2019-11-11

Torsten Sträter …

… der so lustige Komödiant Torsten Sträter, das habe ich neulich beim Sehen einer Talk Show nebenbei zur Kenntnis genommen, lebt seit vielen Jahren mit der Krankheit Depression.

In einem YouTube-Clip vom April diesen Jahres spricht er pragmatisch – wie er gerne rüber kommt – über die Erkrankung, sein Erkennen, die Aufmerksamkeit und danach Hilfe, die im von außen im richtigen Moment zuteil gekommen war. Von den Schwierigkeiten das für ihn richtige Medikament zu finden und was er sich primär wünscht im heutigen Erleben als Betroffener.

Ehrlich.

Er spricht in den 12 Minuten „Laut gedacht mit Torsten Sträter” einen sehr wichtigen Satz:

„Und dann war das so, dass ich tagsüber im Baumarkt gearbeitet habe. Und ich konnte gut arbeiten. ich funktioniere immer ausgezeichnet. Und abends, 18:30, der Baumarkt wurde abgeschlossen und ich bekam Selbstmordgedanken. Nein, ich bekam die nicht. Ich hatte die. Ich hatte die dabei."



Den finde ich so wichtig, weil sich viele Menschen – die selbst nicht von der Krankheit betroffen sind – vermutlich nicht vorstellen können, gar nicht verstehen können, dass Patienten auch in einer schwer depressiven Phase funktionieren können. Erstaunlich gut sogar. Und sehr lange.

Der Depressive sitzt nicht traurig in der Ecke. Er kann durchaus hinaus gehen, leisten, so tun als wäre nichts – und sobald die Tür hinter ihm ins Schloss fällt, wieder komplett von der Krankheit eingenommen werden. Der Depressive kann auch hinaus gehen, wahnsinnig komisch sein, ein Talent haben, sein Umfeld zum Lachen zu bringen und fröhlich mitlachen. Und trotzdem im nächsten unbeobachteten Moment kraftlos vom schwarzen Loch verschluckt werden.

Der Grad zwischen „Der/die soll krank sein? Man sieht doch gar nichts.” ist bei dieser Krankheit verdammt schmal. Offenheit ist ein guter Weg in die Kommunikation zu kommen.

Sträter kann das aber auch durchaus humorvoll beschreiben – erfahrungsgemäß können Menschen mit Depressionen herzlich und gut über sich selbst lachen:

4 Kommentare:

GudrunPlett hat gesagt…

Danke für diesen Hinweis, das werde ich mir demänchst mal ansehen, weil:
1. ich mag T. Sträter
2. noch lieber mag ich mein betrroffenes Familienmitglied
Grüße aus HH

GudrunPlett hat gesagt…

P.S. Das "r" zu viel ist ein Geschenk.. (Ich hatte nur auf die Vorschau geklickt, da war der Kommi schon weg.)

creezy hat gesagt…

@GudrunPlett Tippfehler werden hier sehr gerne angenommen und hoch im Wert geschätzt und sind kein Grund für eine Entschuldigung.

Alles alles Gute für das betroffene Familienmitglied. Es ist harte Arbeit!

Anonym hat gesagt…

Danke für die Links, liebe creezy! habe leider erst jetzt die Ruhe gefunden, mir beide Videos anzuschauen. Hervorragend erklärt! Und dabei so cool, dass frau und hoffentlich auch man(n) sich das bis zum Ende anhört, und vlt auch ein kleines bisschen zu verstehen beginnt, was depressiv sein bedeutet. Darf ich die Links weiterschicken?
LG aus dem Norden (der Stadt)

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