicht anklicken, wenn ihr gerade in einem Großraumbüro sitzt. Und alle meine vielen Leser unter 18: geht spielen! Alle anderen machen unbedingt auch den Ton an. Das ist 'ne Hammermucke im Hintergrund!)

Und verflucht noch mal, an welche Comicfigur erinnert mich der Mann im Profil noch mal?

Welchen Porno würdest du gerne mal sehen?
Die Frau Pauli auf St. Pauli

Deine Inspiration aus Pornos?
a) Nie den Bauch einziehen beim Sex, das gibt ganz komische gequälte, daher wenig attraktive Gesichter.
b) Niemals. Niemals! Also wirklich niemals so komische Plateauplastiktreter kaufen und anziehen.

Deine Lieblingspornowebsite?
Es gibt Pornoseiten? Im Web? Also in diesem Internet hier? Echt? bild.de

Dein Pornofetisch?
Weiße Otto-Katalog-Schrankwände und güldene Stehlampen. Ich bin halt immer noch sehr erschrocken, wenn's nicht im Bett passiert.

Dein liebster Pornostar?
Ehrlich gesagt, ich habe es nicht so mit deren Namen. Ich dachte immer, da zählen andere … äh Merkmale oder Attitüden? Außerdem dachte ich, die heißen alle «Au ja, Baby! Gib's mir!»

Dein unliebster Pornostar?
Ich möchte Snoopy Dog nicht nackt sehen müssen. Ich hab' da ja auch meine Schamgrenze.
Ansonsten klicke ich jeden Typen weg, der mit diesen unheimlichen aufgeblähten und überzüchteten Trizeps-Brustkörben daher komt. Das turnt mich ausschließlich und völlig ohne jede Ausnahme ab.

Dein eigener Porno?
Ich schreibe seit einigen Jahrzehnten noch am Script, wenn ich ehrlich bin. Kommt, der Handlungsspielraum ist nun mal riesengroß!

Wie findet deine Frau dein Mann Pornos?
Im Zeitungskiosk, im Internet, in der Videothek, unterm Bett, vermute ich. Man kann vieles über meine Männer sagen. Aber so dämlich, dass er seine Pornos nicht gefunden hätte, war noch keiner.


Das Nette an diesem Stöckchen: ich DARF es gar nicht weiter reichen. Ich appeliere also an Euren Ungehorsam. Wirklich, ich habe keine Ahnung, was der Mann tut. Wenn Ihr böse seid …

Schreckliche Werbung: Blogschokolade

Heute früh setze ich mich mit der ersten Café Latte an meinen Rechner und stolpere als erstes über die Mail von Frau Gaga, die mich liebenswürdig mit Schokolade in einem Blog-Schokoladen-Kettenbrief bedenkt. Da werden jetzt einige die Nase rümpfen und das ist auch in Ordnung, solange Ihr dabei wie niedliche Zwergkanninchen ausseht, aber ich bin erwiesenermaßen käuflich, tue für Frau Gaga alles und für Schokolade noch ein bisschen mehr. Unsere gemeinsame Antipathie, nur was Kettenbriefe anbelangt, haben wir uns beide wohlweislich und wahrheitsgetreu in unserem Mail-Verkehr versichert – von daher rührt somit keine echte Gefahr – um gleich darauf rückfällig zu werden. Aber zur Hölle auch, es geht hier um Schokolade!

Und das Spiel war auch für mich am frühen Morgen ein leichtes, ich musste nur zwei BloggerInnen benennen (Jungs durfte ich nicht, sorry lieber *hier-folgt-eine-lange-reihe-von-männlichen-bloggern-von-denen-ich-weiß-wie-schokoladen-verrückt-sie-sind-und-es-auch-verdient-hätten*) und beiden eine Tafel Schokolade zusammen stellen, die wiederum ihrerseits zwei Bloggerinnen benennen … Wer zuerst (Geschlechterbattle, die Jungs sehen nicht gut aus) die 100 Blogger voll hat, hat gewonnnen. Die Schokolade aber wird allen Teilnehmern zugeschickt. Ich bin übrigens dafür, dass die Schokolade, die die Jungs nicht unters Volk gebracht haben an uns Mädchen verteilt wird. Wie schon gesagt, ich kenne da ein paar Jungs, die sich freuen würden!


pix by chocri

Nein, es gehört nicht zu den Vereinbarungen darüber bloggen zu müssen! Ich tue das freiwillig, weil ich, sowieso auf Dominostein-Turkey gerade, das Geschäftsmodell dahinter auf den ersten Blick (also ohne Test- und Geschmacksphase) gut finde.

1. Die verwendete Schokolade sowie die meisten der Zutaten (gekennzeichnet) sind aus biologischem Anbau und im Rahmen von FairTrade-Grundlagen erworben.
2. Sich Schokolade selber zusammen zu basteln, ist mindestens zehn Mal sexier als sich sein eigenes Müsli zusammen zu basteln. Behaupte ich jetzt mal. Ich habe mir noch nie mein eigenes Müsli zusammen gebastelt. Aber heute zwei Tafeln Schokolade – und das hat Spaß gemacht. Es macht Spaß da aus dem Vollen zu schöpfen, wirklich.
3. Man bekommt Fotos von seiner Schokolade per Mail zugeschickt, bevor sie versendet wird. Keine Ahnung, ob das gut ist, mich würde das ja eher quälen. Außerdem kann keiner besser Schokolade fotografieren als ich, insofern geschenkt.
3. Wer will kann bei seiner Bestellung für ein Kinderprojekt spenden, bestellt deswegen weniger Schokolade (hrhrhr *hier-leuchtet-jetzt-das-impertinente «bistduabernaiv» javascript-leuchticon*) und das macht schlank. (hrhrhr *das-impertinente «bistduabernaiv» javascript-leuchticon-leuchtet-jetzt-nicht-mehr:kurzschluss*)
4. Projekte aus Liebe zur Schokolade geboren, können niemals nicht evil sein!

Ich melde mich, wenn meine Schokolade da ist und ich testgegessen habe. Und ich bin die schärfste als auch kritischste Schokoladentestesserin, die es blogweltweit gibt. Warm anziehen, Jungs!

Und nun guckt selbst bei chocri rein, nur verschuldet Euch bitte nicht!

Speicher bei ebay kaufen …

würdet Ihr das tun oder eher abraten? (Also neu und bei einem Händler wohlbemerkt.)

Edit: mir geht es weniger darum, wie ich solvente ebay-Händler erkenne als die Frage dahingehend ging, ob es sinnvoll ist Speicher so zu erwerben, denn die sind ja sensibel und schnell mal defekt geliefert, sprich, mich interessieren eher Ausschussraten …

2008-08-13

Seit ich meinen persönlichen Freund

bei der Arbeitsagentur habe, wir feiern dieses Jahr unseren dritten gemeinsamen Jahreswechsel, steht in seinem Büro hinten auf einem Beistelltischlein ein vertrockneter ehemals grüner Glücksbambus in dem üblichen kleinen weißblauen Porzellangefäß. Furtztrocken, wie wir hier sagen. Jedes Mal wenn ich bei ihm bin und mir sein auswändiges Rezitieren irgendwelcher Unterstützungsvarianten bei Bewerbungsbemühungen, die selten wirklich welche sind, anhöre und intern daher ungehört um Kürzung flehe, fällt mein Blick auf dieses trauriges Stück trockenes Braun. Manchmal beschleicht mich ein bitteres Gefühl in seiner Umgebung könnte alles Organische solch' Wandlung nehmen.

Mag der Grund sein, warum er ein Einzelbüro hat. Die anderen nicht.

Der Blick dort aus seinem Büro fällt auf ein Halbdach auf dem die Klimaanlagenaluabzüge stehen. Diese haben innerhalb der letzten fünf Monate erstaunlich stark an ihren Ecken zu rosten angefangen. Ich bin nicht wirklich gut unterhalten dort. Nee nee.

Ich erinnere mich öfter mein Rad in dem überdachten Radabstelldrahtgestell gleich vorne am Anfang auf dem Agenturgelände untergestellt zu haben. Knapp bemessen fand ich es schon immer. Es hat jetzt eine Tür. Als ich vor dieser gestern erstaunt stand und diese Tür öffnen wollte, war sie verschlossen. Das ehemals öffentliche Radabstelldrahtgestell ist zu einer nur für Arbeitsagenturfallmanagerfahrradunterstellunterkunft aufgestiegen.

Seit gestern weiß ich es also: auch mein Fahrrad ist Hartz. Hartz V.

Gut gelacht

30.07.
01.08.
04.08.
10.08.

2008-08-12

Super Stillbeschäftigung für x, y und z

gleichermaßen: Gefrierschrank abtauen. Katzen können dann mit den Eisbrocken Curling in der Küche durch Abtauwasserpfützen spielen. Jetzt, seit er wieder frisch gepudert vor sich hin brummt, liegen sie glücklich und geschafft flach in den Ecken rum. Das Tiefkühltruhenmonster ist besiegt! Und ziemlich leer dazu.

Nebenbei die Chorizo entsorgt, die mir meine Mum von ihrem letzten Mallorca-Aufenthalt mitgebracht hatte. Sie wäre wohl doch nicht besser geworden. Keine Wein-Gene. Und man muss es mit den Andenken nicht übertreiben.

Sie fehlt mir dieser Tage, ich habe oft diese bestimmten Geruchs-Fata-Morganen in der Nase. Naja, der 16. September ist bald. 66 wäre sie geworden und das ist verflucht noch mal auch nach zwei Jahren immer noch kein Alter zum sich davon stehlen. Der Kater, ihr Kater, mein Kater, der Katzenmädchen ihr Kater biss mir heute liebesdienstlich in den Arm. Deftig und immer wieder. Das tut weh, ich hab's ausgehalten, soll er mich doch lieben wie er will. Sie ist nun mal komisch. Die Liebe.

Gestern gelesen, dass ein junger Mann urplötzlich gehen mußte. Für immer. Zurück bleiben ein dreijähriger Junge und eine in der 38. Woche hochschwangere Ehefrau, Mutter und Bloggerin. Das sind die Katastrophen, die echten.

Alles andere ist Beiwerk und schnurz. Überhaupt schnurz, Menschen, die anderen Menschen keinen Respekt zollen wollen oder können. Könnten auch mal überlegen, wann was bei ihnen schief gelaufen ist. Oder einfach tief fallen. Irgendwann mal. Schnurz.

Die Fliege sitzt auf dem Ausschalter vom Mac. Soll sie ihn drücken. Für heute.

Gute Nacht!

Wir sind Japan!

Okay, dann nicht. Aber Gold in Judo in China, kann ich irgendwie ganz gut leiden!

Hm …

ich hätte jetzt gerne einen Dominostein. Zum Kaffee.

Wenn ich ganz ehrlich bin.

Sie schnüffeln wohl doch ein wenig mehr …

die Googles und Yahoos dieser Internet-Welt schreibt die taz: «Diverse Anbieter mussten [vor dem US-Repräsentantenhaus] einräumen, dass sie mehr Daten über die Online-Nutzung ihrer Kundschaft sammeln, als bislang bekannt war.»

Gut, ich vermute das wird vom Kongreß jetzt weniger geahndet, als dass überlegt wird, wofür sie diese Informationen künftig selbst verwenden könnten. Da bin ich jetzt ganz Unterstellungsschwein.

«Dennoch räumte der Internet-Konzern [Google] ein, das so genannte "Doubleclick Cookie" zu nutzen. Dieser Datenkrümel wird einmal auf die Festplatte des Nutzers geschrieben und ermöglicht es, ihn über das gesamte Google-Werbenetzwerk zu verfolgen, selbst wenn dem Rechner eine neue Internet-Adresse zugeordnet wurde.» […] «Zudem sei es möglich, sowohl das Doubleclick-Cookie als auch einen weiteren, von Google gesetzten Datenkrümel abzulehnen oder ein „Opt Out” vorzunehmen, also das Tracking insgesamt abzuschalten. Das Problem: Die wenigsten Nutzer wissen, wo sie dies tun können, müssen auf der Google-Website erst danach suchen.»

Nun, Ihr wisst jetzt wo.

Googelige Anfrage …

und wie immer bin ich völlig schuldlos:



Und zu solchen Suchanfragen kommt man, wenn man mal so etwas geschrieben hat: «Was machst Du, wenn Du nicht schlafen kannst? Bier trinken. Drei Schluck und ich liege im Koma.» Das ist natürlich 'ne Logik.

Dienstag

05:00 wach!
05:30 entfernt (falsch, wenn auch nicht völlig falsch. Richtig:) entnervt aufstehen
05:35 Katzenkotze wegräumen
05:40 registrieren, dass es in Strippen regnet
05:41 realisieren, dass um 08:45 Arbeitsagenturtermin ansteht und es in Strippen regnet
05:50 unzählige (drei) Katzen zum Schnurren gestreichelt, um den Tag doch noch zu retten
06:10 Bewerbungsunterlagen ausdrucken, will Sachbearbeiter sehen
06:11 feststellen, dass Toner alle ist
06:12 feststellen, dass vorhanden geglaubter Ersatztoner nicht mehr vorhanden ist
06:30 genervt im Internet nach Toner gesucht, von Höhe der Versandkosten stellenweise sehr angeekelt sein
06:35 Dusche, heute hat alles eine besondere Erdanziehungskraft
07:00 Das hier sehen, noch vor dem Frühstück
07:01 resignieren, sich einfach nur noch auf den Tag freuen …

2008-08-11

Deutsch-türkische Hochzeit

Das lustige Pärchen mir gegenüber lebend, hat sich heute aufgemacht, einander zu ehelichen. Beide sind schätzungsweise Mitte 20, dürften ihr Studium nun abgeschlossen haben und er hat, um gut in dem Anzug auszusehen, tatsächlich in den letzten Tagen seinen schon recht stattlichen Cola- und Pizzabauch wieder auf schlank trainiert. Der Mann selber ist recht angenehm anzusehen und stattlich, weswegen ich seinen Bauch – vor allem in seinem Alter – immer schon als besonders überflüssig empfunden habe.

So oder so, ich hatte die beiden ja hier und dort bereits als Thema, muss ich sagen, haben sie sich in letzter Zeit in ihrem Miteinander in vielerlei Hinsicht auf das übliche Maß junger Leute eingependelt, die bereits seit drei Jahren zusammen leben und sich im Grunde «arrangiert» haben. (Was für mich immer etwas von, wir bewegen uns auf der Zielgeraden Richtung Ausgang zu, hat.) Am Anfang jedenfalls, als sie hier einzogen, wurde sehr oft laut kopuliert. Nach dem ersten halben Jahr des Zusammenfindens wurde zusätzlich sehr laut oft gestritten. Dies pendelte sich nach wenigen Monaten auf oft laut streiten und in direkter Folge oft laut kopulieren ein. Versöhnungssex. Ist eine feine Sache, wird immer gerne genommen. Sie stritten aber auch gerne nach dem Sex. In der letzten Zeit hingegen wird deutlich weniger laut gestritten. Es wird aber auch deutlich weniger laut kopuliert. Tatsächlich gab es vor nicht allzulanger Zeit eine Phase, da wurde mehr gestritten als noch kopuliert, die Versöhnungsorgasmen blieben hörbar weg, weswegen mich der heutige Auftritt auch ein klein wenig wundert.

Mich interessiert es eigentlich auch nicht wirklich, wie oft, viel, wenig meine Nachbarn miteinander streiten und schlafen – aber dank der Wände, die offensichtlich aus Pappmaschée bestehen, hört man hier fast alles notgedrungen mit. Übrigens auch das simple Kaffeetassen auf den Tisch stellen der Nachbarn zur anderen Seite. Aber die sind alt und kopulieren schon seit ewigen Zeiten nicht mehr miteinander. Die schnarchen nur. Auf der anderen Seite indes, die Küchenseite: ihr türkisches Temperament und von beiden die Leidenschaft gerne morgens um drei Uhr zu streiten, um vier dann zu ko…

Nun, heute sammelten sich also zunächst viele Freundinnen bei ihr oben, dann viele Familienmitglieder und Freunde unten auf der Straße. Die Autos waren geputzt und bekamen Bändchen, der Mann trug Anzug und der eine trug den Brautstrauß nach oben, die Dame trug überwiegend Cocktailkleidchen und Modell-MakeUp. Diese türkischen Mädels haben's in der Beziehung einfach drauf, das muss man ihnen respektvoll anerkennen. Ein schöner als die andere. Später schritt sie, die Braut, die Treppen runter im hübschen, wenn auch etwas billig aussehenden chemiefaserigen glänzenden weißen Brautkleid, typischer türkischer Brautkleidstyle. Daran musste wohl ein wenig gespart werden, damit später die Stretchlimo vorfahren konnte, nach der die ganze Zeit durchs Treppenhaus rufend gefragt wurde. Von den Männern. (Wir haben hier an sich alle eine 1a-Klasse-Aussicht auf die Straße.)

Ich hoffe, der Weg zur Kirche war nicht allzuweit. Aus Chicagoer-Erfahrung weiß ich nämlich, dass in den Dingern viel weniger Champagner getrunken wird als immer angenommen wird. Denn jedem, der nicht das Glück hat im Fond zu sitzen, dafür seitwärts fahren muss, dem wird ziemlich schnell schlecht in diesem langgezogenen Wackelpudding auf drei bis vier Achsen.

Ich wünsche ihnen alles Gute und künftig wieder mehr Sex. Jetzt, wenn es doch für's Leben und so … Aber ich mag immer noch keine Hochzeiten. Und vor der Haustür liegt nun Reis. Zu früh geworfen, denke ich. Aber was weiß ich schon von Hochzeiten.

creezys momentane Gefühlswelt als Comic


© Steffen Gumpert, via Süsses und Saures

Steffen hat für «Das liebe Buch» gezeichnet und seine Comics – und die von 14 anderen Cartonisten – unter dem Titel «Final Cuts – Cartoons über Liebe und Kino» hängen demnächst bei Comics & Graphics, Prenzlauer Allee 46 (Nähe Christburger Straße), 10405 Berlin. Die Ausstellung geht vom 16.08.-12.09.2008, Vernissage am 15.8.2008 ab 19:00 Uhr.

Urbanhafen

Wir liegen am Ufer vom Urbanhafen und beobachten wie ein Motorboot kurzfristig an der Anlegestelle der Josephine festmacht. Gucken still den Leuten zu, die so richtig viel Spaß bei dem was sie da auf dem Boot tun, auch nicht mehr zu haben scheinen. Alles in allem zwar ein ziemlich luxuriöser aber gleichzeitig auch frustrierender Anblick.

Bemerkt sie von links, trocken und wahrheitsgemäß: «Geld bringt eben auch keine Ästhetik.»

Blog-Attitüden

Die entzückende Frau Jekylla hatte Sorge, ich würde mich dieses Wochenende etwas langweilen und hat mich daher mit einer hübschen scharfen Blog-Analyse bedacht.

Was war der entscheidende Grund, mit dem Blogging anzufangen?

Das «ich will das auch machen!»-Gefühl. Ich habe Blogs gelesen, ich habe immer schon gerne geschrieben. Schreiben als auch gelesen zu werden, fand ich reizvoll. Und als im Januar 2006 die DSL-Leitung freigschaltet wurde, habe ich losgelegt.

Hast du ein Lieblings-Weblog?

Zu viele. Aber im Ernst: diese Differenzierung will ich nicht wirklich machen, kann man wohl auch nicht bei der Masse der Blogs mittlerweile. Die Blogs, die ich lese, lese ich alle in gleichem Maße gerne – sonst hätte ich sie nicht auf meinen drei Bloglisten (Blogroll, Feedreader, Blog-Lesezeichen-Ordner – und nirgendwo ist ein Blog doppelt) verankert, sie sind in ihrer Thematik und dank ihrer Autoren einzigartig. Allenfalls könnte ich Blogs benennen, die meiner Meinung nach ruhig öfter Inhalte veröffentlichen sollten. Aber auch da haben Blogs ihr ganz eigenes Hoch, deswegen müssen sich aber Blogs, die sich vielleicht eine kreative Ausszeit nehmen, nicht gleich von der Lieblingsliste fliegen.


Welches Weblog hältst du für maßlos überschätzt?
In Klein Bloggersdorf oder Draußen?


Wo bitte ist draußen? Und wo zum Henker ist Klein-Bloggersdorf? Also innerhalb der Blogsphäre? Hilfe, jetzt habe ich mich verlaufen …!

Keine Ahnung. Was heißt denn überschätzt? Generell hat jedes Blog irgendwie, irgendwo, irgendwann seine Existenzberechtigung. Irgendeiner wird es wohl lesen, sei es wohlwollend oder kritisch. Wann gilt denn ein Blog als überschätzt? Wenn es zu oft verlinkt wird, zu oft zitiert wird oder dessen Inhalte zu oft kontrovers diskutiert werden? Das Gute in der Blogsphäre ist ja, dass Dogmen (auch Blog-Dogmen) zum Glück schneller ausgehebelt werden als Einzeller nachwachsen.

Ich, persönlich, brauche die allermeisten Corporate Blogs nicht. Einerseits, weil die meisten einfach nicht gut gemacht sind. Ein Pressemitteilungssammelort eines pinkgefärbten Mobilfunk-Anbieters verdient den Begriff Blog nun mal nicht, da kann die Homepage in ihrer Dynamik ruhig so hyperkativ wie auf 30 Pillen Speed sein. Andererseits, weil mir dort immer der Hauch von Subjektivität fehlt. Der spannende Bezug zum Blogautor. Das macht ein Blog für mich aus: die Person zu treffen, die sich hinter einem Blog verbirgt. Das haben Corporate Blogs nun mal nicht (obwohl sie es sehr wohl haben könnten). Corporate Blogs gehen allenfalls für mich, wenn sie noch so etwas wie Humor besitzen.

Blogs, die nichts anderes tun, als Pressemitteilungen abzuschreiben. Gibt es beispielsweise viel zu viele im Fotografie-Segment. Infos, welcher Hersteller 'ne neue Kamera oder was auch immer auf den Markt wirft, habe ich bereits woanders viel früher erhalten. Mega-Langweilig. Echt!

Blogs, die ihre inhaltliche Existenz ausschließlich daran festmachen, anderen Bloggern erzählen zu wollen, was sie auf ihren Blogs alles falsch machen oder wie sie zu bloggen haben. Oder wie scheiße die Blogger sind. Ich bin noch nie gezwungen worden, Blogs zu besuchen, die ich doof finde. Da mögen andere – ulkig selbstbestimmt – ganz andere Erfahrungen gemacht haben. Andererseits aber, wenn diesen Autoren ihre Destruktivität als Therapieform was bringt und zu ihrer allgemeinen Ausgeglichenheit beiträgt, soll's mir Recht sein. Wie schon geschrieben, ich muss es nicht lesen.


Welches Weblog hältst du für total unterschätzt / für zu unbekannt?

Dieseldunst können mehr lesen, der denkt und schreibt eigen- und einzigartig.
anna list, weil's den realen Umgang von Staatsgewalt mit den Bürgern so ehrlich nahe bringt, wie kein anderes Blog sonst.

Jedes Blog, das authentisch ist, ist ein wichtiges Blog. Zum Glück wachsen die täglich nach. Hier könnte also problemlos täglich ein anderes Blog stehen.


Wenn du noch mal neu starten würdest, was würdest du ändern?

Nicht viel, im Grunde würde ich nicht mal die Artikel anders schreiben wollen, die kontrovers aufgefasst wurden oder die, von denen ich heute vielleicht sagen würde, dass sie nicht meine Besten waren. Die Diskussion darüber haben mir die Augen über Themen, Meinungen und Persönlichkeiten (also Kommentatoren) geöffnet. Im guten wie auch im schlechten Sinne. Mich etwas gelehrt und somit haben auch sie heute noch ihre Berechtigung.

Und ehrlich gesagt, selbst die Überlegung ein Wordpress-Blog aufzusetzen weil es vielleicht mehr Leser bringen würde als ein Blogger-Blog, weil angeblich nutzungsfreundlicher oder unkritischer aufgenommen, weil keine Google-Tochter, könnte ich immer noch nicht zugungsten von WP entscheiden.


Würdest du überhaupt noch mal anfangen?

Ja, jederzeit. Das Bloggen ist mit eines der besten Dinge in den letzten zwei Jahren, die mir passiert sind. Und damit meine ich absolut auch das, was mir das Bloggen offline gebracht hat: Freunde. Zudem spannende menschliche Erfahrungen.


Was ist der Lieblings-Beitrag im deinem Blog?

Pffff … keine Ahnung. Das changiert je nach Tagesform. Es gibt ein Post, da kann ich heute sagen, das zu schreiben hat mir geholfen in einer ganz bestimmten Weise und deswegen schätze ich es sehr. Das macht es aber noch lange nicht zu meinem Lieblings-Post.


Nehmt dieses niedliche kleine vereinsamte Stöckchen, liebe Leute und macht was draus! Tatsächlich ist die Beantwortung der Fragen nicht unspannend.

2008-08-10

Hey, die Suchmaschine heute mit Katzencontent!

Der Burda-Verlag als Frauenvermittler

Auf dem Online-Portal der Zeitschrift Bunte kann man sich ab sofort dank der dort publizierten Google-Anzeigen eine muslemische Ehefrau in den Hafen der Ehe bitten. Wenn man dann die Seite der «Online-Singlebörse» anklickt und zum letzten Foto hinunter scrollt zum Passus «Popular searches at Muslima.com include the following» und das Foto links davon betrachtet, wird einem sehr wohlig ums Herz. Die heiratswillige Frau von heute steht mit Kopftuch drei Schritte hinter dem Mann, das weiß ich nun, dank Burda!




Nun, ich hoffe sehr, die Frauen in der Datenbank sind alle gleichermaßen freiwillig verlinkt. Im Vergleich zu den vielen Frauen, die als sexy und handlich in den einschlägigen Online-Katalogen der osteuropäischen Menschenschieber angeboten werden. Demnächst dann auch … bei Burka-Burda.